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Typ I, Beamtenlaufbahn, Schwerbehindertenausweis
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am 30.01.2016 16:35:43 | IP (Hash): 747020191
Hallo liebe Forengemeinde,
ich bin seit dem 8. Lebensjahr Typ-I Diabetiker, hervorragend eingestellt, sämtliche Blut-/Hba1c Werte sind astronomisch gut. Ich bin sportlich, körperlich top fit und mache regelmäßig Sport.
Nun habe ich mich für eine Beamtenlaufbahn im nichttechnischen Dienst beworben und bei meiner Bewerbung direkt angegeben, dass ich sehr guter Typ-I Diabetiker bin. Nun werde ich zu einem Auswahlverfahren und Bewerbungsgespräch vorgeladen. In der Mitteilung stand, sofern ich einen Schwerbehindertenausweis besitze, soll beziehungsweise kann ich diesen zum Bewerbungsgespräch mitbringen, denn laut Sozialgesetzbuch wird man bei gleicher Eignung etc. bevorzugt.
Als Jugendlicher besaß ich einen Ausweis mit H-Kennzeichen, irgendwann wurde dieser in einen unbefristeten Schwerbehindertenausweis (50 %) umgewandelt. Meine Frage ist nun, ob es wirklich sinnvoll ist diesen zum Bewerbungsgespräch (und eventuell später beim AMTSarzt) mitzubringen oder ob dies eher trügt. Man liest des öfteren, dass ein entsprechender Ausweis in jungen Jahren eher hinderlich ist. Wie gesagt bin ich extrem gut eingestellt, nehme regelmäßig Arztbesuche wahr, lasse jedes Quartal meine Blutwerte checken und mein Diabetiker-Arzt sagte mir, er setzt gerne für den Amtsarzt (sprich gerne auf für ein Auswahlverfahren) ein entsprechendes Schreiben auf, sofern von mir gewünscht.
Wie gesagt, meine Frage wäre erst einmal, ob in meinem Alter (ich bin 22 Jahre alt, werde 23) die Vorlage des Ausweises wirklich Vorteile hätte oder doch eher hinderlich ist? Hat zufälligerweise jemand Erfahrungen?
Wenn ich schon dabei bin: Wie sieht es mit dem Amtsarzt aus? Wird man als Typ-I Diabetiker immer noch Schwierigkeiten haben oder sieht das heutzutage, grad bei meinen super (Langzeit)-Werten gut aus?
Danke im Voraus und lieben Gruß -
am 17.04.2016 11:00:44 | IP (Hash): 1723117531
Hallo,
habe leider erst heute deine Frage gelesen.
Zuerst zur meiner Person, bin 48 Jahre und habe seit 1 1/2 Jahren Diabetes Typ1. Bin Verbeamtet im technischen Dienst.
Ich glaube, so richtig kann man deine Frage nicht beantworten oder Dir einen guten Ratschlag geben.
Als bei mir Typ 1 festgestellt wurde, begann ein richtiger Kampf mit den AMTSärzten. Zuerst musste ich nach Anweisung des Amtsarztes drei Monate zuhause bleiben um zu beweißen, daß ich mit Diabetes gut zurecht komme. Danach "durfte" ich alle drei Monate antanzen und meine Werte vorlegen, zudem ließ mich der Amtsarzt auch die ersten drei Monate kein Dienstfahrzeug fahren, er behauptete sogar, das es keinen Diabetiker mit Typ 1 gebe, der auch privat Autofahren darf. Zum Glück ging dieser "Arzt" in die Pension, die Nachfolgerin sieht die ganze Sache wieder anders, da ihr Kind auch Diabetes hat, bei Ihr dürfte ich sogar wieder LKW fahren und nun muss ich nur einmal jährlich meine Werte vorlegen.
Was ich Dir damit sagen will ist, es kommt auch immer auf die Betreffenden Ärzte an, wie die die Sache sehen, zudem muss ja jede Stadt/Gemeinde einen bestimmten Anteil Schwerbehinderte eingestellt haben. Mich würde interessieren wie Du dich entschieden hast, ob Du den Ausweis vorgelegt hast oder nicht, ob Du dadurch einen Nachteil hastet oder nicht.
Weil genau Dein Problem, hat in ein paar Jahren auch meine Tochter (13 Jahre) die ebenfalls Diabetes Typ 1 hat und ebenfalls einen Ausweis besitzt.
Gruß tecumseh