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zimt bei diabetes
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am 30.12.2014 03:57:30
moinsen,
gibt es eigentlich bei zimt neuere erkenntnisse? ich finde dazu auf die schnelle etwas ältere beiträge wie zb. der vom BfR oder ein beitrag im ärzteblatt, der studien bis 2006 nennt. in wissenschaftlichen journalen finde ich eine handvoll artikel mit vielversprechenden titeln bis 2013, die ich mir morgen mal anschauen werde.
es gibt ja zumindest grund zu der annahme, dass zimt bei diabetes positive eigenschaften mit sich bringt, wenn man die zitierten studienergebnisse (aus BfR und ärzteblatt) liest. mir stellt sich die frage, ob es die empfindlichkeit der zellen gegenüber insulin erhöht, der transport der glukose wieder besser funzt oder ob es beispielsweise die sekretion von insulin erhöht. bei letzterem wäre es doch auf lange sicht eher ungeeignet für t2, da die betazellen ausgequetscht werden? dann die frage, ob ceylon genauso wirken kann oder ob es cassia sein muss, der das schädliche cumarin enthält?
Bearbeitet von User am 30.12.2014 05:16:26. Grund: . -
am 17.01.2015 06:13:57
moinsen,
so, nun habe ich mir etwas zeit genommen und fasse hier mal zusammen:
zahlreiche studien bezüglich zimt und t2 diabetes sind verfügbar. die im eingangspost genannten links sind ein wenig in die jahre gekommen und so lohnt ein blick auf die debatte. einige studien zeigten eine signifikante verringerung sowohl des hba1c als auch des FPG (fasting plasma glucose, nüchternzucker). andere wiederum zeigten keine signifikanten veränderungen bei den probanden gegenüber der kontrollgruppe. die ergebnisse sind also durchwachsen. bis hierhin also nichts neues. auch ist bis dato eine wirklich großangelegte studie nicht verfügbar. dennoch bieten die studien interessante anhaltspunkte und zeigen deutlich den forschungsbedarf bezüglich der positiven eigenschaften von zimt bei diabetes.
die frage ist also weniger, ob zimt hilft, sondern wann und unter welchen umständen. darin besteht forschungsbedarf.
einigkeit scheint in der art des ziMTS zu bestehen. es muss cassia sein, nicht ceylon. hier liegt eine der problematiken, die das BfR (link im eingangspost) dazu veranlasste, vor zimt zu warnen. denn cassia zimt enthält cumarin und dieses verursacht bei längerer, hochdosierter einnahme reversible leberschäden.
kommt es bei der einnahme von cassia zimt zu bedenklichen cumarin-mengen? ja. denn einigkeit scheint auch darüber zu herrschen, dass vergleichsweise große mengen - jenseits von mengen, die man als gewürzzugabe versteht - eingenommen werden müssen. nach diversen studien wird es ab einem gramm interessant. der grenzwert beträgt laut EFSA bei 0,1mg cumarin je kg KG. dieser grenzwert ist bei den wirkungserzeugenden mengen schnell erreicht. 1g cassia enthält ca. 3mg cumarin.
die einnahme von cassia in den wirkungserzeugenden mengen ab 1g/tag ist daher nicht zu empfehlen. das zimt muss also "ent-cumarinisiert" werden. dies erreicht man durch extraktion. einige hersteller garantieren bei der extraktion eine reinheit von unter 0,5% cumarin je g cassia. damit sind wir bei erwachsenen menschen auf der sicheren seite. (bei der anfrage in einem kräuterhaus erhielt ich beispielsweise kürzlich die angabe, dass das extrakt einen cumaringehalt von 0,013% aufweise.)
cassia kann also heute bezüglich cumarin bedenkenlos eingenommen werden, wenn es sich um sicheres extrakt handelt. noch nicht geklärt ist aber nun die frage, wann zimt mir hilft. dazu gibt es nach studienlage einige hinweise, die ich hier zusammenfassen möchte:
1) es muss cassia sein
2) die wirksame einnahmemenge beginnt ab 1g absolut.
zb. zeigen lu et al. bei 2 gruppen mit jeweils 3,6g und 1,2g eine minderung des hba1c von -0,92 bzw. -0,67% (china, 66 teilnehmer, t2)
3) cassia muss langanhaltend eingenomen werden. zb. lu et al. 90 tage
4) zimt zeigt eine signifikante verbesserung scheinbar erst bei einem baseline hba1c größer 8%. das heißt: profitieren werden vor allem menschen mit hohen zuckerwerten. wohingegen menschen mit einer bereits sehr guten bz-führung kaum verbesserungen bewirken können. "hba1c levels at baseline showed a significant correlation with the degree of decrease in hba1c" (akilen et al. 2010).
5) es muss sich um ein sicheres extrakt mit vermindertem cumaringehalt handeln. zimt als gewürz eignet sich auf keinen fall, da es zu einer akuten (aber reversiblen) hepatitis kommen kann. zb. wäre bei einem 10:1 extrakt und einem garantierten cumaringehalt unter 0,5% die einahme von 2g zimt (zb. als kapsel, als extrakt dann entsprechend 200mg) weit unter dem geforderten grenzwert der EFSA.
zusammenfassend: entgegen der damaligen warnungen vor zimt bei dabetes aufgrund von cumarin, kann man heute festhalten, dass die einnahme sicher ist. auch lässt sich heute sagen, dass es eindeutige hinweise darauf gibt, dass cassia ein positive wirkung auf die bz-führung hat. profitieren können insbesondere hba1c-werte jenseits der 8%. gute führer nahe von idealwerten ab 7% werden dagegen eher nicht profitieren. aufgrund der geringen kosten von zimt und der sehr guten verträglichkeit lässt sich guten gewissens der vorläufige schluss ziehen: bei t2 diabetes mit eher ungünstigen bz-werten kann zimt positiv zu buche schlagen mit -1% hba1c. deshalb bei interesse einfach probieren.
[ um nicht alle quellen zu nennen sei hier auf diesen zusammenfassenden artikel verwiesen, der die entsprechenden quellen ebenfalls auflistet:
Howard, M. E. / White, N. D. (2013): Potential Benefits of Cinnamon in Type 2 Diabetes, in: American Journal of Lifestyle Medicine, Vol. 7, No. 1 ]
Bearbeitet von User am 19.01.2015 14:30:30. Grund: . -
am 20.05.2017 21:19:15 | IP (Hash): 890637605
Ich esse jeden Tag Zimt und mein Blutzuckerspiegel ist deshalb im Normalbereich
bezüglich Cumarin habe ich mal gegoogelt und herausgefunden dass wohl nur bei Ratten und Hunden heftige Leberschäden entstehen.
http://www.pharmazeutische-zeitung.de/index.php?id=29055
.......Die bei Ratte und Hund festgestellte Hepatotoxizität steht ganz offensichtlich in Verbindung mit der Bildung von Cumarin-3,4-Epoxid, ein Stoffwechselweg der beim Menschen nicht oder nur von sehr untergeordneter Bedeutung ist................................
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Cracktros
Rang: Gastam 20.05.2017 21:27:07 | IP (Hash): 778650331
Ich Esse jeden Tag Zimt - meine Werte habe ich nur in Ordnung, weil ich die richtige Menge Insulin zur richtigen Menge KH/FPE spritze. Zimt hat 0,000 Einfluss auf meinen BZ. Was mache ich falsch?
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DO NOT FEED THE TROLL!!! -
am 20.05.2017 22:08:02 | IP (Hash): 58821819
Finde ich nicht zielführend. Wenn jemand mit Zimt für den selben BZ weniger Insulin braucht, als ohne, zählt für den nur sein Ergebnis und nicht, dass der Zimt bei Dir diese Wirkung nicht hat.
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Dieser Beitrag ist kein Ersatz für eine persönliche ärztliche Diagnose oder/und Behandlung. -
Cracktros
Rang: Gastam 20.05.2017 22:46:55 | IP (Hash): 778650331
Wenn es der Realität entsprechen Würde und keine schwerwiegenden Nebenwirkungen hätte.
Zimt hat zumindest keine schwerwiegenden Nebenwirkungen. Das der Insulinverbrauch sinkt, daran zweifle ich.
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DO NOT FEED THE TROLL!!!
Bearbeitet von User am 20.05.2017 23:40:19. Grund: - -
am 20.05.2017 23:05:53 | IP (Hash): 58821819
noch einmal: es geht nicht um eine allgemeine Wirkung, sondern die individuelle, und Wirkung heiißt für mich, wiederhol- und messbar
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Dieser Beitrag ist kein Ersatz für eine persönliche ärztliche Diagnose oder/und Behandlung. -
Cracktros
Rang: Gastam 20.05.2017 23:12:45 | IP (Hash): 778650331
Für mich geht es auch um wiederholt und Messbar. Die Aussage "Ich esse jeden Tag Zimt und mein Blutzuckerspiegel ist deshalb im Normalbereich" ist durch nichts und Garnichts belegt ; kein Werte, kein Versuchsaufbau geschweigen denn ein randomisierter Doppelblindversuch.
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DO NOT FEED THE TROLL!!! -
am 20.05.2017 23:23:23 | IP (Hash): 58821819
Was ich akzteptieren würde, wäre mit Zimt in der Spitze nach dem morgentlichen Frühstücksbrot 120-140mg/dl und ohne Zimt 160-180mg/dl :)
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Dieser Beitrag ist kein Ersatz für eine persönliche ärztliche Diagnose oder/und Behandlung. -
am 20.05.2017 23:33:38 | IP (Hash): 1106651912
Wegen der Hepatoxizität ist es auch eine Frage der Sensibilität. Manche reagieren sehr leberempfindlich. Ich lag mal mit einer akuten Hepatitis im Krankenhaus, weil ich einen malaysischen Tee über 2 Tage literweise in rauen Mengen trank. 4 Wochen später lag ich am Tropf. Die Leber steigt so 2-4 Wochen nach einem heftigen Angriff aus, dann mit allen Schikanen. Gerade die schweigende Latenz ist bei einem Leberschaden trügerisch. Ich würde kein Risiko eingehen, die Extrakte aus den Kräuterhäusern sind jedenfalls die sicherere Variante.