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Diabetes - Behindertenausweis

  • Peggy

    Rang: Gast
    am 12.07.2005 09:38:35
    Hallo,

    mein Freund (29) hat seit 5 Jahren Diabetes. Nun überlegt er, ob er einen Antrag auf "Behinderung" bzw. halt so einen Ausweis stellen sollte.

    Welche Vor- bzw. Nachteile hat das denn? Bekommt er da steuerliche Begünstigungen oder sowas? Und vor allem welche Nachteile könnten dadurch auftreten??? Würd ihm da eventuell der Führerschein fürs Motorrad entzogen, kann das passieren???

    Wäre echt lieb wenn mir jemand schreibt der solch einen Antrag schon gestellt hat und mir da genau sagen kann was das beinhaltet.

    Vielen lieben Dank. von Peggy
  • Tom

    Rang: Gast
    am 15.07.2005 04:49:06
    Hallo Peggy,

    ich habe seit ein paar Jahren diesen Ausweis, bin 50% behindert und habe dadurch eigentlich nur Vorteile, z.B. 5 Tage mehr Urlaub (AG ist gesetzlich dazu verpflichtet), einen Steuerfreibetrag, bei der Krankenkasse nur noch 1% Zuzahlung auf alles, statt 2%, billiger in den Zoo ;) usw. den Führerschein kriegst Du als Diabetiker eigentlich nur abgenommen, wenn Du wegen dieser Krankheit auffäliig wirst, also z.B. wegen einer Hypo einen Unfall baust oder so, weil damit sozusagen kalr ist, dass Du Deine Krankheit nicht beherrscht, deshalb bei Hypo rechts ran fahren...

    Dein Freund brauch sich keine Gedanken machen wegen demMopedd Schein, habe ich auch wenn nix passiert, dann fährt er noch mit 80 Motorrad. Den Ausweis bekommt Ihr beim zuständigen Amt für Soziales und Versorgung.

    Beste Grüße
    Thomas von Tom
  • Heidi G.

    Rang: Gast
    am 15.07.2005 13:10:55
    Hallo, Peggy!

    Stimmt alles, aber es gibt auch einen Nachteil.
    Falls dein Freund irgendwann den Arbeitsplatz wechseln will, ist ein Behindertenausweis sehr
    hinderlich.
    Es gibt genügend nicht Behinderte mit weniger Urlaubsanspruch usw.
    Ich würde mir das 3x überlegen.
    Gruss, Heidi von Heidi G.
  • Heidi G.

    Rang: Gast
    am 15.07.2005 13:21:27
    Hab noch was vergessen, unter 50% gibt es gar nichts an Vergünstigungen, die Versorgungsämter sind angehalten, möglichst unter 50 % zu bleiben und wenn dein Freund gut eingestellt ist, hat er wenig Chancen, da bleibt man oft mit 40% ohne jeden Vorteil, aber mit besagten Nachteil eher bestraft.
    Tschüs, Heidi von Heidi G.
  • Tom

    Rang: Gast
    am 16.07.2005 01:30:00
    Hallo Heidi,

    mit dem AG wechsel hast Du ja recht, aber AG müssen auch Strafe zahlen, wenn Sie zuwenig Behinderte beschäftigen, und als Diabetiker bist Du doch eigentlich fast zu 100% Einsatzbereit, und niemand zwingt Dich bei der Bewerbung zur Behinderung Angaben zu machen, da kannst Du sogar schwindeln, obwohl sich das bei einer neuen Arbeitstelle nicht so gut macht, alles in allem ein zweischneidiges Schwert, aber ich würds trotzdem machen, und als Tipp, bei meinem Antrag habe ich einfach mehr angekreuzt, und 50% zu bekommen ist gar nicht so schwer, weil so viele Diabetologen arbeiten nicht beim Amt... also jammern,leidend aussehen usw. ;)...

    BG
    Thomas von Tom
  • M

    Rang: Gast
    am 31.07.2005 15:45:07
    Hi Peggy!
    Ist dein Partner im festen Job? Grosse Firma? Kleine Firma? Wie lange in dem Job tätig? Welche Insulintherapie? Gut eingestellt? Regelmäßig beim Diabetologen? (es gibt ein gutes Büchlein zu dem Thema:
    Diabetes- Ihr Recht im Alltag;
    das hat vielleicht der Diabetologe im Regal)
    Bei 40% gibt es 5 Tage mehr Urlaub (könnte hinderlich sein bei Bewerbungen, wobei die Meldepflicht relativ ist, wenn es den Job nicht beeinträchtigt. Zu Bedenken wäre es bei Jobs, bei denen er die Verantwortung für Gefahrengüter oder Personen hat, zB Busfahrer.)
    und eine Steuerpauschale von 430€.
    Ich meine, Arztbesuche wären auch verstärkt freigestellt, bin mir jetzt aber nicht ganz sicher.
    Bei der Behindertenbescheinigung vom Ordnungsamt sollte man darauf achten, ob die zeitlich begrenzt wurde, kommt schonmal vor.
    Ein einmal vergebener Bescheid kann nicht abgelehnt oder zurückgenommen werden.
    Anträge gibt es beim zuständigen Ordnunsamt.
    Das sollte auf jeden Fall vorher mit dem Arzt und mit dem Diabetologen besprochen werden, ob sich das "lohnt". Vielleicht hat dein Partner noch andere Beschwerden, die einen Ausweis begünstigen?
    Ab 50% ist es schon interessanter, auch mehr Steuerntechnisch, aber mal ehrlich, den Chef schockt die Strafzahlung nicht, wenn er jemanden los werden will! Unkündbar ist man mit Schwerbehindertenausweis auch nicht.
    Aber sogesehen kommt man mit mehr Abfindung aus der Sache raus.
    Sollte eine Kündigung für deinen Partner im Raum stehen, kann er die Rechte des Behindertenausweises schon mit Antrag auf diesen geltend machen.


  • M

    Rang: Gast
    am 31.07.2005 16:05:53
    Kurzer Hinweis zu diesen 1% Zuzahlung: Die haben alle chronisch Kranken. D.H aber, man muß einen Antrag bei der Krankenkasse stellen, ob man mehr als 1% seines Jahreseinkommens für Medikamente ausgeben muß. erst dann bekommt man Gebührenbefreiung. Ich komme mit diesem Antrag nie hin, meine KK sagt, ich verdiente letztes Jahr 8,86€ zu viel. Jedes jahr der gleiche Mist, immer ein paar Euro zuviel, angeblich. Ich wechsel meine Kasse jetzt, weil ich diese Rechnung für lachhaft halte, ich komme mir echt verarscht vor. Hat Tom vielleicht n Tipp für mich??
    Gruß M
  • Tom

    Rang: Gast
    am 03.08.2005 02:41:02
    Hallo M...

    eigentlich rechnet man die 1% vom Gesamtjahresbrutto, meines ist nicht so hoch, ich habe etwa 25000 EUR, also muß ich 250 EUR zuzahlen, das war dieses Jahr nicht schwer, allein bei meinem KH Aufenthalt waren es schon 110 EUR, dann 4x 10 EUR Doc einmal Notfall, 2x Zahnarzt... und dann die Zahlungen für das Insulin, am Besten Du rechnest es selber nach, das Gesamtbrutto bekommst Du ja vom AG am Ende ausgehändigt, Zuzahlungen für Zahnersatz zählen wohl nicht, weiß ich aber nicht genau...naja manche Kassen sind echt blöd... vielleicht wollen sie damit erreichen, das Du als Kostenfaktor zu einer anderen wechselst.

    BG
    Thomas
    von Tom
  • Paul Paul

    Rang: Gast
    am 25.10.2005 01:45:58
    Eure ganze Behindertenausweisdiskussion und Prozentrecherche kommt mir fast wie ein neuer Aufguss der früheren Sozialforen vor - wie betrüge ich den Staat!!
    Entweder einem Kranken stehen Minderungen der Gesundheit mit allen Folgen zu, dann muss man auch die zu erwartenden Nachteile in Kauf nehmen.
    Eine Krankeit kann nicht in eine zusätzliche Einnahmequelle verwandelt werden.
    Das ist die Meinung eines 50%-igen, Diabetikers!
    Paul von Paul Paul
  • Simon

    Rang: Gast
    am 13.11.2005 16:55:20
    man ist als diabetiker doch nocht nicht schwerbehindert oder???? ich hab nen antrag gestellt habe glaub ich 40% an behinderung bekommen von Simon