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Resistente Stärke gegen Diabetes. Oder: endlich wieder Nudeln?
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am 28.03.2015 12:17:58
Resistente Stärke hat laut einer kürzlich erschienenen Studie positive Effekte auf die Blutzuckerkontrolle. Es gab sogar Hinweise auf eine verbesserte Insulinsensitivität. Davon können vermutlich insbesondere Typ 2 und Prädiabetiker profitieren. Aber auch Typ 1er: denn Resistente Stärke (RS) setzt den GI/GL herab.
Die Studie wurde bei 17 DMT2 durchgeführt, wobei 12 Wochen lang täglich Resistente Stärke verabreicht wurde. Die postprandialen Blutzuckerwerte verbesserten sich dabei stetig, wobei das Glucagon-like-peptid-1 (GLP1, nüchtern) stetig geringere Konzentrationen annahm. Das Peptid nach den Mahlzeiten erhöhte sich, wodurch sich eine bessere Blutzuckerverlaufskontrolle ergab.
Es gab am Ende der Studie keinen signifikanten Unterschied im Nüchternblutzucker. Aufgrund der besseren postprandialen Werte gab es keine positive Auswirkung auf den HbA1c (Kurzzeit vs. Langzeit), wobei die Studienlänge von 12 Wochen hier nicht ausreichend ist.
Anders als Beispielsweise bei Zimt, wirkt RS bei gut eingestellten Diabetikern genauso. Unabhängig von Medikamentengabe, BMI oder Diät.
Während am Unterarm eine bessere Glukoseaufnahme beobachtet werden konnte, konnte allgemein im Gewebe keine verbesserte Aufnahme beobachtet werden. Deshalb gibt es zumindest einen leisen Hinweis auf verbesserte Insulinsensitivität, auch wenn sie eindeutig nicht bestätigt werden konnte. Eher vermuten die Forscher, dass das erhöhte postprandiale Glucagon-like-peptid-1 im Verdauungstrakt positive Effekte mit sich bringt (und nicht in der Blutbahn/Gewebe). Da außerdem das Insulin nicht erhöht wurde, deutet einiges auf einen insulinunabhängigen positiven Prozess/Effekt hin. GLP1 konnte bei Nagern beispielsweise die Aufnahme von Glukose in den Muskel verbssern, dieser Effekt könnte auch hier zum Tragen zu kommen.
Auf der anderen Seite erhöhten sich die Triglyceride. Die Ursache ist ungeklärt, weshalb sich noch keine Ernährungsempfehlung ergibt. Man könnte vielleicht selbst versuchen, mit der Supplementierung von ungesättigten Fettsäuren zu kontern.
Und nun das Entscheidende: Resistente Stärke entsteht z.B. beim Abkühlen von stärkehaltigen Lebensmitteln wie Kartoffeln und Nudeln. Man kann also die Nudeln z.B. einen Tag vorher zubereiten und im Kühlschrank lagern. Der Anteil der RS wird noch erhöht, wenn man die Lebensmittel nochmals erwärmt und wieder abkühlt.
Literatur: Bodinham, C.L. et al. (2014): Efficacy of increased resistant starch feeding in human type 2 diabetes, Endocrine Connections Vol. 3(2), 75-84
Links:
Nudeln vom Vortag?
Resistente Stärke hilfreich bei Diabetes?
Wieso alte Nudeln Diabetes vorbeugen
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UPDATE: Selbsttest an einem Tag mit jeweils 100g Vollkornnudeln
Test 1: Kalte Nudeln vom Vortag
0h/87
0,5h/122
1h/110
(1,5h/117)
2h/111
3h/103
Test 2: Warme Nudeln frisch
0h/92
0,5h/128
1h/121
2h/117
3h/115
Bei mir funktioniert es offenbar ganz gut. 5-10% kann ich mit kalten Nudeln rausholen, genau wie die Berichte und Studien andeuten. Schöne Sache :-)
Bearbeitet von User am 31.03.2015 18:50:26. Grund: . -
am 28.03.2015 18:58:46
Hallo Purea!
Sehr interessanter Bericht, werde mit Nudeln und Kartoffeln vom Vortag ausbrobieren. Bei Kartoffel-
salat hatte ich immer schon festgestellt das der BZ nicht ansteigt. Auch mit Pellkartoffel habe ich
immer gute Erfahrungen gemacht.
mfG. Wolle -
am 28.03.2015 20:37:02
Hi Wolle,
wenn es dir nichts ausmacht, dann kannst du ja mal Vergleichswerte hier posten nach deinen Versuchen.
Der Kartoffelsalat wäre z.B. ein ganz typischer Fall, da die Stärke resistent wird.
Gutes Gelingen und guten Appetit! -
am 29.03.2015 10:29:34
Wolle schrieb:
Sehr interessanter Bericht, werde mit Nudeln und Kartoffeln vom Vortag ausbrobieren. Bei Kartoffelsalat hatte ich immer schon festgestellt das der BZ nicht ansteigt. Auch mit Pellkartoffel habe ich immer gute Erfahrungen gemacht.
Hallo Wolle,
von meinen eigenen Versuchen mit Kartoffelsalat aus über Nacht im Kühlschrank abgekühlten Pellkartoffeln kann ich dir nur raten, vorsichtig zu sein und die Wirkung auf den BZ sorgfältig zu überprüfen.
Ich habe das mehrfach gemacht und trotz gleicher Behandlung der Pellkartoffeln kein verlässliches Ergebnis erhalten. Manchmal ist der BZ wirklich viel weniger angestiegen, als es von der Menge der KH zu erwarten gewesen wäre. Manchmal ist er aber auch in voller Höhe angestiegen und manchmal lag das Ergebnis mitten drin. Ich konnte mich also nicht darauf verlassen, dass die Pellkartoffeln wirklich nur noch resistente Stärke liefert, die im Darm nicht zu Glukose aufgespalten werden kann und dann erst durch Darmbakterien zu Fett umgewandelt wird. Bei Nudeln würde ich noch vorsichtiger sein. Es gibt viel Berichte darüber, dass bei Nudeln der BZ-Anstieg erst nach 3...4 Stunden erfolgt.
Verlasse dich ´bei deinen Versuchen lieber nicht nur auf die Theorie, sondern beobachte sorgffältig, ob es bei dir verlässlich so wirkt.
LG Rainer -
ferrato
Rang: Gastam 29.03.2015 12:18:48
Rainer schrieb:
Ich konnte mich also nicht darauf verlassen, dass die Pellkartoffeln wirklich nur noch resistente Stärke liefert, die im Darm nicht zu Glukose aufgespalten werden kann und dann erst durch Darmbakterien zu Fett umgewandelt wird.
Stärke, die durch Erhitzen mit darauffolgendem Abkühlen entsteht, nennt man Retrogradierte Stärke (RS 3) Dabei bildet sich eine für die Verdauungsenzyme unzugängliche kompakte Kristallstruktur. Diese Stärke kann also auch nicht durch Darmbakterien zu Fett verstoffwechselt werden und zählt daher definitionsgemäß zu den Ballaststoffen.
Aber ich denke mal, dass sich eben nicht die ganze Stärke umwandelt, bzw. wird ein Teil wohl auch in RS 2 umgewandelt. Diese ist nach dem erneuten Erwärmen durchaus wieder verdaubar.
Ich selbst habe aber auch nie darauf geachtet und im Umkehrschluss auch keine abnormalen BZ Absenkungen nach dem Abdecken der kompletten KH beobachten können. Und die wären ja zu erwarten gewesen, wenn sich ein großer Teil der Stärke in unverdauliche RS 3 verwandelt hätte. Der Anteil kann also nicht so hoch sein. Das würde auch Deine Beobachtungen mit dem unterschiedlichen Anstieg bestätigen.
Bearbeitet von User am 29.03.2015 12:21:01. Grund: Korrektur Schreibfehler -
am 29.03.2015 12:48:01
ferrato schrieb:
Dabei bildet sich eine für die Verdauungsenzyme unzugängliche kompakte Kristallstruktur. Diese Stärke kann also auch nicht durch Darmbakterien zu Fett verstoffwechselt werden und zählt daher definitionsgemäß zu den Ballaststoffen.
Krumm gedacht oder schlecht rechercheirt - das kann man bei Ferrato immer nicht so genau sagen.
Zur deiner Info:
Lediglich die wasserunlöslichen Ballaststoffe werden bei uns Menschen unverarbeitet ausgeschieden. Die wasserlöslichen Ballaststoffe werden zu einem großen Teil m Darm durch die Darmbakterein fermentiert, wobei neben Kohlenstoffdioxid, Methan und Wasserstoff auch kurzkettige Fettsäuren wie Acetat, Propionat und Butyrat entstehen, die natürlich nicht ausgeschieden, sondern als normale Fettkalorien verwertet werden. Retrogradierte Stärke (RS 3) ist wasserlöslich und damit, obwohl es für die Verdauungsenzyme unzgänglich ist, wie die anderen wasserlöslichen Ballaststoffe durch die Darnbakterien entsprechend verwertbar.
Bearbeitet von User am 29.03.2015 12:48:39. Grund: . -
ferrato
Rang: Gastam 29.03.2015 13:26:50
Wird man so, wenn man sich nach LOGI ernährt?
Ich weiß nicht, warum gewisse Forenteilnehmer glauben, ihre schrägen Argumente mit aus dem Internet abgeschriebenen Wissenschaftlichen Inhalt, der hier die wenigsten Interessiert, beweisen zu wollen. Mit ein klein wenig Suche findet man sogar die Seite, in der Du das nahezu wörtlich abgeschrieben (oder einkopiert) hast. :-)
Um aber genau zu sein:
In gekochten und anschließend abgekühlten Lebensmitteln verwandeln sich selten mehr als 5 % in Retrogradierte Stärke RS 3. Zum größten Teil werden diese 5 % im Dickdarm zu Butyraten umgewandelt. Und Butyrate sind Salze und Ester der Buttersäure, welche ausschließlich als Nährstoff für die Darmbakterien dient. Und da sich Energie nicht von allein vermehrt, können auch die Fette, die sich aus dem kleinen Rest bilden,. auch nicht mehr Energie haben, als das Ausgangsprodukt. Deshalb ist dies völlig vernachlässigbar.
Und wenn Du des lesens mächtig bist, solltest Du feststellen können, dass ich von Ballaststoffen (also allgemein formuliert) geschrieben habe und nicht in Wasserlöslich oder nicht Wasserlöslich unterschieden habe. Dies spielt nämlich BZ technisch überhaupt keine Rolle. Hier ging es schließlich darum, wie sich der Verzehr auf den BZ auswirkt.
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am 29.03.2015 19:07:03
- Die resistente Stärke, also der Teil, der wirklich in resistente Stärke umgewandelt wird, spielt BZ-technisch tatsächlich keine Rolle. Das habe ich auch nicht behauptet.
- Die resistente Stärke und die wasserlöslichen Ballaststoffe insgesamt spielt aber fetttechnisch eine Rolle, was du empört abgestritten hast.
- Das die in Fett umgewandelten wasserlöslichen Ballaststoffe, mehr Kalorien haben als das Ausgangsprodukt entstammt nur deiner krummen Denke. So etwas würde ich nicht behaupten.und habe es auch nicht getan. -
ferrato
Rang: Gastam 29.03.2015 19:53:38
Rainer schrieb:
Das die in Fett umgewandelten wasserlöslichen Ballaststoffe, mehr Kalorien haben als das Ausgangsprodukt entstammt nur deiner krummen Denke. So etwas würde ich nicht behaupten.und habe es auch nicht getan.
Danke für Deinen Beitrag incl Deinem Eingeständnis, Beiträge gar nicht zu lesen. :-)
Ich habe wörtlich geschrieben:
Und da sich Energie nicht von allein vermehrt, können auch die Fette, die sich aus dem kleinen Rest bilden,. auch nicht mehr Energie haben, als das Ausgangsprodukt. Deshalb ist dies völlig vernachlässigbar.
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Ich habe auch nirgens behauptet, Du hättest dieses Statement aufgestellt. Ich habe lediglich einen Fakt beschrieben und festgestellt dass diese Größe Vernachlässigbar ist.
Du solltest mir jetzt die Stelle zitieren, an der ich das Gegenteil behauptet habe. Wirst Du nicht können und darum geht aus meinem Beitrag und Deiner darauf folgenden Antwort klar hervor, wer hier eine "Krumme Denke" hat.
Kleiner Tipp am Rande: Nächstes Mal Beiträge einfach ganz lesen und dann erstmal denken!
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am 29.03.2015 20:09:41
5% der Stärke wird also mit dem Abkühlen BZ-mäßig unwirksam. Kann das sein, dass die Größenordnung nicht einmal aus dem Streubereich der BZ-Ergebnisse mit einem normalen Messgerät herauskommt?
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