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Akzeptanz?!
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am 06.07.2014 08:46:50
Hallo zusammen,
ich habe seit 14 Jahren Diabetes Typ 1. Ist schon eine lange Zeit. Und trotzdem fehlt mir immer noch die Akzeptanz zu dieser Krankheit.
Dies spiegelt sich in den Werten wieder.
Ich weiß ja über alles Bescheid, Folgeerkrankung und und und. Aber mir ist das alles zu viel, stechen, Messen, sich jedes mal beim Arzt zu rechtfertigen, das Essen berechnen...
Ich habe ehrlich gesagt keine Idee mehr, wie ich so langsam das ganze "an mich ranlasse" und hoffe, hier den einen oder anderen Tipp zu bekommen.
Gruß Mirko -
am 06.07.2014 15:31:48
Moin Mirko
an der Herausforderung musst Du vielleicht mehr tun, als wir mit Diabetes Dir helfen können. Stell dir einfach mal vor, Du hättest seit 14 Jahren ein Bein ab und wolltest Dir und uns erzählen, dass Du das bis heute nicht akzeptieren und an Dich ran lassen könntest. Und da könntest Du ja nicht einfach so tun, als hättest Du noch 2 vollständige, sondern ab ist ab.
Klar kann ich viel schreiben, wo ich von Psychologie keine Ahnung habe. Ich kenne mich nur einigermaßen mit Diabetes aus. Und in dem Zusammenhang finde ich inzwischen genial, dass wir uns mit unserer gesunden Blutzucker-Steuerung mit dem möglichen Minimum an Insulin (auch Typ1!) nicht nur den ganzen Wust an diabetischen Folgen vom Leib halten können, sondern auch den nicht minder miesen an verbreiteten Zivilisations-Folgen wie etwa hohem Blutdruck und hohen Blutfetten usw. Warum willlst Du diesen Riesenvorteil nicht nutzen, den Du mit Deinem Diabetes gegenüber Nichtdiabetikern hast?
Und mit etwas systematischem Lernen ist den Blutzucker gesund steuern sehr viel einfacher, als jeden Tag ne Stunde unfallfrei Auto fahren.
Bisdann, Jürgen
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am 06.07.2014 16:09:37
hi mirko,
was soll das jetzt?
es fehlt dir nicht das "Wissen u. Aufklärung" was alles beim dauerhaft entgleistem BZ auf dich (uns allen) zukommt.
vermute du hast ne phase in der du dich aufgibst/ hängenlässt.
das kommt wieder in ordnung, mach dir gedanken darüber, unsere unterstützung bekommst du.
allerdings hast du x-fach mehr möglichkeiten dein leben zu verlängern, als meine damalig 50 jährige arbeitskolegin die erfahren musste dass sie darmkrebs, u. noch ein paar monate zu leben hat, es war bekannt in der firma, sie aber hat nieee geklagt im gegenteil sie ist nochmal zur arbeit gekommen und hat so gut wie sie konnte noch gearbeitet, diese kleine frau hat meine bewunderung.
aber nicht du!
lg
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Gast
Rang: Gastam 06.07.2014 18:31:20
ingo1955 schrieb:
hi mirko,
was soll das jetzt?
es fehlt dir nicht das "Wissen u. Aufklärung" was alles beim dauerhaft entgleistem BZ auf dich (uns allen) zukommt.
vermute du hast ne phase in der du dich aufgibst/ hängenlässt.
das kommt wieder in ordnung, mach dir gedanken darüber, unsere unterstützung bekommst du.
allerdings hast du x-fach mehr möglichkeiten dein leben zu verlängern, als meine damalig 50 jährige arbeitskolegin die erfahren musste dass sie darmkrebs, u. noch ein paar monate zu leben hat, es war bekannt in der firma, sie aber hat nieee geklagt im gegenteil sie ist nochmal zur arbeit gekommen und hat so gut wie sie konnte noch gearbeitet, diese kleine frau hat meine bewunderung.
aber nicht du!
lg
Oh Mann Ingo, da fehlen mir echt die Worte.
Da hat jemand ein Problem und bittet um Hilfe und dann muss er so einen Quark lesen.
Wenn du nichts konstruktives beitragen kannst, dann lass es doch einfach!1 Benutzer dankte für diesen Nützlichen Beitrag. -
Gast
Rang: Gastam 06.07.2014 19:14:00
ich glaube ingo hat noch nicht verstanden, daß es verschiedene diabetestypen gibt, die unterschiedlich anspruchsvolle therapien erfordern.
der größte unterschied zwischen t1 und t2, ist daß die entgleisungsgefahr, die gefahr das essen falsch einzuschätzen, und auch die hypogfahr wesentlich geringer beim t2 ist.
wenn ein t2 vergißt insulin zu spritzen hat er hohen bz, den er korrigieren kann, beim t1 gehts ohne insulin auch nach oben aber dann setzt lypolyse ein, ketose usw.
daher jeder muß sein päckchen tragen, aber sie sind alle unterschiedlich schwer. genau aus diesem grund sind shg ein sehr nützlichles thema, leider werden sie in letzter zeit nicht mehr so unterstützt wie es noch vor kurzem war.
meintipp an den frager pumpenantrag und gute einweisung in der gruppe, zb mergentheim, noch besser althausen , das aber nur noch kurze zeit. -
am 06.07.2014 20:13:45
hallo,
@ Gäste,
muß kleinlaut zugeben, dass ich für den fragesteller" KEINE" lösung seiner hilfe-frage geben konnte.
es gibt auch keine lösung, um den "kelch" an ihm vorrüber gehen zu lassen, er muß wie wir alle, (mehr o. weniger) sein päckchen tragen, er kennt sich doch in diabetes aus, aber will es nicht mehr ertragen.
mein antwort davor sollte ihn nicht entmutigen, sondern er solle seine situation noch einmal einschätzen u. weiter kämpfen.
dann frag ich mal den fragesteller selbst: ist etwas an deiner selbstaufgabe, wahres dran?
lg -
Gast
Rang: Gastam 06.07.2014 21:27:03
ingo1955 schrieb:
hallo,
@ Gäste,
muß kleinlaut zugeben, dass ich für den fragesteller" KEINE" lösung seiner hilfe-frage geben konnte.
es gibt auch keine lösung, um den "kelch" an ihm vorrüber gehen zu lassen, er muß wie wir alle, (mehr o. weniger) sein päckchen tragen, er kennt sich doch in diabetes aus, aber will es nicht mehr ertragen.
mein antwort davor sollte ihn nicht entmutigen, sondern er solle seine situation noch einmal einschätzen u. weiter kämpfen.
dann frag ich mal den fragesteller selbst: ist etwas an deiner selbstaufgabe, wahres dran?
lg
Wie kommst du dazu, den Wahrheitsgehalt eines Hilferufes in Frage zu stellen?
Wenn du einen Thread nicht verstehst und nichts zum Thema beitragen kannst, dann lass es doch ganz einfach! Aber weich nicht immer von den eigentlichen Themen ab und verbreite Verunsicherung.1 Benutzer dankte für diesen Nützlichen Beitrag. -
Gast
Rang: Gastam 09.07.2014 18:18:53
hallo mirco,
ich hab auch ein zwei mal so eine phase durch gemacht. hab dann alles gegessen was keine kohlnhydrate hat und das gemacht was mir spass macht nach ein höchstens zwei tagen war ich wieder funktonsfähig.
ich bin 12 jahre diabetikerin und denke auch ab und zu jetzt reichts. da ich organisch gesund bin erlaube ich mir auch mal einen über den durst zu trinken. was bei mir jedoch ca. nur einmal im jahr zutrifft.
wir sind ja schließlich auch nur menschen und man kann nicht immer seine bedürfnisse zur seite schieben und, oder verzichten. ich finde es ganz normal wenn mal ein tief hochzieht, aber man kann auch aus dem tief das beste machen. alles gute
uteko -
Gast
Rang: Gastam 09.07.2014 23:26:53
Hallo baccus73,
Tja, du siehst das schon richtig,Diabetes hast du, der geht auch nicht wieder weg, da ist nix zu machen.
Das einzige, was du tun kannst, ist ihn zu behandeln. Dazu braucht es hauptsächlich Wissen! Das bekommst du in Schulungen beim Arzt oder du machst dich eben selber schlau, das ist Typ- und Geschmackssache.
Die Beteiligung hier im Forum ist schonmal ein Schritt in die richtige Richtung!
Rechtfertigen beim Arzt käme für mich z.B. gar nicht in Frage. Da würde ich wechseln bzw. mir nur noch die Rezepte holen und den Rest selber regeln.
Ich habe auch Typ 1, sehe meinen (guten!) Diabetologen z. Zt. überhaupt nicht mehr und fahre mein Diabetesmanagment selbstständig und voll auf Effizienz ausgerichtet, d.h., ich messe nicht 10x am Tag, sondern nur zu Zeiten, wo es für mich auch Therapierelevanz hat. Das sind meistens so 4x am Tag. Spritzen zum Essen tue ich immer, das sollte man auch m.M.n. nicht anders einreißen lassen.
Ja und das war es auch schon. Dauert ca. 10 Minuten pro Tag, das finde ich jetzt im Rahmen.Fange erstmal mit kleinen Schritten an, mach dich schlau, dann schaffst du das auch! -
am 11.07.2014 14:50:03
Hallo Mirko!
Ich kann dich gut verstehen! Mir ging es lange Zeit ganz ähnlich wie dir. Ich habe nun seit 15 Jahren Diabetes (bin 27). Ich denke, ein großes Problem ist es, die Krankheit zu akzeptieren, weil man einfach nichts dafür kann. Es ist fies und gemein, jeder kann rund um die Uhr essen was und wann er will, kann einfach rausgehen, Sport machen, an den See fahren, ohne sich Gedanken über "wieviel Kohlehydrate", "vorher/ nachher Spritzen?", "habe ich Pens, Messzeug, Traubenzucker eingepackt/ brauche ich eine Kühltasche für Insulin/ Wenn ich mit dem Rad fahre muss ich vorher weniger Spritzen..." etc. zu machen. Diabetes ist ein Fultime-Job (zumindest von den Gedanken und dem Kalkulieren her..). Ich kann dem Ganzen auch nichts wirklich gutes Abgewinnen. Aber das nützt nichts. Es nützt nichts, nur weil man den Diabetes hasst, sich nicht um ihn zu kümmern. Das macht's nicht besser.. Leider! ;)
Ich denke dein Schritt, hier zu schreiben und mit anderen in Kontakt zu treten, ist schon ein wichtiger Schritt in Richtung Diabetes-Akzeptanz. Sich selbst Probleme eingestehen und auch zu merken, dass so viele andere Betroffene die gleichen Probleme teilen macht es ein wenig einfacher, sich darauf einzulassen, als alles abzublocken. Du hast für dich erkannt: So geht es nicht weiter. Jetzt musst du etwas ändern. Vielleicht nicht radikal, aber Stück für Stück. Ich habe zum Beispiel versucht, immer offener mit der Krankheit umzugehen. Anderen zu sagen "Ich habe Diabetes", wenn jemand dir ne Cola mitbringt und du sie nicht trinken kannst/ willst oder auch am Tisch schnell zu spritzen, anstatt umständlich zur Toilette zu gehen.. Das macht das Leben einfacher und auch die (meist positiven und interessierten) Reaktionen von anderen machen eher Mut zum offenen Umgang und damit auch ein Stück weiter zur Akzeptanz.
Ich habe mich immer gedrückt, jetzt habe ich beschlossen, meine Masterarbeit zum Thema Diabetes+Motivation zu schreiben. Ich bin dadurch quasi "gezwungen", mich mit der ganzen Problematik auseinander zu setzen. Zu sehen, dass es jedem (mal mehr mal weniger) schwer fällt, sich zu motivieren sich "gut" um den Diabetes zu kümmern, hat mir schon geholfen. Lies in Blogs und Foren, und triff dich vielleicht mal mit anderen Diabetikern (die dir nett vorkommen..). Ich denke das ist ein guter Start für mehr Offenheit der Erkrankung gegenüber.. Und dann auch irgendwann für mehr Akzeptanz.
Soweit zu meinen Erfahrungen, vielleicht hilft's dir! Viel Glück!
Hanna