Willkommen Gast! Um alle Funktionen zu aktivieren musst Du Dich Anmelden oder Registrieren.

OGTT Insulin schießt hoch

  • Rang: Anfänger
    Punkte: 0
    Beiträge: 3
    Mitglied seit: 05.11.2015
    am 05.11.2015 17:09:08
    Hallo zusammen,

    ich habe mich hier angemeldet, weil ich mit meiner Suche im Netz nicht weiterkam und mein Arzt erst nächste Woche wieder erreichbar ist. Die Werte wurden mir telefonisch mitgeteilt.

    Kurz zur Vorgeschichte: Vor knapp 10 Jahren war ein OGTT hinsichtlich Insulinresistenz positiv (viel Übergewicht, wenig bis kein Erfolg beim Abnehmen, V.a. PCO-Syndrom), ich sollte Metformin nehmen, wurde jedoch kurz nach dem OGTT schwanger. In der Schwangerschaft alles gut, kein GDM.
    Habe dann nach der Stillzeit für ca. 10 Monate Metformin genommen und ca. 10 kg an Gewicht verloren. Habs dann abgesetzt und von meinem jetzigen Arzt Hashimoto diagnostiziert bekommen, was ich damals wohl schon mind. 10 Jahre hatte, aber keiner hats geblickt, auch der Endo nicht. Nun bin ich seit mehreren Jahren schilddrüsentechnisch gut eingestellt, jedoch macht das Gewicht immer noch, was es will. Ich arbeite in einer Klinik, Schichtdienst, laufe viel, bin körperlich stark beansprucht (Fitness ist gut, Muskeln reichlich vorhanden für den Grundumsatz), jedoch habe ich in den letzten 18 Monaten wieder 20 kg zugenommen, befinde mich nun mit dem BMI im lebensbedrohlichen Bereich. Ich habe ausreichend Bewegung, ich ernähre mich gut und gucke, dass es auch regelmäßig geschieht, lasse diverse süße Versuchungen in der Klinik links liegen, habe jedoch von deren Anblick schon 1 kg mehr auf den Hüften ;-( Irgendwas passt also nicht. SD ist sowohl nach Befinden als auch nach Werten gut, kein Schub seit einem Jahr.

    Meine Hba1c-Werte waren bisher immer gut (um die 5), aber da der OGTT damals positiv auf IR war, hat mein jetziger Arzt nochmal einen OGTT gemacht.

    Folgende Werte kamen raus (75 g Glukose, venöses Plasma, 12 h nüchtern, SD-Medis letzmalig am Vortag genommen):
    BZ 0: 93 mg/dl
    BZ 60: 152
    BZ 120: 86
    Insulin 0: 8,73 mU/l
    Insulin 60: 150
    Insulin 120: 42

    Ich finde nur Angaben, dass der Insulin-Wert um das max. 10-fache ansteigen soll. Mein 60er-Wert sprengt das jedoch locker.

    Wie lässt sich das erklären?

    Die Werte vom damaligen OGTT hab ich gerade nicht zur Hand (bin im Urlaub), jedoch waren die ganz sicher nicht so hoch, sonst würde ich mich daran erinnern *schiefgrins*

    Danke und Viele Grüße
    nurfragen
    Bearbeitet von User am 05.11.2015 17:12:47. Grund: Nachtrag
  • Rang: Erweitertes Mitglied
    Punkte: 972
    Beiträge: 5070
    Mitglied seit: 25.02.2011
    am 05.11.2015 18:54:02
    Hallo Fragerin,

    die BZ-Werte sind echt gut. Das Ergebnis vom oGTT und das HbA1c passen zusammen, von Diabetes gibt es keine Spur.

    Den normalen Insulinverlauf kannst du dir hier https://de.wikipedia.org/wiki/Insulin#/media/File:Glucose-insulin-day-german.svg (aus Wikipedia, Insulin) gut ansehen. Für den Vergleich musst du deine Werte von mU/l in pmol/l umrechenen, indem du sie mit 7 multiplizierst. Der Nüchternwert für das Insulin sieht ja noch fast normal aus, während der Wert nach den Mahlzeiten ca. auf das 4-fache hoch geht. Das bedeutet, dass du deine IR noch nicht losgeworden bist. Aber wie schon gesagt, von Diabetes gibt es keine Spur und das ist doch was gutes. Wenn du wieder zu Hause bist, kannst du ja mal die Werte von damals daneben stellen.

    Beste Grüße, Rainer
  • Rang: Anfänger
    Punkte: 0
    Beiträge: 3
    Mitglied seit: 05.11.2015
    am 05.11.2015 19:57:45
    Hallo Rainer,

    vielen Dank für deine Antwort. Sobald ich wieder zuhause bin gucke ich mal nach den alten Werten.

    Mein Arzt meinte schon vor dem Test, dass es wohl wieder auf Metformin hinauslaufen wird. Naja, immerhin ist es (noch) kein Diabetes. Das war meine größte Sorge. Und wenn ich jetzt noch gegensteuern kann, umso besser...

    Viele Grüße!
  • Rang: Erweitertes Mitglied
    Punkte: 972
    Beiträge: 5070
    Mitglied seit: 25.02.2011
    am 06.11.2015 09:13:45 | IP (Hash): 2040153945
    Hallo Fragerin,

    aus IR kann sich bei manchen Diabetes entwickeln, es muss aber nicht. Ich denke anhand deiner Vorgeschichte und der guten BZ-Werte nicht, dass du besonders diabetesgefährdet bist. Ich vermute, dass du dir von Metformin eher erwartest, dass sich bei deinem Gewicht wieder etwas tut. Es könnte schon sein, dass Metformin ein kleines bisschen hilft, aber bestimmt nicht viel.

    Vielleicht könntest du dir folgende Idee, die bestimmt für deine Abnahme viel bringen würde, mal durch den Kopf gehen lassen und mit deinem Arzt besprechen: Du könntest eventuell mal mit einem GLP1-Mimetikum, z.B. Trulicity probieren, ob du damit von deinem BMI im lebensbedrohlichen Bereich wegkommst. Erfahrungsberichte (positive und negative) über die Wirkung zur Gewichtsabnahme findest du hier im Forum und auch in anderen Diabetesforen. Einen Versuch mit Trulicity ist bestimmt wesentlich risikoärmer als das letzte Mittel, die bariatrische OP. Lass dir das mal durch den Kopf gehen und vergiss diesen Vorschlag einfach, wenn du an so etwas nicht interessiert bist.

    Beste Grüße, Rainer
     1 Benutzer dankte für diesen Nützlichen Beitrag.
  • Rang: Anfänger
    Punkte: 0
    Beiträge: 3
    Mitglied seit: 05.11.2015
    am 14.11.2015 15:37:50 | IP (Hash): 1139193272
    Hallo Rainer,

    so, bin zurück aus dem Urlaub und hier die Werte von damals. Scheinbar hab ich Amnesie, denn die Werte sehen doch ähnlich aus. Hab sogar noch einen zweiten oGTT gefunden, der mir auch entfallen war *tze*

    oGTT 12/2005 (kurz vor der Schwangerschaft)

    BZ 0': 81
    BZ 30': 160
    BZ 60': 159
    BZ 120': 116

    Insulin 0': 9,7 mIE/l ( Ref. 6,0-27,0)
    Insulin 30': 87,1
    Insulin 60': 116
    Insulin 120': 82,6


    oGTT 11/2007 (kurz vor Ende der Stillzeit, Beginn mit Metformin 01/2008)

    BZ 0': 90
    BZ 30': 147
    BZ 60': 131
    BZ 120': 71

    Insulin 0': 16,4 mIE/l ( Ref. 6,0-29,1 - kurios, war damals dasselbe Labor wie 2005)
    Insulin 30': 174
    Insulin 60': 154
    Insulin 120': 32,90
    C-Peptid: 2,7 mikrogr./l (Ref. 0,9-4,0)

    Mit der Praxis meines Arztes habe ich mittlerweile telefoniert. Die Insulinwerte sind pathologisch. Er schlägt Metformin vor, anfangs 2x 500 pro Tag, später dann 2x 1000 pro Tag und erneuter oGTT in 6 Monaten.

    Ich habe mir jetzt mal ein Rezept schicken lassen, werde mich aber mit dem von dir vorgeschlagenen Medikament auseinandersetzen und mich dann entscheiden. Hab eh bald wieder einen Termin wegen meiner SD.

    Vorrangig gehts um meine Gesundheit, natürlich möchte ich gerne wieder weniger wiegen! Eine bariatrische OP kommt für mich zu diesem Zeitpunkt nicht in Frage. Erstens aus finanziellen Gründen und zweitens ist das wirklich die allerletzte Alternative für mich, wenn ich alles andere ausgeschöpft habe.

    Viele Grüße
    nurfragen
  • Rang: Erweitertes Mitglied
    Punkte: 972
    Beiträge: 5070
    Mitglied seit: 25.02.2011
    am 14.11.2015 17:09:08 | IP (Hash): 1405650360
    Hallo nurfragen,

    ja, das sieht alles ähnlich aus. Du kannst bei mehreren oGTTs sowieso nicht die gleichen Werte erwarten. Das hängt ziemlich stark von anderen Sachen ab, auch von der Tagesform. In 11/2007 geht z. B. das Insulin nach 60 Min. ein bisschen höher, aber dafür geht es nach 120 Min. wieder sehr schön zurück.

    Es wäre natürlich schön für dich, wenn Metformin etwas bringt - ich drück dir dafür die Daumen. Metformin ist ein nicht besonders starkes, aber ein sicheres Medikament, was bei Diabetikern schon mehrere Jahrzehnte erfolgreich eingesetzt wird. Trulicity wäre dann schon eine ganz andere chemische Keule und bei einem so neuen Medikament könnten sich schnell mal bisher unbekannte Langzeitwirkungen herausstellen. Trotzdem wäre es, wenn Metformin nichts bringt, noch sehr viel besser und nebenwirkungsärmer als so eine OP. Aber die kommt ja für dich sowieso erst mal nicht in Frage.

    Bei Metformin ist ein langsames Einschleichen für die Verträglichkeit sehr sehr wichtig. Vielleicht weißt du das ja schon, aber man kann es Metforminanfängern nicht oft genug sagen. Ein paar Tage lang wirst du die Magen-/ Darmprobleme auf jeden Fall haben. Wenn sie nicht besser werden, dann gehe auf 1*500 mg zurück und steigere erst, wenn du ein paar Tage beschwerdefrei bist. Evetuell kannst du die 500er auch noch teilen. Dann hast du zwar nur Krümel und nicht genau 250 mg, aber für das Einschleichen wäre das kein Problem.

    Viel Erfolg, Rainer