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psychische Auswirkungen
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am 28.04.2016 09:33:47 | IP (Hash): 519189464
Hi Leute
Ich schreibe eine Arbeit über den Diabetes und dessen psychische Auswirkungen. Eine grosse Hilfe ist es, wenn ich von direkt betroffen Meinungen und/ oder Berichte sowie Beispiele erhalte.
Meine Fragestellungen:
Habt ihr einige Krisen, die ihr schon überwinden musstet, welche aufgrund des Diabetes entstanden oder durch ihn verstärkt wurden?
Gab es in der Schulzeit Vorteile oder Nachteile (z.B. in Sport einige Übungen auszulassen wegen Zuckerproblemen oder dumme Sprüche)?
Gibt es Situationen, bei denen euer Alltag positiv und/oder negativ beeinflusst worden war? In welchen Situationen ist dies euch aufgefallen?
In welchen Situationen (z.B. Ferien, auf Partys etc.) beeinträchtigt euch diese Krankheit am meisten?
Wie fühlt ihr euch dabei, in der Öffentlichkeit den Blutzucker zu messen oder Insulin spritzen zu müssen? Belastet euch das, ist es okay oder sogar gleichgültig oder erfahrt ihr andere Gefühle dabei?
Erfahrt ihr vermehrt Stimmungsschwankungen, je nach Blutzzuckerspiegel?
Ich freue mich über Antworten und bedanke mich recht herzlich Rami -
am 28.04.2016 15:00:08 | IP (Hash): 1455799791
Moin, Moin Rami,
ich fühle mich derzeit noch nicht durch meine Erkrankung in irgendeiner Weise behindert, da ich ausschließlich Metformin 2 x 1000 mg täglich und 1 x Trulicity 1,5 mg wöchentlich spritze. Mein
HbA1c liegt bei derzeit 5,7 und war nie höher als 6,7.
Große Probleme habe ich aber mit der diabetischen PNP. Ich fühle mich wegen meiner tauben Fußsohlen, wie ein Betrunkener, und das macht mich sehr betroffen.
LG Rolf
Nicht weil es schwer ist, wagen wir es nicht, sondern weil wir es nicht wagen, ist es schwer.1 Benutzer dankte für diesen Nützlichen Beitrag. -
am 29.04.2016 13:00:48 | IP (Hash): 519189464
Hi Rolf
Vielen herzlichen Dank für dein Schreiben und deine Offenheit.
LG Rami -
am 29.04.2016 15:41:27 | IP (Hash): 2075169281
@Rolf
Würde die PNP an Deiner Stelle noch mal gründlich hinterfragen, es sei denn, Du könntest wie Purea ein auffälliges Zusammentreffen von Blutzucker-Spitzen und PNP-Beschwerden wahrnehmen. Denn einen recht deutlichen Zusammenhang mit PNP gibt es mit Diabetes erst bei sehr viel höherem HBA1c. Und selbst da werden mit Sicherheit viele Fälle einfach deswegen dem Diabetes zugeschrieben, weil der sich als Sündenbock so offensichtlich anbietet.
@Rami
Bei meiner Diagnose 1991 wurde mir mein Typ2 als schwere und sich automatisch selbst verstärkende chronische Krankheit erklärt, in deren Verlauf ich immer mehr Medis nehmen und schließlich auch Insulin spritzen müsste und mit der Zeit immer mehr Folgekrankheiten entwickeln würde, die mein Leben wahrscheinlich um einige Jahre verkürzen müssten.
Seit gut 3 Jahren erlebe ich meinen Diabetes als meinen persönlichen Gesundheits-Coach. Zum Glück bis dahin keine Folgekrankheiten.
Seitdem halte ich meinen Blutzucker mit alltäglich über den Tag verteilter intensiver Bewegung (zusammen jeweils etwa 2 Stunden) und eher ketogener und systematisch knapper Ernährung und nur dem dann noch dafür notwendigen Minimum an Insulin im völlig gesunden Bereich.
Damit habe ich meinen BMI von über 30 auf 24 reduziert, Blutdruck und Blutfette ohne Medis im völlig gesunden Bereich und kann locker 10-20km handradeln (im Rolli infolge Polio), wo mir bisdahin schon 5km recht grenzwertig vorgekommen waren.
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Dieser Beitrag ist kein Ersatz für eine persönliche ärztliche Diagnose oder/und Behandlung.1 Benutzer dankte für diesen Nützlichen Beitrag. -
am 29.04.2016 19:02:46 | IP (Hash): 126363651
Moin, Moin hit_Jürgen,
ich habe die PNP mehrfach hinterfragt. Meine HbA1c Werte waren immer in dem Rahmen, wie ich ihn benannt habe. Eingeschaltet habe ich
1) Neurologin
2) Klinikum Itzehoe ( Neurologie)
3) Asklepios Klinik, Hamburg St. Georg (Neurologie)
Was meinst Du könnte ich noch machen? Bekomme derzeit eine Behandlung mit einem Präparat ähnlich Marcumar. Es heißt Eliquis 5 mg. Subjektiv fühle ich eine Veränderung aber ob das auch so ist kann ich derzeit noch nicht sagen. Grund ist eine tiefe Thrombose im rechten Bein und eine Lungenembolie.
Liebe Grüße
Rolf
Nicht weil es schwer ist, wagen wir es nicht, sondern weil wir es nicht wagen, ist es schwer. -
am 29.04.2016 22:15:07 | IP (Hash): 2075169281
Wenn Du die Menge der etwas eindeutigeren PNP-Fälle mit dem richtig hohen BZ abziehst, wird der Diabetes mit dem kleinen HBA1c wie Deinem als Ursache nicht lauter "hier" schreien, als die übrigen 199 auch.
JA, ne PNP lässt sich verhältnismäßig sicher diagnostizieren.
NEIN, sie lässt sich auch von den besten Ärzten von wenigen Einzelfällen abgesehen keiner eindeutigen Ursache zuordnen. Wenigstens genauso wahrscheinlich wie von Deinem Diabetes kann die mithin auch von dem kommen, was Dir Thrombose und Embolie macht oder vielleicht sogar von den Medis, die Du in dem Zusammenhang nehmen musst.
Einzige Möglichkeit der eindeutigeren Zuordnung ist, wenn entsprechende Auffälligkeiten wie bei Purea zusammen zu beobachten sind.
Ebenso individuell die Sache mit den Medis, die PNP-Beschwerden lindern können. Allgemein gültig ist da nichts. Jeder betroffene Mensch kann nur mit Arzt/Ärzten und viiiel Geduld probieren, was helfen könnte.
Allgemein als hilfreich kenne ich aus meinen Umfeldern - ein armer Teufel darunter mit sowas wie ner Ganzkörper-PNP und keinem bisschen Diabetes - überdurchschnittlich viel über den Tag verteilte Bewegung. Auch wenn’s schwer fällt. Aber mancheiner kann das halt nicht :(
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Dieser Beitrag ist kein Ersatz für eine persönliche ärztliche Diagnose oder/und Behandlung.