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Diabetes nach Geburt

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    Mitglied seit: 03.01.2018
    am 03.01.2018 18:36:25 | IP (Hash): 1950866656
    Hallo in die Runde und erstmal ein frohes neues Jahr! Ich hoffe, ihr könnt mir hefen.
    Ich hatte Schwangerschaftsdiabetes. Der Nüchternwert war knapp über der Grenze, 1 und 2 h Werte waren für SW okay, sind es aber für Nicht-Schwangere nicht (1h 165, 2h: 149). Seinerzeit wäre es wohl noch Prädiabetes gewesen. Nun 3 Monate nach der Geburt steht der OGTT wegen akuter, länger andauernder Blasenentzündung noch aus, ich messe aber die Werte mit dem alten Messgerät. Diese sind seit der ersten Runde Antibiotika aber irgendwie deutlich schlechter geworden als vor AB (unter Antibiotika kurzzeitig extrem niedrig) oder ich hatte früher einfach den Peak verpasst. Nun zu meinem eigentlichen Problem Während der SW sollte ich nur den 1h Wert messen. Der war mit gesunder Ernährung nahezu immer unter 140 (unter 120 oder 100). Nach der Geburt hatte ich anfangs (ca. 8 Wochen) nicht gemessen und normal gegessen, da ich da andere Sorgen hatte. Und bei kritischen Sachen immer den 1h-Wert zum Test gemessen (war bis auf bei Reisgericht und Brot mit Weintrauben - je 160) immer unter 130. Nun habe ich aus Angst nach den 160 auch schon mehrere Ärzte bereits vor dem OGTT kontaktiert und alle sagten der 1h Wert ist egal, nur die 2h zählen. Sehe ich nicht so, denn wenn der Wert nach 1h über 140 ist, kann das ja nicht gesund sein. Habe dann aber auch die 2h Werte genommen, waren so um die 100. Nach den Antibiotika hatte ich nun plötzlich bereits nach nur 2 dünnen Vollkornbroten mit Käse und Ei (Seit SW mein Standard-Frühstück) an manchen Tagen 120 nach 1h, an anderen Tagen 100. Nach Gemüse mit Fisch 130 oder ein anderes mal 100. Nun habe ich auch die 2h Werte gemessen, die auch etwa 100 waren und festgestellt, dass der Peak also dazwischen liegen muss. So war es dann auch und selbst nach mit Käse und wenig Frischkäse gefülltes Gemüse (Paprika, Pilze, Tomaten) habe ich nach 1h 96, nach 1,5 h 114 und nach 2 h 108. Nach 2 dünnen Scheiben Vollkornbrot mit Käse komme ich auf 100 oder 120, 130 und 108, mal auch 96. Das kann doch nicht normal sein. Ich habe seit der Geburt 11 kg abgenommen, war nur kurz vor SW 2kg über Normalgewicht, war während der SW täglich spazieren (30-60 min) und mache jetzt zusätzlich 3x pro Woche HIT. Ich hatte gehofft, den Diabetes noch loszuwerden aber die Werte sind ja jetzt selbst schon bei Gemüse hoch. Nur der NW liegt zwischen 60-86 (Der war jain der SW mit anfangs 96 das Problem, hatte sich aber schnell gebessert). Wie kann denn diese Höhe der Werte nach Gemüse! sein und wieso ist der Peak so spät? An meiner extremen Angst vor dem Messen und der Entzündung kann das ja nicht liegen. Der vorher höchste Wert waren einmal 170 nach extrem viel Reis. Ich weiß echt nicht mehr, was ich noch machen kann. Mit LC Produkten zum Brot backen & co habe ich mich schon eingedeckt und bin gewichtstechnisch weiter auf dem Weg nach unten. Versteht jemand, was da los ist? Lieben Dank für eure Hilfe und entschuldigt bitte, dass es ein kleiner Roman geworden ist.
    Bearbeitet von User am 03.01.2018 18:41:41. Grund: Typo
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    am 03.01.2018 19:47:00 | IP (Hash): 1766304277
    Hallo md,

    Glückwunsch zum Baby. :=)

    Bleibe mal ganz ruhig. Von Diabetes bist du ganz weit weg, du reißt ja nicht einmal die Werte für Prädiabetes. Die strengen BZ-Ziele aus der SS musst du vergessen. Die sind zum Schutz des Babys sehr streng festgelegt. Du als Erwachsene kannst dir höhere Werte leisten, ohne gesundheitliche Folgen zu befürchten.

    Es ist nicht verkehrt, wenn du deinen BZ ernst nimmst und versuchst, ihn mit geeigneter Ernährung und Bewegung im gesunden Rahmen zu halten. Deine Werte liegen im gesunden Rahmen. Wenn sie weiter so bleiben, brauchst du dir keine Sorgen zu machen. Einzelne Ausreißer sind übrigens kein Problem, zumal manchmal auch Messfehler dahinter stecken können.

    Alles Gute für dich und dein Baby, Rainer
    Bearbeitet von User am 03.01.2018 19:47:39. Grund: .
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    am 03.01.2018 20:14:20 | IP (Hash): 1950866656
    Hallo Rainer, lieben Dank für Deine Nachricht und die Glückwünsche zum Baby, er ist wirklich zum Auffressen - meine Süßigkeit ohne Kohlenhydrate. Meine Sorge ist aber vor allem, dass die Werte nicht nach kohlenhydratreichen, sondern nach -armen Mahlzeiten schon 140 erreichen. Da ich bei den hohen Werten mehrfach gemessen habe, sind Fehler leider eher unwahrscheinlich.
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    am 03.01.2018 21:55:15 | IP (Hash): 1766304277
    Hallo md,

    hier hast du mal den BZ-Verlauf von total Stoffwechselgesunden:
    http://www.phlaunt.com/diabetes/16422495.php
    Schau nicht nur auf die fette Mittellinie, sondern sieh dir den gesamten Bereich an, der als normal gilt.

    Selbst wenn du mit deinen Werten aus dem gesunden Bereich manchmal ein kleines bisschen rausfällst, dann ist das kein Problem. Zwischen total gesund und Diabetes liegt ein großer Bereich. Der Bereich ist selbst zwischen total gesund und Prädiabetes noch sehr groß und von Prädiabetes bist du noch ein ganzes Stück entfernt.

    Bleibe entspannt und nimm die Nachuntersuchung zum Diabetes wahr. Wahrscheinlich ist die für ein halbes Jahr nach der Geburt angesetzt. Das hat auch den Grund, dass sich bis dahin dein BZ eventuell auch wieder vollkommen normalisieren könnte.

    Beste Grüße, Rainer
    Bearbeitet von User am 03.01.2018 21:56:43. Grund: .
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    am 03.01.2018 23:14:48 | IP (Hash): 1950866656
    Hallo Rainer,
    vielen Dank, ich kannte nur die blaue Linie ohne die Range. Da wäre ich dann aber auch am oberen Rand - muss also echt aufpassen. Der OGTT ist für demnächst angesetzt, da nach 3 Monaten alles normal sein sollte. Deshalb auch meine Sorge, da ich früher in der SW nach 2 Scheiben Vollkornbrot 20 Punkte niedrigere Werte hatte und der OGTT eben damals schon nicht gut war.
    Interessieren würde mich aber noch, wieso der 2h Wert bei kohlenhydratarmen Mahlzeiten höher ist als der 1h-Wert (z.B. Gemüse mit Käse) Irgendeine Idee?
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    am 03.01.2018 23:37:06 | IP (Hash): 1766304277
    Dann drücke ich dir die Daumen für gute Werte beim oGTT. Auf jeden Fall hast du dann verlässliche Laborwerte und weißt, wo du stehst. Denke daran, dass du die 3 Tage daher mindesten 150g KH pro Tag essen musst, sonst kommen bei dem Test falsche zu hohe Werte raus.

    Bei deiner Reihe 1h: 96, 1,5h: 114, 2h: 108 kann man wirklich nicht von einem Peak sprechen, dass ist nach einer Mahlzeit ein fast glatter BZ-Verlauf. Dass bei deinem KH-armen und eiweiß- und ballaststoffreichem Essen der BZ langsamer ansteigt, ist normal. Die Vorstellung, dass die BZ-Spitze nach 1 Stunde auftritt, ist eine grobe Vereinfachung. In der Praxis macht es trotzdem Sinn, den 1h-Wert besonders zu beobachten.
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    am 06.01.2018 03:37:22 | IP (Hash): 1950866656
    Hallo Rainer, lieben Dank, auch dafür, dass Du Dir die Zeit zum Helfen nimmst. Es ist wirklich schön, dass es Menschen wie Dich gibt. Ich habe jetzt nochmal nach einer primär eiweißreichen Mahlzeit gemessen (10-12 g KH - Eiweißnudeln & Lachs mit Gemüse) und habe dabei festgestellt, dass wieder nach einer Stunde wenig passiert, es dann aber zum 2h Wert ein Anstieg kommt (110). Wollte dann noch gucken, wie es weitergeht und habe festgestellt, dass der sich so für ca. 1h so hält und der 3h Wert dann immernoch bei knapp100 liegt. Liegt das an dem von Dir beschrieben langsamen Anstieg bei eiweißreicher Kost oder ist das ein Zeichen, dass das Insulin erst so spät/ nicht gut wirkt? Ich habe momentan echt Angst KH zu essen (als Vorbereitung auf den OGTT). Insbesondere 150g kann ich mir kaum vorstellen. Weißt Du, ob bei den ersten kohlenhydratreichen Mahlzeiten auch ein deutlicher Anstieg zu erwarten ist (natürlich in abgeschwächter Form aber so, wie es sonst beim OGTT der Fall wäre)? Auf wieviele Mahlzeiten sollte ich die KH am besten verteilen? Die Ärzte bei der Beratung haben generell 2 unterschiedliche Ansätze vehement verteidigt:
    1. 3 Mahlzeiten und nicht mehr, damit sich die Pankreas erholen kann
    2. 5 kleine Mahlzeiten, damit die Kohlenhydrate gut verteilt sind
    Was ist Deiner Meinung nach besser? Offensichtlich ist mein BZ ja nach 3 h noch nicht wieder auf Startpunkt (wenn ich 3 Mahlzeiten esse, kommt er in den 4-5 h Pause wieder auf ca. 80). Bei 5 Mahlzeiten würde ich quasi wieder auffüllen, bevor er normal ist. Andererseits kann ich auch keine 50g KH essen, ohne auf 160-170 (oder inzwischen vielleicht noch mehr) zu kommen. Sport hilft leider auch gar nicht, ich habe sogar den Verdacht, dass die Werte dann schlechter sind oder sich der Peak einfach nur verlagert, muss ich aber noch rausfinden.
    Wieviele Kohlenhydrate sollten es eigentlich generell min. pro Tag sein, damit es genug sind? (Also, wenn ich den OGTT dann endlich hinter mir habe) Hatte hierzu auch sehr verschiedene Angaben gefunden.
    Dankeschön und liebe Grüße.
    Bearbeitet von User am 06.01.2018 03:39:22. Grund: '
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    am 07.01.2018 08:29:13 | IP (Hash): 430354744
    Hallo md,

    die drei KH-reichen Tage vor dem oGTT müssen unbedingt sein. Der Körper merkt sich, wie viel KH ungefähr zu erwarten sind und nimmt das als Basis für die Phase 1 der Insulinausschüttung. Wenn du KH-arm isst und auf einmal die oGTT-Lösung mit 75g Traubenzucker ankommt, dann passt die Phase 1 nicht und die weiter Reaktion der BZ-Automatik läuft ganz anders ab, so dass falsch hohe Werte rauskommen.

    Du brauchst dir aber wegen drei Tagen mit höherem BZ keine Sorgen zu machen. Das müsstest du nicht einmal bei mehreren Wochen oder 2...3 Monaten. Schäden, die dabei entstehen könnten, repariert der Körper wieder. Das macht er laufend und kann das sehr gut. Erst wenn dann immer weiter zu hoher BZ ankommt, kommt er mit den Reparaturarbeiten nicht mehr hinterher. Lege in den drei Tagen unbedingt das Messgerät weit weg. Mit den Werten, die du dort messen würdest, kannst du nicht viel anfangen. Vom oGTT bekommst du ja dann auch aussagefähige Werte.

    Für den BZ sind mehrere kleine Mahlzeiten besser, bei denen der BZ weniger ansteigt und gleichmäßiger verlauft. Für das Gewicht ist das allerdings die schlechtere Variante, deshalb wird so etwas nicht allgemein empfohlen. Wenn du keine Gewichtsprobleme hast, dann kannst du deinen BZ mit kleineren Mahlzeiten gut im Griff behalten. Es gibt übrigens kein Mindestmenge an KH, die unbedingt gegessen werden muss. Menschen können (nach einer kurzen Umstellungsphase) durchaus auch ganz ohne KH auskommen. Allerdings macht so ein No Carb nicht viel Sinn. Wenn du unter 50g KH bleibst, dann würdest du dich ketogen ernähren (z.B. nach LCHF). Ich mache da, weil es für mich sehr gut passt, aber für den BZ ist das nicht unbedingt notwerndig. Nach meinen Erfahrungen ist eine moderate KH-Reduzierung (vielleicht 80...100g) bei Diabetes bzw. zur Vermeidung von Diabetes sehr sinnvoll. Dabei soll man aber neben der Menge auch die Qualität der KH beachten und z.B. die KH aus Gemüse essen. Wenn du Anleitung und Austausch zu so einer diabetesgeeigneten Ernährung haben willst, dann kannst du dir ja mal LOGI (http://forum.nicolai-worm.de/) ansehen oder das Buch "Stopp Diabetes" von Gonder/Riechert durchlesen. Ganz wichtig ist allerdings, dass du eine Ernährung findest, die zu dir passt und auf die du dich dauerhaft einlassen kannst.

    Alles Gute, Rainer