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Schwangerschaftsdiabetes vs. HbA1c
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am 04.11.2015 12:29:24
Guten Tag zusammen,
ich bin grad etwas ratlos und hoffe hier auf das geballte Wissen anderer Betroffener :)
Ich bin heute in der 22. Woche (6. Monat) schwanger. In der 19. Woche wurde bei mir mittels oGTT festgestellt, dass ein Schwangerschaftsdiabetes vorliegt. Außerdem ergab der HbA1C-Test einen Wert von 7,3. Damit wurde die Diagnose bestätigt.
Allerdings hat mich mein Diabetologe aufgrund des hohen Wertes nicht als SS-Diabetikerin eingestuft, sondern geht davon aus, dass ich bereits vorher an Diabetes erkrankt war. (Übergewicht und familiäre Vorbelastung inkl.) Deswegen bin ich nun nicht von den Rezeptgebühren befreit.
Es geht mir nicht so sehr um die paar Euro, die man für Nadeln und Insulin zuzahlen muss, sondern einfach darum, wie der Arzt es als erwiesen sehen kann, dass der Typ 2 vorher schon vorlag, wenn der HbA1c doch nur maximal 12 Wochen "zurückgehen" kann. Ich verstehe durchaus seine Schlussfolgerung, aber dass es damit auch vor der Krankenkasse als "erwiesen" gilt, wundert mich schon, weil der HbA1c-Wert ja nicht bis in die Zeit vor der Schwangerschaft zurückreicht.
Oder hab ich einfach nur einen Denkfehler?
Freue mich über jeden Antwort.
Gruß,
kk -
am 04.11.2015 13:09:49
Hallo kk,
Der Diabetologe wird wohl Recht haben, Ein HbA1c von 7,3% ist ein ziemlich hoher Wert, der wohl kaum lediglich von der normalen BZ-Erhöhung durch den SS-Diabetes zustande gekommen ist.
Schiebe diesen Ärger enfach beiseite und konzentriere dich darauf, dass du mit deinem Diabetes während der SS gut behandelt wirst. Wenn du bei dem Diabetologen in der Beziehung ein gutes Gefühl hast, dann ist er der richtige für dich.
Ich wünsche für dich und dein Baby alles Gute für den Rest der SS - mit entsprechend gute Betreuung kriegst du bestimmt auch deinen BZ gut in den Griff.
LG Rainer -
am 04.11.2015 13:21:29
Hi Rainer,
danke für Deinen Post.
Aber das ist doch der Punkt, er wird "wohl" recht haben, aber ist das nicht ein bißchen wenig unter Wissenschaftlern? :-) Ich gehe ja mittlerweile selbst davon aus, dass ich auch nach der SS damit zu tun haben werde, aber dass mir per Verdacht der letzte Funken Hoffnung auf eine gesunde Zeit nachher genommen wurde, macht diese Phase der SS nicht unbedingt leichter. Gut eingestellt bin ich mittlerweile zum Glück, meine BZ-Werte liegen jetzt nah am Zielbereich, das ist natürlich das Wichtigste.
Ich habe nun noch einmal mit dem Ärzteteam meiner Krankenkasse telefoniert, da war die Aussage der Diabetologin etwa wie folgt: "Also Frau X, wenn Sie in der 20. Woche zu mir kommen und den oGTT und den HbA1c Wert machen lassen und bei beiden kommt raus, dass da eine Störung vorliegt, dann kann ich trotzdem nur bis zur 10., maximal 8. Woche zurückgehen und kann KEINERLEI Aussage über ihren Zuckerstoffwechsel VOR der Schwangerschaft treffen. Da können Sie auch gerne noch 100kg Übergewicht und eine familiäre Vorbelastung ALLER ihrer Angehöriger vorweisen, ich könnte trotzdem nicht festlegen, dass Sie vorher schon Typ 2 waren. Ich könnte es allerhöchstens mutmaßen, einen Verdacht äußern, aber mehr nicht. Für mich wären sie ganz klar eine SS-Diabetikerin, bei der nach der SS durchaus Hoffnung auf eine Dia-freie Zeit wäre."
Ich werde jetzt trotzdem einmal über meinen Hausarzt eine zweite Meinung abholen. Die Dame am Telefon war wirklich sehr irritiert über das Vorgehen meines Diabetologen.
Ach, ich klinge vermutlich sehr verbissen, das bin ich natürlich nicht. Die paar Euro Zuzahlung sind mir auch egal. Aber es wäre doch schön, wenn man wenigstens ein bißchen Hoffnung auf Gesundung in der Zeit danach haben könnte.
Danke nochmal + Gruß
kk -
am 04.11.2015 13:25:53
Hi!
Da können beide Ärzte recht haben oder nicht...
Es kann aber auch wirklich niemand sagen, ob Du nach der SS tatsächlich noch Insulin spritzen musst!
Jetzt gilt erstmal: Du und Dein Kind.
Bearbeitet von User am 04.11.2015 13:26:09. Grund: . -
am 04.11.2015 13:36:38
Das stimmt. Und das steht auch selbstverständlich über allem :-)
Wobei ich schon davon ausgehe, so übel wie meine Werte jetzt waren ohne die Einstellung durch Insulin. Aber das wird wohl alles nur die Zeit zeigen.
Vielen Dank!
kk -
am 04.11.2015 15:13:41
kulturknall schrieb:
Aber das ist doch der Punkt, er wird "wohl" recht haben, aber ist das nicht ein bißchen wenig unter Wissenschaftlern? :-)
Hallo kk,
das mit der Zuzahlung ist wirklich ärgerlich. Bei diesem Problem kann ich dich aber nicht ganz verstehen. Wissenschaftler können nur Wahrscheinlichleiten liefern. Die Wahrscheinlichkeit, dass sich nach einem SS-Diabetes kein Diabetes entwickelt ist erstaunlich hoch. Es war wohl so etwas um die 60%. Allerdings war die Chance bei denen, die ihren SS-Diabetes mit Insulin behandeln mussten, sehr viel geringer.
Ich denke mal,. dass dir eine Wahrscheinlichkeit nicht viel mehr hilft als die praktischen Efahrungen, die so ein Diabetologe während seiner Berufsausübung sammeln konnte. In jedem Fall wirst du abwarten müssen, was bei dir nach der SS rauskommt. Vielleicht hast du Glück und wirst den Diabetes wieder los. Vielleicht musst du dich für immer damit abfinden, was nicht schön wäre, abr auch keine Riesenkatastrophe. Genau kann dir das kein Wissenschaftler und kein Diabetologe sagen.
Schluck deinen Ärger runter und meistere die jetzt anstehenden Herausforderungen.
Viel Erfolg dabei, Rainer
Bearbeitet von User am 04.11.2015 15:14:53. Grund: . -
am 04.11.2015 17:07:54
Hi Rainer,
natürlich, das ist mir bewusst. Ich erinnere mich mit Freuden an die Statistik-Vorlesungen an der Uni. Gute Zeiten. ;)
Es wäre auch alles nicht so dramatisch, wenn Der Diabetologe nicht so "bockig" wäre und mir bessere Gründe liefern würde, anstatt zu sagen: "Das ist nun mal so, anhand Ihrer Vorbelastung". Das reicht mir einfach nicht und wurde ja auch von der Ärztin am Telefon so unterstrichen. Ich werd jetzt einfach nochmal mit meinem Hausarzt darüber sprechen und dann auch gut sein lassen. Ich habe zwei sehr gute Freunde mit Diabetes in meinem Freundeskreis, darum halte ich auch die Diagnose jetzt nicht für katastrophal und natürlich absolut verkraftbar - aber die Vorstellung gesund zu bleiben nach der SS ist natürlich um einiges schöner. Die Zeit wird's zeigen. :)
Vielen Dank nochmal und einen schönen Abend,
kk