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Nach Schwangerschaftsdiabetes jetzt normaler Diabetes?

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    Mitglied seit: 24.07.2014
    am 27.12.2014 13:52:39
    Hallo!

    Wie einige von euch wissen, hatte ich Schwangerschaftsdiabetes und musste viel Insulin spritzen.

    In der Schwangerschaft wurden GAD-Antikörper bei mir festgestellt, allerdings nur 40. Mein Diabetologe meinte, dass wir die AK nach der Schwangerschaft nochmal überprüfen müssen. Evtl. könnten sie wieder verschwunden sein.

    Meine Werte kurz nach der Geburt waren noch sehr hoch. Nach 3 - 4 Tagen allerdings waren sie super - nach jedem Essen und auch nüchtern am Morgen.

    Ich habe nicht täglich und nach jedem Essen gemessen. Seit paar Tagen fällt mir jedoch auf, dass der Nüchtern-BZ am Morgen etwas über 100 liegt. Nach einem sehr kohlenhydratreichen Essen hatte ich 180. Morgens auch gerne mal 160.

    Deutet das schon alles auf Diabetes hin? Nach der Schwangerschaft waren die Werte ja super, jetzt nicht mehr ganz so optimal. Kann das alles noch mit den Schwangerschaftshormonen zusammenhängen? Eine Bekannte musste noch 3 Monate nach der Geburt Insulin spritzen, jetzt ist alles weg.

    Ich weiß, ich muss zum Diabetologen, einen Termin für Januar habe ich auch schon. Ich will mich nur schon mal etwas drauf "einstellen".

    Wäre das dann Typ I oder Typ II? Worin unterscheiden sich die beiden Diabetes-Typen?

    LG
    Sternschnuppe
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    am 27.12.2014 14:53:47
    Hallo Sternschnuppe,

    vergiss mal die strengen Werte aus der SS, von einem Diabetes liegen deine Werte meilenweit entfernt. Du kannst ganz beruhigt auf den Januar-Termin beim Diabetologen und dessen Einschätzung anhand der Labowerte warten.

    Spannend wird sein, ob die GAD-Antikörper tatsächlich wieder zurückgegangen sind. Aber auch da brauchst du dich nicht verrückt machen zu lassen und kannst das Ergebnis der Untersuchung abwarten. Ich drück dir die Daumen für ein gutes Ergebnis.

    Beste Grüße, Rainer
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    am 27.12.2014 16:31:10
    Schwangerschafts-Diabetes sagt, dass die Blutzucker-Automatik nicht normal belastbar ist. Bis zu einem individuellen Grad halt nur so weit, dass wieder alles völlig normal funktioniert, wenn die Mehrbelastung durch die Schwangerschaft weg ist, und in vielen Fällen mag das ein stabiler Dauerzustand sein. In vielen weiteren Fällen war da aber wohl auch schon eine abnehmende Belastbarkeit infolge einer Defektzunahme, die halt durch die Mehrbelastung mit dem Kind außergewöhnlich verstärkt eben früher als ohne Schwangerschaft aufgefallen ist. Sieht dann so aus, als wäre der Diabetes mit der Schwangerschaft gekommen und würde danach einfach bleiben.

    Die Typenbezeichnung sagt, ob vor allem das mehr oder weniger schnelle Absterben der Insulin-produzierenden Beta-Zellen der Grund für den Blutzucker-Anstieg über die Diagnose-Grenzwerte ist, Typ1, oder vor bzw. neben dem eher schleichenden Absterben der Betas noch eine mehr oder weniger große Anzahl von Regeldefekten, Typ2.
    Für beide Typen ist der gesunde BZ ideal, also der im Rahmen der Schwangerschafts-Vorgaben. Für Typ1 scheint das Überschreiten des idealen Rahmens bis zu HBA1c um 7 weniger Nachteile zu bringen, als für den beginnenden Typ2, der seine Progression/Verschärfung schon damit super fördern kann, dass er seinen BZ immer nur leicht erhöht hält.

    Für beide Typen gilt: Je gesünder der BZ verlaufen soll, desto mehr verschiebt sich der Anteil vom ärztlichen Behandeln auf das eigene Handeln. Bei Typ1 vorrangig mit Insulin, aber auch mit Essen-Auswahl und Bewegung. Bei Typ2 häufig vorrangig mit Essen-Auswahl und Bewegung und in jedem Fall dann aber auch mit der jeweils passenden Medikation bis hin zum Insulin wie Typ1.


    Und? Darfst Du nachts inzwischen meistens durch schlafen? Oder gehörst Du auch zu den armen jungen Muttis, die permanent müde durch den Tag schleichen müssen?
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    am 27.12.2014 16:59:49
    Danke für eure Antworten.

    Was wären denn normale Werte? Ich bin ja nur die Werte aus der Schwangerschaft "gewohnt". 180 ist doch aber auch zu hoch und nüchtern am Morgen über 100 ist auch zu viel?!

    Ich hoffe sehr, dass es nicht so schlimm verläuft. Allerdings stelle ich mich schon mal drauf ein, dass ich wohl nicht drum rum komme... :-(

    Ich darf teilweise schon durchschlafen :-) Wir haben schon öfters 7 Stunden am Stück geschafft. Schlaflose Nächte waren aber auch schon mit dabei. Die waren aber bisher - Gott sei Dank - die Ausnahme. Toi toi toi... :-)
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    am 27.12.2014 21:01:27
    nur für mein Verständnis...
    bei Schwangerschaftsdiabetes kann man also sagen, dass bereits VOR der Schwangerschaft ein gewisser geringfügiger Defekt vorhanden war, der nun aber durch die Mehrbelastung der Schwangerschaft quasi aufgedeckt wurde ?
    Oder kann man sagen, dass durch die Mehrbelastung einer Schwangerschaft die Bauchspeicheldrüse von Sternschnuppe in dieser Zeit der Schwangerschaft überlastet wurde, viell. dadurch einige Betas abgestorben sind und sie sich somit im Anschluss nicht mehr vollständig "erholt" hat, sodass Sternschnuppe etwas schlechtere Werte misst ? Also ich meine von im Sinne, dass durch die Schwangerschaft quasi der Defekt erst in Gang gesetzt worden ist ? Hmmm, klar was ich meine ? :)
    LG
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    am 27.12.2014 21:55:03
    Gesund beantwortet unser Organismus alle längerfristigen Mehranforderungen mit der Vergrößerung des entsprechenden Potenzials. Im Falle von Insulin und Schwangerschaft mit entsprechend mehr Beta-Zellen.

    Wenn höher als gesunder BZ vermeldet, dass die ausreichende Vermehrung ausgeblieben ist, kann frau selbstverständlich spekulieren, ob in der Tendenz schon vorher, oder erst zeitgleich mit der Schwangerschaft und mit einiger Wahrscheinlichkeit davon ausgelöst.

    Die unzulängliche Beta-Zell-Proliferation wäre ein Stück Typ2 Hintergrund, die Antikörper aus dem Eingangsbeitrag wären eher ein Stück Typ1, obwohl die manchmal auch bei Nichtdiabtikern beobachtet werden.

    Im Grunde is ja auch wurscht, wovon und welcher Typ. Wenn höher als gesunder BZ, dann gilt schlicht so verhalten, dass der BZ routinemäßig alltäglich möglichst gesund verläuft :)
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    am 27.12.2014 21:57:43
    _Sterschnuppe_ schrieb:
    Was wären denn normale Werte? Ich bin ja nur die Werte aus der Schwangerschaft "gewohnt". 180 ist doch aber auch zu hoch und nüchtern am Morgen über 100 ist auch zu viel?!

    Hallo Sternschnuppe,

    Diabetes beginnt erst bei einem Nüchternwert von 126, zwischen 100 und 125 besteht Prädiabetes. Ich gehe davon aus, dass du deine 180 in 1 Stunde nach dem Essen gemessen hast. Für eine Diabetesdiagnose muss der Wert nach 2 Stunden mit der oGTT-Lösung (bzw. nach vielen KH) bei 200 und darüber liegen. Hier besteht zwischen 140 und 199 beim 2-Stunde-Wert Prädiabetes. Wenn überhaupt, dann stehst du lediglich an der Schwelle zum Prädiabetes. Du hast dann allen Grund, gut auf dich aufzupassen, aber fürchten musst du dich nicht.

    Noch meinen herzlichen Glückwunsch und alles Gute für dein Baby. :=)

    LG Rainer
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    am 19.01.2015 12:03:55
    So, ich habe die letzten Wochen viel gemessen.

    Nüchternwert ist zu hoch, liegt meist zwischen 110 und 120.

    Gestern habe ich ca. 30 Minuten nachdem ich eine Cola getrunken habe, gemessen: 180 :-(

    Allerdings habe ich öfter nach einer Portion Nudeln oder Kartoffeln (also sehr KH-reich) gemessen, da war der BZ einigermaßen okay.

    Der Termin ist Ende Januar und ich habe echt Schiss davor... :-(
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    am 19.01.2015 12:19:41
    Verstehe nicht, warum Du Schiss hast? Was hindert Dich dran, Dich essens-mäßig so zu verhalten, dass Dein BZ in der Spitze zuverlässig unter 140 bleibt, und zu schauen, ob damit der Nüchtern-BZ auch wieder sinkt?

    Und was wäre so schlimm dran, wenn die Diagnose tatsächlich Diabetes sagen würde? Wir sind hier so einige, die recht gesund damit zurecht kommen. Warum solltest Du nicht?

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  • Michaelheuer

    Rang: Gast
    am 19.01.2015 12:22:31
    Ich wäre sschon lange beim Arzt gewesen und hätte dort mal meinen hba1c Wert bestimmen lassen. Dann würdest Du wissen wo Du stehst und müsstest nicht ständig mit dem Schätzeisen herrummessen.
    Gruß Michael