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"Living Low Carb"-Kohlenhydratarme Kost, auch für Diabetiker geeignet?

  • Rudolfe

    Rang: Gast
    am 26.12.2004 19:19:10
    Ich lese immer wieder in der sog. Laien-Presse (nicht-medizinische Zeitschriften) von der oben beschriebenen Diätform, bei der viel fett- und eiweißreiche Lebensmittel gegessen werden können, aber ganz wenig Kohlenhydrate!

    Die Übergewichtigen nehmen ab und können damit ihr "gewünschtes" Gewicht langfristig halten bzw. wäre das nicht auch was für uns Typ I-Diabetiker...?
    Beim Sport hätte ich so meine Bedenken! Wie soll ich meine Muskeln versorgen, wenn die Glukose durch die körperliche Anstrengung nicht mehr ankommt und ich "keine" KH zuführen soll?
    Habt ihr schon darüber gelesen bzw. wie ist eure Meinung dazu?
  • Rudolfe

    Rang: Gast
    am 26.12.2004 19:44:41
    Sorry,
    ich bin neu hier, deshalb wusste ich nicht, was es mit dem Kästchen "Anonym" auf sich hat... von Rudolfe
  • Anke

    Rang: Gast
    am 27.12.2004 21:06:30
    Hallo Rudolfe,

    klingt nicht wie für den Diabetiker gemacht ... :-(

    Eiweiss belastet die Nieren, was beim Diabetes möglichst zu vermeiden ist.

    Da Insulin und Kohlenhydrate immer im Gleichgewicht sein sollten, bedeutet Kohlenhydratreduktion: Neueinstellung bezüglich der benötigten Insulinmenge. Davon unberührt sind sämtliche Zusatz-BE, die bei Sport und jeder anderen Bewegung absolut notwendig sind und auf keinen Fall (!) weg gelassen werden dürfen.
    Die untere Grenze der mindestens notwendigen KH am Tag wird ja auch durch den Diabetes definiert - ohne dass ich jetzt kompetent wäre zu sagen, ob sich das mit der "low-carb"-Diät noch irgendwie vereinbaren lässt.

    Viel Fett zu essen, während man die Kohlenhydrate beim Diabetes wie gesagt kaum auf ein Minimum reduzieren sollte, entspricht dagegen nicht mehr dem "low carb"-Diätgedanken.

    Also besser nach Alternativen suchen ...:-))

    Viele Grüsse Anke
  • Sandra

    Rang: Gast
    am 04.01.2005 12:52:34
    ...die Low-Carb Ernährung in vernünftiger Form, sprich wenig KH, richtige KH, aber auch wenig Fett bezw. das richtige Fett, wie sie die LOGI-Ernährung empfiehlt, halte ich schon machbar und richtig für Diabetiker. Aber wir wissen ja längst, dass wir komplexe KH essen sollen, und wieviel wir für unsere Einstellung brauchen.
    Von extremen Formen der LOW-Carb Ernährung (z.B. Atkins) die KH fast ganz meiden und sich Ketarier nennen, ist zu warnen!!!! (Ketoazidose!)

    Sandra
  • Heike Hein

    Rang: Gast
    am 16.01.2005 22:04:17
    Hallo zusammen,

    ich bin 40 Jahre, weiblich und habe seit 34 Jahren Diabetes Typ I.

    Spritze mehrmals täglich, nach insges. 8 Blutzuckermessungen.

    Habe i m m e r Werte zwischen 100 und 300, also den ganzen Tag schwankend, je nach Stress, Frustessen ect.
    Bin nervlich nicht so belastbar und rege mich schnell. Sport ect. kann daran nichts ändern, den ich übrigens auch 3 x die Woche betreibe.
    Dementsprechend liegt mein HbA1C-Wert immer zwischen 8 und 10%.
    Ja, ganz schön schlecht...ich weiss. Und das schon seit 34 Jahren!!!!
    Meine BZ-Werte waren noch nie gut!!!!! Wenn ich eine Diät machte, z. B. Weight Watchers, bekam ich jeden Tag mehrere Unterzuckerungen. Ich wiege 90 kg bei einer Grösse von 1,74 m, also zuviel.

    So, dass zu meinen Daten. Jetzt zu LOW CARB:

    Habe LC ca. 3 Monate ausprobiert, mit Tagebuchführung, Blutwerte vorher und hinterher.
    Habe pro Tag ca. 2500 Kal. zu mir genommen, die sich wie folgt zusammen setzten:
    70-80% Fett
    20-30% Eiweiss
    05-10% Kohlenhydrate
    Ich war ständig in Ketose. Bei Blutzuckerwerten von konstant 100.
    Wenn ich vorher ca. 100 Einheiten Actrapid-Insulin benötigte, brauchte ich kaum noch
    20 Einheiten am Tag. Auch nachts konnte ich das Lantus von 25 auf 10 Einheiten senken. Ich hatte nicht eine einzige Unterzuckerung geschweige denn einen Wert von über 150!!!!!
    Mir ging es phantastisch. Keine Müdigkeit mehr, keine Kopfschmerzen, keine Heisshungerattacken, kein Frustessen mehr. Keine Schokoladensucht mehr.

    Meine Hausstauballergie ging zurück, meine Cellulite besserte sich enorm, insgesammt verbesserte sich mein ganzes Hautbild. Meine Blutwerte, die vorher auch normal waren, wie z. B. Cholesterin blieben konstant. Auch HDL und LDL und Triglyceride, die immer bei 50 liegen.

    Also was die Blutwerte betreffen, so ist nur mein HbA1C-Wert deutlich besser geworden, weil die anderen ja gar nicht verbesserungswürdig waren. Sogar meine Harnsäure-Werte blieben gleich,und das bei der Menge Eiweiss. Allerdings hatte ich auch noch nie Probleme mit den Nieren.

    Ich lasse alle 3 Monate meine Blut- und Urinwerte messen. Das nur zur Info. Bis auf den hohen Blutzucker ist alles perfekt. Und den konnte ich mit Low Carb deutlich verbessern.

    So, jetzt zu meinem eigentlichen Anliegen:

    Ich verstehe hier die Ärzte und die Hintergründe nicht. Warum ist man immer noch der Meinung, ein Diabetiker müsste
    Broteinheiten essen? Klar, ein paar vielleicht, die sind sogar im Käse. Ganz vermeiden lässt sich das also nicht. Aber warum immer diese Mengen von 200 und mehr Gramm pro Tag? Wenn doch das Hauptproblem darin liegt, daß die Blutzuckerwerte zu hoch sind? Ausserdem ist mein BZ auch durch die Eiweiss-Eßerei gestiegen.

    Also ich für mich habe diesen Selbsttest gemacht und werde mich in Zukunft näher damit befassen, so daß ich mich nur noch so ernähren werde. Ich bin begeistert.

    Warum gibt es immer mehr Dicke und Diabetiker-Typ 2?
    Die Frage muss man sich doch einmal stellen. Verdienen tun doch nur die Pharmahersteller und Ärzte, und das auf unsere Kosten!! Ebenso dieses Gerede mit der Fett-Reduzierung. Dünnere Menschen gibt es doch nicht wirklich dadurch, oder?

    Der Zucker bzw. die Kohlenhydrate sind das Problem und das muss endlich mal erkannt werden!!!! Nebenbei muss ich noch erwähnen, dass ich so ca. 6 kg abgenommen habe in den 3 Monaten. Auch mein Fettanteil ist gesunken, wie deutlich auf der Waage zu erkennen war. Ebenso der Tailen- und Hüftumfang. Also nicht nur Wasser!!

    Ich persönlich kann dieses Gerede und Gemache um Light-Food und Fettarm nicht mehr hören. Denn reich werden doch nur die Lebensmittelhersteller und wir an Körperfett. Das muss mal ganz klar gesagt werden!!

    Wer möchte, kann das ganze gerne mit mir diskutieren, hier im Forum oder auch per E-mail.

    Bin auf Nachricht gespannt.

    Grüße aus Köln von Heike Hein
  • Anna

    Rang: Gast
    am 17.01.2005 19:52:24
    Ich lebe in England und man hat hier teilweise das Gefuehl das die lieben Briten in deiner Zeit der Diabetes Therapie stehengeblieben sind, was bei uns in Deutschland vor ca. 20 Jahren gewesen sein muss. BEs gibt es nicht und auch keine Analoginsuline, zumindest nicht fuer den Normalbuerger. Hier ist alles Low Fat aber High Carb. Im Zuge des Trends von Atkins ect. wird Low Carb hier zur Behandlung von Typ-1 Diabetikern angewandt, es gibt ja nichts anderes. Da es die dazugehoerigen Produkte in jedem Supermarkt zu kaufen gibt, habe ich das mal versucht und was soll ich sagen: nach zwei Tagen hatte ich einen Atem gegen den der Schaeferhund meiner Schwester die reinste Blumenwiese ist. Es ist nicht abzuweisen das man dadurch an Gewicht verliert, aber es gibt keine Langzeitstudien (es ist aber definitiv leichter fuer einen Deutschen in GB sich mit dem Diabetes zurechtzufinden). Achso...ist nicht Dr. Atkins an Herzkranzverkalkung gestorben? :-)

    Alles Liebe

    Anna
  • Sandra

    Rang: Gast
    am 19.01.2005 15:56:17
    ....ich denke es wird immer noch der Fehler gemacht, Atkins und Low Carb in einen Topf zu werfen.....

    Atkins würde ich nun wirklich nicht empfehlen, wohl aber eine deutliche Reduzierung von schlechten Kohlehydraten, wie Zucker, Weißmehl, Fastfood und Co....

    Bei LOW CARB werden Fette und Eiweiß im vernünftigen Maß gegessen, die richtigen Fette, und Kohlehydrate reduziert und in komplexer Form, als Vollkorn, Hülsenfrüchte, Gemüse, Obst....

    der glaubwürdigste Vertreter ist N.Worm (LOGI-Ernährung)

    Sandra
  • Dirk

    Rang: Gast
    am 25.01.2005 00:15:24
    Hallo Heike,

    mit dem ganzen fettarm Quatsch gebe ich Dir völlig recht. Meistens führt es doch dazu, dass die Konsumenten entweder das doppelte essen oder sich das Fett anderswo holen, so als 'kleine erlaubte Sünde' oder nach dem Motto.

    Mit Low Carb verstehe ich einiges nicht. KH liefern Energie in die Muskeln. Fett liefert Energie nur mittelbar über Verbrennung (bei körperlicher Aktivität). Also brauche ich KH, wenn ich nicht dauernd Sport mache.

    Du schreibst, Du bist dauernd in Ketose. Ketose heisst doch, der Körper verbrennt Muskelmasse anstatt Fett. Und das klingt für mich nicht gut. Gibt ja auch üblen Mundgeruch.

    Gruss,
    Dirk
  • Mäxchen

    Rang: Gast
    am 12.02.2005 16:34:56
    Mein Mann und ich haben versucht , mit Trennkost abzunehmen. Er ist Typ II , ich Typ I. Er hat wunderbar abgenommen , hatte erstklassige Werte , bei mir sind die BZ-Werte Fahrstuhl gefahren und ich habe kaum abgenommen . Ich glaube langsam , daß es für Typ I irgendeinen Trick geben muß , damit wir überhaupt abnehmen . Wir haben auch zusammen gefastet - Ergebnis s.o. Falls jmand den Trick kennt - bitte unbedingt melden ! Gruß M von Mäxchen
  • Freya

    Rang: Gast
    am 22.02.2005 00:17:21
    Hallo,
    habe mich kurz mit Low-Carb bzw. Logi-Diät beschäftigt, da ich eine sehr übergewichtige Bekannte habe, die damit abnimmt.
    Ich würde das so (als Diabetikerin) niemals tun.
    Wenig Kohlenhydrate, jede Menge tierisches Fett, Fleisch, Beeren etc. (Vorbild: Ernährung des Menschen in der Steinzeit). Wenn ich nur an die Folgen für die bei Diabetikern schon beanspruchten Gefäße denke - wir jagen heute halt auch keine Mammuts mehr.
    Zudem sehe ich, wie meine Bekannte versucht, nun möglichst viel von den "erlaubten" Lebensmitteln zu konsumieren. Äh...
    Freya