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Werte in der Schwangerschaft?

  • Rang: Anfänger
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    Mitglied seit: 07.12.2016
    am 07.12.2016 11:42:53 | IP (Hash): 675899862
    Hallo,

    ich habe eine diagonostizierte Insulinresistenz. Momentan gelte ich als Diabetikerin Typ 2. Mein Vater hat Typ 1 (Lada). Kann also sein dass das auch irgendwann auch mich zukommt.

    Ich befinde mich nun in der 32. Schwangerschaftswoche. Jetzt sind für mich zwei Dinge klar geworden und die machen mir Angst.

    Entweder hab ich da nicht richtig zugehört oder die haben das damals in der Schulung vergessen zu sagen, aber ich hab die Werte zu einem falschen Zeitpunkt gemessen. Mein Messschema ist folgendes: Nüchtern (soll unter 92 sein) und jeweils 2 Stunden nach den Hauptmahlzeiten (soll unter 120 sein). Was ich damals nicht wußte, ist, dass die Mahlzeit mit dem ersten Bissen beginnt und nicht nach Beendigung der Mahlzeit.
    Nachdem ich aus Zeitgründen am Wochenende meinen Wert nach dem Frühstück schon nach einer Stunde gemessen habe, bin ich total erschrocken. Der war über 140 mit 155.

    Momentan sehen meine Werte im Schnitt so aus mit Beginn des ersten Bissen gemessen:
    nüchtern: um die 80
    nach einer Stunde: um die 150
    nach zwei Stunden: um die 110

    Ich habe leider erst kommende Woche einen Termin beim Diabetologen bekommen und mir ist klar, das ich für die Spitzen, die da entstehen Insulin brauchen werde.

    Ich esse schon komplett weißmehlfrei. Ich will aber auch nicht zu wenig Kohlenhydrate zu mir nehmen weil ich schwanger bin, um so eine Ketose zu vermeiden.

    Habt ihr eine Idee wie ich für die kommenden sieben Tage irgendwie diese Spitze nach einer Stunde wegbekommen kann mit Ernährung?

    Vielen Dank und Grüße
    Novum
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    Mitglied seit: 20.02.2011
    am 07.12.2016 12:39:42 | IP (Hash): 2075169371
    Glückwunsch zum begonnenen Familienprojekt!

    Und Glückwunsch zu Deiner super Blutzucker-Steuerung! Die Spitze im Verlauf ist meistens um ne Stunde nach dem Essen. Und wenn die Grenzwerte, die Du einhalten sollst, wirklich so wichtig wären, dass Du beim kleinsten Überschreiten Angst um Dein Kind haben musst, dann wären bis Mitte der 90ger Jahre bei Müttern mit Diabetes mehrheitlich nur kranke Kinder raus gekommen. Denn damals wurde meistens noch mit Pipi-Streifen gemessen, also Zucker im Urin. Und da kommt erst messbar welcher rein, wenn der Blutzucker mehrere Stunden über 180mg/dl anhält. Absolut gesundes Ziel mit dem Kind mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit ohne diabetische Schäden war damals der zuckerfreie Urin.

    Warum hat sich das vorgabenmäßig strenger geändert? Weil sich der Blutzucker inzwischen eben auch zuhause im Blut messen lässt und weil es zwar selten, aber doch immer mal wieder Babies mit Auffälligkeiten gibt und weil man sich halt vorstellt, dass die eine oder andere hätte verhindert werden können, wenn die Mutter in der Schwangerschaft die ganz engen völlig gesunden Blutzuckergrenzen eingehalten hätte.

    Und Ketose ist keine Krankheit und auch kein krankhafter Zustand, sondern vollkommen normal, wenn der Organismus den Löwenanteil seiner Energie aus Fett gewinnt. Übrigens der Normalzustand beim gesunden Embryo-Stoffwechsel, in den Deiner eh nur liefern kann, was der Deines Kindes davon haben will. - Lass Dich nicht so schnell aus der Ruhe bringen! Deine Ruhe und Ausgeglichenheit ist viel wichtiger für Dein Kind als 10 oder 20mg/dl weniger oder 10 oder 20g von irgendeinem Essen mehr. Wird schon gelingen. Daumendrück :)


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    Dieser Beitrag ist kein Ersatz für eine persönliche ärztliche Diagnose oder/und Behandlung.
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    am 07.12.2016 13:15:30 | IP (Hash): 675899862
    Vielen Dank für diese Rückmeldung. Vielen Dank auch für die Glückwünsche.

    Seltsamerweise habe ich gar keine Angst vor den Folgeschäden, die da immer so drastisch dargestellt werden. Ich möchte einfach nur vermeiden das mein Kind sich an die hohen Werte gewöhnt und dann den Tag nach der Geburt mit Unterzuckerungen zu kämpfen hat. Das stell ich mir für ein Neugeborenes sehr blöd vor.

    Danke auch für den Ausflug in die Historie. Unfassbar wie kontrolliert wir Schwangeren derzeit leben - laut meinem Frauenarzt sind wir die bestüberwachteste Gruppe, die es derzeit gibt.

    Ich bin jetzt nach deinem Beitrag tatsächlich etwas ruhiger. Danke dir dafür.

    So als Laie lass ich mich schon gern von solchen Vorgaben verunsichern.
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    am 07.12.2016 13:53:44 | IP (Hash): 2075169371
    Das Überwachen ist beim BZ auch noch lange nicht zuende. So war der Enkel, der jetzt im 2. Schuljahr ist, wg des mütterlichen Diabetes viiiiiel zu schwer und zu dick. Hätte seine kleine Mutter beim Stapellauf glatt zerreißen müssen. Tatsächlich rausgekommen sind dann lange dürre Haut&Knochen. Denn Umfang und Gewicht werden per Ultraschall am Babybauch vermessen, dem weichsten und formbarsten Bereich des Kindes.

    Und seine wenig ältere Nichte musste kurz nach der Geburt wegen eines Brandschadens in der elterlichen Wohnung hier noch mal für ein paar Wochen einziehen. Hat mir riesigen Spaß gemacht, die Kleine halbe Tage zu versorgen, wenn die Eltern und meine Frau arbeiten waren. Hat dann häufig auf ihrem Bäuchlein liegend bei mir auf dem Bauch geschlafen oder in gleicher Lage z.B. auf dem Sofa. Wobei, bei mir auf dem Bauch ging, auch wenn die Eltern dabei waren. Denn dann hätte ich ja jede mögliche Unregelmäßigkeit beim Kind sofort gemerkt.

    Aber z.B. auf dem Sofa hatte ich strikte Anweisung, die Kleine nur auf den Rücken zu legen. Denn damals wurde der plötzliche Kindstod gerade mit der Bauchlage assoziiert. Dumm dass die Kleine aber auf dem Rücken praktisch nicht anhaltend schlafen konnte und sich auch ohne Erkältung dabei immer nach kurzer Zeit wach hustete.
    Hab dann halt mal an mehreren Tagen mehrere Stunden extra im Beisein der Eltern neben der auf dem Bäuchlein auf dem Sofa friedlich schlafenden Kleinen gesessen - und von da an haben sich alle 3 dann ruhigere Nächte gegönnt :)


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    Dieser Beitrag ist kein Ersatz für eine persönliche ärztliche Diagnose oder/und Behandlung.