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Folgenden Beitrag melden Extreme gesundheitliche Probleme; Glucose-Stoffwechsel gestört, keine Diabetis; Hilfe!!!

am 11.05.2019 22:32:11 Hallo zusammen....

Ich (männlich, 39) habe mich hier bei Euch im Forum angemeldet, da ich mir erhoffe, dass Ihr mir vielleicht helfen könnt.
Mein Beitrag muss leider ein bisschen umfangreicher werden. Ich hoffe, Ihr könnt Euch dennoch die Zeit nehmen und mir helfen. Ich bin für jede Idee, jeden Ansatz, jede Hypothese oder ähnliches dankbar.

Man weiss garnicht wo man anfangen soll. Ich versuche es einfach mal.

Ich habe im Oktober 2016 über Nacht enorme gesundheitliche Probleme bekommen.
Zu diesem Zeitpunkt war ich 36.
Ich bin abends ins Bett gegangen und habe nach meinem Empfinden eine "normale Nacht" gehabt.
Als ich jedoch morgens aufwachte, dachte ich, ich hätte den Abend zuvor extreme Mengen Alkohol getrunken!
Ich war total benommen, hatte ein übelstes Katergefühl, mir war schwindelig wie bei Windstärke 10, ich hatte Probleme geradeaus zu gehen, konnte schwer einen klaren Gedanken fassen, kalt, warm, dusselig.
Das volle Programm. Ich habe den danach involvierten Ärzten gegenüber immer von " extrem hoher fieberartiger Zustand" gesprochen oder "ich fühle mich wie vergiftet".
Es fühlte sich alles nicht mehr real an. Wie eine Art Dejavu-Zustand. Ein Traum, aber nicht real.
Dieser Zustand ist bis heute so geblieben. Mal ist es besser, mal schlechter.
Ich habe dann sofort meinen Hausarzt kontaktiert und bin dort hin. Meine erste Vermutung war, dass ich einen Schlaganfall oder so etwas bekomme oder habe oder hatte.
Hausarzt (Internist) nahm Blutwerte etc.. Alles ohne Befund. Der Arztmarathon begann....
Ich kann hier nicht auf alles im Detail eingehen, denn das würde den Rahmen extrem sprengen.
Was in den letzten 2 Jahren und 7 Monaten heraus gefunden wurde ist, dass irgendwas mit meinem Zuckerstoffwechsel oder meine Bauchspeicheldrüse oder dergleichen nicht stimmt.
Ich hatte gleich nach Beginn der Erkrankung einen Test auf Diabetis machen lassen. (OGTT)
Grund dafür war, dass ich einfach gemerkt hatte, dass ich die Symptome mittels Ernährung verschlechtern kann. Leider musste ich echt um den Test kämpfen, da meine Blutwerte so unauffällig waren, dass sämtliche Ärzte diesen einfachen test mit mir nicht machen wollten.
"Ihr HBA1C Wert ist mehr als unauffällig. Sie haben kein Diabetis. Den Test können wir uns alle sparen".
Als ich die Ärzte dann soweit hatte, wurde der Test ebenfalls bei einem Internisten durchgeführt und dieser sagte mir, dass der Test ohne Befund sei. Kein Diabetis.
Also ging für mich die Reise von Arzt zu Arzt weiter. Es kamen im Laufe der Monate und (inzwischen leider schon) Jahre immer wieder neue Symptome dazu.
Letztes Jahr im Herbst, auf den Tag genau 2 Jahre nachdem die gesundheitlichen Probleme angefangen hatten, war ich dann in einer diabetologischen Praxis bei uns in Hannover.
Ich hatte die Schnauze voll! Viele der Symptome haben mich immer wieder auf Diabetis oder zumindest etwas in der Art und Weise gebracht. Zusätzlich war ein Kumpel von mir gerade an Diabetis erkrankt ( oder es wurde besser gesagt diagnostiziert) und dieser hatte ähnliche Symptome wie ich.
Daher war mir dann alles egal. Von 4 oder 5 Ärzten hatte ich zwar bis dahin gehört, dass es keine Probleme hinsichtlich Diabetis bei mir gibt, aber mir reichte es einfach. Ich wollte einen test bei einem Profi um das Thema ein für alle Mal auszuschließen.
Der Diabetologe empfing mich und schaute mich an und sagte original zu mir:" Sie haben kein Diabetis". Sie sehen für mich nicht aus wie ein Diabetiker und Ihre Werte sprechen auch nicht dafür.
Grossen Herzens lies er sich aber dennoch herab, einen OGTT Test mit mir zu machen.
Dieser wurde auf 4 Stunden angesetzt.
Ich erschien also an besagtem Tag morgens nüchtern in seiner Praxis.
Zuerst wurde mittels Blutabnahme (venös) der nüchterne BZ-Wert bestimmt. 93mg/dl
Danach habe ich die Glucoselösung getrunken und wurde ins Wartezimmer gesetzt. In einer Stunde sollte wieder gemessen werden.
nach besagter Stunde wurde erneut Blut aus der Vene genommen. Danach wurde ich wieder für eine Stunde ins Wartezimmer gesetzt. Etwa eine halbe Stunde später merkte ich, dass meine Benommenheit sich deutlich mehr ausprägte. Ein bekanntes "piepen" kam auf meine Ohren und meine Augen wurden noch schlechter als sie eh schon sind seit dem Auftreten der Erkrankung.
Ich meldete mich und teilte dies mit. Reaktion kam keine. Kein "Fingerstich" zwischendurch um mal zu checken oder sonstwas.
Es folgte dann die 2. Blutabnahme nach trinken der Glucoselösung. 2 Stunden waren seitdem vergangen. Ich fragte ob ich vielleicht doch was trinken darf, da ich einen Schweinedurst hatte. Nöö, durfte ich nicht.
"Setzen sie sich wieder ins Wartezimmer, wir rufen sie in einer Stunden wieder".
Ich saß keine Minute im Wartezimmer, da kam die Laborfrau mit dem Arzt und einer weiteren Helferin rein gerannt und rief ganz aufgeregt meinen Namen.
Ich solle schnell mitkommen, da kann was mit dem letzten Ergebnis nicht stimmen.
Leider, oder vielleicht auch zum Glück, stimmte die Messung jedoch.
Ich war 2 Stunden nach trinken der Glucoselösung bei 21mg/dl und das machte die Ärzte (inzwischen waren 3 von denen anwesend) sehr nervös.
Verlauf des OGT-Tests:
nüchtern: 93mg/dl
nach einer Stunde: 78mg/dl
nach 2 Stunden: 20mg/dl
Abbruch und Dextro.
Die Mitarbeiter peppelten mich wieder hoch und ich bin dann nach Hause gefahren. Wenn es nach denen gegangen wäre, hätte mich der Krankenwagen in die MHH Hannover gebracht. Das wollte ich aber nicht. Egal.
Fakt ist, dass es mir 3 tage danach richtig mies ging. Ich war komplett auf und die Symptome die ich seit 2 Jahren kannte waren deutlich ausgeprägter. Ich habe fast nur geschlafen.
Ein paar Tage später sprach ich am Telefon mit dem Diabetologen und dieser sagte mir, dass er mir leider nicht helfen kann, da ich kein Diabetiker bin weil ich eben keine Diabetis habe.
Ich solle das von den Endokrinologen checken lassen.
Das Lustige ist, dass ich bereits ein 3/4 Jahr zuvor bei einem recht renomierten Endokrinologen war, dieser für 2000,-€ Laborwerte ermittelte und mich dann weg schickte mit den Worten "Aus endokrinischer Sicht sind sie gesund".
Eine anschließende stationäre Aufnahme in der MHH brachte auch keinen Erfolg.
Dort wurde erneut ein OGTT gemacht (diesmal aber unter besonderer Beobachtung). Der Verlauf war ähnlich. Der einzige Unterschied war, dass ich nach dem Trinken der Glucoselösung erst deutlich höher vom BZ gefahren bin und dann der Abfall kam.
Nüchtern: 95mg/dl
nach einer Stunde: ca. 180mg/dl
nach 2 Stunden: 160mg/dl
nach 2,5 Stunden Abbruch auf meinen Wunsch bei 30mg/dl.
Aufgrund dessen, dass ich sowie bei 20mg/dl als auch bei 30mg/dl noch komplett ansprechbar war, vermuten die Ärzte jedoch, dass mein Körper derartig tiefe Werte kennt. Mir wurde gesagt, dass ein BZ in der Tiefe eigentlich mit Bewustlosigkeit oder ähnlichem verbunden sein sollte.
Dies ist bei mir nicht der Fall.
Ergebnis der MHH in Hannover gab es bis jetzt keins.
Ich kürze das jetzt mal alles ein bisschen ab.
Ich habe mich nach dem ersten OGTT dann um ein Dexcom Gerät gekümmert um selber mal ein bisschen schauen zu können.
Trage also seit Herbst letzten Jahres das G6 von Dexcom.
Jetzt kommt das skurile was ich nicht verstehe.
Wenn ich morgens eine Mahlzeit mit Kohlenhydraten esse dann gehe ich kurz hoch vom Zucker und falle dann in eine Hypoglykämie. Dieses ist bei allen Arten von Carbs der Fall. Der glykämische Index der Kohlenhydrate bestimmt lediglich, wie schnell es dazu kommt.
Esse ich morgens eine nahezu ketogene Mahlzeit falle ich ebenfalls leicht ab, aber bei weitem nicht so doll. Esse ich diese ketogene Mahlzeit jedoch mehr oder weniger kurz nach dem Aufstehen (bis 1,5 Stunden danach) falle ich deutlich weiter ab! Dann kommt es auch mal auf einem Abfall auf 50mg/dl und das OHNE DIE ZUFUHR VON GLUCOSE VON AUSSEN!

Beispiel:
1) Aufstehen um 7 Uhr. BZ bei 90, um 8 Uhr Spiegeleier mit Speck und Käse; dann kein Anstieg des BZ's aber ca. 45 Minuten später fällt er ab auf 50mg/dl
2) Aufstehen um 7 Uhr. BZ bei etwa 90-95; um 11 Uhr die exakt gleiche Mahlzeit, ebenfalls kein Anstieg aber nach ca. 45 Minuten leichter Abfall bis auf ca. 80-85. Stabilisiert sich dann aber innerhalb einer Stunde wieder zurück auf 90-100.
3) Aufstehen, Kohlenhydrate, Chaos! Abfall unter 50 innerhalb 1-2 Stunden;

Sehr sehr unerklärlich und komisch.
Ich möchte an dieser Stelle noch bemerken, dass ich die Werte ebenfalls "blutig" geprüft habe. Sie stimmten, dass Dexcom hat die Wahrheit gesagt.

Jetzt kommt das nächste Phänomen:
Der Nachmittag!
Das ist nämlich alles komplett anders! Und das ist jetzt kein Scheiss den ich Euch hier schreibe! Nicht dass Ihr irgendwie denkt, dass ich Euch hier verkaspern will oder sowas.

Nachmittags:
letzte Mahlzeit um 11 Uhr (siehe oben)
15.10 Uhr, BZ bei 100mg/dl: 1/2 Becher Ben & Jerrys Eis und eine 300 Gramm Tüte Haribos. Danach KEINE WEITERE NAHRUNGSAUFNAHME!!!
15.40: Beginn des Anstiegs des BZ's
16.22 Uhr: höchsten Wert erreicht, 234mg/dl
bis 17.55 Uhr geht der Wert nicht unter die 200mg/dl. Er dümpelt so vor sich hin.... fällt mal kurz auf 202 runter, steigt dann wieder auf 220.
18.09 Uhr: 192mg/dl ..... dann wieder Anstieg auf 214 um 18.49 Uhr; dann Abfall in einer sauberen Kurve
19.34 Uhr 113mg/dl ... dann jeoch wieder Anstieg auf 183mg/dl um 20.34 Uhr
danach wieder runter auf 95mg/dl um 21.26 Uhr und dann auf 88 mg/dl um 22.04 Uhr;
Es ist also eine Berg- und Talfahrt und was mich wundert ist, dass der Zucker so lange steht bevor was passiert.
Konsumiere ich derartige Mengen von Zucker, merke ich noch bevor sich der BZ ändert, dass die Symptome die ich habe deutlich stärker werden.

Hier mal ein paar ausgewählte Symptome die seit Oktober 2016 entstanden sind:

- Permanente extreme Benommenheit; "Watte im Kopf" wie "besoffen" oder "Dejavue", Schwindel;
- permanente Müdigkeit, Abgeschlagenheit, Mattheit und Antriebslosigkeit; depressive Verstimmung;
- leicht reizbar und sehr leicht aus der Fassung zu bringen
- Augen sind schlecht geworden; "scharf stellen" ist mitunter schwierig; Augen immer leicht zukneifen
- Gewichtszunahme!!! 10-25 Kilo seit Beginn der Symptome; Aktuell aufgrund Low Carb Ernährung und kalorischem Defizit +12 Kilo von meinem Gewicht vor Oktober 2016
- keien Kraft und keine Energie mehr
- dünne Haare bekommen und Volumen der Haare komplett weg
- trockene, brüchige und unreine Haut;
- keinen Bock mehr zu irgendwas
- morgens nach dem Aufstehen schon gleich wieder müde
- nach dem Schlafen (auchh wenn ich mittags mal schlafe) ist der Zustand am schlechtesten
- Tinitus
- Verdauung verändert
- Gelenkschmerzen
- Immunsystem schlecht
etc. etc.

Inzwischen bin ich soweit, dass ich denke, dass dieses Problem schon länger in mir schlummert! Ich habe 2007 das letzte Mal Alkohol getrunken, weil es mir einfach nicht bekommen ist. Ich lag nach einem Abend feiern 3 tage lang flach mit ähnlichen Symptomen wie jetzt. Eigentlich genau wie nach dem OGTT!
2014 hatte ich diese Benommenheit ebenfalls schon einmal, jedoch nur für ein paar tage.
Ich war dann ambulant im Krankenhaus aber alles war gut.

Folgende Ärzte wurden konsultiert bzw. folgende Untersuchungen wurden gemacht:

Internist, Neurologe, HNO, Augenärztin, Kardiologe; Urologe / Androloge, Endokrinologe 2x,
Chiropraktiker, Physio, Heilpraktiker, Zahnarzt, Pneumologe, Psychater, Psychologin, Diabetologe, Umweltmediziner;
MRT Abdomen (Bauch) inkl. Nebenniere, BSD etc. ohne Befund
MRT Kopf Ohne Befund
sämtliche Blutwerte ohne Befund oder nicht auffällig.
Schwermetalltest: Cadmium im Blut zu hoch (Wert liegt bei 2,0)
HBA1C Wert immer zwischen 4.9 und 5.2. Je nachdem wie ich mich ernährt habe.
Nachts ab und zu Hypo bis auf 50 runter. Ohne ersichtlichen Grund!
Letzte Mahlzeit immer nicht nach 18 Uhr und NIE mit Kohlenhydraten.
Vor der Erkrankung war ich sehr intensiver Sportler (Kampfsport und Krafttraining).
Ich wog zwischen 68 und 74 Kilo bei 7-9 % Körperfett und 173 cm Größe;

Aktuell komme ich am besten klar, wenn ich mich nahezu ketogen ernähre.
2 Mahlzeiten am tag, die erste ca. 4 Stunden nach dem Aufstehen und die zweite dann Nachmittags bzw. abends zwischen 17 und 18 Uhr.
Wenn ich das so mache, steht mein BZ den ganzen Tag wie eine Maschine.
Leider kommen wie geschrieben teilweise Nachts die Unterzuckerungen.
Doch trotz dessen der Zucker so gut steht, sind die Symptome immer noch da.
Kaffee vertrage ich leider garnicht mehr. Durch dass Koffein fällt manchmal der BZ ab und ich merke, dass die Benommenheit stärker wird.

Vielleicht habt Ihr ja noch eine Idee. Ich weiss hier nicht mehr weiter und die involvierten Ärzte auch nicht. Und ich möchte gerne mein Leben zurück!
So geht es nicht mehr weiter.

Ich danke Euch schonmal vorab und bin gespannt, ob es etwas bringt.
Schönen Abend Euch und danke für Eure Zeit.

Grüße
Thomas


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