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Blutzuckerwerte bei PCOS

  • Rang: Anfänger
    Punkte: 0
    Beiträge: 1
    Mitglied seit: 06.02.2016
    am 06.02.2016 16:21:34 | IP (Hash): 1274533519
    Hallo Diabetes-Forum,

    ich bin 26 Jahre alt und mein Frauenarzt hat im Januar PCOS bei mir diagnostiziert. Da viele Frauen mit PCOS an einer Insulinresistenz leiden, wurde ich zum Diabetologen geschickt, um einen oGTT zu machen.
    Nun habe ich mich eingelesen und kenne die Grenzwerte für eine Insulinresistenz und Diabetes Typ II.

    Meine Werte beim oGTT haben mich dennoch überrascht:

    Nüchtern: 101 mg/dl
    Nach 1 Std: 94 mg/dl
    Nach 2 Std: 87 mg/dl

    Das hatte ich so garnicht erwartet. Der Arzt hat mich eigentlich ganz gut aufgeklärt, und meinte, dass meine Bauchspeicheldrüse zuviel Insulin produziert und die Werte deswegen so schnell gesunken sind, dh. wohl ein Hyperinsulismus vorliegt.Das Endergebnis ist, wie bei einer Insulinresistenz, das Gleiche, nämlich Kurzkettige KH meiden und abnehmen. Das geht für mich völlig klar.
    Um meinen Körper nun besser zu verstehen, wollte ich aber nun fragen, ob jemand von euch mir noch ein paar Infos geben könnte, was mein Körper da genau tut? Warum sind meine Werte so schnell nach dem Trinken der Lösung gesunken?
    Kann eine Insulinresistenz trotzdem vorhanden sein? (So ganz werde ich aus den Beiträgen, die ich gelesen habe, bisher nicht schlau) - und wie sehr bin ich gefährdet, an Diabetes Typ II schlußendlich zu erkranken? Wenn die Bauchspeicheldrüse immer auf 1000 Prozent läuft, kann das ja nicht gesund sein.

    Vielen Dank! :)
  • Rang: Erweitertes Mitglied
    Punkte: 972
    Beiträge: 5070
    Mitglied seit: 25.02.2011
    am 06.02.2016 20:35:35 | IP (Hash): 1036945992
    Hallo Coco,

    eine Insulinresistenz kann man nur erkennen, wenn beim oGTT gleichzeitig mit dem BZ auch Insulin gemessen wird. Hatdein Arzt das gemacht und wie waren die Werte?

    Für sich alleine sind die BZ-Werte alleine vollkommen normal und gut. Da ist auch kein zu schnelles Absinken zu erkennen, wie es bei alimentären Hypoglykämien auftritt. Hast du öfter mal ca. 2,5 Stunden nach dem Essen dass Gefühl, dass du unterzuckert bist?

    Eine Insulinresistenz kann trotzdem vorliegen, falls nicht die gemessenen Insulinwerte dagegen sprechen. Wegen deinem PCOS ist das sogar ziemlich wahrscheinlich. Deshalb macht es Sinn, dass du den Rat deines Arztes befolgst.

    Viel Erfolg dabei, Rainer .
  • Bild User
    Rang: Erweitertes Mitglied
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    Mitglied seit: 20.02.2011
    am 07.02.2016 15:59:39 | IP (Hash): 254930107
    Gratuliere zum aufmerksamen Arzt! Dein Blutzucker bewegt sich zur Zeit noch praktisch im völlig gesunden Bereich. Nur, wie er sich darin bewegt, ist ein bisschen auffällig. Und wenn Du noch Insulin-Werte aus Deinem oGTT hättest, würden die bei Dir schon nüchtern höchstwahrscheinlich seeeehr viel mehr Insulin ausweisen, als bei einer stoffwechselgesunden Frau kurzzeitig in der 1-Stunden-Spitze bei z.B. 130mg/dl gemessen werden. Wenn ein stoffwechselgesunder Mensch in der Spitze beim oGTT nur 94mg/dl misst, wird sein Tacho nüchtern eher bei 60 anzeigen und den 2-Stunden-Wert auch wieder in der Größenordnung.

    Wie Dein Arzt erklärt hat, wird es schon sein: Deine Bauchspeicheldrüse wird viel zu viel Insulin ausgeben müssen. Sehr viel zu viel. Denn während die Glukose nicht von selbst abnimmt, sondern nur immer so viel, wie die Zellen verbrauchen, verliert das Insulin allein schon dadurch, dass es im Blut mit schwimmt, alle knapp 5 Minuten die Hälfte seiner Wirkung und muss zum Aufrechterhalten der Wirkung beständig neu nach geliefert werden. Und wo der Blutzucker das Gaspedal für die Insulin-Ausgabe ist, muss Deine Bauchspeicheldrüse in ner Stunde und mehr nüchtern um 100mg/dl sehr viel mehr Insulin ausgeben, als beim gesunden Abarbeiten einer kurzzeitigen Spitze, nach der das Gaspedal dann wieder auf um 80mg/dl zurück geht.

    Das Blutzucker-Gaspedal steckt irgendwo im Zusammenhang mit der Leber. Während sie gesund immer nur so viel Glukose nachfüllt, wie das Blut gerade auf seinem Umlauf durch den Körper abgegeben hat und wie damit zur Sollhöhe und -menge vom gesunden BZ fehlt, hört sie halt so gestört da noch nicht auf. Sollhöhe und -menge sind nicht mehr gesund begrenzt.
    Noch hat niemand heraus gefunden, wo im Organismus Sollhöhen und -mengen wie geregelt werden. Aber immer mehr Erfahrungen und Untersuchungen zeigen, dass sie bei Glukose und Insulin bis hin zur gesunden Höhe und Menge sinken können, wenn Fetteinlagerungen in der Leber abgebaut werden. Das zeigen über 50% an Glukose- und Insulin-Normalisierungen bei Menschen, die die Fetteinlagerungen in ihrer Leber mit einer bariatrischen Operation oder einfach nur mit sogenanntem Leberfasten erheblich reduziert haben.

    Wer also in einer Situation wie Deiner ein paar Kilos abzugeben und wahrscheinlich größere Fetteienlagerungen in der Leber hat, kann sich mit Leberfasten in jedem Fall deutlich verbessern und hat eine gute Chance auf Normalisierung :)


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    Dieser Beitrag ist kein Ersatz für eine persönliche ärztliche Diagnose oder/und Behandlung.