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  • Alexa von Bargen

    Rang: Gast
    am 25.10.2007 22:32:45
    Hallo,

    ich habe vor einigen Wochen einen 53 jährigen Mann kennengelernt der Typ II ist. Seine Diabetes ist Folge eines Verkehrsunfalls vor 12 Jahren. Nachdem wir wochenlang nur "Händchen" gehalten haben habe ich die intensivere Liebe etwas forciert und musste nun geschockt feststellen, dass er offenbar impotent ist.
    Er selbst hat es mir noch nicht gestanden aber es war ihm deutlich anzumerken, dass es ihm peinlich ist.
    Seit heute lese ich mich durch alle möglichen Seiten und stelle Statistiken fest, die von 50 - 75 % aller männlichen Diabetiker sprechen die dauerhaft impotent sind.

    Ich bin erst 40 Jahre alt und hatte eigentlich nicht vor für den Rest meines Lebens enthaltsam zu bleiben. Der Mann ist es allerdings wert dass frau sich Gedanken macht, ob es nicht doch Wege und Möglichkeiten gibt die Partnerschaft auf eine halbwegs solide Basis zu stellen.

    Für Ideen und Tipps wäre ich sehr dankbar. Vielleicht auch wie ich es psychologisch angehe ihn von seinem offenbaren Minderwertigkeitskomplex zu "heilen". Soll ich ihn ansprechen oder darauf warten, dass er sich mir offenbart?

    Er ist ein offener, humorvoller und wunderbarer Mensch.

    liebe Grüße
  • ANONYM

    Rang: Gast
    am 26.10.2007 10:10:29
    Diabetes durch Verkehrsunfall - ist ja mal was ganz Neues ...

    Es gibt diverse "Hilfsmittel" - der Urologe weiß Rat.

    Wenn ED beim Diabetiker auftritt, ist seine Einstellung über längere Zeit sehr schlecht.
    von ANONYM
  • Hainer

    Rang: Gast
    am 26.10.2007 16:53:18
    Hallo,

    sind die Blutzuckerwerte bei einem Diabetiker über lange Zeit unzureichend eingestellt, so kann als Folgeerkrankung eine erektile Dysfunktion (Impotenz) auftreten.

    Heute gibt es zahlreiche sehr leistungsfähige und hochwirksame Medikamente.

    Über 60% der Betroffenen brauchen diese Medikamente nach einiger Zeit nicht mehr.

    Hier scheint auch ein massgeblicher Einfluss die Angst vor dem Versagen eine Rolle zu spielen.

    Die Medikamente wirken ab 1 Stunde und die Wirkung dauert ca.4 - 8 Stunden. Eine sexuelle Reizung ist natürlich immer notwendig.

    Vorher sollte immer ein Arzt konsultiert werden, da die Medikamente bei bestehenden Herzerkrankungen gefährlich sein können. Die Kosten für die Medikamente werden im regenfall nicht von den Krankenkassen übernommen.

    Grüße von

    Hainer
  • Alexa von Bargen

    Rang: Gast
    am 26.10.2007 22:17:18
    Hallo nochmal,

    ja Diabetes nach einem Verkehrsunfall ist die Reaktion einer kaputten/verletzten Bauchspeicheldrüse. Ist glaub ich nicht so schwer nachzuvollziehen.

    Ich muss mich aber insofern korrigieren: mein Partner ist Typ I. Seine Einstellung zu der Krankheit ist allerdings eine Katastrophe. Er trägt eine Pumpe und das wars. 1 x mal pro Tag wird der Blutzuckerspiegel gemessen, er raucht, er zischt seine Bierchen und er arbeitet als Chefkoch in einer Mensa der hiesigen Sportschule. Leider scheint er von der gesunden Lebensweise seiner Schüler nicht zu profitieren.
    Nach 12 Jahren Diabetes-Erfahrung lässt er sich sicher nicht von mir bevormunden.
    Beim letzten gemessenen Wert las ich 21, die übrigen Zahlen bewegten sich zwischen 17 und 20. Ihr könnt sicher mit diesem Wert etwas anfangen.

    Ich bedanke mich insbesondere für den zweiten Beitrag und möchte noch mal nachfragen welche Medikamente für eine Errektion in Frage kommen.

    viele Grüße AvB.
  • Hainer

    Rang: Gast
    am 26.10.2007 22:48:57
    Hallo,

    die bekanntesten Medikamente sind Cialis, Levitra, Uprima und Viagra. Vor dem Kauf über nicht autorisierte Versänder im Internet sei ausdrücklich gewarnt. Häufig sind das Fälschungen ohne jegliche Wirkung.

    Cialis wirkt recht lange (ca. 24 Stunden). Nach Absprache mit dem Arzt bestimmt empfehlenswert. Diese Medikamente erzielen nicht von alleine eine Erektion, wie manche Laien annehmen, ein sexueller Reiz ist immer notwendig.

    Link: http://www.impotenz-selbsthilfe.de/

    Mit den Werten meinst Du vielleicht den Blutzucker in mmol/l. Ein Wert von 20 mml/l wäre ca. 364 mg/dl. Kurzfristig, 1 oder 2 mal pro Jahr und durch den Betroffenen sofort korregiert kann ein solcher Wert akzeptiert werden. Das sollte aber eine sehr seltene Ausnahme sein.

    Langfristig sind solche Werte katastrophal und schädigen den Körper massiv.

    Wie hoch ist denn der Langzeitwert bei deinem Freund?

    Grüße von Hainer
  • Alexa von Bargen

    Rang: Gast
    am 28.10.2007 18:30:46
    Hallo Heiner,

    dank für deine ausführlichen Auskünfte. Ich habe nochmals vorsichtig nachgefragt; der übliche Wert liegt bei 17.

    Gestern habe ich die erste Unterzuckerung miterlebt. Von jetzt auf gleich wurde er kaltsdchweißig, ihm ward schwindelig und übel. Nach dem Einnehmen von einem Päckchen Traubenzucker stabilisierte sich sein Zustand ziemlich rasch. Oder er wollte nicht zugeben, dass ihm immer noch duselig ist.

    Im Grunde weiß er, dass er mieserabel eingestellt ist. Beste Ausrede: "fürs Krankenhaus habe ich keine Zeit, die einzig kompetente Diabetologin ist im Erziehungsjahr und mein Hausarzt hat keine Ahnung".
    Er will von meinen Befürchtungen nix wissen, über den erotischen Aspekt haben wir kein weiteres Wort seit dem Desaster verloren. Ist auch glaube ich, im Moment nicht das Wichtigste.

    liebe Grüße

    AvB
  • rudi

    Rang: Gast
    am 28.10.2007 19:50:46
    hallo avb,

    wenn dein partner dich wirklich liebt, muß er
    interesse an einer guten blutzucker einstellung haben.
    das ist vorrangig. mit viagra ist das problem
    nicht zu lösen. könne eher gesundheitliche
    schäden vergrößern.
    ein bekannter von uns ist auch ein liebenswerter
    chefkoch. wurde mit 55 jahren früh verrentet.
    ist gerade noch von einer amputation davongekommen.
    seine frau erheblich unglücklich.
    sex spielt da weniger eine rolle.
    eher totale uneinsichtigkeit mit dem umgang
    mit seiner krankheit.

    gruß rudi
  • Alexa von Bargen

    Rang: Gast
    am 02.11.2007 22:34:13
    Hallo Rudi,

    dank dir für deinen netten Hinweis.

    Offenbar habe ich meinen Freund jetzt zumindest davon überzeugen können, einen Termin beim Diabetologen auszumachen. Ich habe ihm klargemacht, dass 13 jahre Altersunterschied und mangelnde Einsicht in den Gesundheitszustand nicht zusammen passen. Ich bin noch nicht bereit, die Rubrik "Pflegegeld" in diesem Forum anzuklicken (;-))

    viele Grüße

    AvB
  • Pia

    Rang: Gast
    am 09.11.2007 10:49:59
    Liebe AvB,

    ich weiger mich, alle gesundheitlichen und Aspekte des Sozialverhaltens auf den Diabetes zu schieben.
    Du schreibst, dein Partner ist ein humorvoller und netter Mensch. Es gibt Menschen, denen reicht 1 mal Sex im halben Jahr. Ich hatte so einen Partner. Ich habe 15 Jahre mit ihm zusammengelebt, wir haben zwei wunderbare Kinder von 23 und 26., ich habe ihn so als Mensch geliebt, dass der Sex nur eine eher unwichtige Rolle spielte. Du musst entscheiden für dich, ob du die Prioritäten so gewichtig auf den Sex setzt, dass es beziehungsentscheidend ist.
    Was seine ungesunde Lebensweise angeht, so wird der Besuch beim Diabetologen nicht ausreichend sein. Er geht ja nur hin, damit du Ruhe gibst, falls er hingeht. Deine Sorge um ihm kann schnell als Gängelei emfpunden werden. Er WEIß, dass sein Diabetes schlecht ist. Also pass auf, dass SEIN Diabetes nicht zu DEINEM wird, weil du dich zu sehr sorgst, sondern erhalte dir eine gewisse Portion Egoismus und denke an dich und deine Belange und Wünsche ans Leben. von Pia
  • Alexa von Bargen

    Rang: Gast
    am 13.11.2007 20:55:51
    Hi Pia,

    du gibst in etwa genau wieder was ich denke. Wir sind ja noch am Anfang unserer Beziehung und ich fand es schon ein wenig befremdlich, dass er mir die heimliche Aufklärung seines Desasters überließ. ich hätte mir gewünscht, dass er vorher mit mir darüber redet. Habe mich selbst ins Peinliche gerückt weil ich vor dem ersten Mal mit ihm über das Thema Verhütung gesprochen habe und zu dem Zeitpunkt noch gar nicht wusste, dass es überhaupt kein Thema gibt. Wenn du verstehst was ich meine.

    Inzwischen haben wir geredet. Es war ihm einfach selbst zu peinlich und er hatte Angst, dass ich die Beziehung dann nicht fortsetzen würde. Außerdem hoffte er wohl, dass da noch was geht. Er ist auch orgasmusfähig aber nur nach handgreiflicher Stimulation und bisher nie so dass ein normales Einführen möglich war.

    Der Termin beim Diabetologen ist erst im März 08. Bis dahin finden wir zumindest für diesen Bereich sicher eine Zwischenlösung. Mir und auch ihm liegt an der Beziehung und damit auch an psychischer und physischer Gesundheit.

    viele Grüße

    AvB