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Folgenden Beitrag melden Kann ich je wieder „normal“ essen?

am 10.09.2021 12:30:46
maddi schrieb:


Was genau ist denn mit Extrem gemeint ?
Die Dinge zu meiden die einem nachweislich nicht gut tun ?




Versuche das einmal jemandem zu erklären, der unter einer Sucht leidet. ;-)

Jeder Alkoholiker, Drogenabhängiger oder deutlich übergewichtiger Mensch, also mehr oder weniger jeder, der sich mit seinem Verhalten selbst schadet, weiß in nahezu aller Regel ganz genau, dass das was er/sie tut, nicht gut für ihn/sie ist. Bei meiner Schwester z.B. ist seit 1 1/2 Jahren eine NAFLD, also eine Nicht-alkholische Fettleber, bei ausgeprägter Adipositas (BMI: 46 !!!) bekannt. Sowohl das warnende Zureden von Ernährungsexperten im Krankenhaus als auch im Privatbereich hilft da nicht, obwohl ich ihr mit 70 kg Gewichtsverlust und allgemein gesunder Ernährung versuche, ein Vorbild zu sein. Trotzdem schaufelt Sie weiterhin massenweiße Weißbrot, Tiefkühlpizza, Eis, Süßigkeiten und sonstiges Unzeug in sich rein. Sie möchte erst dann tätig werden, wenn sie gesundheitliche Probleme (Diabetes, Herzprobleme, o.ä....) dazu zwingen. Das psychisch schmerzende und Sorgen bereitende Problem an der ganzen Sache ist, dass man nichts dagegen machen kann! Jede/r ist für sich selbst verantwortlich! Außerdem ist der Erfolg im Sinne einer Änderung der Gewohnheiten und - in diesem Fall - des Gewichts meiner eigenen Erfahrung nach abhängig von vielen Faktoren, dazu gehören - und das nur unter anderem - folgende:
1. Die (eigene) Motivation
2. Stress (wobei das immer wieder gerne mal als Ausrede für eine vermehrte Futteraufnahme verwendet wird!)
3. Arbeitslos oder berufstätig (bei permanentem Daueraufenthalt zu Hause isst man einfach mehr!)
4. Welche gesunden Alternativen zu Weißbrot, Süßgkeiten, fetthaltigen Lebensmitteln und Snacks habe ich, besser gesagt: Welche schmecken mir? Keiner, der Gemüse und Obst hasst, Proteine vermeidet und den Geschmack von Vollkornbrot oder braunem Reis nicht ausstehen kann, wird auf Dauer (gesunden) Erfolg haben!
5. Halte ich - wie die meisten schlanken Personen auch - eine gesunde Balance aus viel Bewegung und gesunder Ernährung - und wie lange: dauerhaft oder nur kurze Zeit?
6. Stichwort Balance: Ernähre ich mich insgesamt gesund bei nur gelegentlichen (1 - 2 Mal pro Woche) Ausflügen zur Pizzeria, Burgerbude, o.ä?
7. Informationsstand des Patienten bzgl. Gewichtsreduktion und gesundem Ess- und Bewegungsverhalten: Das Internet liefert sehr viele weitverbreitete Mythen, die sich hartnäckig halten. Gerade in Zeiten, in denen wir global immer dicker werden kann das ein Hindernis sein! Gute und vor allem wissenschaftlich fundierte bzw. begründete Seiten sind die Ausnahme!

Das alles muss hinterfragt werden. All die guten Vorsätze und eine meterhohe Motivation helfen aber meistens nicht, wenn das - und das ist oft der Fall - gleichzeitig zugrunde liegende psychologische Problem als Wurzel des ganzen Übels nicht beseitigt oder zumindest irgendwie durch anderweitige Kompensation überwunden wird. Bei Alkohol und all den anderen Süchten ist es - mehr oder weniger - das gleiche. Deswegen ist es beileibe nicht so einfach - ob mit oder ohne Diabetes - einfach auf dem Wissen was mir gut tut und was nicht, die richtige Entscheidung zu treffen. Vor allem bei einer starken Ausprägung des jeweiligen Suchtverhaltens wird's schwer.

My2Cents
Bearbeitet von User am 10.09.2021 12:34:41. Grund: .

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