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Typ 3 Diabetes - ganz neu - und völlig verunsichert

  • Rang: Anfänger
    Punkte: 0
    Beiträge: 1
    Mitglied seit: 02.03.2015
    am 02.03.2015 21:22:20
    Hallo an Alle!

    Ich (42,w) bin hier neu und das Ding mit dem Diabetes ist jetzt auch gerade mal knapp einen Monat jung für mich. Eine Diabetesschulung hatte ich auch schon - die hat mich aber in einigen Punkten eher verunsichert bzw. habe ich das "Glück", dass bei mir alles immer ein bisschen anders zu sein scheint...

    Ich versuche mich kurz zu halten... ohje...
    2009 wurde mir der Großteil der Bauchspeicheldrüse entfernt (ein bisschen vom Schwanz ist noch übrig) sowie der 12Fingerdarm, Teile des Dünndarms und ein bisschen Kleinkram (auf Grund eines Bauchspeicheldrüsenkrebs), 2012 dann nochmal die halbe Leber (Metastasen), aber die wächst ja nach. Dementsprechend fehlen mir ein paar Verdauungsenzyme, ich habe eine erhöhte Körpertemperatur (normal 37,3) und fiebere schnell bis 38,5 (nach dem Duschen, bei Stress oder hoher Außentemperatur bzw kleineren Infekten) und Probleme mit vielen Lebensmitteln (Verdauung/Unverträglichkeiten).

    Die letzten Jahre hat das Stückchen Bauchspeichel noch ausgereicht, dass ich keinen merklichen Diabetes entwickelt habe - das hat sich wohl Ende letzten Jahres geändert. Aufgefallen ist es, dass ich innerhalb von 4 Wochen 7 Kilo abgenommen habe und das zu Weihnachten... - nachdem abgecheckt war, dass es kein neuer Tumor ist, hat sich schnell herauskristallisiert, dass mein Zucker nun hoch gegangen ist (Langzeit 9,9 - BZ-Spitzenwerte bei 372 - Ende Januar).
    Nach etwas rumprobieren bin ich nun eingestellt auf Lantus 12E abends - Apidra 1E-1BE - klappt auch "relativ" gut - und ich kann inzwischen auch wieder halbwegs scharf sehen, nachdem das Insulin mich runter geholt hat (natürlich hab ich auch wieder zugenommen und auch schon wieder gemäßigt abgenommen - bin grundsätzlich aber übergewichtig).

    Wünschen würde ich mir, wenn alles so schön klappen würde, wie es in der Schulung besprochen wurde. tut es aber nicht - wobei ich ja nun auch keine vergleiche habe, wie das bei anderen Diabetikern ist.
    Gefühlt springt mein BZ täglich lustig anders.
    In den letzten Tagen habe ich zu den Mahlzeiten meine Einheiten auf 1,5-2 erhöht - das scheint grad zu funktionieren - morgen ist das dann aber evtl schon wieder zuviel und ich unterzucker schnell.
    Vor einer längeren "Shoppingtour" hab ich pflichtgemäß gemessen (104) und nach 3 Stunden Aktion ohne Trinken/Essen wieder (109). Leichte Messschwankungen soll es ja geben - aber normalerweise geht der BZ dann schnell runter... dieses Phänomen hatte ich öfter in den letzten Tagen, dass mein BZ nach Stunden höher war, obwohl ich nicht gegessen habe etc.

    Ich gebe zu, ich messe noch sehr viel, weil ich mich noch nicht richtig einschätzen kann und sowohl Angst vor Hypos, als auch vor Hypers habe - manchmal kann ich die auch gar nicht unterscheiden vom Körpergefühl her.
    Beim Querlesen hier hab ich schon gesehen, dass hohe BZs durch Fieber hervorgerufen werden können - mit Temperaturschwankungen habe ich ja eh Probleme - gilt dass denn auch schon für 38er Bereiche?
    Außerdem ist mir aufgefallen, dass ich durchaus "nichtspritzbares Gemüse" berechnen muss, weil auch das bei mir den BZ erhöht - murksen kann ich da nicht.
    Außerdem scheinen bestimmte Kohlenhydrate meinen BZ mehr zu erhöhen als andere - von Nudeln mal ganz zu schweigen - da scheint mein BZ schon beim ansehen hoch zu gehen.

    Zurzeit habe ich Schwankungen von 60-230, obwohl ich mir große Mühe gebe, alles ordentlich zu berechnen.
    Auf was kann/soll/muss ich denn noch achten - gibt es Tricks/Tipps/Ideen, wie ich mich und den BZ besser einschätzen kann?

    Momentan frage ich mich bei jedem Messwert: Warum?

    Für ein paar Erfahrungen wäre ich echt dankbar!!

    Maddis



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    Rang: Anfänger
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    Beiträge: 6
    Mitglied seit: 28.02.2015
    am 03.03.2015 00:14:09
    Halli Hallo ich melde mich mal zu Wort :)


    Ich denke es ist so: Am Anfang einer jeden Therapie schwankt es, dass der BZ höher läuft und man die Dosierung anpassen sollte wenn man Krank ist, ist vollkommen normal. (Am besten mit deinem Diabetologen mal drüber sprechen).

    Das der Blutzucker hin und her schwankt im Rahmen von 60-230 ist auch normal (Welches Insulin wird gespritzt?) Und mal so für dich ich bin 21 Jahre jung mache viel Sport und benötige 3E NovoRapid pro BE und meine Basis liegt mit Lantus bei 40E. Nur mal für dich als vergleich.

    Und ich habe damals so angefangen die BE Gramm für Gramm zu berechnen abwiegen etc.
    Dann ist zu beachten Insulin auch NovoRapid braucht seine Zeit um zuwirken, daher klar vor dem Essen messen und dann ca. 1 1/2 - 2 Std. danach wenn du dann siehst du gehst höher mit dem BZ gegenregulieren.

    Und mit der Zeit kann man es sehr gut abschätzen wie viel BE man auf dem Teller hat ich weiß selber das es zu Beginn recht schwierig ist, aber du wirst selber merken das du Tag für Tag dazu lernst.

    Wenn du Fragen hast, einfach Fragen ich denke hier gibt es genügend Personen die dir gerne mit Ihren Erfahrungen weiterhelfen.
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    Beiträge: 1905
    Mitglied seit: 14.11.2014
    am 03.03.2015 08:13:42
    Hallo!

    Mach Dir wegen Schwankungen bis 250 keine großen Gedanken!

    Das ist – der Arzt möge sein Haupt schütteln – im Prinzip normal.

    Die Sache mit dem BE-Schätzen klappt auch bei Altgedienten mal mehr und mal weniger, und Dein Blutzucker wird auch duch die Gefühlswelt beeinflusst.

    Deine Shoppingtour ist prima gelaufen, und nach 3 Stunden Aktion ohne Kohlenhydratzufuhr ist doch prima - da hat das shoppen Spaß gemacht und die "Aufregung" hat genau mit der Basalrate gepasst.

    Ich finde, Du bist gut unterwegs!
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    Rang: Erweitertes Mitglied
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    Beiträge: 1002
    Mitglied seit: 22.09.2014
    am 03.03.2015 09:27:13
    Maddis schrieb:


    gekürzt...

    Zurzeit habe ich Schwankungen von 60-230, obwohl ich mir große Mühe gebe, alles ordentlich zu berechnen.
    Auf was kann/soll/muss ich denn noch achten - gibt es Tricks/Tipps/Ideen, wie ich mich und den BZ besser einschätzen kann?

    Momentan frage ich mich bei jedem Messwert: Warum?

    Für ein paar Erfahrungen wäre ich echt dankbar!!

    Maddis



    Ich habe zwar meine BSD noch, aber die arbeitet nicht mehr. Ich kenne diese Sprünge bei den Werten, die jeder Logik widersprechen und auch kaum was mit der Ernährung zu tun haben.
    Du brauchst jetzt einfach Geduld (leicht gesagt, ich weiß). Ich finde es richtig, daß du viel misst. Im Laufe der Zeit entwickelt man eine gewisse Fertigkeit und ein Gefühl für seine Werte. Ansonsten Ruhe bewahren, bei hohen Werten vorsichtig nachspritzen und für den Fall des Unterzuckers immer gerüstet sein. Zuhause trinke ich in diesem Fall ein Glas Cola, für unterwegs habe ich in jeder Handtasche ein Traubenzucker-Depot. Aber das ist eine Sache, die jeder für sich klären muß-
    Noch etwas, laß dir von niemandem einreden, daß deine Werte aufgrund von Ernährungsfehlern oder Mangel an Bewegung sich so verhalten wie sie es tun,
    Es gibt hier im Forum einige Typ1 Diabetiker, an die solltest du dich halten.
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    Mitglied seit: 20.02.2011
    am 03.03.2015 12:48:02
    Moin Maddis,

    nur mal so zur Orientierung:
    Wer als gutes Behandlungs-Ergebnis HBA1c um 7 bestimmt bekommt, kann mehrmals am Tag seinen BZ im Tal so 3-4 Stunden nach dem letzten Essen und in den ersten Morgenstunden bei 60-80mg/dl finden und in den Spitzen so um ne Stunde nach dem Essen bei 300 und auch schon mal mehr und so um 10 von 24 Stunden über 200.
    Als schon recht scharfe Einstellung gilt vor dem Essen 80-120 und in der Spitze so etwa ne Stunde nach dem Essen bis 200.

    Deine Messungen liegen doch da schon super im Rahmen. Natürlich findet sich immer noch was zu verbessern, aber das braucht doch Erfahrung und Zeit.
    Und vielleicht auch ein bisschen technische Hilfe? Bei vielen Diabetologen-Praxen kann man inzwischen für einige Wochen ein CGM ausleihen, so ein Teil, das den BZ kontinuierlich misst. Damit kann man sich z.B. den BZ-Verlauf vom Tag auf dem Bildschirm ansehen und sehr viel deutlicher als mit einzelnen Messungen erkennen, welche Einflüsse den BZ wie weit in welcher Richtung bewegt haben. Wenn ich heute mit Insulin anfangen müsste, würde ich sofort nach so einem Leihgerät fragen.

    Bisdann, Jürgen

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  • DM1Diabetes

    Rang: Gast
    am 03.03.2015 13:39:35
    Hallo,

    und Herzlich wilkommen. Das es am Anfang alles ungewohnt und teilweise Angst verurachend ist , ist normal.und gibt sich mit der Zeit.

    Zur Information auch ich bin ein Typ 1 Diabetiker, also jemand dessen Bauchspeicheldrüse zwar vorhanden ist aber dessen Insulinproduzierenden Zellen durch eine Autoimunerkrankung zerstört sind. Blutzucker schwankenden sind wirklich etwas normales und haben nichts mit dem was du isst zu tun. Zum einen ist das einschätzen von BE, beziehungsweise der Menge an relevanten Essen, nicht einfach. (Da kann Wiegen nützlich sein). Zum anderen aber kann es manchmal nötig sein das Insulin zu splitten z.B. bei einer grossen menge an Nuddeln oder Pizza dafür entwickelt man über die Zeit ein Gefühl.

    Das du zu verschiedenen Zeiten, verschiedene Insulinmengen benötigst, ist auch Normal und kann unterschiedliche Ursachen haben. Zum einen eine Hormonelle ( Biorhythmus) oder bedingt durch das Basalinsulin .Wurdest du Ambulant oder Stationär auf das Insulin eingestellt? Meistens verändern sich die I.E. wenn man von einem stationeren Altag in seinen Gewohnten kommt.