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Kita Kind mit Typ I

  • Rang: Anfänger
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    Beiträge: 1
    Mitglied seit: 11.01.2017
    am 11.01.2017 20:34:54 | IP (Hash): 1640841912
    Hallo an alle,

    ich habe mich hier im Forum registriert, da ich im Internet kaum wirklich nützliche Informationen finden konnte.

    Ich bin Erzieherin in einer Kita und seit kurzem besucht ein Kind mit Diabetes Typ I und Insulinpumpe meine Gruppe.
    Leider haben meine Kollegen und ich das Gefühl, dass die Mutter mit der Erkrankung ihres Kindes sehr lax umgeht.
    Das Kind startet seinen Tag morgens bei uns direkt mit dem Frühstück, zuvor messen wir natürlich seinen Blutzucker.
    Dieser liegt meistens bei über 200, trotzdem sagt seine Mutter, das wäre in Ordnung und es könne direkt essen.
    Zum Frühstück packt sie ihm meistens 2 Sandwiches, also 4 Scheiben weißes Toast ein, was laut ihrer Aussage insgesamt 4 Broteineinheiten hat, weswegen wir nach dem Essen 4 (wie auch immer man die Einheit nennt) Insulin über die Pumpe.
    2 Stunden nach dem Frühstück sollen wir laut der Mutter dann noch mal den Blutzucker messen, was wir meistens jedoch schon nach ungefähr einer Stunde tun, da uns das Kind von sich aus darauf hinweist, dass es ihm nicht gut gehe.
    Der Höchstwert lag heute bei 286, woraufhin wir sofort die Mutter anriefen, die kaum besorgt schien und meinte, wir sollten einfach noch mal 1,5 Insulin geben (die Pumpe, die mit dem Messgerät verbunden ist, schlug 2,55 vor!) und damit hatte sich die Sache für sie erledigt.

    Meinen Kollegen und mir kommt das alles sehr ungenau vor und wir machen uns große Sorgen, da wir alle noch nie mit so einer Situation konfronitiert waren.

    Was haltet ihr von der ganzen Sache? Habt ihr Tipps?

    Den zuständigen Arzt haben wir schon versucht zu erreichen, leider ist er jedoch zur Zeit im Urlaub.
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    Mitglied seit: 20.02.2011
    am 11.01.2017 20:57:55 | IP (Hash): 1916821407
    Schaust Du mal bei diabeteskids.de?


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    Dieser Beitrag ist kein Ersatz für eine persönliche ärztliche Diagnose oder/und Behandlung.
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    am 11.01.2017 22:24:32 | IP (Hash): 1668993326
    Hallo Rosa,

    ich glaube gerne, dass das eine schlimme Situation für euch ist. Erst mal zur Beruhigung: so schlimm, wie ihr es vielleicht empfindet, ist es aut keinen Fall. Mit dem Arzt zu reden, ist eine gute Idee. Ich hoffe, der kann euch ein wenig beruhigen und euch mehr Sicherheit geben. Das Gespräch nach seinem Urlaub reicht bei der berichteten BZ-Führung aber aus. Die BZ-Messung nach zwei Stunden ist wirklich sinnvoller. Klar würde ich auch eher messen, wenn es dem Kind nicht gut geht. Aber bei 286 nach einer Stunde braucht ihr nichts zu unternehmen und könnt die weitere Stunde abwarten.

    Es sieht so aus, als wäre die BZ-Führung des Kindes nicht ideal. Sie ist aber auch nicht so katastrophal, wie es euch vielleicht vorkommt. Es macht keinen Sinn, wenn ihr seine BZ-Führung für die Zeit verbessern könntet, die er im Kindergarten verbringt. Die meiste Zeit ist er nun mal zu Hause und von seinen Elzeren abhängig. Eure Aufgabe besteht im Wesentlichen darum, Unterzuckerungen und Ketoazidosen zu vermeiden. Zur Vermeidung von Unterzuckerungen habt ihr bestimmt von der Mutter gesagt bekommen, wann ihr welche Werte beachten sollt. Der Arzt gibt euch bestimmt auch noch einige Hinweise. Ketoazidosen sind sehr selten. Sie können aber passieren, wenn mit der Pumpe etwas nicht stimmt, z.B. wenn der Schlauch geknickt ist. Für die generelle BZ-Führung des Kindes seid ihr nicht verantwortlich. Diese Verantwortung könntet ihr auch gar nicht übernehmen.

    Beste Grüße, Rainer


    Bearbeitet von User am 11.01.2017 23:35:36. Grund: .
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    am 11.01.2017 23:03:45 | IP (Hash): 8018506
    Hi!

    Eventuell hat Du Mutter einen "Sicherheitspuffer" eingebaut, dafür spricht die 286 - 1,5 Stunden nach den relativ schnellen BE ist gar nicht schlecht!

    Wie aktiv gibt sich das Kind? Mache Kids verbrauchen ziemlich viel Glucose beim Rumtollen...

    Rede einfach in Ruhe über das Thema mit der Mutter - sie kennt das Kind und

    Dir ein Kompliment! Ihr passt gut auf! Das ist echt klasse! Natürlich ist messen wenn das Kind sich seltsam fühlt richtig und Korrekt, und die Insulingabe hat geklappt, Ist Kindergarten für das Kind ganz neu?

    Kann sein, das der Vorschlag aus der Pumpe für ruhigere Dinge bestimmt ist.... rumsitzen bei der Oma, Fernsehen... das kann gerade bei Kindern "riesige Unterschiede" im Indulinbedarf bedeuten. Wobei die Dosen da eh meist sehr klein sind!

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    Mitglied seit: 13.05.2016
    am 12.01.2017 00:47:28 | IP (Hash): 2048543983
    Hallo Rosa,

    möchte dir diese zwei Publikationen an die Hand geben:
    https://kindermittyp1diabetes.files.wordpress.com/2014/07/diabetes-schulung_insulinpumpe-blog-kinder-mit-typ1-diabetes.pdf
    Hohe Zuckerwerte und Umgang als Erzieher ab Seite 16
    Und
    http://publikationen.dguv.de/dguv/pdf/10002/202-092.pdf
    Speziell: Seite 5

    Wichtig: Klare (schriftliche) Anweisung der Eltern zu erhalten, wie zu reagieren ist,
    auf hohe Werte (Menge Korrekturinsulin) und auf niedrige Werte (+ Zucker), am besten durch eine Notfallbox der Eltern
    http://kinder-mit-typ1-diabetes.com/2015/07/26/notfallbox-fuer-schule-und-kindergarten/

    Gruß Elfe
    Bearbeitet von User am 12.01.2017 17:52:52. Grund: Korrektur Seitenangabe
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    Mitglied seit: 26.03.2016
    am 12.01.2017 19:34:32 | IP (Hash): 189277414
    Wie lang ist das Kind bei euch?
    Manche Kids reagieren auf eine neue Umgebungen mit der Ausschüttung von Stresshormonen, die auch den Blutzucker erhöhen. So kommt es bei wenigen Typ 1 Kids vor, dass Sie zuhause ganz Normale Werte haben. Wenn Mama und Papa nicht da sind, steigen aber die Werte. Bis sie sich an die Situation gewöhnt haben.