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am 12.02.2021 14:51:33 Hallo Trash,

ich kann gut nachvollziehen, wie es dir gerade geht. Auch ich hatte aufgrund meines Diabetes bestimmte Ängste entwickelt.

Wichtig ist, dass du wirklich langsam aber sicher, Ruhe lernst. Der Blutzucker schwankt leider immer mal wieder stark. Aber, du hast einen Sensor mit Alarmen. Dann wirst du rechtzeitig gewarnt. Das musst du dir im Kopf behalten. Solange deine Einstellung nicht stimmt, ist das Hin und Her kein Wunder. Die Remission dazu macht auch nochmal viel Chaos. Darum brauchst du jetzt einfach Geduld. Ich war am Anfang auch häufig verzweifelt, mit der Zeit bekommt man aber den Dreh raus. Das wirst auch du merken, auch wenn du es vielleicht jetzt nicht glauben kannst. Ich dachte auch, mein Diabetes den bekomme ich nie in den Griff, mittlerweile geht es recht gut. Klar gibt es mal dumme Tage, mal passiert eine Unterzuckerung oder Überzuckerung, die man sich absolut nicht erklären kann. Aber das sind die Ausnahmen. Viele Dinge kann man nach und nach erst erklären und dann später auch verhindern ;)

Du musst wissen, bei Diabetes sind zusätzlich Angsterkrankungen (auch spezielle diabetesbezogene Ängste wie Hypo-Angst, Spritzangst, etc.) aber auch Depressionen häufig. Daher muss man sich nicht schämen, wenn man eine zusätzlich Angsterkrankung oder auch eine Depression entwickelt. Wichtig ist, dass du jetzt mit deinen Ängsten einen guten Ansprechpartner findest. Wurde bereits die Reha beantragt und genehmigt? Wenn, dann frage dort unbedingt nach, dass du während der Reha auch psychologische Unterstützung bekommst. Wenn nicht, kann ich dir statt einem Reha-Aufenthalt sehr einen Aufenthalt in der Diabetes-Klinik Bad Mergentheim ans Herz legen. Die kennen sich auch mit solche Problemen super gut aus. Es gibt sogar bspw. eine spezielle Gruppe für Hypo-Angst. Wenn jetzt noch keine Reha fest genehmigt wurde, dann würde ich eher schauen, dass du dort hinkommen kannst. Mir haben die Psychologen, aber auch die Ärzte, Schwestern und Diabetesberaterinnen dort sehr geholfen.
https://www.diabetes-klinik-mergentheim.de/
https://www.diabetes-klinik-mergentheim.de/schwerpunkte/spezielle-behandlungsgruppen/unterzucker-angst

Darüberhinaus wäre es sicher auch sinnvoll, dass du nach einem stationären Diabetesklinik oder Rehaaufenthalt weiterhin psychologische Unterstützung erhälst. Es gibt speziell auf Diabetes spezialisierte Psychologen, die nennen sich Diabetesfachpsychologe DDG. Bei so jemanden bin ich auch in Therapie und mir hilft es sehr viel. Vorher hatte ich eine normale Psychotherapeutin und das ist schon ein sehr großer Unterschied. Leider gibt es nur sehr wenige deutschlandweit, aber du kannst ja mal schauen, ob es in deiner Region jemanden gibt.
Hier sind viele der Psychotherapeuten gelistet:
https://www.diabetes-psychologie.de/Psychotherapeutensuche
Jedoch sind nicht alle Psychologen eingetragen, wenn bei dir in der Region niemand dabei ist, kannst du in einer weiter entfernten Region mal anrufen und fragen, ob es vielleicht doch jemanden bei euch gibt. Die meisten dieser Psychologen kennen sich auch untereinander.

Zwecks Führerschein, sowohl gewerbsmäßig als auch privater PKW Führerschein, solange du nicht gut eingestellt bist, bist du nicht fahrtüchtig. Insbesondere bei der Umstellung einer Therapie wird häufig ein Fahrverbot verhängt. Also würde ich an deiner Stelle daran arbeiten, dass du Hypos rechtzeitig erkennst und verhinderst, damit du wieder Auto fahren darfst. Wichtig ist zudem, dass du nicht in Panik gerätst. Solange du dieses Problem nicht in den Griff bekommst, wirst du nicht wieder fahren dürfen. Daher sehe es als Anreiz gegen deine Angsterkrankung zu arbeiten.

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