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Hypoglykämie und Insulinresistenz?

  • Rang: Anfänger
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    Beiträge: 4
    Mitglied seit: 28.07.2015
    am 28.07.2015 18:38:45
    Liebes Forum,

    ich brauche eure fachkundige Hilfe, um meine Diagnose nach dem oGTT-Test bestätigen (bzw. widerlegen) zu lassen. Die Blutzuckerwerte kann ich gerade noch einordnen, bei den Insulin- und C-Peptid-Werten tue ich mich schwer. Gemessen wurde der Nüchternwert sowie 15/30/60/120/180 Minuten nach der Glucosezufuhr.

    Glucose (74-99 mg/dl): 95 / 116 / 158 / 144 / 85 / 61
    C-Peptid (0.5-3.0 μg/l): 2.1 / 3.4 / 5.6 / 10.5 / 7.2 / 4.4
    Insulin (2.6-24.9 mU/l): 8.3 / 23.4 / 46.7 / 93.0 / 37.3 / 9.7

    Diagnose: Hypoglykämie und Insulinresistenz
    Therapie: 1x täglich 500 mg Siofor

    DANKE!
  • Tino

    Rang: Gast
    am 28.07.2015 19:01:57
    Was sagt dein Arzt zu den Werten? Er ist der Fachmann zur Diagnosenstellung.
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    Mitglied seit: 28.07.2015
    am 28.07.2015 22:03:45
    Diagnose lautet: Hypoglykämie (61 mg nach 3h) und Insulinresistenz.

    Mich interessiert, in welchem Bereich die Insulinwerte normal sind? Ich sehe meinen Arzt in einigen Monaten wieder und werde sicherlich genauer nachfragen. Aber bis es soweit ist, setze ich auf euch ;)
    Vor allem beunruhigt mich das Metformin: ist die Therapieform tatsächlich gerechtfertigt? Ich treibe recht viel Sport, ernähre mich KH-arm etc. pp. Ich frage mich, ob man das nicht ohne Medis in den Griff kriegen kann?!

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    Mitglied seit: 20.02.2011
    am 28.07.2015 22:44:31
    500mg Siofor/Metformin haben in der Regel keine messbare Wirkung und werden zum verträglicheren Einschleichen des Medikamentes genommen.
    Die Hauptwirkung des Medis besteht im Bremsen der Glukose-Ausgabe der Leber. Die ist in aller Regel der Grund für die größere Menge an Insulin/C-Peptid bei Insulin-Resistenz, die Dir ja diagnostiziert worden ist.

    Zwar sind bei Dir Insulin/C-Peptid deutlich erhöht (hast Du sicher längst geguhgelt, z.Bhttp://flexikon.doccheck.com/de/C-Peptid) und heißen deswegen Insulin-Resistenz. Aber das fällt ja mit Deinem Blutzucker noch nicht auf und wird daher eigentlich eher nicht extra untersucht.

    Du hast keinen auffälligen Blutzucker-Wert. Magst Du schreiben, warum der OGTT gemacht wurde?


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    Der Austausch über Erfahrungen und Behandlungen mit Diabetes ist völlig normal in einem funktionierenden Diabetes-Forum. Also alles um BZ und HBA1c, Bewegen, Essen, Medikamente und Dosierungen und medizinische Hintergründe usw.
    Kein Beitrag kann und will als Ersatz für eine persönliche ärztliche Diagnose und Behandlung verstanden werden.
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    Mitglied seit: 28.07.2015
    am 28.07.2015 23:43:49
    Herzlichen Dank für deine Antwort!

    Ich bin seit über 7 Jahren "offizieller" Hashimoto-Patient und bin in den vergangenen Monaten immer wieder in die Unterfunktion gerutscht. Mein Hausarzt hat das nicht in den Griff bekommen und so landete ich auf meine Initiative hin in der Endokrinologie. (Der Vollständigkeit halber will ich noch erwähnen, dass ich aufgrund eines Wohnortwechsels notgedrungen zum Allgemeinmediziner musste, weil hier weit und breit kein Endokrinologe sitzt.)

    Jedenfalls entdeckte man im Klinikum meinen HBA1c-Wert, der zuletzt im Februar 2014 gemessen wurde und bei 5,3 % lag (SGlu lag bei 90). Aufgrund erblicher Vorbelastung (Oma und Vater waren Typ 2-Diabetiker) drückte mir der Arzt den oGTT-Test aufs Auge (ich war fast beleidigt). Anscheinend war das gar keine schlechte Idee, wenn ich mir das Ergebnis ansehe.

    Auch habe ich meinen männlichen Hormon-Spiegel messen lassen, obwohl ich mit Ausnahme der Körperbehaarung (typisch südländisch könnte man sagen) keine gängigen PCO-Symptome zeige (Hirsutismus, Adipositas etc.). Ergebnis war, dass alles im Normbereich liegt, wobei das Testosteron an der oberen Grenze schwebt.

    Summa summarum soll das Metformin sowohl die Insulinresistenz aufheben/verbessern als auch den männlichen Hormonspiegel drücken. Bin mir aber wie geschrieben nicht sicher, ob das mit der Tablette der richtige Weg ist....

    Bin w 35 Jahre.
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    Mitglied seit: 20.02.2011
    am 29.07.2015 16:31:15
    Welchen Weg würdest Du vorziehen?


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    Mitglied seit: 25.02.2011
    am 01.08.2015 22:11:19
    Atnite schrieb:
    Gemessen wurde (beim oGTT) der Nüchternwert sowie 15/30/60/120/180 Minuten nach der Glucosezufuhr.
    Glucose (74-99 mg/dl): 95 / 116 / 158 / 144 / 85 / 61
    Insulin (2.6-24.9 mU/l): 8.3 / 23.4 / 46.7 / 93.0 / 37.3 / 9.7
    Diagnose: Hypoglykämie und Insulinresistenz
    Therapie: 1x täglich 500 mg Siofor

    Hallo Atnite,

    hier hast du mal eine Grafik (aus Wikipedia, Insulin) zum normalen Verlauf von Glukose und Insulin. Deińe Insulinwerte musst du zum Vergleich noch mit 7 multiplizieren, um auf die dort dargestellten pmol/l zu kommen. An deinen Glukosewerten ist nichts groß auszusetzen. Auch wenn die ein kleines bischen höher verlaufen, liegen sie noch im normalen Bereich. Sehr schön kannst du erkennen, dass die Insulinausschüttung leicht verspätet und dann überschießend erfolgt, so dass dann nach 3 Stunden der niedrige BZ von 61 rauskommt. Wenn du dazu weitere Informationen ergoogeln willst, dann suche unter "alimentäre Hypoglykämie". Eigentlich ist die nur von Bedeutung, wenn sie dich im Alltag stört. Falls das nur beim oGTT aufgetreten ist und bei deinen normalen Mahlzeiten nicht vorkommt, dann brauchst du dir dazu keine Gedanken zu machen, zumal die 61 kein besonders niedriger Wert ist.

    An den Insulinwerten ist zwar ein IR zu erkennen, aber keine besonders starke. Typische Werte für IR liegen beim 5-10-fachen des normalen Verlaufs. Wenn du fleißig Sport treibst, kannst du damit schon viel erreichen. Wahrscheinlich hilft Kraftsport besser gegen IR als Ausdauersport, deshalb solltest du den nach Möglichkeit mit einbeziehen.

    Das Metformin könnte eventuell ein bisschen unterstützen. Auf jeden Fall wird es bei PCO und unerfülltem Kinderwunsch oft mit Erfolg eingesetzt. Wenn du es nimmst, dann könnte es aber auch deinen Niedrigzucker, der meist ca. 3 Stunden nach KH-reichen Mahlzeiten auftritt, weiter verschärfen. Achte darauf und besprich das, falls es so ist, sofort mit deinem Arzt. Das wäre auf jeden Fall ein Grund, es nicht weiter zu nehmen. Ansonsten ist Metformin ein sicheres Medikament, bei dem du außer anfänglichen Magen-, Darmproblemen keine schlimmen Nebenwirkungen befürchten musst.

    Beste Grüße, Rainer

    P.S.: Der Forentroll Tino hat sich ja bei dir schon vorgestellt. Er wird sich auf jeden Fall sofort wieder melden und behaupten, dass man in Foren keine Erfahrungen austauschen darf. Überlies es einfach, der arme Kerl denkt wirklich, dass die Welt auch im 21. Jahrhundert noch so funktioniert.
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    Mitglied seit: 28.07.2015
    am 02.08.2015 22:38:18
    Hallo Rainer,

    ganz herzlichen Dank für deinen Beitrag, der mir wirklich weitergeholfen hat! Genau das, ob eine leichte oder stärkere IR vorliegt, konnte ich bisher nicht zweifelsfrei einschätzen.

    Mit dem Niedrigzucker hatte ich bisher eigentlich keine Probleme, werde es aber unter Beobachtung halten. Danke für den Tipp! Dann werde ich die Metformin-Pille einfach mal weiter schlucken und die Monate über schauen, ob sich irgendeine Besserung bei den Werten einstellt. Ansonsten gehts sicher auch ohne, zumal ich tatsächlich bevorzugt Kraftsport treibe, mehrmals die Woche.

    Eine letzte Frage noch: Die Ernährung sollte wohl trotzdem strikt zuckerfrei und frei von kurzkettigen KHs sein? Normalerweise baue ich gerne einmal pro Woche einen ganzen Schummeltag oder zumindest 1-2 Schummelmahlzeiten ein. Kann ich mir das mit einer leichten IR weiterhin erlauben - wie schätzt du das ein?



  • Tino

    Rang: Gast
    am 03.08.2015 08:59:13
    Rainer schrieb:
    P.S.: Der Forentroll Tino hat sich ja bei dir schon vorgestellt. Er wird sich auf jeden Fall sofort wieder melden und behaupten, dass man in Foren keine Erfahrungen austauschen darf. Überlies es einfach, der arme Kerl denkt wirklich, dass die Welt auch im 21. Jahrhundert noch so funktioniert.


    Einmal mehr stellst du eine unwahre Behauptung in der Raum, Rainer.
    Ich habe nie behauptet, dass in Foren keine Erfahrungen ausgetauscht werden sollen. Was du tust, ist keine Erfahrungsaustausch, sondern du stellst Diagnosen und gibst Therapieempfehlungen ab. Dies unterscheidet sich wesentlich von einem Erfahrungsaustausch. Offensichtlich bist du nicht in der Lage, den Unterschied zwischen Erfahrungsaustausch und Diagnostik zu erkennen. Genau deine Verhaltensweisen führen dazu, dass in Fachkreisen Foren als kontraproduktiv bis gefährlich betrachtet werden. Das kümmert dich jedoch nicht, Hauptsache du kannst deinen Ärztewahn hier ausleben.
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    Mitglied seit: 25.02.2011
    am 03.08.2015 21:18:50
    Atnite schrieb:
    Normalerweise baue ich gerne einmal pro Woche einen ganzen Schummeltag oder zumindest 1-2 Schummelmahlzeiten ein. Kann ich mir das mit einer leichten IR weiterhin erlauben - wie schätzt du das ein?

    Hallo Atnite,

    ich halte gelegentliche Ausnahmen für unproblematisch. Wenn du dich überwiegend geeignet ernährst, dann ist das gut und ausreichend. Das Problem von gelegegentlichen Ausnahmen ist, dass sie bei manchen dann ziemlich schnell zur Regel werden. Ich glaube, das ist bei dir nicht zu befürchten - du kannst deine "Schummelmahlzeiten" ganz ohne Reue genießen.

    Beste Grüße, Rainer