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Ich wehre mich gegen Diabetes

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    Mitglied seit: 16.12.2014
    am 16.12.2014 21:15:05
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    Bearbeitet von User am 02.06.2021 23:55:34. Grund: Privat
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    am 16.12.2014 23:49:56
    Moin Yaessl,

    ehrlich: Du haust mich um. Meine Situation wie Du so klar reflektieren und auf den Punkt bringen hätte ich mit 18 nicht im Traum gekonnt. Kann ich 50 Jahre weiter heute immer noch nicht. WOW! Schon für sich ne echt reife Leistung. Danke!

    Ich hab meinen Zucker erst in meinen 40gern diagnostiziert gekriegt. Was ich von klein auf nicht richtig konnte, war Laufen. Hatte ein kräftiges normal großes und infolge Polio als Baby ein dünnes, schlappes kürzeres Bein. - Wenn es ne Möglichkeit gegeben hätte, das Ding auch nur tageweise völlig unsichtbar auszugleichen, so als wenn ich's nicht gehabt hätte, hätte ich sofort zugeschlagen - garantiert. Um welchen Preis auch immer.

    Du kannst so tun, als hättest Du's nicht. Klar, zum Wahnsinnspreis - aber den hätte ich damals mit meinem dünnen schlappen Bein sofort gezahlt, wenn's auch nur die winzigste Möglichkeit gegeben hätte.

    Klick? Hat es vor 3 Jahren angefangen zu machen, mit meinem Umzug in den Rollstuhl. Bis dahin hatte ich dieses Nicht-so-richtig-gut bis Immer-schlechter-laufen-Können erst bis in meine 30ger freihändig humpelnd, dann lange mit einem Spazierstock (NEIN!NEIN!Keine Unterarmstütze mit Gummifuß! Die viel nützlicher gewesen wäre) und ab 2002 nach einem Beinbruch schließlich an 2 richtigen Krücken und endlich die Rolli-Bestellung(Mobilitäts-Endstation) absolut abwehrend vor mir her getrieben. Immer nur in der Art von Damitauskommen gemacht, was sich absolut nicht vermeiden ließ. Wahnsinns Schwein gehabt, dass meine Frau das so lange in der Art mit mir ausgehalten hat und dass mir unsere Kinder heute sagen, dass sie nie das Gefühl gehabt haben, dass mich die Behinderung besonders belastet hätte. Ok, werde nach außen nicht gestrahlt haben, wie Du schreibst, aber halt ne positive Fassade ohne Bruch schlüssig vorgetragen.

    War reiner Zufall, dass mir nach der Entscheidung für den Rollstuhl jemand mit sonem Handbike-Vorsatz vor seinem Rolli über den Weg geradelt ist. Dass da was bei mir geklickt hat, ist mir erst sehr viel später aufgefallen. Aber damals hab ich wirklich den ersten Schritt zum Akzeptieren gemacht: Ok, ich saß im Rolli, und nun wollte ich DAS (die Behinderung und...) zum ersten Mal aktiv annehmen und das für mich bestmögliche draus machen!
    War meine Welt in den Jahren bis dahin auf 20 Schritte an Krücken ums Haus geschrumpft, hab ich mir seitdem mit Rolli und Handbike das nachbarschaftliche Umfeld neu erschließen können, das bis dahin 20 Jahre alte Erinnerung aus der Zeit war, als ich noch mit der Familie zusammen Fahrrad gefahren war. Und meine Frau hat neuen Spaß wie zuletzt vor 20 Jahren daran, eben nun wieder mit mir zusammen bei Ausflügen neue Orte zu entdecken....

    Wenn ich's alles mit 18 für einen Tag mit 2 gesunden Beinen hätte verkaufen können, wäre ich keine 19 geworden, hätte keine Frau und keine Kinder und natürlich auch keine Enkel, und die würden auch nix vermissen. Und ich würde auch nix vermissen.
    Und nein, auch in der Erinnerung sind da nicht nur positive Erinnerungen. Und trotz alledem will ich Dich hiermit bitten, Deine Perspektive und die all der Menschen, die mit Dir zusammen gerne durch dick und dünn leben würden/werden, von jetzt an konstruktiv anzugehen.

    Bisdann, Opa Jürgen
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    am 17.12.2014 11:47:12
    hjt_Jürgen schrieb:
    Und trotz alledem will ich Dich hiermit bitten, Deine Perspektive und die all der Menschen, die mit Dir zusammen gerne durch dick und dünn leben würden/werden, von jetzt an konstruktiv anzugehen.




    starker Satz !
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    am 17.12.2014 13:03:21
    Hallo Jessel,

    es kommt mir irgendwie bekannt vor, hatte auch oft Probleme mit meinem Diabetes,
    obwohl ich aelter bin, hatte keine Lust noch weiter zu Leben!!! immer diese Sch.....,
    entsprechend waren auch der HbA1c 9% und mehr.
    Da habe ich mich entschlossen aus lauter Verzweiflung , es war fuer mich auch der
    letzte Versuch!!!, ein CGM anzuschaffen.
    Dies brachte die Wendung ,gleich am ersten Tag hatte ich ein gutes Gefuehl und
    von da an habe ich auch den Diabetes akzeptiert,
    kann wieder frei Leben ohne staendig daran zu denken ,der HbA1c liegt jetzt bei 6!!!
    Der grosse Vorteil ist, man kann viel riskannter Spritzen, wenn der BZ in den Keller
    geht, dann warnt das CGM rechtzeitig und wenn er zu hoch geht ebenfalls.
    Es ist jetzt ein richtiger Spass dieser bloede D.
    Wenn der Preis auch abschreckend ist, habe deshalb lange gezoegert mit der Anschaffung,
    was ich heute sehr sehr bedaure!!!
    Noch ein Tip die Sensoren laufen bei mir 4 bis 6 Wochen, so ist der Preis auch akzeptabel,
    die Marke kann ich nicht nennen,dann wird der Beitrag hier geloescht.
    Im NET findet man viel darueber.

    Alles Gute !


    Bearbeitet von User am 17.12.2014 13:31:46. Grund: a
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    Mitglied seit: 22.09.2014
    am 17.12.2014 15:44:32
    @Kai

    Wenn du das möchtest, kannst du ihm/ihr auch eine PN schreiben, dann kannst du ungehindert Fabrikat oder Marke nennen.
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