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starke Blutzuckerschwankungen

  • Janine

    Rang: Gast
    am 31.03.2007 12:45:27
    Hallo!
    Ich habe einen Typ I Diabetes (seit 20 Jahren) und gehe seit einiger Zeit wieder joggen. Seit einem Jahr habe ich eine Pumpe.
    Mein Zucker reagiert IMMER sehr stark auf Insulin und auf Bewegung und auch auf Stress usw., egal ob shoppen, Hausarbeit oder richtig Sport.
    Beim Joggen merke ich nun, dass mein Zucker manchmal konstant bleibt, ein anderes mal fall ich in eine Hypo, oder der Zucker steigt. Es kam auch schon häufiger vor, dass der Wert nach dem Laufen direkt gut war, und eine Stunde später plötzlich bei 300 lag. Solche Werte sind für mich unerklärlich und ich weiß einfach nicht wie ich das in den Griff bekommen soll. Auch bei früheren Versuchen war das immer wieder so, und das Joggen macht dann irgendwann einfach keinen Spaß mehr.

    Kann mir vielleicht jemand dazu einen Rat geben? Mit der Diabetes und Sportfibel hab ich es schon probiert - tolles Buch - aber vielleicht bin ich zu blöd zur Umsetzung :-(

    Außerdem würde ich gerne wissen, wie sich das mit Muskelaufbau und immer mal wieder hohen Werten verträgt. Hab mal irgendwo mitbekommen, dass die Muskeln sich bei höheren Werten wieder schneller abbauen. Stimmt das oder bin ich da einem Märchen aufgelaufen?

    Danke im Voraus für die Antworten

    Janine
  • Ralf

    Rang: Gast
    am 02.04.2007 13:30:58
    Hallo Janine
    Die Probleme mit einem starken Blutzuckeranstieg nach Sport kenne ich.
    Ein Grund dafür ist die Reduzierung der
    Basalrate.
    Ist der Sport zu Ende ,hat man einen zu niedrigen Insulinspiegel und massig Fettsäuren im Blut .
    Ich verhindere den Anstieg mit einer (gar nicht mal so kleinen) Bolusabgabe.

    Muskelabbau durch einen hohen Blutzuckerspiegel dürfte eigentlich nicht der hohe BZ sein sondern der Grund dafür "Insulinmangel"
    Der Körper benötigt Energie, Blutzucker kann nicht genutzt werden also abbauen was man abbauen kann.
    Halt Fett und Muskeln
    Gruss
    Ralf
  • Fred

    Rang: Gast
    am 02.07.2007 03:05:06
    Hallo,

    wenn ich zu deiner Problematik etwas schreiben wollte, so fehlt jedem hier Information.
    Aber du schreibst, dass du Insulinempfindlich bist.
    Du schreibst, dass du nach dem Sport direkt guze Werte hast, aber Stunden danach nicht mehr.
    Für mich gibt es da einige Erklärungen, aber die sind alle sehr abstrakt, denn jeglich Info fehlt, um konkret zu sein.

    Warum steigt der Zucker noch dem Sport? - Bei mir steigt er auch, weil die Katheter abgeknickt sind beim Sport.
    Oder weil die Basalrate so reduziert wurde, dass eine kleines Insulindefizit eingetreten ist. (keine Keto)

    Beim Joggen sollte der Sportler einiges beachten.
    Ich habe schon in einem Beitrag geschlidert, wie ich meinen Sport betreibe, aber ist das überhaupt übertragbar?
    Bei mir drückt Insulin beim Sport den BZ brutal nieder.
    Habe ich Bolus Insulin im Körper, brauche ich nicht loslaufen. Mindestens 4 Stunden darf mein Körper keinen Bolus bekommen haben, dann weiss ich, dass ich loslaufen kann. Ist der letzte Bolus vor vier Stunden erfolgt, brauche ich die gleiche Anzahl an BEs, die ich zum Bolus gegessen habe nochmal, nur für die Restwirkung des letzten Bolus und ich habe ein Analogon in der Pumpe.
    Die Basalrate muss zwei Stunden auf 50% reduziert werden, beim Sport dann ebenfalls.
    Laufe ich schnell oder langsam, sichtbar auf der Pulsuhr, dies entscheidet wieviel BEs nachgeführt werden müssen.
    Nach dem Sport esse ich sofort BEs, um den Muskelauffülleffekt zu unterstützen und um die stundenlag reduzierte Basalrate wirkungslos zu machen bzw. damit diese keine BZ erhöhende Wirkung hat.

    Ich kann aber aus eigener Erfahrung sagen, dass kein Tag wie der andere ist und Schwankungen des Stoffwechsels für mich normal sind, was bedeutet, dass ich mein Verhalten während des Sports anpasse.
    Laufe langsam, wenn der Zucker ins negative rutscht bzw. gebe Gas wenns gut läuft.
    Das kann ich sehr gut einschätzen, weil ich das schon sehr lange mache und dementsprechend trainiert bin.
    Und wenn der Zucker ins negative rutscht bedeutet bei mir, wenn der BZ unter 180mg/dl rutscht, bei 130mg/dl habe ich unter Leistung schon Hyposymtome.
    Das ist erst so, seitdem ich eine Pumpe habe, ohne Pumpe konnte ich selbst in einer Hypo noch Gas geben, die Zeiten sind mit Pumpe zum Glück vorbei.

    Ich kenne auch die Sportfibel, aber sorry, das sind Dinge, die man überall lesen kann und mir in keinster Weise etwas vermitteln konnten. Mein Körper ist ein Individium und will auch so behandelt werden, alles was ich in Diabetes-Ratgebern lese, stimmt mit meinen Reaktionen nicht überein.
    Ich denke immer, das müssen andere Menschen sein für die dort geschrieben wird.
    Was dir villeicht helfen könnte wäre eine genaue und detailierte Dokumentation, damit du selbst Schlüsse daraus ziehen kannst.

    Viel Glück und nicht entmutigen lassen...
    dranbleiben... von Fred
  • Sonja

    Rang: Gast
    am 14.03.2008 22:01:14
    Hallo Janine,
    das kenne ich auch diese Schwankungen und ich führe inzwischen schon kein Tagebuch mehr, da alles sowieso jedesmal anders ist. Bei mir ist kein Tag und keine Situation wie die andere. Ich muss dann halt entsprechend reagieren. Sport mache ich schon gar nicht mehr so richtig, das ist schade, aber ich hab auch mal gehört, dass wenn man besser trainiert ist, auch der Zucker nicht mehr so stark reagiert. Aber der Herr unten schreibt ja auch das Gegennteil. ich weiss grad auch nicht so richtig, was ich machen soll. Am Besten stelle ich nir ein kontinuierliches geführtes Training vor, aber das gibt es zumindest bei mir in der Nähe nicht...
  • aurelia

    Rang: Gast
    am 28.09.2010 22:19:44
    zu fred ....
    nachdem lesen deiner antwort würde ich gerne fragen ob du dich da sehr gut auskennst ich ahbe das auch ohne das ich die basalrate reduziere und ohne das ich übermässig viel esse,habe ebenfalls eine insulinpumpe aber sobald ich sport mache fahrad fahren,laufen usw.spinnt mein bz auch bei regelmässigkeit ..ich benötige viel mehr insulin mit sport als ohne uind ich verzweifle noch daran da mir einfach niemand helfen kann ...ich mache gerne sport übertreibe es auch nicht fühle mich glücklich dabei aber zwei drei std später bin ich konstant bei 300 bs 400 und ich gebe wue ne wilde korrektur ab.....
    es geschieht nichts meist bis zum nächsten tag und da könnte ich echt nur noch heulen...ich bin dankbar für jeden der da mal ne erklärung findet.... von aurelia
  • Rang: Anfänger
    Punkte: 0
    Beiträge: 1
    Mitglied seit: 16.04.2018
    am 16.04.2018 21:23:44 | IP (Hash): 927723502
    Der wichtigste Fred hier!
    Typ 1 Diabetes.
    Radtour geplant, sagen wir 100 km. Also reduziere ich am Vorabend das Langzeitinsulin und spritze am folgenden Morgen weniger Kurzzeitinsulin.
    Dann hau ich mir ein ordentliches Frühstück rein.
    Und ab jetzt wirds kompliziert.
    Fahr ich sofort los, werde ich unterzuckern.
    Fahr ich zu spät los, werde ich überzuckern.
    Ist diese Hürde genommen und ich traf den richtigen Zeitpunkt, kann es gutgehen.
    Kommt ein extremer Berg, benötige ich natürlich wieder etwas Extra-Zucker. Mache ich mittags Pause, sollte ich möglichst wenig essen, am besten gar nichts, sonst geht die gleiche Prozedur los wie am Morgen.
    Abends, wenn ich den Tag über wenig Insulin hatte, brauch ich sehr sehr viel. Sonst gehts sehr schnell auf 300...
  • Rang: Anfänger
    Punkte: 0
    Beiträge: 3
    Mitglied seit: 11.04.2018
    am 17.04.2018 14:37:45 | IP (Hash): 1149755113
    Generell muss man einmal festhalten, dass sich jede Sportart anders auswirkt, und vor allem jeder Mensch unterschiedlich auf verschiedene Sportaktivitäten reagiert. 30 bis 40 Minuten Laufen wirken anders als eine Stunde Radfahren, Schwimmen oder gar Boxen. Die Dauer spielt ebenso eine wesentliche Rolle wie die Intensität.

    Beim Sport werden sogenannte Stresshormone (wie zB. Adrenalin) ausgeschüttet, und um die Anstrengungen zu meistern, wird mehr Zucker aus der Leber im Blut bereitgestellt. Adrenalin ist ein Gegenspieler des Insulins. Es regt die Leber zu einer vermehrten Freisetzung von Glukose an, was zu einer Erhöhung des Blutzuckers führt.

    Ist der Wert zu Beginn des Trainings schon tief, wird die Reaktion des BZ-Anstiegs nur noch verstärkt. Je nachdem ob bei der sportlichen Aktivität gerade der „Mehrverbrauch“ oder die stärkere Ausschüttung von Glukose überwiegt, kann also der Blutzucker bei Sport vorübergehend auch ansteigen. Bei kurzen, anstrengenden Sportarten, oder gar in einem Wettkampf, werden mehr Stresshormone ausgeschüttet, so dass hierbei der Blutzucker öfter (zumindest kurzfristig) ansteigt.

    Ganz wichtig – nicht verunsichern lassen! Sport ist eine sehr gute Waffe gegen Diabetes und senkt mittel- bis langfristig (und meistens auch kurzfristig) den Blutzucker, selbst wenn es manchmal nicht danach aussieht…

    LG Luke
    May the force be with you!