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unklarheiten zu blutzucker werten

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    am 06.10.2016 12:06:18 | IP (Hash): 1449777100
    bei mir wurde bei einem gesundheits-checkup ein nüchter blutzucker von 102 festgestellt. empfehlung des arztes war mehr bewegung und weniger kohlenhydrate. bin 37 jahre alt, männlich und BMI ist 24. ich hab dann noch mal den a1c messen lassen, war 4.8%.

    war ehrlich gesagt, etwas irritiert über den nüchtern blutzucker da ich 2 oder 3 mal die woche sport machen, nicht übergewichtig bin und meistens 100g bis 200g kohlenhydrate essen. auch in meiner familie haben alle einen nüchtern blutzucker zwischen 80 und 90.

    da ich eventuelle probleme gerne früh abfangen möchten, habe ich mir blutzuckermessgerät geholt.

    nüchern:
    96, 101, 95, 96, 99, 92, 106, 107, 94
    (bei den werten über 100 habe ich viel kohlenhydrate am abend davor gegessen. bei den anderen hab ich mich eher low carb ernährt (ca. 100g kohlenhydrate)

    die werte nach dem essen waren eigentlich ganz okay. bei essen mit ca. 40-50g KH waren die werte meistens ca. 120 nach einer stunde und wieder ca 95 nach zwei stunde.

    bei zwei extremen tests, sahen sie so aus:

    150g Schokoladenkekse (90g carbs, 37g fat, 9g protein)
    davor: 91
    1 stunde: 131
    1 stunde 30 mins: 90
    2 stunden: 122
    2 stunden 30 min: 123
    3 stunden: 123
    3 stunden 30 mins: 90

    75g Glucose Drink aus der apotheke
    nüchtern/davor: 94
    30 min: 175
    1 stunde: 178
    1 stunden 30 mins: 147
    2 stunden: 123
    2 stunden 30 mins: 107
    3 stunden: 64

    ich hab mir jetzt noch mal eine meinung von einem arzt geholt, der auch diabetes als sein fachgebiet bezeichnet.

    seine meinung war, dass der BZ von 102 normal wäre, da um 10:00 nach ca 12 stunden fasten gemessen wurde und der blutzucker durch das cortisol und andere hormone ansteigt. die andere nüchern werte mitte 90 die ich zuhause gemessen habe, wären auch normal.

    auch die werte des OGTT den ich zuhause gemacht habe empfand der normal. die spitze wäre okay, wichtig wäre der wert nach zwei stunden.

    ich wahr ehrlich gesagt ein bisschen überrascht. ich hab bisher gelesen, dass studien belegt haben, dass bereits ab einen nüchtern BZ von ca 90 die ersten negativen dinge passieren können und dass viele denn denkfehler machen, davon auszugehen, dass 99 noch total normal ist und ab 100 hat man dann auf einmal prädiabetes.

    zu dem OGTT hab ich gelesen, dass der wert nach 2 stunden zwar für die diagnose relevant ist, dass es davor aber aber auch keine so extreme spitze geben sollte.

    wie sehr ihr das?
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    am 06.10.2016 13:04:06 | IP (Hash): 2108455638
    Hallo!

    Was für Studien hast Du denn da gelesen?

    Dein Arzt hat völllig recht, und hier

    http://www.deutsche-diabetes-gesellschaft.de/fileadmin/Redakteur/Leitlinien/Praxisleitlinien/2015/DuS_S2-15_Herr_Jannaschk_S98-S101_Kerner-Br%C3%BCckel_Definition.pdf

    ist was "amtliches" zu lesen.

    Übrigens, Dein Testgerät für zuhause hat eine zugelassene Streuung wie eine Flinte an der Schießbude: Je "Höher", desto ungenauer.
    Frag altgediente INSULINER – wir müssen mit den Dingern unsere Dosis berechnen. Da merkt man schnell, welchen Werten man trauen kann und wann man nochmal testen muss.

    Bleib weiter so schön gesund!
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    am 06.10.2016 13:50:10 | IP (Hash): 1449777100
    hier wird auf mehrere studien verwiesen:

    https://chriskresser.com/when-your-%E2%80%9Cnormal%E2%80%9D-blood-sugar-isn%E2%80%99t-normal-part-2/

    http://www.phlaunt.com/diabetes/16422495.php

    wie gesagt, das problem ist, dass das ganze eher ein kontinuum ist. es ist nicht so, dass ein BZ von 99 keinerlei probleme mit sich führ, aber bei 100 man auf einmal krank ist und aufpassen muss.

    "amtlichen empfehlungen" haben das problem, dass der wert nicht zu niedrig sein darf, da sonst zu viele leute als krank eingestuft werden, die es eigentlich nicht sind.. und umgekehrt, wenn der grenzwert zu hoch ist.

    dass es dazu verschiedene ansicht gibt, zeigt zum beispiel dass die WHO den grenzwert bei 110 sieht, deutsche und amerikanische diabetes organisationen jedoch bei 100.

    ich dachte einfach, dass der zweite arzt, dass etwas persönlicher sieht. so in die richtung "ein bisschen am oberen ende von normal, achte sie auf ihre ernährung und so weiter"... aber nicht "alles total normal, beruhigen sie sich".

    nicht, dass ich zwingend die diagnose prädiabetes bekommen möchte. aber ich will einfach sicherstellen, dass ich dem arzt auch längerfristig vertrauen kann.

    die sehr hohe spitze in der ersten stunde des zuhause gemachten OGTT ist auch normal?
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    am 06.10.2016 14:17:17 | IP (Hash): 2108455638
    Na, die beiden Links sind ja nun kaum von der eigene Meinung gefärbt....

    Man darf nicht vergessen: Menschen sind keine Maschinen, und nur weil jemand meint, ein höheres Risiko bei irgendwelchen Werten zu erkennen (in kleinsten Gruppen), so muss das dann ja wirklich nicht unbedingt stimmen.


    Verlass Dich einfach auf Deinen Arzt.

    Du kannst natürlich auch das Netz durchforsten, Dich irre machen lassen (auch hier im Forum gibt's da einen Experten für), das ganze dann in 2 x Sport täglich und zart gegartes Gemüse mit ohne alles münden lassen...

    Deine Werte sehen gut aus, altersbedingt ab 40 dann alle 2 Jahre checken lassen.

    Viele Grüße
    Andy


    PS. Es gibt weitaus mehr im Diabetes-Universum als den "Alterzucker".... Einige wenige erwischt der Typ 1 (dagegen gibt's rein gar nichts), dann neben dem bekannten Typ 2b "DICK FAUL GEFRÄSSIG im Volksmund) noch den Typ 2a - da ist man eben nicht dick, und dann noch die MODY-Typen... und auch da kannst Du Diät halten und Sport treiben bis zum umfallen...
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    am 06.10.2016 15:01:16 | IP (Hash): 431036507
    tom36_ schrieb:
    seine meinung war, dass der BZ von 102 normal wäre, da um 10:00 nach ca 12 stunden fasten gemessen wurde und der blutzucker durch das cortisol und andere hormone ansteigt. die andere nüchern werte mitte 90 die ich zuhause gemessen habe, wären auch normal.


    Da wird Der Diabetologe vermutlich recht haben, aber man sollte nicht vergessen das dem Typ 2 erstmal eine (mehrjährige) sog. Insulinresistenz vorausgeht.
    Ob eine Insulinresistenz vorliegt, kann man im Blutbild anhand des vorhandenen Insulins bzw. C-Peptid erkennen - Stichwort "HOMA-Index".

    TypEinser schrieb:
    Es gibt weitaus mehr im Diabetes-Universum als den "Alterzucker".... Einige wenige erwischt der Typ 1 (dagegen gibt's rein gar nichts), dann neben dem bekannten Typ 2b "DICK FAUL GEFRÄSSIG im Volksmund) noch den Typ 2a - da ist man eben nicht dick, und dann noch die MODY-Typen... und auch da kannst Du Diät halten und Sport treiben bis zum umfallen...


    Typ 1, Typ 2, Typ 3 (8 Unterformen die verschiedene Ursachen haben), Typ 4 (Gestations- bzw. Schwangerschafts-Diabetes), Typ LADA u. Typ MODY (12 Unterformen die verschiedene Ursachen haben) - Inkl. Unterformen also 24 Typen.
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    am 06.10.2016 16:31:35 | IP (Hash): 692889022
    Poth schrieb:

    Da wird Der Diabetologe vermutlich recht haben



    war ein internist der sich unter anderem auf diabetis, bluthochdruck und metabolisches syndrom spezialisiert.

    Poth schrieb:
    aber man sollte nicht vergessen das dem Typ 2 erstmal eine (mehrjährige) sog. Insulinresistenz vorausgeht.
    Ob eine Insulinresistenz vorliegt, kann man im Blutbild anhand des vorhandenen Insulins bzw. C-Peptid erkennen - Stichwort "HOMA-Index"..



    darum ging es mir letztendlich. ich hab immer wieder gelesen, dass man ja nicht von heute auf morgen diabetes bekommt und warnzeichen dass es in die richtung geht (zum beispiel insulinresistenz) teilweise schon vorher erkennnbar sind.

    da ich mit meinem nüchtern bz sicher am oberen bereich von normal bin, dachte zumindest, dass der arzt es für sinnvoll hält, bestimmte warnzeichen wie insulinresistenz auszuschließen.
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    am 06.10.2016 16:56:31 | IP (Hash): 431036507
    Bei mir war der Nüchternblutzucker im Jahr 2008 bei ~106mg/dl u. 2013 wurde die Diagnose insulinpflichtiger Diabetes mit einem Nüchternblutzucker von ~350mg/dl (postprandial bis 600mg/dl) gestellt - Hätte mein Hausarzt fünf Jahr zuvor die Diagnose "Insulinresistenz" gestellt, dann würde ich heute vielleicht noch nicht an der Nadel (ICT) hängen...

    Natürlich sollte man nun nicht in Panik geraten u. dem Arzt auf den Füßen stehen, aber man sollte zum. mal nachhaken ob das C-Peptid bestimmt wurde u. wie hoch dieses war.
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    am 06.10.2016 17:52:22 | IP (Hash): 692889022
    Poth schrieb:

    Natürlich sollte man nun nicht in Panik geraten u. dem Arzt auf den Füßen stehen, aber man sollte zum. mal nachhaken ob das C-Peptid bestimmt wurde u. wie hoch dieses war.



    C-Peptid oder insulin bestimmt. auch dass ich den OGTT zuhause gemacht habe, empfand der arzt als komplett verrückt.
  • Elfe

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    am 06.10.2016 19:03:56 | IP (Hash): 1132797398
    Hallo Tom,

    dein Arzt hat sich wirklich 'unglücklich' ausgedrückt, aber vielleicht hat er nur deine Methodik hinterfragt mit 'Apotheken-Glucose-Drink'.
    Die Testlösung ist im übrigen nur 75 g Traubenzucker in 300 ml Wasser.
    http://www.gesundheits-lexikon.com/Vorsorge-Diagnostik/Vorsorge-Mann/Oraler-Glukosetoleranztest-oGTT-.html

    All deine selbst gemessenen Werte sind in Ordnung !
    Auch unter den verschärften Bedingungen wie KH-reiches Abendessen und Nüchternwerten; Schokokeksen.

    Bei deinen Zitaten handelt es sich um zwei USA-Links, die man nicht wirklich als Studien bezeichnen kann.
    Immer heißt es auch, die Quellen zu recherchieren und zu hinterfragen:
    1) Der Chris ist rein 'zufällig' Anhänger der Paleo(Steinzeit)-Ernährung und Autor des entsprechenden Buches ?
    https://chriskresser.com/about/
    2) http://www.phlaunt.com/diabetes/bio.php
    ... nun ja.

    Vertraue da mehr auf unser deutsches Gesundheitssystem mit entsprechenden Quellen.

    Gruß Elfe

  • Bild User
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    am 06.10.2016 20:08:59 | IP (Hash): 76630862
    Wenn ein Diabetes die fachoffiziell zu seiner Diagnose gesetzten Grenzwerte überschreitet, fängt die Störung nicht erst an, die den Blutzucker ungesund hoch ansteigen lässt, sondern ist dann schon in vollem Gange. Denn die Organe, die in unserer Blutzucker-Automatik genial zusammenarbeiten, gleichen die Störungen einzelner Teammitglieder über einen weiten Bereich aus. So fehlen z.B. einem Typ1 bei Erreichen eines der Diagnose-Grenzwerte schon bis zu 80% seiner Beta-Zellen. Und ganz ähnlich ist es doch mit den Störungen bei den meisten übrigen Diabetes mellitus Formen.

    Die Diagnose-Grenzwerte sollen ja auch nicht sagen, wo der Diabetes anfängt, sondern ab wann er als medizinisch behandlungspflichtig gilt. Und so gesehen ist auf den ersten Blick klar, dass niemand mit dem Blutzucker unter den Diagnose-Grenzwerten einen Anspruch auf ärztliche Leistung hat, aber dass jedem völlig frei steht, seinen höher als gesund gemessenen Blutzucker in völlig eigener Regie und natürlich ohne Medikamente in den gesunden Verlaufs-Bereich zu senken.


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    Dieser Beitrag ist kein Ersatz für eine persönliche ärztliche Diagnose oder/und Behandlung.
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