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Insulinresistenz
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am 08.04.2015 23:06:37
Zuerst ein liebes Hallo an die community :-)
Ich beschäftige mich seit einiger Zeit intensiv mit dem Thema DM Typ 2. Dabei stosse ich immer wieder auf die Bezeichnung "Insulinresistenz". Die Körperzellen sind also resistent (immun) für den Schlüssel Insulin. Trotzdem werden bei der Behandlung orale Medikamente verordnet, welche die Betazellen zu noch mehr Insulinproduktion anregen sollen. Wenn das nicht ausreicht, wird das Insulin noch in den Körper gespritzt.
Das widerspricht sich doch alles. Wenn der Schlüssel nicht passt, ist es doch zwecklos. Auch die Aussagen, je höher die Insulinresistenz ist, desto mehr muss Insulin zugeführt werden... verstehe ich nicht. Das Problem liegt doch bei den Körperzellen, da müsste angesetzt werden (ok...Metformin soll ja die Körperzellen mit einem s.g. Dietrich öffnen, aber das scheint ja nur für einen gewissen Zeitraumt zu klappen). Ist ja klar, dass die BSD bzw. die Betazellen nach dem ganzen Prozedere die Arbeit einstellt. Ich würde auch nicht gerne sinnlos arbeiten.
Also muss ein neues Schloss her, die Frage ist ...wie???
Ich wollte meine Gedanken nur mal loswerden. Sorry, wenn ich Euch mit meinem Beitrag genervt habe.
Gute Nacht allen und bis bald :-)
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am 08.04.2015 23:35:21
Hallo Günter,
das klingt so, als würdest du es für viel besser halten, bei Typ2-Diabetes nicht das Insulin bereitzustellen, das für einen vernünftigen BZ benötigt wird. Damit hättest du dann zwei Probleme: IR und viel zu hohen BZ.
Natürlich macht es Sinn, neben der BZ-Senkung auch zu versuchen, die IR etwas zu verringern. Dafür gibt es aber keine Pillen. Das schafft man z.B mit viel Sport, bei Übergewichtigen hilft oft auch die Abnahme. Dass diese beiden Sachen aber nur in weinigen Fällen ausreichen, um den Typ2-Diabetes im Griff zu behalten, ist ausreichend bekannt. Deshalb führen dich deine Gedanken nicht sehr weit. Klar wäre ein wirksames Mittelchen gegen die IR eine sher gute Lösung. So etwas wurde aber bisher - außer dem ein gsnz kleines bisschen in diese Richtung wirkendem Metformin - nicht erfunden und ist auch trotz intensiver Forschung nicht in Sicht.
Bearbeitet von User am 08.04.2015 23:37:00. Grund: . -
am 09.04.2015 00:17:43
Hallo Rainer,
na Du machst einem ja richtig Mut ;-)
Eine IR zu bekämpfen, indem man mehr Insulin zu sich nimmt ist in meinen Augen unlogisch. Genauso als wenn man einem Alkoholiker sagt, trinke mehr Schnaps, dann wirst Du Deine Sucht los. Aber vertrauen wir mal auf die Wissenschaft, die sich dabei ja einiges gedacht hat.
Ich bin noch neu in dem Metier und lerne gerne dazu. Kann also sein, dass noch ein paar blöde Fragen von mir hier im Forum auftauchen.
So...jetzt gehe ich aber wirklich ins Bett, sonst komme ich morgen früh nicht raus.
Gute Nacht
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am 09.04.2015 10:14:37
Insulinresistenz bedeutet nach der allgemeinen Vorstellung, dass das Insulin nicht mehr so viel wie normal an Glukose-Verbrauch in die Zellen vermittelt: Es wird weniger als normal an Glukose aus dem Blutkreislauf in die peripheren Zellen übernommen.
ABER wenn weniger Glukose aus dem Blutkreislauf abgenommen wird, egal aus welchem Grund, wird bei gesunder Regelung einfach auch weniger hinein gegeben. Der BZ steigt damit um kein mg/dl.
ABER nach bariatrischer OP/Leberfasten normalisieren sich Glukose- und Insulin-"Spiegel” im Blutkreislauf in mehr als 50% der Fälle innerhalb von etwa EINER WOCHE! Viel zu wenig dafür, dass sich an der Insulinsensitivität der peripheren Zellen wesentliches geändert haben könnte.
Deren Sensitivität/Resistenz hat offenbar keinen so nennenswerten Einfluss auf den BZ, wie traditionell angenommen.
Es gibt Studien (suche heute abend mal eine raus, wenn das wlan hier auf dem Campinplatz funzt), die eindeutig belegen, dass die passende Gabe von Insulin die weitgehend gesunde Glukose- und Insulin-Regelung praktisch genauso wieder herstellt, wie ne bariatrische OP, allerdings pro Anwendung nicht so lange.
Da wird also mit kurzfristig mehr Insulin erreicht, dass längerfristig weniger Insulin umgesetzt wird. Auch wieder ohne dass sich an der Insulinsensitivität der peripheren Zellen wesentliches geändert hätte.
Und nicht einmal die Mehrzahl aller Menschen mit Insulinresistenz haben einen auch nur ansatzweise auffälligen BZ oder entwickeln gar einen Diabtes.
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Die Freiheit der eigenen Meinung setzt zwingend die Achtung und den Respekt vor jeder anderen Meinung voraus. - Wer's auch so sieht, sagt's bitte einfach weiter. -
am 09.04.2015 11:41:12
Eine Resistenz loswerden - mittels der altbekannten
Insulin-Dusche!
Dr. Teupe hat da einiges zu geschrieben. Einfach mal googlen, auch "Schema B". -
am 09.04.2015 12:14:30
TypEinser schrieb:
Eine Resistenz loswerden - mittels der altbekannten
Insulin-Dusche!
Dr. Teupe hat da einiges zu geschrieben. Einfach mal googlen, auch "Schema B".
Leider beschäftigt sich Dr. Teupe ausschließlich mit Typ1. Seine Empfehlungen helfen Typ2ern wenig. Die Resistenz, die Teupe beschreibt, ist vorübergehend, die bei Typ2 essentiell. Das zeigt sich schon daran, daß bei Typ2 auch ohne Insulin eine Resistenz bestehen kann, -
am 09.04.2015 12:42:04
EH schrieb:
Leider beschäftigt sich Dr. Teupe ausschließlich mit Typ1. Seine Empfehlungen helfen Typ2ern wenig. Die Resistenz, die Teupe beschreibt, ist vorübergehend, die bei Typ2 essentiell. Das zeigt sich schon daran, daß bei Typ2 auch ohne Insulin eine Resistenz bestehen kann,
Typ 2 auf Insulin sind da auch schon gesichtet worden... -
am 09.04.2015 13:40:51
TypEinser schrieb:
EH schrieb:
Leider beschäftigt sich Dr. Teupe ausschließlich mit Typ1. Seine Empfehlungen helfen Typ2ern wenig. Die Resistenz, die Teupe beschreibt, ist vorübergehend, die bei Typ2 essentiell. Das zeigt sich schon daran, daß bei Typ2 auch ohne Insulin eine Resistenz bestehen kann,
Typ 2 auf Insulin sind da auch schon gesichtet worden...
Kann sein. Trotzdem halte ich Dr. Teupe nicht für die erste Wahl bei Typ2. Soweit ich weiß, behandelt er die auch nicht selbst, sondern das macht ein anderer Diabetologe.
Aber wie dem auch sei, seine Empfehlungen sind nicht für Typ2 geeignet. Ich kann dir nicht die medizinischen Hintergründe nennen, aber ich hab es ausprobiert - es klappt nicht. -
am 09.04.2015 22:58:22
Was Dok Teupe für sein Regelwerk beschreibt, ist die Form der IR, die ausschließlich beim absoluten Insulin-Mangel beim Typ1 vorkommen kann.
Diese Form der IR hat absolut NICHTS mit der Form der IR zu tun, bei der beim Typ2 bei deutlich mehr Insulin als gesund nötig immer noch ein mehr oder weniger großes Bisschen (relativer Insulin-Mangel) für den gesunden BZ fehlt.
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am 10.04.2015 07:41:46
Günter schrieb:
Eine IR zu bekämpfen, indem man mehr Insulin zu sich nimmt ist in meinen Augen unlogisch. Genauso als wenn man einem Alkoholiker sagt, trinke mehr Schnaps, dann wirst Du Deine Sucht los.
Hallo Günter,
dein Vergleich hinkt. Wenn du dem Typ2-Diabetiker das Insulin verweigerst, mit dem er den BZ in einen gesunden Bereich bringen kann, dann istz das so, als würdest du dem Alkoholiker sämtliche Getränke verbieten wollen.