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Habe ich wirklich Diabetes?
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am 21.12.2016 07:24:25 | IP (Hash): 1968426118
edit: da es anscheinend nicht alle lesen: der unten aufgeführte Wert von 127 mg/dl ist NACH DEM FRÜHSTÜCK gemessen worden.
Hi Leute!
Nach einem Routinebesuch beim Hausarzt (der auch Diabetologe ist, was bis vor Kurzem gar nicht wichtig war für mich) sitze ich zu Hause mit meinem neuen Messgerät, einem Ernährungsplan und Ratgeberbüchern und mir schwirren Begriffe wie "Insulin", "TYP 1" und "Diabetes" im Kopf rum.
Ich hatte in der Praxis einen Blutzuckerwert von 127 (zumindest war das die Zahl, die ich auf dem Display erkennen konnte). Das war ETWA zwei bis drei Stunden nach dem Frühstück (2 Eier, Käse, ein sehr großer Apfel, viel Milchkaffee). Wie lange genau das nach dem Frühstück war, kann ich nicht mehr sagen, weil ich ja vorher noch nicht wusste, dass diese Frage an dem Tag mal wichtig werden würde. Ob ich hier wirklich den richtigen Wert wiedergebe, kann ich auch nicht zu 100 % sagen (auch da wusste ich nicht, dass das mal wichtig werden würde).
Der Wert ließ da anscheinend die Alarmglocken schrillen, nach einigem Hin und Her und vielen Fragen von allen Seiten erklärte mir der Hausarzt (Der Diabetologe ist), dass er bei mir ein Typ1 Diabetes vermutet, es wäre wahrscheinlich, dass ich mir bald anfangen müsste, Insulin zu spritzen. Für die verschiedenen Untersuchungen zur Diagnose habe ich jetzt Termine. Bis dahin soll ich den Ernährungsplan einhalten.
Zu Hause und bei der Arbeit danach habe ich mich dann für den Rest des Tages einigermaßen an den Plan gehalten und die ersten Messungen selbst gemacht. Allerdings war ich auf diesen Essensplan nicht vorbereitet und hatte abends noch ein paar Kohlenhydrate (eine Scheibe Brot), damit ich überhaupt was essen kann.
Mein Zweistundenwert lag mittags (nach einem Salat) bei 101 mg/dl, abends (nach Brot, Tomaten und Fleisch) bei 112 (ohne jegliche Medikation). Vor dem Abendessen lag ich auch mal bei 95. Mein Nüchternwert heute morgen war 88 (allerdings ist die letzte Mahlzeit erst 8 Stunden her, die ganze Aktion gestern hat mich in der Tagesplanung etwas zurückgeworfen und ich habe spät gegessen). Ich werde mal nüchtern bleiben und später nochmal messen. Unglaublich niedrig ist das alles nicht. Aber ist es denn echt nennenswert hoch?
Wenn ich so recherchiere und meine Ratgeber durchblättere, muss ich echt mal fragen: Was ist daran so dramatisch?? Hab ich irgendwelche neuen Tabellen nicht gefunden oder etwas nicht begriffen? Ich lasse mich da gerne belehren, der Arzt ist ja auch der Experte, nicht ich. Ich werd jetzt brav diesen Plan einhalten und die vielen Untersuchungen mitmachen. Aber ich sitze grad irgendwie allein mit diesem ganzen neuen Kram hier und kann es nicht glauben (was ja wahrscheinlich ganz normal ist). Ich bin übrigens 30 und weiblich, falls das noch wichtig ist.
Viele Grüße
edit: ich hatte übrigens keine der Symptome wie Durst, schlecht heilende Wunden oder sehr starke Müdigkeit. Ich bin auch zwischendurch mal müde und ich war dieses Jahr öfter erkältet, das war bisher aber alles. Abgenommen habe ich nur wenig (4 kg in 4 Monaten), weil ich abnehmen wollte. Hab mehr Sport gemacht und aufs Essen geachtet.
Bearbeitet von User am 21.12.2016 18:29:29. Grund: Verständlichkeit -
am 21.12.2016 07:53:30 | IP (Hash): 2108455638
Hi!
Du schreibst da was von einem Routinebesuch....
Sabbeltante schrieb:
Unglaublich niedrig ist das alles nicht. Aber ist es denn echt nennenswert hoch?
Wenn Dein Doc was von Typ 1 gesagt hat, dann muss er Antikörper gefunden haben. Das dauert allerdings etwas, warst Du ca. 1 Woche vor dem Termin zur Blutentnahme da?
Deine Werte sehen prima aus – ohne erhöhten HbA1c (weißt Du den Wert?) und auf Basis Deiner Angaben ist die Aussage "Typ 1" echt gewagt. -
am 21.12.2016 08:06:56 | IP (Hash): 1968426118
Hi,
nein, es wurden keine weiteren Untersuchungen gemacht. Ich wurde nur zwischendurch mal gepikst und gemessen. Das ging eigentlich nur los, weil ich ein paar Fragen zum Abnehmen und zu meinem PCO hatte und deshalb einen Termin machen wollte. Deshalb wurde ich gewogen, vermessen und eben der Zucker gemessen. Vorher war ich monatelang nicht beim Arzt.
Antikörpertest (und vermutlich HbA1c) etc. folgen alle erst noch.
Was ich aber noch dazu sagen muss: bei mir wurde ein beginnendes PCO Syndrom festgestellt beim Frauenarzt. Die Blutwerte waren aber gut, deshalb sollte ich jetzt erstmal 5 bis 10 Kilo abnehmen und falls das nicht hilft, sollte dann die ganze Untersuchungswelle losgehen (Insulinresistenztest oder so ähnlich etc). Das hab ich aber auch alles erwähnt.
Vor einem Jahr hatte ich mal einen Nüchternblutzucker von 80 (beim vorherigen Hausarzt per Blutabnahme gemessen). Das war auch aus Routine und der damalige Arzt fand den Wert gut (ich auch).
Also mein Nüchternblutzucker nach fast 11 Stunden (Allerdings erst 2,5 Stunden nach dem Aufstehen gemessen) ist jetzt 105. Steigt also doch wieder. Eben war es noch 88 direkt nach dem Aufstehen.
Ich werd jetzt mal nach Plan essen und messen bis zum nächsten Arzttermin. Vielleicht überrascht mich mein Blut ja noch. Irgendwie muss das Praxisteam ja auf die Idee gekommen sein.
Es würde mich sehr beruhigen, wenn wir uns hier einig wären, dass die bisherige Aussage in der Praxis eher Spekulation war als eine Diagnose. -
am 21.12.2016 08:23:41 | IP (Hash): 2108455638
Sabbeltante schrieb:
Also mein Nüchternblutzucker nach fast 11 Stunden (Allerdings erst 2,5 Stunden nach dem Aufstehen gemessen) ist jetzt 105. Steigt also doch wieder. Eben war es noch 88 direkt nach dem Aufstehen.
Nüchterblutzucker ist der direkt nach dem Aufwachen.
Alles andere sind dann keine Nüchterblutzucker mehr – Dein Körper schüttet einen Hormonmix aus, der den Blutzucker ansteigen lässt. Aufstehen ist schwere körperliche Arbeit! ;-))
PCO wird doch eher mit Diabetes Typ 2 in Verbindung gebracht? Zumindest mit Insulinresistenz, das würde Deine leichten Anstiege auch erklären.
Vielleicht hat Dein Doc das ja auch gemeint?
Eines ist auf jeden Fall Klasse: Dein Arzt lässt nichts anbrennen. Echt gut! -
am 21.12.2016 08:35:06 | IP (Hash): 1968426118
Danke für die Info. Dann sehe ich mal zu, dass ich heute mein Abendessen früher veranstalte, damit ich morgen mal einen Wert nach 12 Stunden "fasten" direkt nach dem Aufstehen bekomme.
Nee der Doc meinte noch, dass er Typ 2 für unwahrscheinlich hält und das PCO hat nach meiner Erwähnung keinen mehr interessiert (sicher ist es notiert und wird bei den Untersuchungen später dann berücksichtigt). Er hat natürlich gesagt, dass Genaueres erst nach den Untersuchungen feststeht, aber er würde bei mir Typ 2 nicht für wahrscheinlich halten.
Ich dachte auch immer PCO und Typ 2 würden zusammen auftreten. Nicht mit Typ1. -
am 21.12.2016 08:43:15 | IP (Hash): 2108455638
Ich drücke die Daumen, dass Du da keine Typ-1-Diagnose zu Weihnachten kriegst.
Wenn sich Dein Doc schon so festlegt wird er dafür seine Gründe haben.
Google ruhig mal nach LADA – mir schwant das Dein Doc sowas im Hinterkopf hat. Sollte es so sein (Dein Doc hat Dir ja schon Insulinspritzen nahegelegt), dann wird das den Verlauf für eine lange Zeit einfacher machen.
Halt Dir den Doc warm – so viel Aufmerksamkeit ist klasse. -
am 21.12.2016 09:31:28 | IP (Hash): 1968426118
Danke.
Ich habe LADA gegoogelt und werde mir das mal durchlesen. Allerdings nicht zu genau, will mich jetzt auch nicht total bekloppt machen. ;-)
Lassen wir den Mann erstmal seinen Job machen, DANACH kann ich immer noch schreiend im Kreis rennen. :-D
Ja. Ich finde es auch gut, seine Patienten so genau zu beobachten und zügig zu reagieren. Gerade bei Diabetes ist das ja ein Traum, um Langzeitschäden zu vermeiden (und, um sich nicht irgendwann völlig überraschend im Krankenhaus wiederzufinden). Trotzdem verwirren mich die Werte + Aussagen sehr.
Naja. Erstes Frühstück (jetzt wirklich vollständig nach Ernährungsplan) ist jetzt aufgenommen und ich bin gespannt auf die nächsten Tage.
Danke für die bisherigen Antworten :-) :-) -
am 21.12.2016 10:24:46 | IP (Hash): 269667596
Ärztliche Nüchternwerte sind IMMER lange nach dem Aufstehen. Schließlich muss man dafür ja auch noch in die Praxis gelangen.
Im PCO-Zusammenhang wird meistens ein Typ2-mäßiger Steuerdefekt beobachtet, der häufig schon mit der Einnahme von Metformin (laaangsam ganz niedrig dosiert einschleichen) normalisiert wird. M ist Einstiegsmedi für Typ2, bremst die Zuckerausgabe der Leber und damit auch den Nüchternzucker und wird bei PCO auch schon mit großem Erfolg ohne erhöhten Blutzucker verordnet.
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Dieser Beitrag ist kein Ersatz für eine persönliche ärztliche Diagnose oder/und Behandlung. -
Michael74
Rang: Gastam 21.12.2016 11:18:54 | IP (Hash): 1921990106
verstehe nicht ganz wo bei diesen werten ein Diabetes zu erkennen ist?
Gruß Michael -
am 21.12.2016 11:42:57 | IP (Hash): 2108455638
Michael74 schrieb:
verstehe nicht ganz wo bei diesen werten ein Diabetes zu erkennen ist?
Gruß Michael
Du als Mädchen müsstest doch was von PCO, Insulinresistenzen und solchen Dingen mittlerweile was gehört haben?