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Wo gibt es fachliche Beratung außer beim FA?

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    Mitglied seit: 07.11.2017
    am 07.11.2017 21:25:48 | IP (Hash): 1125399578
    Hallo,
    ich suche nach einer Möglichkeit, mich von Fachleuten fallspezifisch beraten zu lassen. Vielleicht seid ihr als erfahrenere Patienten da besser informiert.

    Nachdem mein Mann letztes Jahr wegen 60mmol nach einer Zahn-OP ins Koma fiel, hatte das Klinikpersonal ihn recht schnell wieder auf die Beine gebracht. Man testete ihn auf Typ 1, diese Typisierung liegt aber dem Diabetologen nicht vor. Der hat nun ein Jahr lang wie das Krankenhaus auch mit Kwikpens Huminsulin behandelt, ist aber überzeugt, dass mein Mann Typ 2 hat. Wir waren heute wieder dort, um für das kommende Quartal neue Rezepte zu holen. Das Gespräch wurde unmöglich, weil der Arzt nicht beraten konnte oder wollte, sondern nur Tabletten aufschreiben wollte. Ich möchte den Vorfall hier abkürzen, schlussendlich wurden wir nach wenigen Minuten wegen unserer Nachfragen aus der Praxis geworfen. Der Diabetologe hat uns beim Gehen dann nur noch einmal gesagt, er habe den Hausarzt angerufen und dieser würde den Typ 2 ebenfalls annehmen, obwohl dieser nach dem Klinikaufenthalt letztes Jahr ebenfalls von Typ 1 überzeugt war und uns das auch begründet hat.
    Das Ende vom Lied, mein Mann ist auf Insulin angewiesen, das merkt man ja im Alltag wie es ihm mit und ohne geht. Sein HbA1c ist von 10 auf 14% gestiegen.

    Es gibt nur noch einen weiteren Diabetologen vor Ort, der hat aber 4 Monate Wartezeit. Da wir nächsten Monat in ein anderes Bundesland ziehen, müssen wir erst einmal einen neuen Diabetologen dort finden und auch dann ist mit Wartezeiten zu rechnen.
    Auch der HA wird wahrscheinlich kein neues Insulin verschreiben, er hat schon vormals immer auf den FA verwiesen.

    Deshalb sind wir ziemlich aufgebracht und auch aufgeschmissen. Ein solch unprofessionelles Gebaren habe ich noch nie von einem Arzt erlebt und ich kenne schon "cholerische" Typen. Nun suche ich nach anderen Beratungsstellen, wo man Klartext reden kann, ohne gleich angebrüllt zu werden, nur weil man eine Erklärung möchte. Gibt es so etwas oder muss ich meinen Mann jetzt zwingend ins Krankenhaus schaffen, nur damit er adäquat behandelt werden kann?

    Danke fürs Durchlesen und für euren Rat.
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    Mitglied seit: 28.10.2017
    am 07.11.2017 21:54:21 | IP (Hash): 300983843
    ich würde in eine Diabetesklinik mich einweisen lassen,da wird untersucht was für ein Diabetes Typ er ist.
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    am 07.11.2017 22:52:18 | IP (Hash): 1116918144
    Kenne keinen Typ1, der über 1 Jahr mit HBA1c 10 und mehr (die 14 sind wahrscheinlich in Jahren vorher gewachsen) überlebt hätte. Der hätte sich längst X Nummern mal die die Seele aus dem Leib gekotzt.

    Was Ihr außer weiteren Ärzten und vielleicht auch ner Inneren Abteilung bei nem kranken Haus sofort und machen könnt, wäre schauen, wie weit sich der BZ mit ner Woche ohne KHs senken lässt? Also ohne Zucker und ohne alles aus Getreide, auch Reis, und auch Kartoffeln?

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    Dieser Beitrag ist kein Ersatz für eine persönliche ärztliche Diagnose oder/und Behandlung.
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    am 07.11.2017 23:18:08 | IP (Hash): 1125399578
    Danke für den Rat, leider ist uns das derzeit nicht möglich. Die Kliniken sind ja auch nicht gerade "vor der Haustür".
    Ich habe inzwischen den Hinweis auf die KV bekommen und werde es morgen einmal dort versuchen.

    Edit. Hallo Jürgen, hab deinen Beitrag leider erst jetzt gesehen. ^^
    Er hat gekotzt, glaube mir, es ging ihm 4 Wochen ganz ganz übel, mit allen möglichen Symptomen. Am Ende habe ich den Notarzt gerufen, da er nur noch Haut und Knochen war, bereits im Delirium und ich denke, ein paar Stunden später wäre er tot gewesen. Die Ärzte sagten damals, er hat nur überlebt, weil er übergewichtig ist und der Körper somit viele Reserven zum aufbrauchen hatte.

    Er hat nur ganz knapp überlebt, die Ärzte auf der Intensiv meinten, er sei einer von 1%, die das schaffen. Die 14% sind heute erst gemessen, aus der Klinik kam er vor einem Jahr nach einem Monat Station mit 11 und das ging bis Mai auf 10 runter dank Insulin. Danach wurde die Versorgung mit Medikamenten schlechter, weil er nicht mehr so oft beim Arzt dran kam (lange Wartezeiten), mein Mann hatte wieder viele höhere Werte, die teils gar nicht mehr vom Gerät erfasst wurden. Dadurch musste er sich auch mehr spritzen.
    Auf Kohlehydrate verzichten geht für ihn gar nicht, aber er berechnet das alles immer so wie sie es ihm im Krankenhaus beigebracht haben. Wenn er Insulin da hat, dann spritzt er sich auch entsprechend vorher, wobei er manchmal doppelt so viel spritzen muss wie er isst, weil das Insulin sonst nicht wirkt. Das schwankt aber auch immer mal wieder, mal hat er einen guten Tag, mal einen schlechten.

    Insgesamt hat er zwar mit Entzündungen zu kämpfen und hat auch jetzt wieder 6kg in 6 Wochen abgenommen ohne das zu wollen. Auch Schlafen ist ein Problem, aber insgesamt geht es ihm "noch" recht gut. Wir wollten jetzt eben die Medis nur haben, da die 3 Monate um sind, der Termin stand seit 4 Wochen und das Insulin war halt aufgebraucht. Er würde so mit der Behandlung erstmal weiterhin sehr gut zurecht kommen. 3x täglich messen und spritzen, so wie sie es ihm in der Klinik beigebracht haben. Dann gehen die Werte auch runter und er schafft unter 10mmol. Das ist eigentlich das Ziel. Wenn er dauerhaft so niedrig wäre, würde man auch über eine passende Diät nachdenken und könnte ggf auf Tabletten umstellen, sofern der Arzt dann genau erklären kann wie das funktioniert und was er sonst noch an sich ändern muss. Das Übergewicht kam vor ca 10 Jahren durch Psychopharmaka und er hat es einfach nicht wieder runterbekommen.

    Bearbeitet von User am 07.11.2017 23:34:19. Grund: s. Edit
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    am 07.11.2017 23:38:38 | IP (Hash): 1369667961
    Hallo Hana,

    zunächst mal würde ich mich gleich heute noch auf die Suche nach einem Diabetologen an euerm neuen Wohnort machen und einen Termin vereinbaren, ihr verschenkt sonst wertvolle Zeit. Mit Internet und Telefon dürfte das nicht unlösbar sein.

    Dann würde ich den Hausarzt bitten, euch die Möglichkeit zu geben, die Therapie für die Übergangszeit fortsetzen zu können und ihm das Insulin zu vewrschreiben. Insulin ist kein Privileg von Typ1-Diabetikern, selbstverständlich kann auch für Typ 2er eine Insulintherapie sinnvoll sein. Wenn der HA nicht mitmacht, würde ich zu einem anderen Arzt gehen und es dort versuchen. Ein Hausarzttermin am neuen Wohnort ist bestimmt recht kurzfristig zu bekommen. In der Zwischenzeit kann, wie Jürgen schon geschrieben hat, eine Reduzierung der Kohlenhydrate hilfreich sein. Wenn zwischenzeitlich akute Probleme auftreten, ist sowieso die Notaufnahme das sinnvollste.

    Ich drücke euch ganz doll die Daumen, dass dein Mann bei den neuen Ärzten eine ordentliche Behandlung bekommt und nicht mehr mit HbA1c-Werten von 10 und 14% rumlaufen muss. Von den Ärzten, die das zugelassen haben, hätte er sich schon längst trennen müssen. Hat dein Mann oder besser noch habt Ihr eine ordentliche Schulung zu Diabetes und zum Umgang mit Insulin bekommen? Wenn nicht, dann solltet ihr bei dem nächsten Diabetologen darauf drängen. Das ist sehr wichitg.

    Alles Gute, Rainer
     1 Benutzer dankte für diesen Nützlichen Beitrag.
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    am 07.11.2017 23:56:57 | IP (Hash): 1116918144
    Nach Deiner weiteren Info kann ich mich Rainer nur anschließen. Daumendrück

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    am 08.11.2017 00:21:36 | IP (Hash): 1125399578
    Hallo Rainer,
    auch dir lieben Dank für deinen Rat. Ich bin einfach so aufgewühlt, weil ich noch nie einen Arzt getroffen habe, der um die "Notlage" des Patienten weiß und trotzdem so überheblich agiert.

    Es gibt nur einen weiteren Diabetologen hier und der hat 4 Monate Wartezeit laut eigener Auskunft. So lange können wir wirklich nicht warten, zumal wir eben im Dezember schon weg ziehen. Am neuen Ort wird es auch nicht besser. Da will mein Mann jetzt schon schauen, dass er dort für nächstes Jahr einen Termin bekommt, weil man die Wartezeit ja einrechnen muss. Das würde klappen, wenn er jetzt für 3 Monate seine Medis bekommt und dann am neuen Ort nochmal "neu anfangen" kann. Mit Typisierung, umfangreicher Behandlung auch in Sachen Lebensgestaltung usw. Er muss halt erst einmal überbrücken.
    Der Hausarzt schreibt sehr wahrscheinlich kein Insulin auf. Er wird im besten Fall Teststreifen aufschreiben, so war es bisher, da mein Mann eigentlich bisher auch als insulinpflichtig galt. Also von dem erhoffen wir uns bzgl. der Diabetes nichts. Und bei anderen Hausärzten hier kommt man auch nicht gut an als Neupatient. Das lässt sich aber mit der KK klären.

    Eine direkte Schulung hat sich noch nicht ergeben, dafür wollten sie ihn immer woanders hin in ein Rehazentrum schicken. Aber die Diabetesschwester im Klinikum hat mit ihm auf der Inneren viel drüber gesprochen, ihn das spritzen üben lassen, Infomatierial en masse mitgegeben und mit ihm gemeinsam das Messgerät eingestellt. Wir wissen, was er gut essen kann und was eher schlecht ist, auch das Abmessen der BE kann er sehr gut. Es hilft halt nur nichts, wenn alles was er isst, den Zucker hochgehen lässt. Er musste sich bisher alles runterspritzen vor dem Essen, damit er danach einen halbwegs brauchbaren Wert hatte.

    Irgendwo gibt es einfach diese Unklarheit. Manche Symptome sprechen für Typ 1 und andere für Typ 2, manches widerspricht sich, manches tritt gleichzeitig auf... Wir sind völlig verwirrt was nun richtig ist. Aber das waren wir von Beginn an, weil die Diabetesschwester was von Typ 2 sagte (den habe sie selber und wüsste es daher) und die Ärzte sagten Typ 1 und so zog sich das durch.

    Ich kann gern mal schreiben, was sich morgen ergibt mit der KK und ob wir dann eine Lösung finden. Ansonsten muss ich weiter schauen, an wen ich mich wenden kann, um eben nicht gleich zum Arzt zu rennen, weil das ja eben nicht so einfach ist. Sonst hätte ich hier auch nicht gefragt.

    Wie gesagt, ich danke euch sehr, dass ihr das alles lest und einfach da seid. Es hilft mir ungemein, von erfahrenen Leuten eine Meinung zu bekommen.
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    am 08.11.2017 00:26:33 | IP (Hash): 1116918144
    Hana schrieb:
    Es hilft halt nur nichts, wenn alles was er isst, den Zucker hochgehen lässt. Er musste sich bisher alles runterspritzen vor dem Essen, damit er danach einen halbwegs brauchbaren Wert hatte.


    Sorry, aber genau das machen wir INSULINER ALLE, egal ob Typ1 oder Typ2. Und das Insulin zum Essen hat gepasst, wenn nach dem Auswirken des Insulins etwa 3-4 Stunden nach dem Spritzen der BZ von vor dem Essen erreicht wird.

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    am 08.11.2017 01:10:21 | IP (Hash): 1125399578
    Genau darum geht es ja. Er braucht das Insulin. Und der Arzt meint aus heiterem Himmel, nö, kriegst du nicht mehr, obwohl wir keine Reserven mehr haben.
    Nachfragen ist nicht erlaubt, denn dann ist der Patient halt ignorant (was man geflissentlich laut vorliest, während man es in die Akte schreibt) und dann wird er angebrüllt und für dumm hingestellt und unterschwellig wegen seiner Körperfülle beleidigt und der Praxis verwiesen, während mit dem kurzen Telefonat mit dem Hausarzt gleich noch bewiesen wird: Patient ist der Idiot und Lügner, selbst der Hausarzt ist so kompetent, der Meinung des Fachidioten nicht zu widersprechen. So einfach kann man sich das machen.

    Also nichts essen geht ja nicht. Ja, wir messen, so lange noch Messstreifen vorhanden sind. Das wird auch weiter dokumentiert. Also wenn ich das richtig verstehe, der Arzt hätte uns gar nicht ohne Insulin (auf welche Art auch immer) entlassen dürfen? Nur mal vom medizinischen Standpunkt aus, meine ich.
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    am 08.11.2017 09:32:14 | IP (Hash): 2108455638
    Hana schrieb:

    Er braucht das Insulin.

    unterschwellig wegen seiner Körperfülle beleidigt und der Praxis verwiesen, während mit dem kurzen Telefonat mit dem Hausarzt gleich noch bewiesen wird: Patient ist der Idiot und Lügner, selbst der Hausarzt ist so kompetent,

    der Meinung des Fachidioten nicht zu widersprechen.




    Hi!

    Ich blicke bei dem ganzen nicht durch.

    Du schreibst von einem Anstieg des HbA1c von 10 auf 14.

    Dann schreibst Du von abmagern, dann von deutlichem Übergewicht, dann von ungewolltem 6 kg Gewichtsverlust.

    Und Du beschreibst eine guten Umgang mit BE-Berechnung und dem Insulin...


    Dabei muss man deutlich sagen: Ein HbA1c von 10 und höher mit einem Bolus-Insulin – da passt überhaupt gar nichts. Schon auf Seiten des Patienten!


    Um Deinen Mann vor Folgeschäden (die bei diesen Werten garantiert demnächst schon auftreten können) zu schützen ist ein Aufenthalt in einer Fachklinik angesagt. Und das schnellstens.