Pressemitteilung

Bei Diabetes auch den Augen zuliebe auf gute Blutdruck- und Blutzuckerwerte achten

Sehbehindertentag am 6. Juni 2017

Die Stoffwechselerkrankung Diabetes kann verschiedene Begleit- und Folgeerkrankungen nach sich ziehen, darunter auch an den Augen. So weisen bis zu einem Drittel aller Menschen mit Diabetes Typ 2 bei ihrer Diagnosestellung eine leichte Veränderung der Netzhaut auf. Eine „diabetische Retinopathie“ zeigt lange Zeit keine Symptome. Treten Sehstörungen auf, können die Schädigungen an der Netzhaut bereits weit fortgeschritten sein. Um dem vorzubeugen, sollten Menschen mit Diabetes auf eine gute Stoffwechseleinstellung und auf ihre Blutdruckwerte achten. Darauf weist diabetesDE – Deutsche Diabetes-Hilfe zum Sehbehindertentag am 6. Juni 2017 hin.

Menschen mit Diabetes sind gefährdet, im Laufe ihrer Erkrankung eine „diabetische Retinopathie“ zu entwickeln. Denn dauerhaft erhöhte Blutzuckerwerte können die feinen Blutgefäße der Netzhaut irreparabel schädigen – ohne dass Betroffene dies anfangs bemerken. Das Sehvermögen bleibt in der frühen Phase meist unbeeinträchtigt. Im fortgeschrittenen Stadium bilden sich bei einigen Betroffenen neue Gefäße, die bis in die Netzhaut oder den Glaskörper vordringen. Die Gefäße werden durchlässig und brüchig, Blut tritt in das umliegende Gewebe aus. „Erst beim Eintreten solcher leider unumkehrbarer Schädigungen lässt auch das Sehvermögen nach“, erklärt Professor Dr. med. Thomas Haak, Vorstandsmitglied von diabetesDE – Deutsche Diabetes-Hilfe und Chefarzt am Diabetes Zentrum Mergentheim in Bad Mergentheim.Bestimmte Warnzeichen können darauf hinweisen, zum Beispiel plötzlich auftretende Veränderungen des Sehvermögens wie Leseschwierigkeiten, verzerrtes oder verschwommenes Sehen. Auch sogenannter „Rußregen“, das Wahrnehmen vieler kleiner schwarzer Punkte vor dem Auge, zählt dazu.

„Um dem vorzubeugen, sollten sowohl Menschen mit Typ 1 als auch mit Typ 2 Diabetes regelmäßig zur Augenkontrolle gehen“, sagt Professor Haak. Denn früh erkannt, lassen sich irreversible Veränderungen der Netzhaut aufhalten. Menschen mit Typ-1-Diabetes sollten ab dem fünften Erkrankungsjahr eine Netzhautuntersuchung nach vorheriger Pupillenerweiterung erhalten. Bei Menschen mit Diabetes Typ 2 sollte sofort nach der Diabetes-Diagnose die Netzhaut untersucht werden. Liegen noch keine Schädigungen an der Netzhaut vor und bestehen keine allgemeinen Risiken wie ein erhöhter Langzeitblutzuckerwert oder Bluthochdruck, werden Kontrolluntersuchungen alle zwei Jahre empfohlen. Bei hohem Risiko sind jährliche Untersuchungen wichtig. Bei bereits bestehender Retinopathie können die Untersuchungsabstände auch individuell kürzer als jährlich sein. Neben der regelmäßigen Augenkontrolle beim Arzt ist auch eine gute Stoffwechseleinstellung mitentscheidend, wie Professor Haak betont: „Ein wichtiger Faktor in der Vorbeugung von Augenerkrankungen sind konstant gute Blutzuckerwerte“. Zum anderen sollte auch der Blutdruck gut eingestellt sein. Es gilt deshalb einen Blutdruck von unter 140/80 mmHG anzustreben.

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