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Habe ich jetzt Diabetes Typ 2 - wie stelle ich was fest?

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    Mitglied seit: 02.04.2015
    am 02.04.2015 14:19:21
    Hallo Allerseits,

    mein Username ist Programm. Ich bin 53 Jahre alt. Ich hatte am 03.02. 120,6 kg bei einer Körpergröße von 1,70 m. Ich war am 16.02.2015 bei meiner Hausärztin. Nach dem einmaligen Blutdruck messen wurde mir eine 24h Messung verpasst. Dann war die Rede von Verdacht auf metabolisches Syndrom und mir wurde Blut abgezapft und der hba1c Wert ermittelt. EinenTag später war ich wieder da und es hieß, der hba1c Wert sei bei 6,7 ich hätte Diabetes. Ein "normaler" Test auf Nüchterblutzucker wurde damals nicht gemacht. Sie würde mich jetzt in ein Diabetesprogramm (?) meiner Krankenkasse aufnehmen. Ich solle meine Ernährung umstellen (Logi) und Gewicht reduzieren. Die Sprechstundenhilfe hat mich dann noch irgendwelche Formulare unterschreiben lassen. Dazu gab es noch ein Rezept für ein Medikament gegen Bluthochdruck und ich war allein auf weiter Flur.

    Ich war die Woche vor dem Arztermin auf einer Dienstreise im Ausland und habe dort trotz eines heftigen grippalen Infektes viel gearbeitet. Die 4 Tage vor dem Arztermin lag ich mit dem verschleppten Infekt im Bett und da die Kopfschmerzen einfach nicht besser werden wollten bin ich dann dort hin.

    Ich hatte in 2013 mein Gewicht mal mit lchf auf 95 kg reduzieren können. Damals hatte ich zur Kontrolle ein großes Blutbild auf eigene Kosten machen lassen und auch den hba1c kontrollieren lassen. Alles war komplett unauffällig und die Ärztin sprach von Superwerten. Der hba1c war unter 5,5. Leider bin ich dann in meine alte kh-Sucht zurückgefallen und habe mir so langsam aber sicher wieder alles draufgefressen.

    Das ganze Thema Diabetes habe ich die letzten Wochen einfach mal komplett verdrängt, ausser dass ich angefangen hatte die kh zu reduzieren. Kein echtes lchf und zwischendurch dann doch wieder Brot und Brötchen und Süsskram. Aber im vergleich zum Jahresanfang doch schon gefühlt deutlich weniger kh.

    Seit Sonntag bin ich wieder strikt dran und ziele auf max 20g kh pro Tag, ca. 70g Eiweiß und den Rest per Fett, angepeilte kcal 1.500 bis 1.700 pro Tag. Aktuelles Gewicht ist 115,3 kg. Da sind also in 2 Monaten 5 kg runter. Das ist jetzt nicht so dolle viel, aber ich habe ja auch noch nicht richtig angefangen.

    Diabetes Medikamente habe ich zur Zeit keine. Aus purem Aktionismus habe ich mir Heute in der Apotheke ein BZ-Messgerät (TRUEyou mini) und einen Schwung Lancetten und Meßstreifen besorgt. Vor dem Frühstück konnte ich nicht messen, aber danach. 2 Stunde und 3 Stunden nach dem Frühstück liegt der Wert BZ Wert angeblich bei 107 bzw. bei 105, 4 Stunden danach bei 84, 5 Stunden danach bei 97. Ich weiss dass ich zu oft piekse und messe, und ich will jetzt ein mal ein Gefühl für das ganze bekommen.

    Diese Werte scheinen mir ziemlich normal zu sein. Da ist keine Überzuckerung und keine Unterzuckerung ersichtlich? Irgendwo hatte ich gelesen, dass ein einzelner hba1c Wert nicht ausreicht um die Diagnose Diabetes zu stellen. Andererseits habe ich massives Übergewicht und Bluthochdruck. Versuche ich das jetzt wegzudiskutieren? Wie bekomme ich Gewissheit? Muss ich auf den nächsten hba1c Wert warten? Der dürfte erst Anfang bis Mitte Mai anstehen. Soll ich mal eine kh reiche Mahlzeit versuchen und dann die BZ Werte davor und danach messen? Oder lieber nur jeden Morgen nach dem Aufstehen vor dem Frühstück? Oder vor und nach jeder Mahlzeit? Wie gesagt ich habe keine Ahnung. Und ich habe mit diesen Ergebnissen auch noch Zweifel an der Diagnose.

    Ernährungsmässig wollte ich mich jetzt bis zum nächsten Arztbesuch möglichst an meine eigenen Vorgaben halten. Da dürften dann noch mal mehr als 5 kg wegschmelzen.

    Vielen Dank fürs Lesen!

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    Mitglied seit: 14.11.2014
    am 02.04.2015 14:28:32
    Hallo!

    Der HbA1c von 6,7 (dieser Wert zeigt den Blutzucker-Durchschnitt der letzten 4 – 6 Wochen an) ist sozusagen die Fahrkarte ins Diabetes-Programm.

    Hier kannst Du eventuell Ernährungsschulung und Sportprogramme abgreifen und an einer Schulung teilnehmen.

    Die gemessenen Werte nach dem Frühstück:
    Was hast Du denn zum Frühstück gegessen?


    Seh das ganze als Warnschuß, die richtigen Maßnahmen hast Du ja bereits ergriffen.
    Und dann sieht es gar nicht mal so schlecht aus, ohne Medikamente auszukommen.

    Viele Grüße
    TypEinser
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    am 02.04.2015 14:45:03
    Frühstück war:

    Eine komplette Packung Würzige Ziege von Rewe feine Welt. Speck und Ziegenfrischkäse, 4g kh.
    http://fddb.info/db/de/lebensmittel/rewe_wuerzige_ziege_ziegenfrischkaesetaler_wuerzig/index.html
    Später kam noch ein Cappuccino to go ohne Zucker dazu. Bis jetzt ca. 10g kh.

    Meine nächste Mahlzeit ist am Abend, ich esse unter lchf nur 2x täglich.

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    am 02.04.2015 15:05:27
    @keine Ahnung

    Dein Weg ist schon erst mal sicher gut. Ich bin etwas größer und hatte seinerzeit ein ähnliches Gewicht - Ausgangslage also vergleichbar. Allerdings war mein Diabetes schon im sehr auffälligen, dringend handlungsbedürftigen Bereich (zu spät bemerkt).

    Die Gewichtsreduktion wird Dir - wie auch immer Du die erreichst, mit ziemlicher Sicherheit bei Deinen benannten Werten weiterhelfen. Die Diskussion zum HBA1c läuft gerade an anderer Stelle schon ganz "heiß" - so ganz alleine würde ICH mich nicht "nur" auf den einen Wert verlassen - ich glaube aber fast, dass das mit Deinen Werten völlig zweitrangig ist (soll bitte aber keine "Ferndiagnose" sein, die kann niemand bieten).

    Ich vermute aber mal, dass Du bei den Ausgangswerten schon ein deutlich besseres Ergebnis bei einer Gewichtsreduktion erzielst und die Fragen sich damit erledigen. BTW: es geht einem auch sonst deutlich besser - ich empfinde das Gesamtergebnis im Vergleich zu früher als deutliche Steigerung der Lebensqualität.
    Unter ärztlicher Kontrolle stehst Du ja - das ist auch bei einer Ernährungsumstellung alles andere als ein Fehler* und: LOGI hat mir (und anderen) da schon sehr geholfen.

    *) LOGI sollte man als Mensch mit Leber oder Nierenproblemen vorsichtig angehen und wirklich begleiten lassen - die KH-Reduzierung kann da u.U. auch problemtisch sein. Leben und Nierenprobleme schliessen das aber nicht aus - aber ein Arzt sollte da dann regelmäßig diverse Parameter prüfen

    Wer nach LOGI arbeitet, ist z.B. die Reha-Klinik Überruh (im schönen Allgäu) - dort gibt es (Webseite) Erfahrungsberichte und einige Hintergrundinformationen, zudem gibt es gute Literatur und auch jede Menge richtig leckerer Rezepte, so dass man eigentklich a) weder etwas herunterhungern muss, noch b) einem etwas geschmacklich abgeht (eher das Gegenteil ist der Fall).

    Ich hatte damals (bei wirklich vergleichbar mit Dir - ganz schlechtem Ausgangspunkt) mit Abstimmung und unter Aufsicht des Arztes auf das Programm der Kasse verzichtet und mit LOGI gestartet, den Arzt sehr schnell mit den Ergebnissen überzeugt und das Kassenprogramm gar nicht gebraucht.

    Heute bin ich für meinen sehr aufgeschlossenen Doc richtig dankbar ...

    Beste Grüße,
    Ulf
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    am 02.04.2015 15:09:52
    Nachtrag: Wenn Du es schaffst, Dich an alle Vorgaben aus LOGI zu halten, braucht es das Schielen auf die KH eigentlich nicht. Nimm das entspannt, es gibt schöne Rezeptbücher mit unzähligen Vorschlägen für Früh - Mittag - Abend und damit läuft das supergut. Stress hat man damit jedenfalls schon mal auch nicht :)

    Wenn Du Literaturtipps haben möchtest, kann ich das gerne öffentlichkeits-werbefrei :) per private Mail (Forumsfunktion) Dir zukommen lassen.

    Beste Grüße,
    Ulf
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    Mitglied seit: 30.12.2012
    am 02.04.2015 19:42:03
    Wär doch blöd, wenn auf Deinem Grabstein 'keine Ahnung' stünde. Also beginn Dich für Deinen Körper, in dem Du Dein Leben lang wohnst, zu interressieren. Du bist zu fett, Du weisst es selber. Wenn Du es schaffst, mit LOGI u n d heftigen Bewegungen Dein Gewicht wenigstens um 10 kg zu reduzieren, wirst Du bemerken, wie sich Dein Körper dankbar zeigt. Der blutdruck, den ich übrigens für gefährlicher halte, und der HbA1c werden runter gehen, Du wirst Dich besser fühlen und vielleicht die nächsten Kilos anpeilen.
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    Mitglied seit: 29.03.2015
    am 02.04.2015 22:31:40
    steini schrieb:
    Wär doch blöd, wenn auf Deinem Grabstein 'keine Ahnung' stünde. Also beginn Dich für Deinen Körper, in dem Du Dein Leben lang wohnst, zu interressieren. Du bist zu fett, Du weisst es selber. Wenn Du es schaffst, mit LOGI u n d heftigen Bewegungen Dein Gewicht wenigstens um 10 kg zu reduzieren, wirst Du bemerken, wie sich Dein Körper dankbar zeigt. Der blutdruck, den ich übrigens für gefährlicher halte, und der HbA1c werden runter gehen, Du wirst Dich besser fühlen und vielleicht die nächsten Kilos anpeilen.



    Sei gnädig steini! :) Natürlich hast Du mit Deiner Umschreibung des Übergewichtes recht, aber ich kann mich aus eigener Erfahrung erinnern, wie schwierig und verletzend diese etwas derbe (wenn auch zutreffende) Aussage ist. Meist haben die Leute es wirklich SEHR schwer, ihr jahre- oder gar jahrzehntelang angefuttertes Übergewicht (wenn das denn vom Essen kommt, aber gehen wir jetzt mal davon aus - so hatte ich das auch verstanden), wegzubekommen. Und es kann dann eben schon ein großer Kampf sein - selbst wenn LOGI (als Beispel) ganz schmackhafte Sachen bietet, gegen die Verführungen des Alltages anzukämpfen. Das Verlangen nach dem Verbotenen bleibt ja, die Supermarktregale zeigen nichts Anderes, und das nette Umfeld ist in aller Regel auch alles andere als hilfreich.
    Natürlich braucht man auch eine große Portion Willen, den - so hat das mal mein Arzt am Anfang von LOGI zu mir gesagt "... oh, die meisten Leute schaffen es aber nicht - das hält kaum einer durch" - und da hat er auch ein gutes Stück recht.

    Ich denke immer, zunächst muß man das Ganze verstehen und da finde ich Deinen Hinweis mit dem Hineinhören in den eigenen Körpers GANZ wichtig (was übrigens gar nichts mit einen "Drehen um eine Krankheit" zutun hat).
    Unsere Gesellschaft lässt uns dazu leider zu wenig Spielraum - wer natürlich ausgepowert ist, ständig vom Chef geplagt wird, Überstunden über Überstunden schieben muß und kurz vor dem burnout steht, wird gar nichts "hören" können. Du hast es da gut, weil Du (vermutlich mal) aus dem Berufsleben raus bist - ich habe die eigene Firma und kann mir dadurch meine Zeit anders einteilen - diese Privilegien haben die Allerwenigsten, von daher ist das auch ein Stück schwerer.

    Und natürlich hast Du recht: gerade mit LOGI hatte ich z.B. sehr schnell gute und stabile Erfolge - es hat dann eigentlich immer Spaß gemacht, das auch durchzuhalten und bestimmten Dingen immer automatischer und selbstverständlicher zu widerstehen. Insofern war bei mir die Diagnose Diabetes sogar so etwas wie ein Zugewinn (was ich jetzt nicht falsch verstanden haben will) - ich war halt gezwungen, ein wenig nachzudenken und alte Gewohnheiten zu ändern.

    Beste Grüße,
    Ulf
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    am 02.04.2015 23:04:31
    Vielen Dank an alle. Hier ein kleines Update des restlichen Tages:

    BZ 80 um 17:19 Uhr
    BZ 81 um 19.30 Uhr vor dem Abendessen
    BZ 89 um 21:05 Uhr 1 Stunde nach dem Abendessen
    BZ 95 um 22:07 Uhr 2 Stunden nach dem Abendessen

    Es gab Rucola mit Bruno's French Dressing dazu Frikadellen aus Schweinehack + Creme Double + Eigelb in Kokosöl gebraten.

    Vor der 1. Messung nach dem Abendessen war ich noch 30 Minuten draussen. Der Blutdruck danach war runter auf sympathische 114 zu 77.

    Jetzt komm dann erst mal Ostern. In diesem Sinne ein frohes Osterfest.



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    Mitglied seit: 02.04.2015
    am 02.04.2015 23:09:43
    Ulf schrieb:
    steini schrieb:
    Wär doch blöd, wenn auf Deinem Grabstein 'keine Ahnung' stünde. Also beginn Dich für Deinen Körper, in dem Du Dein Leben lang wohnst, zu interressieren. Du bist zu fett, Du weisst es selber. Wenn Du es schaffst, mit LOGI u n d heftigen Bewegungen Dein Gewicht wenigstens um 10 kg zu reduzieren, wirst Du bemerken, wie sich Dein Körper dankbar zeigt. Der blutdruck, den ich übrigens für gefährlicher halte, und der HbA1c werden runter gehen, Du wirst Dich besser fühlen und vielleicht die nächsten Kilos anpeilen.



    Sei gnädig steini! :) Natürlich hast Du mit Deiner Umschreibung des Übergewichtes recht, aber ich kann mich aus eigener Erfahrung erinnern, wie schwierig und verletzend diese etwas derbe (wenn auch zutreffende) Aussage ist.
    Ulf



    Keine Sorge und vielen Dank für die moralische Unterstützung. Bei einem BMI von knapp unter 40 sind alle anderen Aussagen reine Schönfärberei. 10 kg würden das Elend nicht wirklich dauerhaft beseitigen. Da muss schon deutlich mehr runter.
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    Mitglied seit: 29.03.2015
    am 03.04.2015 01:02:14
    [quote=keine Ahnung]
    Keine Sorge und vielen Dank für die moralische Unterstützung. Bei einem BMI von knapp unter 40 sind alle anderen Aussagen reine Schönfärberei. 10 kg würden das Elend nicht wirklich dauerhaft beseitigen. Da muss schon deutlich mehr runter.
    [/quote]

    Naja - ich hatte mich sofort erinnert, wie ich damals empfunden hatte, wenn mir das logisch Zutreffende jemand so gesagt hat. Trotz Blick in den Spiegel, auf die Waage usw. wollte man das doch nicht unbedingt von außen hören ... jedenfalls nicht mit bestimmten Worten (Übergewicht ist ja noch richtig vornehm gegen (...)).

    Was ich Klasse finde, ist Deine Grundeinstellung dazu - das ist schon mal ein wirklich ganz großer Schritt. Sich etwas bewußt zu machen und sein Problem zu erkennen, macht auch die Tür auf, nach Lösungen zu suchen und damit klar zu kommen.

    Ich wünsche Dir da ganz viel von der nötigen Ausdauer!

    Beste Grüße,
    Ulf
    Bearbeitet von User am 03.04.2015 01:04:13. Grund: -