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Vergleich mit Pflegeversicherung

  • Peter

    Rang: Gast
    am 10.01.2002 10:48:38
    Eine positive Nachricht in Sachen "Pflegegeld" (Januar 2002): Nach einem inzwischen fast vier Jahre dauernden Prozess der Beantragung und der Ablehnung von Pflegeld, des Widerspruchs, der Klageerhebung am Sozialgericht, insgesamt vierfacher(!) "Begutachtung" unseres Kindes (geschätzte Gutachter-Anwesenheit: mehr als 6 Stunden), zweifacher Gerichtsverhandlung, mehr als 50 Schreiben allein zwischen Gericht, Rechtsanwalt und uns, vielfacher Beratungen beim Anwalt (wahrscheinlich fehlt an dieser Stelle noch immer etwas) ist es jetzt zu einem positiven Ergebnis gekommen: Nach der Beteiligung der ersten beiden "Gutachter" des medizinischen Dienstes (Medicproof), die zu völlig absurden Zeiten für den Pflegeaufwand ("Grundpflege": 8 Minuten bzw. 10 Minuten) kamen und damit die Ablehnung des Antrags auf Pflegegeld durch die Versicherung praktisch vorweg nahmen, haben nach meiner Klageerhebung zwei weitere vom Gericht bestellte und sehr sorgfältig arbeitende Gutachter Werte für die "Grundpflege" von 32 Minuten bzw. 46 Minuten ermittelt. Das erste Gutachten wies mit nicht "mehr als 45 Minuten" also zu wenig Zeit im Bereich der "Grundpflege" aus, daher hatte ich das Einholen eines weiteren Gutachtens beantragt (dies ist möglich, muss aber ggf. bezahlt werden). Das zweite Gutachten wies mit 46 Minuten eine gerade soeben ausreichende Grundpflege aus. Das Erreichen der Mindestzeit (mehr als 45 Minuten) in der "hauswirtschaftlichen Versorgung" hat mit anerkannten 66 Minuten diesen beiden Gutachtern nie Schwierigkeiten bereitet. Unsere Tochter hat sehr stark schwankende BZ-Werte, die Schwankungen nehmen bei derzeit beginnender Pubertät sogar noch erkennbar deutlich zu. Durch eine engmaschige Kontrolle und Versorgung haben wir bisher - mit dem entsprechenden Aufwand - trotzdem gute, teilweise sehr gute HbA1c-Werte erreichen können. Auch nachts kontrolliert, misst, spritzt (natürlich sehr vorsichtig dosiert), füttert... meine Frau unsere Tochter sehr häufig. Gerade der dafür nötige (streng protokollierte!) Pflegeaufwand im Bereich der Grundpflege (also nicht: Insulinbehandlung...) war letztlich entscheidend dafür, dass sich in der letzten fast zweistündigen Verhandlung vor dem Sozialgericht mit Anhörung der beiden Gutachter der auch der für die Versicherung akzeptabel erscheinende Vergleich ergeben hat, der die Zahlung des Pflegegeldes in Stufe I für etwa die Hälfte der bisherigen Diabetes-Krankheitszeit vorsieht. Dabei wurden die inzwischen erlassenen Vorgaben des Bundessozialgerichts vom Gericht immer streng beachtet. Also: Trotz ungünstiger BSG-Voraussetzungen sind wir unter Berücksichtigung der individuellen Situation unseres Kindes bei äußerst sorgfältiger Dokumentation(!) der Arbeit wenigstens über einen Vergleich zu einem akzeptablen und aus meiner Sicht auch durchaus "gerechten" Ergebnis gekommen. Der Rechtsanwalt war sehr hilfreich und geschickt, vor allem mit seiner Erfahrung in den beiden Gerichtsverhandlungen selbst. Ich möchte alle Eltern daher durch diese Nachricht in Sachen Pflegegeld-Beantragung ermutigen! Der lange, sicher manchmal ermüdende Einsatz hat sich gelohnt - nicht des Geldes wegen, das für unser Kind später einmal ein Beitrag zu einem wenigstens ganz kleinen Trostpflaster sein soll (wenn so etwas überhaupt möglich ist), als vielmehr wegen der Anerkennung und Würdigung der jahrelangen und teilweise ungeheuren Mehrarbeit, die die Eltern diabetischer Kinder natürlich gerne auf sich nehmen, um ihren Kindern weitestgehend zu helfen und Spätfolgen möglichst zu verhindern. Mit den besten Wünschen für die Zukunft unserer Kinder, die ihnen ja vielleicht doch einmal die Heilung von der Krankheit bescheren möge! von Peter
  • Mohammed

    Rang: Gast
    am 26.11.2007 14:57:15
    Asi?
  • H.Haas

    Rang: Gast
    am 26.08.2009 01:16:06
    Wer hat ähnliche Erfahrungen mit Medicproof und deren Gutachtern gemacht? Vor allem auch in Südwestfalen, Siegen, ...? Danke! Rückmeldungen werden vertraulich behandelt! Gerne auch mündliches Gespräch. von H.Haas