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Wie unterstütze ich meinen Partner richtig

  • Rang: Anfänger
    Punkte: 0
    Beiträge: 4
    Mitglied seit: 12.07.2016
    am 12.07.2016 10:48:03 | IP (Hash): 176532686
    Hallo zusammen,
    ich und mein Freund sind schon über 1 Jahr zusammen und sind sehr früh zusammen gezogen. Das hat schon ein paar Probleme mit sich gezogen. Nun hat er die Diagnose bekommen, dass er Diabetes hat Typ 1. Mein Fehler am Anfang war, dass ich es nicht so "ernst" genommen, denn bis her kannte ich ein paar die Diabetes haben und ich hab nie was mitbekommen. Nun fühlt er sich natürlich von Anfang an nicht richtig unterstützt. Jetzt habe ich mich im Internet schlauer gemacht und ich bin erschüttert was ich für Infos bekommen habe.
    Nun meine Frage an euch Erfahrenen. Was kann ich denn nun tun um meinem Freund die Unterstützung zu geben die er braucht? Ich denke Betroffene können hier bessere Tipps geben als Berichte im Internet. Ich danke euch schon mal sehr für eure Antworten.
  • Rang: Erweitertes Mitglied
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    Mitglied seit: 20.02.2011
    am 12.07.2016 12:09:39 | IP (Hash): 1543762414
    Hier im Forum hat schon mal ein aktiver Bundespolizist mit geschrieben, der sich mit seinem Diabetes (später Typ1) so eingerichtet hat, dass er seinen sehr unregelmäßigen und körperlich oft sehr fordernden aktiven Dienst ohne jede Einschränkung und mit gesund geführtem Blutzucker weiterhin leisten konnte. Also praktisch gesund und in keiner Weise behindert.
    Und auf der anderen Seite findest Du hier Betroffene, die einen mehr oder weniger festen Mess- und Spritz- und Essplan brauchen und sich trotzdem noch schrecklich krank und behindert fühlen und zwischen häufigen ernsten Unterzuckerungen und dann wieder irren Spitzenwerten keinen einigermaßen gesunden Blutzucker auf die Reihe kriegen.

    Und jede Menge irgendwo zwischen diesen beiden Extremen. Wir gehen alle sehr verschieden mit unserem Diabetes um und reagieren auch sehr verschieden auf die Arten, wie andere und besonders auch unsere LebenspartnerInnen damit umgehen.
    Allgemeinverbindlich gibt’s da nix. Was für Euch am besten passt, werdet Ihr mit Aufmerksamkeit und Achtung und Ruhe und Gelassenheit zusammen herausfinden. Daumendrück :)


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    Dieser Beitrag ist kein Ersatz für eine persönliche ärztliche Diagnose oder/und Behandlung.
     1 Benutzer dankte für diesen Nützlichen Beitrag.
  • Rang: Anfänger
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    Mitglied seit: 12.07.2016
    am 12.07.2016 14:03:35 | IP (Hash): 176532686
    Danke dir, auf jeden Fall für deine Antwort, jedoch habt ihr Erfahrung und es kann jemand sagen "Hab immer eine Fanta in deiner Handtasche denn....." oder ich hab auch schon gelesen das es vorkommen kann, man durch Unterzuckerung anfälliger für Depressionen und schlecht Laune ist.
  • Rang: Erweitertes Mitglied
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    Mitglied seit: 13.05.2016
    am 12.07.2016 16:37:09 | IP (Hash): 616579549
    Hallo Tamy,

    die Diagnose Typ 1 ist wohl noch ganz frisch.

    Reden hilft in der Partnerschaft, nicht nur bei Diabetes.
    Auf so einen Pauschalvorwurf kannst du schlecht reagieren - frage ihn, was er konkret will bzw. vermisst.

    Unterstützen kannst du deinen Partner, indem du ihn fragst, was er laut Arzt machen soll, Interesse zeigen.
    Ev. gibt es eine Schulung mit einem Angehörigen-Termin.

    Gemeinsames Kochen wäre auch ganz gut und du kannst mit ihm das Einschätzen von Kohlenhydraten üben.

    Unterzucker ist ein Problem, wo du als Partnerin unterstützend helfen kannst. Die Anzeichen erkennen (gibt's unterschiedliche wie starkes Schwitzen, wackelig, zittrig, manche Angehörige sehen das auch am Blick) und dann zuckerhaltiges geben. Eine Flasche Limo musst du aber nicht mit dir herumschleppen, Traubenzucker ist da praktischer.

    Kann manchmal sein, daß ihn die Behandlung einfach nur nervt.
    Dann kannst du sagen, daß du das verstehen kannst, aber ihm dann Mut zusprechen. Und eine Umarmung als verständnisvolle Geste tut 's manchmal auch.

    Generell gilt es, eine Balance zu finden, nicht zuviel (betüddeln mögen manche nicht) und nicht zu wenig.

    Aber das schafft ihr beiden, ganz bestimmt.

    Mit besten Grüßen
    Elfe
    auch Typ 1
    Bearbeitet von User am 15.07.2016 00:21:45. Grund: .
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    Mitglied seit: 12.07.2016
    am 26.07.2016 21:41:42 | IP (Hash): 176532686
    Danke euch für eure offenen Worte und Tipps.....
    Es ist sehr schwer weil er mit sich selbst noch sehr überfordert ist.
    Aber ich hab schon vieles mitgenommen hier raus. Danke euch
  • Rang: Erweitertes Mitglied
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    Mitglied seit: 13.05.2016
    am 27.07.2016 01:25:43 | IP (Hash): 101547598
    Hallo Tamy,
    immer wieder gerne.

    Habe deinen Beitrag unter dem Thema 'Bier' gesehen.
    Wie andere Jungs damit umgehen, hast du ja gelesen.

    Also ich musste mir definitiv die süßen Cocktails abgewöhnen, gönne mir aber trockenen Wein/Sekt, kann also zu Bier nicht so wirklich viel sagen.
    Generell gilt bei alkoholischen Getränken, daß deren Kohlenhydrate nicht mit Insulin berücksichtigt werden sollen, weil Alkohol den Blutzucker ev. senkt und man dann in Unterzucker kommen kann.
    Dann lieber höhere Werte akzeptieren, die man erst später korrigieren kann (s. a. Bier-Thema).
    Aber 'verboten' ist Bier nicht.

    Und immer bitte Traubenzucker unterwegs dabei haben, dein Freund und du als Begleitung, und auch in Reichweite zuhause.

    Da die Diagnose erst so kurz vorliegt, ist es für ihn natürlich auch nicht einfach, so viele Dinge zu berücksichtigen und so Angewohnheiten anzupassen. Aber je mehr er sich mithilfe der Arzttermine (Schulung) damit beschäftigt, wird sich bestimmt auch sein Verstehen/Verhalten entwickeln.

    Du als Partnerin kannst ihn mit Verständnis, und wie schon gesagt KH-schätzen üben*, und nach Arzt-Terminen fragen: Wie war's, o.k. ?

    Mit besten Grüßen
    Elfe

    *wir waren heute auswärts essen und haben gemeinsam geschätzt: Salatsauce, paniertes Fleisch, Sauce, Pommes (nicht lecker) - haben uns auf 6 BE geeinigt ~ durch den gemeinsamen Alltag kann auch der Partner mit einbezogen werden