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Typ 2 bei unter- bis normalgewichtigen Menschen?

  • Rang: Anfänger
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    Beiträge: 6
    Mitglied seit: 19.06.2016
    am 19.06.2016 21:24:06 | IP (Hash): 1962754802
    Hallo ihr Lieben!

    Wir haben momentan in der Schule das Thema Diabetes und weil ich selber nicht von der Krankheit betroffen bin, habe ich ein paar Fragen, die mir meine Lehrerin leider nicht beantworten konnte...
    Falls im Folgenden etwas nicht stimmt, gerne berichtigen! :D

    Soweit ich jetzt weiß, ist Typ 1 erblich veranlagt, Typ 2 tritt aber meistens durch "falsche" Lebensbedingungen auf (Übergewicht wegen schlechter Ernährung, zu wenig Sport,....). Allerdings habe ich jetzt gehört, dass auch unter- bis normalgewichtige Menschen Typ 2 bekommen können.
    Meine Frage ist jetzt, wie?
    Ich zum Beispiel bin leicht untergewichtig (keine Magersucht, bin einfach ein guter "Essensverwerter" :-)). Was würde bei mir jetzt beispielsweise zu Diabetes führen?

    LG und danke schonmal im Voraus ;-)
  • Elfe

    Rang: Gast
    am 20.06.2016 20:13:52 | IP (Hash): 2101575054
    Hallo Käddy,

    in welchem Fach hat dich deine Lehrerin denn so verunsichert !

    Einen guten Überblick zum Thema Diabetes findest du unter
    www.diabetes-ratgeber.net/diabetes-wissen, das ist auf der Webseite zu den grünen Heftchen aus der Apotheke. Hier kannst du einiges nachlesen zu den Ursachen u.a. zu Typ 1 und 2.

    Nun zu deinen konkreten Fragen.
    Deine Lehrerin hat euch da eine sehr grobe Einteilung erzählt, die aber heutzutage nicht unbedingt so stimmt.
    Statt zu sagen 'erblich' würde ich eher sagen: Genetisch bedingt - beide! Typ 1 oder 2. (Hattet ihr in Biologie schon die "Mendelschen Gesetze" ? - Mütterliche und väterliche Erbanlagen einschließlich der jeweiligen Vorfahren spielen eine Rolle, deshalb Vorhersage fast unmöglich.)
    Bei beiden Typen gibt es auch Normalgewichtige, das ist so, am Körpergewicht lässt sich das nicht ablesen. Übergewicht und Bewegungsmangel wird dennoch immer als Risiko angegeben, weil das Körperfett sozusagen einen Einfluss hat auf die Insulinwirkung zur Aufnahme von Zucker. Dennoch, seine Gene kann man durch Körpergewicht nicht beeinflussen.

    Leider ist ein Anstieg von Diabetes-Erkrankungen in den letzten Jahren zu beobachten:
    - mehr Typ 1er Kinder und Jugendliche von gesunden Eltern
    - schon Kinder mit Typ 2 (umgangssprachlich Alterszucker), angeblich aufgrund von Übergewicht und Bewegungsmangel. Ev. verlagert dies die genetische Veranlagung Jahrzehnte ~ nur ~ nach vorn, in sofern ist Normalgewicht und Bewegung immer gut = Vorsorge = Verschieben ins höhere Alter.
    Selbst die Wissenschaft weiß die Gründe dafür aber auch nicht so genau und es wird weiter geforscht.

    Bezüglich deines Gewichtes solltest du dir keine Sorgen machen. Wichtig ist, daß du alle Nährstoffe zu dir nimmst - siehe dazu mehr auf der Webseite www.dge.de

    Tipp: Und wenn du in der Schule eine Arbeit schreiben musst, Frühstück nicht vergessen und habe immer genügend Zucker dabei - Traubenzucker oder Saft z.B., denn das Gehirn braucht viel Zucker und man kann wirklich viel besser denken :-)

    P.S.: Wenn du die Kinder-/Jugendvorsorge-Untersuchungen wahrnimmst und als Erwachsener dann eigenverantwortlich die Checks durchführen lässt, bist du auf der sicheren Seite. Die Blutwerte zeigen Hinweise ggfs. an.

    Herzliche Grüße von Elfe
    Bin so gerade an der 'Altersgrenze' als Typ 1er diagnostiziert worden und stamme eigentlich aus einer über Generationen erkrankten Typ 2er-Familie. So kann's gehen ;-)
    Bearbeitet von User am 21.06.2016 00:19:31. Grund: Korrektur
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    am 20.06.2016 21:19:29 | IP (Hash): 43522752
    Diabetes – was ist das eigentlich ?


    Diabetes mellitus (auch "Zuckerkrankheit" genannt) ist der Sammelbegriff für vielfältige Störungen des Stoffwechsels, deren Hauptmerkmal die chronische Hyperglykämie (Überzuckerung) ist. Ursache ist entweder eine gestörte Insulinfreisetzung aus den Beta-Zellen der Bauchspeicheldrüse und/oder eine gestörte Insulinwirkung an wichtigen Organen wie Leber, Muskulatur und Fettgewebe. Insulin ist ein lebensnotwendiges Stoffwechselhormon, das den Kohlenhydrat-, Eiweiß- und Fettstoffwechsel steuert. Nach aktuellen Zahlen werden mehr als 7 Millionen Menschen in Deutschland wegen eines Diabetes be handelt. Hinzu kommen noch 3-4 Millionen Menschen, deren Diabetes bisher nicht erkannt wurde.

    Typ 1 Diabetes
    (etwa 5 % aller Diabetes-Erkrankungen)
    Durch das körpereigene Abwehrsystem werden die Insulin-produzierenden Zellen in der Bauchspeicheldrüse zerstört. Es kommt zu einem absoluten Insulinmangel mit der Folge, dass die in der Nahrung enthaltenen Bau- und Brennstoffe (z.B. Traubenzucker = Glukose) nicht mehr in die Körperzellen geschleust werden können. Die Betroffenen müssen daher lebenslang mehrfach am Tag Insulin spritzen, um die Blutglukose möglichst zielgerecht einzustellen. Damit können schwerwiegende Folgeerkrankungen an Nerven und Blutgefäßen weitgehend verhindert werden.
    Schwangerschaftsdiabetes
    (bei etwa 5 % aller Schwangerschaften)
    Der Begriff Schwangerschaftsdiabetes (Gestationsdiabetes, GDM oder Typ 4 Diabetes) bezeichnet eine Störung der Glukoseverwertung mit erstmaliger Diagnose während der Schwangerschaft. Schon leicht erhöhte Blutglukosewerte sind mit großen Risiken für Mutter und Kind verbunden.
    Von Adipositas mit dem Metabolischen Syndrom zu Diabetes
    Die Kombination von Erkrankungen wie Übergewicht/Adipositas, Bluthochdruck, Fett- und Kohlenhydrat-Stoffwechselstörungen nennt man Metabolisches Syndrom. Dieses Krankheitsbild kommt familiär gehäuft vor und betrifft mehr als 60 % der Menschen mit Typ 2 Diabetes. Neben den genannten Stoffwechselveränderungen bestehen häufig weitere Störungen wie er höhte Gerinnbarkeit des Blutes und schwer belastende chronische Erkrankungen u.a. des Herz-Kreislaufsystems, der Lunge sowie neurodegenerative und degenerative Krankheiten.
    Typ 2 Diabetes
    (etwa 95 % aller Diabetes-Erkrankungen)
    Bei dieser Zivilisationskrankheit ist die Wirkung des Insulins in den Körperzellen vermindert, und es besteht gleichzeitig ein Insulinmangel. Diese Erkrankung ist extrem vielschichtig und zeigt sich in unterschiedlichen Graden von Insulinresistenz und -mangel. Der Typ 2 Diabetes oder die Vorstufen (erhöhte Nüchternblutglukose und/oder gestörte Glukoseverwertung) sind häufi g mit anderen Problemen des Metabolischen Syndroms verknüpft. Dieser Diabetes-Typ geht zu über 80 % mit Fettleibigkeit (Adipositas) einher.
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    am 21.06.2016 20:50:27 | IP (Hash): 1962754802
    Hi Elfe!

    Fach ist Biologie, aber unsere Lehrerin kann leider selten auf Fragen von uns antworten... Die "Mendelschen Gesetze" hatten wir noch nicht.

    Aber jetzt erstmal ganz ganz lieben Dank für deine ausführliche Antwort, ich habe mich sehr gefreut!

    Die Internetseiten werde ich mir auf jeden Fall durchlesen! Da ist jetzt die Neugier bei mir geweckt :D

    Und noch ein dickes "Dankeschön" für deine Tipps, ich werde sie definitiv verfolgen :-)

    LG Käddy
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    am 21.06.2016 22:26:27 | IP (Hash): 1296141733
    Elfe schrieb:
    Tipp: Und wenn du in der Schule eine Arbeit schreiben musst, Frühstück nicht vergessen und habe immer genügend Zucker dabei - Traubenzucker oder Saft z.B., denn das Gehirn braucht viel Zucker und man kann wirklich viel besser denken :-)



    Bedeutet das nicht im Umkehrschluss, dass Menschen mit Diabetes und deutlich höher als gesundem Blutzucker eigentlich wache mentale Überflieger sein müssten? Denn sie haben doch schön viel von Glukose=Traubenzucker im Blut, von dem das Gehirn so viel braucht, oder?

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    Dieser Beitrag ist kein Ersatz für eine persönliche ärztliche Diagnose oder/und Behandlung.
  • Elfe

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    am 21.06.2016 22:46:52 | IP (Hash): 1275205469
    hjt_Jürgen schrieb:
    Elfe schrieb:
    Tipp: Und wenn du in der Schule eine Arbeit schreiben musst, Frühstück nicht vergessen und habe immer genügend Zucker dabei - Traubenzucker oder Saft z.B., denn das Gehirn braucht viel Zucker und man kann wirklich viel besser denken :-)



    Bedeutet das nicht im Umkehrschluss, dass Menschen mit Diabetes und deutlich höher als gesundem Blutzucker eigentlich wache mentale Überflieger sein müssten? Denn sie haben doch schön viel von Glukose=Traubenzucker im Blut, von dem das Gehirn so viel braucht, oder?



    Hallo,
    vielleicht !?
    Meine persönlichen Erfahrungen sind jedenfalls so.
    Was mich selber immer wieder verblüfft, ist, daß mein 'Sitz'-Job vorm Bildschirm mehr Zucker verbraucht (wenn ich ideenlos zusammensacke ist das ein Hinweis auf Unterzucker), als wenn ich mein Heim von oben bis unten schrubbe oder im Garten buddel.
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    am 21.06.2016 23:10:34 | IP (Hash): 1296141733
    Und welchen BZ misst Du, wenn Du in Deinem _Sitzjob unteruckerst? Und welchem beim Heimschrubben oder bei Deiner Gartenarbeit?


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  • Elfe

    Rang: Gast
    am 21.06.2016 23:23:51 | IP (Hash): 1275205469
    hjt_Jürgen schrieb:
    Und welchen BZ misst Du, wenn Du in Deinem _Sitzjob unteruckerst? Und welchem beim Heimschrubben oder bei Deiner Gartenarbeit?



    Hallo Jürgen,
    bin an meinem Bildschirm-Arbeitsplatz so konzentriert, daß ich erst Werte um die 50 bemerke. Besser wäre natürlich, ich würde öfter mal aufstehen, dann bemerke ich UZ eher.
    Körperliche Aktivitäten haben bei mir kaum Einfluss. Da stimmen die errechneten Einheiten für das Insulin aufgrund von Kohlenhydraten und Faktor.

    Gruß Elfe
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    am 21.06.2016 23:53:22 | IP (Hash): 1296141733
    Elfe schrieb:

    bin an meinem Bildschirm-Arbeitsplatz so konzentriert, daß ich erst Werte um die 50 bemerke. Besser wäre natürlich, ich würde öfter mal aufstehen, dann bemerke ich UZ eher.



    Aus meiner laienhaften Sicht wäre doch dann weniger Insulin aus dem Pen angesagt und nicht das Gegenessen von Glukose gegen zu viel aus dem Pen. Kein gesunder Mensch kommt allein durch noch so angestrengtes Denken in Unterzucker, ach wenn er 3 Tage lan gar nichts isst und nur klares Wasser trinkt.

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  • Elfe

    Rang: Gast
    am 22.06.2016 00:41:35 | IP (Hash): 1275205469
    hjt_Jürgen schrieb:
    Elfe schrieb:

    bin an meinem Bildschirm-Arbeitsplatz so konzentriert, daß ich erst Werte um die 50 bemerke. Besser wäre natürlich, ich würde öfter mal aufstehen, dann bemerke ich UZ eher.



    Aus meiner laienhaften Sicht wäre doch dann weniger Insulin aus dem Pen angesagt und nicht das Gegenessen von Glukose gegen zu viel aus dem Pen. Kein gesunder Mensch kommt allein durch noch so angestrengtes Denken in Unterzucker, ach wenn er 3 Tage lan gar nichts isst und nur klares Wasser trinkt.



    Mag sein.
    Da ich weder den Stress als erstes zum Arbeitsplatz (pünktlich sein, trotz Stau), als auch am Arbeitsplatz (Zeitvorgaben) im vorhinein wissen kann, berücksichtige ich die ärztlich vorgegebenen Hinweise.
    Wie schon gesagt, muss ganz viel denken, je nach Fragestellung, nicht vorhersehbar.

    P.S.: Habe bereits unterschiedliche Regeln bzgl. Arbeitszeiten zu 'Ruhe'zeiten wie Wochenenden, Urlaub erhalten und befolgt
    Bearbeitet von User am 22.06.2016 00:52:37. Grund: P.S.