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Trulicity bei Hba1C von 5,0?

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    Mitglied seit: 30.11.2017
    am 30.11.2017 13:15:36 | IP (Hash): 1426255356
    Hallo in die Runde!

    Vielen Dank schon mal vorweg fürs Lesen, Mitdenken und Beantworten!

    Seit der Jugend ist bei mir ein PCOS bekannt. Habe dann in der Jugend auch stark zugenommen und in meinen 20igern stark abgenommen (-30 kg) und einen BMI von 19-22 viele Jahre halten können. Das gelang mir so: nie mehr als 1200-1500 kcal am Tag, Sport (täglich Ausdauer 1-2h), intermittierendes Fasten und ich mag nichts (!) Süßes, habe niemals Heißhunger und kann problemlos 5-7h Pausen zwischen den Mahlzeiten einhalten. Das ist keine Disziplin sondern schlichtweg Glück.

    Seit etwa sieben Jahren (bin nun Mitte 30, BMI ebenso ;-) habe ich kontinuierlich jedes Jahr 4-7 kg zugenommen. Egal, was ich gemacht habe (wieder mehr Sport/ Kalorienrestriktion) hat nichts gebracht. Ich habe mich gemästet gefühlt und immer wieder Gynäkologen und Hausarzt angesprochen. Da mein Langzeitblutzucker nie schlechter als 5,3 war, wurde nichts gemacht.
    Im August habe ich auf einen OGTT bestanden und dieser war unauffällig (190/140). Jedoch wurde eine stark ausgeprägte Insulinresistenz festgestellt. Seitdem habe ich systematisch meinen Blutzucker kontrolliert (viele Messungen und Experimente mit Lebensmitteln) und hatte heftige Entgleisungen nach Mahlzeiten (meistens bescherten mir Mahlzeiten mit mehr als 30g KH 1h Werte von 200-240, nach 2h 180 und nicht selten war ich in Stunde 3/4 auf 75 runtergerauscht). Der Nüchternblutzucker war zwischen 95-110. Die Diabetologin hielt diese Blutzuckerspitzen für nicht für behandlungsbedürftig. Sie empfahl mir als IGEL_Leistung eine Unterweisung in der Nutzung des Blutzuckergeräts mit dem gleichzeitigen Hinweis nicht mehr so oft zu messen! Insgesamt nahm sie mich nicht ernst und hatte kein Interesse mir zu helfen.

    Einen vorläufigen Durchbruch brachte eine neue Gynäkologin, die mir Recht gab: Auf die 1h-Werte kommt es an, wenn die so hoch sind, dann schädigt das innere Organe, hat ungünstigen Einfluss auf Fruchtbarkeit etc. Seit Oktober nehme ich Metformin 2g/d. Damit habe ich keine Entgleisungen mehr und habe auch 4 kg abgenommen. Jetzt geht allerdings seit 2 Wochen gewichtsmäßig nichts mehr.

    Inzwischen habe ich einen neuen engagierten Diabetologen, der sich viel Zeit für mich genommen und der mir einen sehr kompetenten Eindruck machte, dennoch würde ich gern Eure Erfahrungen/Meinungen hören. Er empfiehlt mir Trulicity, es könnte mir beim Abnehmen und der Metforminreduzierung helfen. Wenn ich darüber lese, habe ich allerdings den Eindruck, dass vor allem Patienten mit Heißhungerproblematik davon profitieren und Menschen mit schlechten Langzeit- und Nüchternwerten. Beides trifft auf mich nicht zu. Ich habe Angst vor den Nebenwirkungen und frage mich, ob es das Richtige für mich ist.
    Ist bei jemand der Fall ähnlich gelagert oder weiß einen Rat/ hat eine Empfehlung?
    Nochmals Vielen Dank.

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    am 30.11.2017 14:03:37 | IP (Hash): 2108455638
    Hallo!

    Blutzuckerspitzen haben keine zeitliche Einteilung – Blutzuckerspitzen braucht man generell nicht! ;-)

    Du machst ja schon viel Sport, und das Thema "Ernährung optimieren" scheint auch ausgereizt zu sein.
    Da ist ein Medikament wie Trulicity und Metformin nichts schlechtes.
    Nebenwirkungen kann man fürchten, ich hätte da aber dann eher ein Problem mit Folgeschäden.
    Auch wenn bei Dir zur Zeit da noch eher "harmlosere" kurze BZ-Spitzen auftauchen und Dein BZ sich dann doch eher im gesunden Bereich aufhält, ist die Entscheidung, jetzt schon gegenzusteuern nahezu perfekt.
     1 Benutzer dankte für diesen Nützlichen Beitrag.
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    am 30.11.2017 14:10:32 | IP (Hash): 1426255356
    Lieben Dank für Deine schnelle Antwort und Einschätzung!
    Blutzuckerspitzen habe ich unter Metformin und kohlenhydratreduzierter Ernährung (selten mehr als 80-100g/d) keine mehr. Postprandial gehen die Werte höchstens auf 145 (wenn bspw. Kartoffeln oder Reis gegessen wurde).
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    am 03.12.2017 15:27:59 | IP (Hash): 1114182245
    Hallo,

    Trulicity wurde dir wohl hauptsächlich in der Hoffnung auf Gewichtsreduktion verschrieben, denn ein BMI von 35 oder drüber ist sicherlich nicht gesundheitsfördernd zumal dein HbA 1c ja kaum zu beanstanden ist.

    Lass dich doch beim nächsten Besuch mal genau darüber aufklären wieso ausgerechnet diese Medikation.

    Ausserdem würde ich einen Diabetologen, der die Unterweisung in ein Blutzuckermeßgerät als igel-Leistung verkaufen will mit deutlichen Worten in die Schranken weisen. Schulungen bei diagnostiziertem Diabetes werden bei jedem Diabetologen zuhauf angeboten (oft mehr, als man vertragen kann).
    Wobei allerdings zu fragen ist, ob die Diagnose Diabetes überhaupt bei dir zutrifft.

    Gute Besserung

    Blues


    Bearbeitet von User am 03.12.2017 15:30:56. Grund: Ergänzung
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    am 03.12.2017 22:49:39 | IP (Hash): 496058945
    Danke für Deine Nachricht. Das Verhalten der ersten Diabetologin, bevor ich jetzt diesen guten Diabetologen traf, verdient sicherlich einen eigenen Thread oder völlige Mißachtung (schade, dass sie in einer großen endokrinologischen Praxis im Ballungsgebiet sitzt und weiterhin Patienten mit 240 mg/dl 1h-Werten wegschickt. Ich bin nicht die einzige!).

    Bei mir wurde kein Diabetes 2 diagnostiziert, glücklicherweise ist es noch nicht so weit, ich bin erst Mitte 30. Ich habe "lediglich" PCOS und eine "ausgeprägte Insulinresistenz". Durch meinen Lebensstil (siehe Eingangsthread) konnte ich den Langzeitwert ausgleichen/Diabetes 2 bislang verhindern und hatte nur eine relativ langsame Gewichtszunahme (derzeit BMI 33). Ich habe mich nur gefragt, inwiefern Trulicity Patienten hilft, die keinen Heißhunger haben. Ich esse seit mehr als 10 Jahren nicht mehr als 1200-1500 kcal/d und habe das Glück darunter nicht zu leiden.

    Ich habe mir jetzt die erste Spritze vor 3 Tagen gesetzt. Mein schon durch Metformin gesenkter BZ ist jetzt noch mehr gesunken (nüchtern78-88, pp 80-130, abends 70-80).

    Wie ist der Wirkmechanismus für Menschen, die keinen Heißhunger haben (aber Insulinresistenz und Hyperinsulinämie!) und guter Langzeitwerte? Inwiefern profitiert dieser Personenkreis?
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    Mitglied seit: 30.11.2017
    am 03.12.2017 22:49:39 | IP (Hash): 496058945
    Danke für Deine Nachricht. Das Verhalten der ersten Diabetologin, bevor ich jetzt diesen guten Diabetologen traf, verdient sicherlich einen eigenen Thread oder völlige Mißachtung (schade, dass sie in einer großen endokrinologischen Praxis im Ballungsgebiet sitzt und weiterhin Patienten mit 240 mg/dl 1h-Werten wegschickt. Ich bin nicht die einzige!).

    Bei mir wurde kein Diabetes 2 diagnostiziert, glücklicherweise ist es noch nicht so weit, ich bin erst Mitte 30. Ich habe "lediglich" PCOS und eine "ausgeprägte Insulinresistenz". Durch meinen Lebensstil (siehe Eingangsthread) konnte ich den Langzeitwert ausgleichen/Diabetes 2 bislang verhindern und hatte nur eine relativ langsame Gewichtszunahme (derzeit BMI 33). Ich habe mich nur gefragt, inwiefern Trulicity Patienten hilft, die keinen Heißhunger haben. Ich esse seit mehr als 10 Jahren nicht mehr als 1200-1500 kcal/d und habe das Glück darunter nicht zu leiden.

    Ich habe mir jetzt die erste Spritze vor 3 Tagen gesetzt. Mein schon durch Metformin gesenkter BZ ist jetzt noch mehr gesunken (nüchtern78-88, pp 80-130, abends 70-80).

    Wie ist der Wirkmechanismus für Menschen, die keinen Heißhunger haben (aber Insulinresistenz und Hyperinsulinämie!) und guter Langzeitwerte? Inwiefern profitiert dieser Personenkreis?
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    am 03.12.2017 23:26:58 | IP (Hash): 1155932182
    Hallo Vicky,

    ich denke, dass du dir gar nicht so viele Gedanken machen musst. Du hast das Glück, dass du Trulicity ausprobieren kannst, warum willst du die Chance nicht nutzen.

    Probiere aus, ob du es
    1. gut verträgst und
    2. ob es dir beim Abnehmen hilft.
    Falls nicht, dann kannst du das Experiment in 6...8 Wochen einfach wieder beenden.

    Die GLP1-Mimetika haben als eine (vermutete) Wirkung die Abmilderung der IR. Auch Metformin tut das ein wenig, aber bei dir, wenn du mit den wenigen Kalorien noch weiter zunimmst, offensichtlich nicht gut genug. Ob beides zusammen viel Sinn macht, wage ich zu bezweifeln. Aber das kannst du ja mit deiner Ärztin besprechen.

    Du brauchst übrigens keine Angst zu haben, dass deine BZ-Werte jetzt zu niedrig sind. Die sind normal und werden sehr wahrscheinlich mit Trulicity und Metformin nicht noch weiter absinken. Hypos musst du mit diesen Medikamenten auf jeden Fall nicht befürchten.

    Alles Gute, Rainer
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    am 04.12.2017 12:07:21 | IP (Hash): 496058945
    Rainer schrieb:
    Ob beides zusammen viel Sinn macht, wage ich zu bezweifeln. Aber das kannst du ja mit deiner Ärztin besprechen.

    Du brauchst übrigens keine Angst zu haben, dass deine BZ-Werte jetzt zu niedrig sind



    Ich habe angefangen das Metformin zu reduzieren. Die Blutzuckerwerte sind gut, auch wenn ich nur 1500mg am Tag nehme, da ich kohlenhydratarm esse. Ob ich ganz darauf verzichten kann, wird die Zeit zeigen. Als ich vor kurzem wegen einer Operation Metformin für einige Tage absetzten musste (Trulicity hatte ich da noch nicht) waren die Blutzuckerspitzen wieder mit voller Macht da: nicht mal 100g gekochter Reis und asiatisch mariniertes Fleisch (wahrscheinlich irgendwas Süßes in der Marinade) katapultierten mich auf 220mg/dl. 330ml alkoholfreies Bier reichten für knapp 200mg/dl :-( Die bisherige Gewichtsabnahme (ca. 4-5 kg) hat also noch nichts an der IR gedreht (das wäre auch zu schön gewesen!). Es ist auch nicht ausgeschlossen, dass diese bestehen bleibt, selbst wenn ich erschlanken sollte. Schließlich gibt es genug schlanke PCOS-Patientinnen mit IR und (auch) daraus resultierenden Fruchtbarkeitsproblemen.

    Danke auch für den Hinweis mit der Hypoglykämie! Als ich neulich abends 68 auf dem Tacho hatte, habe ich mich schon etwas erschreckt, bin dann aber trotzdem schlafen gegangen und nicht unterzuckert.
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    am 04.12.2017 13:15:21 | IP (Hash): 633855048
    Du übersiehst bei Deiner BZ-Beurteilung einen ganz wichtigen Punkt unserer Typ2-Fehlsteuerung, nämlich die beständig mehr als normale Glukose-Ausgabe. Dafür muss dann immer mehr als normal an Insulin ran, und der BZ steigt sichtbar erst, wenn das nicht in ausreichendem Maße ausgegeben wird.

    Ideal bremst das Met die Glukose-Ausgabe bis auf möglichst normal, und dann reicht die dann noch mögliche Steigerung der Insulin-Ausgabe für eine erträgliche Spitze nach dem Essen.
    Wenn aber schon zwischen den Mahlzeiten so viel wie irgend ausgebbar an Insulin für die zuviele Glukose-Ausgabe gebraucht wird, kann natürlich keines mehr zusätzlich für’s Essen kommen, und das macht dann muntere Spitzen :(

    ----------------------------------------------
    Dieser Beitrag ist kein Ersatz für eine persönliche ärztliche Diagnose oder/und Behandlung.
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    am 04.12.2017 20:45:43 | IP (Hash): 496058945
    hjt_Jürgen schrieb:
    Wenn aber schon zwischen den Mahlzeiten so viel wie irgend ausgebbar an Insulin für die zuviele Glukose-Ausgabe gebraucht wird, kann natürlich keines mehr zusätzlich für’s Essen kommen, und das macht dann muntere Spitzen :(



    Lieber Jürgen, danke für Deine Erläuterungen. Tatsächlich weiß ich nicht so viel über die Bedeutung der Leber bei dieser ganzen Sache, da muss ich noch eingehender belesen. Unter Metformin und kohlenhydratreduzierter Ernährung sind die Werte traumhaft. Allerdings hat mir Der Diabetologe erklärt, dass Metformin leider nichts an der Hyperinsulinämie ändert (sofern ich ihn richtig verstanden habe), deshalb bleibt die Angst vor dem Ausbrennen der Beta-Zellen/dann echter Typ-2-Diabetiker zu sein.

    Alle 2 Jahre habe ich ein Blutbild machen lassen und hatte immer normale HbA1C-Werte (5,3 war der höchste). Aufgrund permanenter Gewichtszunahme und Wissen um PCOS habe ich schon vor 4 Jahren den Hausarzt um Hilfe gebeten. Leider kam nichts. Auch die Diabetologin bei der ich im August war, hat mein Problem verharmlost bzw. mich sogar noch als komplette Idiotin dargestellt. Obwohl sie selbst eine "sehr starke Insulinresistenz" und temporär erhöhte Kortisolwerte festgestellt hatte, hat sie meiner akkuraten und systematischen Blutzucker-Messung nicht geglaubt! Ihre Empfehlung an mich war: weniger messen, 3x30 Minuten Sport in der Woche (was eine beträchtliche Einschränkung meines Sportpensums bedeutet hätte) und 5 Mahlzeiten mit bevorzugt komplexen Kohlenhydraten. Hätte ich dies befolgt wäre ich wahrscheinlich innerhalb eines Jahres bei einem Langzeitwert von 7 gelandet!

    Weshalb ich dies hier nochmal erwähne: Obwohl ich habe eine medizinische Ausbildung habe und weiß, dass Diabetes-2 ein Kontinuum ist, wusste ich nicht, dass auch Menschen mit gutem Langzeitwert solche Blutzuckerspitzen haben können, sonst hätte ich schon Mal früher gemessen. Die PCOS-versierte Gynäkologin hätte ich auch früher gebraucht... Ich hoffe, dass ich jetzt nicht zu spät dran bin mit der Prävention.
    Vielleicht lesen ja hier andere mit der Fragestellung PCOS/ Nicht-abnehmen-können mit. Denen kann ich nur raten, messt Euren Blutzucker mal 2 Wochen: nüchtern, vor dem Essen, den 1 und 2h-Wert und macht Experimente mit verschiedenen Lebensmitteln. Das hat mir viel Klarheit verschafft und auch Angst genommen. Jetzt habe ich glücklicherweise eine kompetente Diabetespraxis gefunden, die auch an Prävention interessiert sind und hoffe, dass ich nochmal dem Diabetesmonster ein Schnippchen schlagen kann.