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Neu hier und Fragen zum Messen

  • Rang: Anfänger
    Punkte: 0
    Beiträge: 2
    Mitglied seit: 07.11.2017
    am 07.11.2017 11:06:08 | IP (Hash): 414397553
    Hallo,

    ich bin neu hier und hoffe ihr könnt mir helfen.

    Ich bin 37 und schwanger und habe die Diagnose Schwangerschaftsdiabetes bekommen. Ich weiß, dass die Zielwerte dabei von den Zielwerten des Typ 1 oder 2 Diabetes abweichen, aber ich hoffe, dass ihr mir trotzdem helfen könnt, da mein Diabetologe im Moment im Urlaub ist:

    Ich soll eine Stunde nach der Mahlzeit (gleich 1. Bissen) messen. Nun habe ich aber das "Problem", dass ich nach dem Frühstück genau zu dieser Zeit mit meinem Sohn auf dem Weg in den Kindergarten und dann in die Arbeit bin. Das heißt, entweder ich messe ca. 50 Min nach dem Essen noch zu hause oder erst ca. 80 Min nach dem Essen auf der Arbeit. Was ist die bessere Lösung. Anders planen lässt sich bei uns der Vormittag leider nicht.

    2. Frage: Wenn ich koche, probiere ich das Essen. Z.B. ob die Nudeln al dente sind oder die Soße/das Gemüse gut abgeschmeckt ist. Dann kommt das Essen auf die Teller und bis wir alle am Tisch sitzen usw vergehen bestimmt 5-10 Min zwischen probieren und erstem Bissen. Ab wann läuft denn dann für mich die Zeit für den 1-Std-Wert?

    Schon mal im voraus vielen lieben Dank für eure Antworten.

    Gruß
    Niki
  • Rang: Erweitertes Mitglied
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    Beiträge: 3161
    Mitglied seit: 20.02.2011
    am 07.11.2017 11:48:21 | IP (Hash): 1116918144
    Vorab Glückwunsch und gutes Gelingen für das neue Familienprojekt! Der Blutzucker beschreibt gesund über den Tag so eine Schlangenlinie https://de.wikipedia.org/wiki/Datei:Glucose-insulin-day-german.svg mit etwa 1 Stunde nach den Einverleibungen jeweils höchsten Punkten. Und die sollen praktisch im Rahmen Deiner Vorgaben bleiben. Aber da fängt die verunsichernde Misere schon an, denn bei der einen erreicht die Kurve nach dem einen Essen schon nach 45 Minuten ihren Höhepunkt und bei der anderen nach dem anderen Essen erst nach 75 Minuten. Dazu hab ich kürzlich in einem anderen Forum geschrieben:

    Deine Herausforderung ist in der Tat gemein: Seit der Zeit, als eine werdende Mutter mit Diabetes (egal welcher) mit zuverlässig zuckerfreiem Urin als top eingestellt galt, haben alle noch engeren Begrenzungen des mütterlichen Blutzucker-Verlaufs keine statistisch eindeutigen Verbesserungen in der Krankheitsstatistik von Neugeborenen gebracht. ABER es gibt immer unspezifische Unglücksfälle bis hin zum plötzlichen Kindstod, Und wenn das Kind dann nicht gegen die gerade herrschende Lehre auf dem Rücken oder dem Bauch gelegen hat, kommt der Diabetes der Mutter ganz passend, wenn die sich öfter mal nicht an die engen Vorschriften gehalten hat. Übrigens nicht nur für den Erklärungsnotstand des Arztes, sondern auch für den ganz persönlichen der betroffenen Eltern und vor allem der Mutter: "Hätte ich doch…!"

    Das Spiel kann im Verlaufe der Schwangerschaft ja auch noch ein gutes Stückchen weiter gehen hin zum Vermessen des Babybauchs mit dem Echolot: Ein Riesendiabetesbaby wurde meiner einen Tochter angedroht, das die etwas kleinere Frau bei ihrer ersten Geburt geradezu zu zerreißen drohte. - Herausgekommen sind dann verhältnismäßig lange Haut und Knochen bei recht geringem Geburtsgewicht, das anschließend gewaltig gepäppelt werden musste.

    Und Opa Jürgen musste beständig die völlig unzulänglichen Einstellungs-Anweisungen umsetzen helfen und immer wieder beruhigend versichern, dass der Bauch sich dem Geburtskanal locker anpasst und dass der viel zu dicke Kopf bei den vom viel zu hohen mütterlichen BZ beschwerten Babies die Schwierigkeiten beim Stapellauf macht. Und auch die meisten davon haben davon keine bleibenden Schäden davon getragen.

    In meinen Augen fängt die völlige Sinnbefreiung schon damit an, dass die wenigsten Diabetologen und Diabetes-Beratungen in der Lage sind, einen normalen Neu-INSULINER vom Start weg in so engen Grenzen einzustellen, wie die für eine Schwangerschaft vorgeschrieben sind. Und sie können das praktisch bei niemandem, bei dem sich die Stoffwechselverhältnisse innerhalb weniger Tage so weitgehend ändern können, wie in der Schwangerschaft. Allein deswegen halte ich die strengen Vorgaben für unverantwortlich, denn sie können bei den werdenden Müttern nur beständig verkrampftes Blutzuckerstreben und beständige Angst um das Kind hervorrufen und fördern, wo zum gesunden Ziel führend eigentlich Ruhe und Zuversicht angesagt wären. Daumendrück für Euch :)

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    Dieser Beitrag ist kein Ersatz für eine persönliche ärztliche Diagnose oder/und Behandlung.
  • Rang: Erweitertes Mitglied
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    Mitglied seit: 13.05.2016
    am 08.11.2017 01:19:33 | IP (Hash): 33641383
    Hallo Niki,
    1 h nach erstem Bissen ist schon streng.
    Immerhin muss dem Essen auch Zeit geben werden zur Verdauung, aufschließen von Stärke z.B..

    In diesem Link kannst du Messzeiten lesen, die eher zu 1,5 - 2 h nach Mahlzeit (und vor Mahlzeit) empfehlen
    http://www.Diabetes-Heute.uni-duesseldorf.de/fachthemen/schwangerschaft/?TextID=1018#7
    Mit 80 min liegst du da gut im Bereich.

    Du könntest aber auch zwischen (nach) Kindergarten und Arbeitsstellenankunft schon messen.
    Händewaschen und mehr ist gar nicht nötig, Stechhilfe und ersten Bluttropfen mit Papiertuch abwischen, dann messen.
    Dann hast du die Werte, für das Arztgespräch.
    Dein Wochenende ist wohl auch weniger hektisch, für Einschätzung der Messzeiten.

    Abschmecken von Essen sollte aufgrund der Minimenge kein Problem sein.

    Gruß Elfe
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    am 09.11.2017 18:53:42 | IP (Hash): 1593697804
    hallo Niki,

    ich hatte auch SS-Diabetes - und entgegen aller ärztlichen Vorhersagen ist es geblieben und nun bin ich im prädiabetischen Bereich (von wegen "direkt nach der Geburt wieder Kuchen und Pizza"). Ich musste immer 1 h nach dem ersten Happen messen. DAs verstehe ich nicht, denn jetzt heisst es, 1,5-2 h nach dem ersten Bissen ist der Zucker am höchsten. Außerdem habe ich für mich herausgefunden, dass sehr langsames Essen gut funktioniert - in 1 Stunde knabbere ich noch am dritten Frühstücksbrot, bin quasi also noch gar nicht fertig mit dem Essen.

    Ich kann dir nur ein paar "Tricks" nennen, die bei mir helfen:
    * LANGSAM essen und OFT
    * Beginne mit etwas Fettigem, danach erst Kohlenhydrate
    * vermeide Nüchternheit, sprich lieber sogar zwischendurch etwas Schokolade, als tagsüber mehrere Stunden gar nichts essen (denn danach haut wirklich alles BZ-technisch rein)
    * Süßstoff nehmen statt Zucker
    * Viel trinken (ich habe nie Durst, gar nicht so einfach)
    * Angeblich soll erneutes Aufwärmen von Essen wie Nudeln hilfreich sein

    Gruß, Ophi
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    am 14.11.2017 07:34:45 | IP (Hash): 414397553
    Guten Morgen,

    vielen Dank für eure Antworten.

    Jürgen, du sprichst mir aus der Seele. Bisher habe ich nichts zugenommen (in der ersten Wochen abgenommen und das so gerade wieder aufgeholt) und das Baby ist in keinster Weise auffällig. Ich bin auch nicht übergewichtig.

    Mein Frauenarzt ist sich mit den Ergebnissen auch nicht so sicher, da ich nur den 1-Std-Wert genau getroffen habe, also noch nicht mal drüber bin. Aber nach den Leitlinien ist damit die Diagnose gestellt und fertig. Deswegen hat er mich dann schweren Herzens, da er weiß, dass ich da sehr genau bin und mir wahrscheinlich nur Stress mit dem Messen machen werde, zum Diabetologen überwiesen.

    Vielen Dank nochmal für die Infos und Tipps, ich hoffe sehr, dass sich das Thema nach der Geburt für sehr sehr lange Zeit erledigt hat.

    Kann ich eigentlich vorbeugend etwas tun, damit ich keinen Typ-2-Diabetes bekomme?

    Liebe Grüße
    Niki
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    Mitglied seit: 13.05.2016
    am 14.11.2017 18:19:22 | IP (Hash): 476968455
    Hallo Niki,
    im Moment erlebst du die strengste BZ-Einstellung, die so möglich ist, als werdende Mutter und dein Kind.
    1 h-Wert ist schon recht kurz, vor allen Dingen bei eher langsamen Kohlenhydraten-Auswahl bei Ernährung.

    Die Überweisung zum Diabetologen wird dir mehr Sicherheit bringen bzgl. Schwangerschaft, zeitlich sinnvolle BZ-Messzeiten und entsprechende Ernährung.
    Auch nach glücklicher Geburt werden deine mütterlichen BZ-Werte weiter kontrolliert, ob sich die Hormone regulieren nach SS-Diabetes.

    Gruß Elfe
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    am 15.11.2017 18:15:00 | IP (Hash): 569687605
    Hallo Niki,
    möchte meinen gestrigen Beitrag ergänzen mit diesem Publikation-Hinweis
    http://www.deutsche-diabetes-gesellschaft.de/fileadmin/Redakteur/Leitlinien/Praxisleitlinien/2014/DuS_S2-14_DDG_S202-S213_Gestationsdiabetes-mellitus_Diagnostik-Therapie-Nachsorge.pdf
    BZ-Kontrolle nach 1 bis 2 h - siehe ab Seite 5 - u.a..
    Gruß Elfe
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    Mitglied seit: 19.11.2017
    am 19.11.2017 13:14:46 | IP (Hash): 1488308206
    ich bin auch noch ein neuling