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Insulintherapie, Rohvegan vs Mischkost und viele Fragen

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    am 12.06.2017 14:22:46 | IP (Hash): 1651514240
    Hallo Leute, ich bin hier ja schon eine Weile angemeldet.

    Nur noch mal kurz die Zusammenfassung, ich bin 30 Jahre alt und Mutter einer 22-Monate alten Tochter, mehr oder weniger in/vor der Schwangerschaft wurde meine BZ-Problematik festgestellt, die wie normaler Gestationsdiabetes behandelt wurde, nur war es das leider nicht, sondern ich habe unabhängig von der Schwangerschaft PCOS mit Insulinresistenz und katastrophaler Stoffwechselentgleisung.

    Nach der Entbindung, die aufgrund einer Gestose leider viel zu früh erfolgen musste habe ich nochmal einige Kilo zugenommen, stellte dann aber meine Ernährung radikal um auf vorwiegend rohvegan, wenige KH und wenn, dann in Form von Vollkornprodukten, keine Süßigkeiten, plus einen Eiweißshake am Abend. Dadurch habe ich seit Januar 12 kg abgenommen, mein HBA1C ist 5,6 bzw 5,8. War vor meiner Diät 6,2 und meine Nüchternglukosewerte sind es ebenfalls, allerdings ist der Zuckerbelastungstest immer noch pathologisch über 200 nach einer Stunde. Beim selber Messen zeigen die Werte zuhause jedoch keine Auffälligkeiten, wenn ich meine Ernährung strikt einhalte, es war nur ein mal 94 nüchtern dabei. Es ging mir damit gut und ich hatte auch nie das Gefühl dass mir etwas dadurch fehlte.

    Nun meint Der Diabetologe allerdings dass ich das nicht machen dürfe, ich hätte eine kalorienreduzierte Vollkost zu mir zu nehmen, dazu gehöre auch Fleisch, Fisch, Eier und Milchprodukte, der Eiweißshake am Abend, auch wenn dieser mit Milch hergestellt ist sei keine Lösung. Meine Ernährung sei schlecht und einseitig und außerdem habe ich viel zu viel Gewicht verloren und könne das nie im leben halten.

    Da der OGTT weiterhin auffällig und Familienplanung nicht abgeschlossen ist, sollte ich dann im April eine konventionelle Insulintherapie beginnen, ich könne sonst laut seiner Aussage eine weitere Schwangerschaft vergessen. Ich würde die Insulintherapie wohl auch für den Rest meines Lebens fortführen müssen.

    Nun habe ich aber das Problem, dass ich ständig Hunger, vor allem auch Heißhunger habe und auch ständig in den Unterzucker falle, ich war auch schon mehrmals bewusstlos, bin zittrig und fühle mich trotz der verordneten Reduktions-Mischkost nicht ausgeglichen. Ich nehme nicht mehr wirklich ab, mein Gewicht stagniert und spielt Jojo zwischen 73 und 77 kg. Als ich sagte dass ich das Insulin gerne absetzen möchte meinte der Dibetologe dass das nicht ginge, da müsse ich durch. Von der Gewichtsabnahme alleine würde mein Diabetes nicht verschwinden.
    Ich würde am liebsten sofort damit aufhören und zurück zu meiner alten Ernährungsweise gehen, aber kann ich dadurch wirklich einen körperlichen Schaden oder schwere Mangelerscheinungen bekommen? Mir ist auch klar dass ich im Falle einer neuen Schwangerschaft dieses Ernährungsmuster nicht beibehalten kann, werde oder will ich auch gar nicht.

    Edit, Wenn ich das mit der Insulinenistellung selber nicht hinbekomme, dann müsse ich eben einige Wochen stationär in eine Klinik gehen und eine mehrwöchige Schulung machen. Das kommt aber nicht in Frage, wo soll ich denn in der Zeit meine Tochter unterbringen?

    Wollte jetzt keinen Roman schreiben und hoffe trotzdem alle wichtigen Punkte erwähnt zu haben. Bitte nachfragen wenn etwas unklar ist.

    Gruß und bitte um Meinungen!


    Bearbeitet von User am 12.06.2017 14:26:54. Grund: Ergänzung
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    am 12.06.2017 14:41:53 | IP (Hash): 719927809
    wie kommst Du zu Unterzucker mit Bewußtlosigkeit?

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    am 12.06.2017 14:59:39 | IP (Hash): 1651514240
    Ich nehme an das Insulin ist zu viel. Habe das Problem bereits angesprochen, ich soll dann halt ein Stückchen Traubenzucker nehmen und das nächste mal weniger spritzen. Mein Vorschlag war ja zu versuchen den BZ diätetisch einzustellen, was ja angeblich bei mir nicht funktionieren würde.
    Aber wenn der HBA1C normal ist und der BZ mit entsprechender Ernährung normal, dann ist er doch gut eingestellt oder sehe ich das falsch? Was ist ist denn sonst das Kriterium für einen gut eingestellten BZ?
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    am 12.06.2017 15:03:57 | IP (Hash): 2108455638
    Warzenwurst schrieb:
    Ich nehme an das Insulin ist zu viel.

    ----------

    ich soll dann halt ein Stückchen Traubenzucker nehmen und das nächste mal weniger spritzen.



    Auweia.


    Du spritzt Insulin, weißt nicht genau wieviel für was, hast fast gesunde Werte (auch ohne Insulin),

    dazu kommen schwere Hypos mit Fremdhilfe.


    Mein Tipp: SUCH DIR SCHNELLSTENS EINEN NEUEN DIABETOLOGEN.

    Dazu eine Schulung, dazu muss man nicht ins Krankenhaus... Die Einstellung kann man in einer fähigen Praxis auch per Telefon, Fax oder E-Mail hinkriegen.
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    am 12.06.2017 15:07:21 | IP (Hash): 719927809
    Hab ich auch wieder nicht verstanden: Wofür spritzt Du überhaupt? Wonach bemisst/berechnest Du das Insulin?

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    am 12.06.2017 15:13:56 | IP (Hash): 1651514240
    Vielen Dank für deinen Beitrag, das habe ich mir schon fast gedacht dass die ganze Sache Murks ist. Ich werde heute noch mal telefonieren und das Problem schildern und hoffen dass ich in einer anderen Praxis einen Termin bekomme.

    Noch mal eine Frage, ist das denn nicht normalerweise so dass erst versucht wird den BZ durch Ernährung, Gewichtsabnahme, Bewegung etc. einzustellen (Ich meine natürlich Typ 2 und dessen Vorstufen!) bevor man Insulin und Medikamente gibt? Wie sieht das aber bei Kinderwunsch bzw. Schwangerschaft aus? Muss man da immer Insulin spritzen?
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    am 12.06.2017 15:30:41 | IP (Hash): 2108455638
    Warzenwurst schrieb:
    Noch mal eine Frage, ist das denn nicht normalerweise so dass erst versucht wird den BZ durch Ernährung, Gewichtsabnahme, Bewegung etc. einzustellen (Ich meine natürlich Typ 2 und dessen Vorstufen!) bevor man Insulin und Medikamente gibt?

    Wie sieht das aber bei Kinderwunsch bzw. Schwangerschaft aus? Muss man da immer Insulin spritzen?




    Kinderwunsch ist die eine Sache, die Therapie für Typ 2 eine andere.


    Ich wundere mich ein bisschen über den schnellen Insulin-Einsatz bei Dir.
    PCOS sowie Deine erhöhten Werte sind wohl ein Fall für Metformin + optimierte Ernährung – bis zur Schwangerschaft, und da müsste man dann auch erstmal die aktuellen BZ-Werte abwarten.

    Was gar nicht geht ist: Den Patienten Insulin in die Hand drücken und irgendwelche Dosen spritzen lassen!
    Das Risiko für schwere Hypos mit Blackout ist – wie Du selbst siehst – viel zu hoch.

    Um sowas zu vermeiden gibt es Schulungen für den Umgang mit Insulin.
    Wobei eine Therapie mit Insulin grundsätzlich nicht falsch ist! Aber der Umgang mit Insulin ist eben nicht so einfach...
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    am 12.06.2017 15:33:14 | IP (Hash): 719927809
    Insulin ist kein Medi, das irgend einen heilenden Zweck erfüllen soll. Wir spritzen immer nur so viel davon, wie uns zum gesunden/beabsichtigten Blutzucker fehlt. Wenn dafür Essen und Bewegen reicht, braucht überhaupt kein Insulin gespritzt zu werden.

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    am 12.06.2017 17:00:21 | IP (Hash): 1651514240
    Metformin habe ich bei meiner ersten Tochter bis zur 18. SSW genommen und hatte eine sehr frühe Plazentainsuffizienz und Wachstumsretardierung. Ob das vom Metformin kommt weiß ich nicht, leider gibt es aber wohl erste Hinweise/Studien zu einem Zusammenhang. Darum wollte ich vor einer weiteren Schwangerschaft möglichst viel abnehmen, sodass es vielleicht auch ohne Metformin funktioniert. Meine Frauenärztin ist da mit mir einer Meinung und meinte dass man mit eiweißreicher und KH-armer Ernährung wohl einen ähnlichen Effekt erziele, da es den BZ stark senkt und die Insulinsensitivität verbessert, aber das frage ich am Besten in der Kinder-Sektion. Der Reproduktionsmediziner hingegen wollte mir schon vor sechs Monaten wieder Metformin verschreiben ohne meine aktuellen BZ-Werte zu kennen und meinte dass sonst eine Schwangerschaft ausgeschlossen wäre. (wir probieren momentan noch nicht, und müssen noch Gerinnungsergebnisse abwarten, von daher eilt es noch gar nicht.)

    Nun meinte der Herr Professor jedoch dass ich unabhängig davon wohl trotzdem eine Insulintherapie benötigen würde. "Es bringe auch nichts jetzt mit Tabletten einzustellen um nachher auf Insulin umzusteigen, da würde man lieber jetzt schon mit Insulin anfangen."

    Einfach Humalog in die Hand drücken und "Davon spritzen Sie jetzt vor jeder Mahlzeit 10 Einheiten" hatte ich bereits in der Schwangerschaft.
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    am 12.06.2017 18:41:09 | IP (Hash): 719927809
    Metformin wird bei PCOS wohl längst unabhängig vom BZ verschrieben, weil es wohl unabhängig vom BZ positiv für ne Empfängnis wirke. Wird aber meistens mit dem Erfolg abgesetzt, und wenn der BZ dann über nen Schwangeschafts-Grenzwert ansteigt, wird Insulin verordnet.

    Wenn der BZ die Neigung zu höheren Ausflügen hat, macht Sinn, wenn Frau sich vorher mit Insulin vertraut macht und vielleicht schon vor der Schwangerschaft lernt, wie sie ihren BZ mit Essen und Bewegen und Insulin so feinfühlig steuern kann, dass der zuverlässig in die engen Schwangerschafts-Grenzen passt. Wenn Du's in diesen unbelasteten Wochen und Monaten einfach für Dich mal etwas systematischer ausprobierst, wird Dir auffallen, was für einen haarstäubend traurigen Witz die 10 Einheiten zu jeder Mahlzeit darstellen. Daumendrück für nen kompetenten Diabetologen.

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