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Ein bisschen Typ2, vor allem für Typ1 und Elfe:

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    am 26.04.2017 10:28:25 | IP (Hash): 1781693462
    Wir 2er haben praktisch immer einen um ein Vielfaches höheren Insulin-Umsatz, als Menschen mit gesunder Stoffwechsel-Regelung und Typ1.

    Schon lange vor jedem auffälligen BZ-Anstieg kann beim werdenden 2er erheblich vermehrt Insulin gemessen werden, und natürlich noch sehr viel mehr mit tatsächlich ansteigendem BZ. Dieses Sehrvielmehr macht ne Dauerüberlastung der Betas, mit der die dann zunehmend ungeteiltes Proinsulin ausgeben, was diese Überlastung noch verstärkt. Denn intaktes Proinsulin hat nur ein Zehntel der BZ-Wirkung von der selben Menge an ordentlich geteiltem, so dass die Betas für diese Menge praktisch 10fachen Ausgabedruck kriegen. Und Proinsulin fördert vermehrten Schwimmhilfen-Ansatz und Pipeline-Verstopfung und ist wahrscheinlich ein wichtiger Grund dafür, dass diese Fiesigkeiten beim Typ2 bei Erreichen der Diagnose-Grenzwerte häufig schon sehr weit ausgeprägt sind.

    Nennenswert vermeiden können wir diese Entwicklung ausschließlich mit dem BZ möglichst viele von 24 Stunden in dem Bereich, in dem er deutlich weniger Insulin anfordert, also bis 100 und besser noch bis 90mg/dl.

    Übrigens:
    Stark erhöhter Insulinumsatz wird häufig auch bei Frauen mit unerfülltem Kinderwunsch gemessen, auch ohne PCO.

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    Dieser Beitrag ist kein Ersatz für eine persönliche ärztliche Diagnose oder/und Behandlung.
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    am 26.04.2017 13:00:40 | IP (Hash): 2108455638
    Ich kenne einen T2, der einen Tagesbedarf von 300 I.E. hat.
    Mit der Insulinmenge komme ich 10 Tage hin...
    Dagegen hat ein Bekannter, T1, 40 Kilo weniger als ich einen Tagesbedarf um 60 I.E.


    Die Sache mit der Überlastung der Betazellen kennen T1 ja nun aus eigener Erfahrung (das ganze hat eine andere Ursache...). Warum gibt es dann aber für T2 Medikamente, die die Leistung der Betas dann noch anfeuern? Hört sich für mich kontraproduktiv an.

    Was mir im täglichen INSULINER-Betrieb auffällt: Lasse ich das Frühstück komplett ausfallen, dann reagiert der BZ schlechter auf Korrekturen – mit Frühstück läuft das anders.
    Man forscht ja nun in viele Richtungen und man weiß wohl, dass Insulin allein nicht die Ursache für "Resistenzen" sind... Wir dürfen weiterhin gespannt sein.

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    http://www.diabetes-online.de/a/die-wichtigsten-werte-ein-ueberblick-1776718
  • Dibein

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    am 26.04.2017 13:57:55 | IP (Hash): 859586566
    Welche Rolle spielt das Insulin eigentlich für die Leistungsfähigkeit? Ich habe nach wie vor die Problematik das ich nur Basalinsulin spritze welches auch in soweit gut funktioniert sodass ich gut durch die Nacht komme und mir über den Tag der BZ Postpr. nicht an die 300+ geht. Ich Esse diszipliniert aber ausreichend aber ich habe den Eindruck das die aufgenommenen KH einfach nicht ankommen. Wenn ich einen ausgedehnten straffen Spaziergang unternehme (welcher im übrigen meinen BZ nicht senkt) bin ich Anschluss völlig K.O..

    Viele Grüße

    Dirk

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    am 26.04.2017 14:41:26 | IP (Hash): 1781693462
    @TypEinser
    Mit meiner Diagnose hat mir damals der Dok erklärt, dass meine Betas überfordert seien - und Beta-Antrieb verschrieben. Auf meine Frage, wie das zusammenpasst, die Erklärung, dass “wir die Betas nutzen, so lange noch welche da sind,” und wenn die nach 8-10 Jahren alle hin wären, würde ich eh praktisch zum Typ1 und müsste spritzen.

    Dass wir 2er selbst nach 20, 30 und mehr Jahren auch mit mieser BZ-Führung noch immer ne ganze Menge funktionierende Betas haben, ist ein völlig offenes Geheimnis in der Diabetologie. Selbst dienstälteste 2er schaffen zwar häufig BZs über 500, aber höchst selten ne Keto, eben weil noch ein erheblicher Eigeninsulinanteil davor bewahrt. Trotzdem verhält sich die Diabetologie behandlungsmäßig so, als wüsste sie nix davon und als hätten wir praktisch keine funktionierenden Betas mehr.

    Auch beim Typ1 gibt es eine Zeit der Überlastung der Betas, meistens aber nur für wenige Wochen bis Monate, bis die Betas halt wirklich hin sind, und nicht wie beim 2er bei normal DDGmäßiger Behandlung praktisch lebenslang.

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    am 26.04.2017 14:53:40 | IP (Hash): 2108455638
    @Jürgen

    Es gibt auch etliche T1 mit minimaler Restleistung der Betas – und das nach vielen Jahren! In T1-Foren berichten öfter mal Altgediente über gelegentliche Honeymoons.
    Man weiß mittlerweile, dass sich Betazellen regenerieren können, und wenn die Antikörper-Last gerade nicht sooo hoch ist, dann können schon ein paar wenige Betas ganz schön in die Einstellung reinpowern.

    Zu den Therapien: Irgendwie ist das alles ein bisschen seltsam... ich bin in den letzten Tagen mal dazu übergegangen, Boli mehr zu splitten. Räumlich wie auch zeitlich – da kriegt man richtig tolle Verläufe hin – Pumpis haben da ja auch Möglichkeiten. Ist aber bei ICT wohl nicht so vorgesehen und man rümpft in der Praxis ein bisschen das Näschen...

    Man kann nicht gerade behaupten, dass alle T1 gut über sich und die Therapiemöglichkeiten bescheid wissen oder gar permanent gute Werte fahren.
    Was aber noch mehr auffällt, sind die Mantras aus Halbwissen, Volksmeinung und selbstgebastelten Verfahren (1 Tablette Metformin = 2 Stück Torte) – und das bei einem wachsenden Heer T2 (egal welche Sorte).
    Und der Hausarzt/Diadoc wird meist mit vorbildlichem Verhalten ab 2 Tagen vor dem Arzttermin veräppelt... Mir scheint, über Diabetes diskutiert die halbe Welt. Und dennoch brutzelt hoher BZ vielen Folgeschäden...


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    am 26.04.2017 16:06:25 | IP (Hash): 1781693462
    @Dirk
    Wenn wir 300mg/dl messen, sind das 3 Gramm Glukose pro Liter Blut. Bei 5-6 Litern Blut gesamt also max 18 Gramm. Wenn wir zum einfacheren Abzählen 1 Gramm pro Liter als normal ansehen, sind das bei 300 also max 12 Gramm zuviel, so viel, wie in ner halben Scheibe Brot.
    Allein diese kurze Überlegung zeigt, dass der BZ NICHTS darüber sagen kann, wie viel Glukose tatsächlich verteilt wird, und auch nicht darüber, wie viel Insulin die Verteilung macht.

    Ich weiß von einigen Leuten, die abschlappen, wenn ihr BZ über 150-160 geht, von sehr viel mehr, die das mit mehr als 2-3 Stunden über 200 haben, und noch mehr bei länger und höher. Hab in all meinen Selbsthilfejahren nur 1 Person kennen gelernt, die unter 250 sichtlich schlapp war und mit 300 richtig munter wurde.

    Persönlich bin ich erst wieder wirklich leistungsfähig, auch physisch(!), seit ich meinen BZ praktisch im voll gesunden Bereich führe. Übrigens gegen jeden ärztlichen und fachärztlichen Rat, der mir von allen Seiten einreden will, dass ich mich damit permanent im Unterzucker bewegen müsste.

    Nachtrag zu Deiner Vermutung, dass Du schlapp sein könntest, weil die Glukose nicht ankommt, wo sie ankommen soll:
    Die weit überwiegende Mehrzahl aller Faster berichtet nach den ersten 2-3 Tagen mehr oder weniger schlapper Eingewöhnung von einem mehr oder weniger gewaltigen Zuwachs an Vitalität. Selbst wenn man nix isst, also auch keine Glukose, kommt mithin an den dafür wichtigen Stellen sehr wohl in völlig ausreichender Menge an, was dort gebraucht wird.


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  • Dibein

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    am 29.04.2017 13:36:05 | IP (Hash): 1555945024
    hjt_Jürgen schrieb:
    @Dirk
    Wenn wir 300mg/dl messen, sind das 3 Gramm Glukose pro Liter Blut. Bei 5-6 Litern Blut gesamt also max 18 Gramm. Wenn wir zum einfacheren Abzählen 1 Gramm pro Liter als normal ansehen, sind das bei 300 also max 12 Gramm zuviel, so viel, wie in ner halben Scheibe Brot.
    Allein diese kurze Überlegung zeigt, dass der BZ NICHTS darüber sagen kann, wie viel Glukose tatsächlich verteilt wird, und auch nicht darüber, wie viel Insulin die Verteilung macht.

    Ich weiß von einigen Leuten, die abschlappen, wenn ihr BZ über 150-160 geht, von sehr viel mehr, die das mit mehr als 2-3 Stunden über 200 haben, und noch mehr bei länger und höher. Hab in all meinen Selbsthilfejahren nur 1 Person kennen gelernt, die unter 250 sichtlich schlapp war und mit 300 richtig munter wurde.

    Persönlich bin ich erst wieder wirklich leistungsfähig, auch physisch(!), seit ich meinen BZ praktisch im voll gesunden Bereich führe. Übrigens gegen jeden ärztlichen und fachärztlichen Rat, der mir von allen Seiten einreden will, dass ich mich damit permanent im Unterzucker bewegen müsste.

    Nachtrag zu Deiner Vermutung, dass Du schlapp sein könntest, weil die Glukose nicht ankommt, wo sie ankommen soll:
    Die weit überwiegende Mehrzahl aller Faster berichtet nach den ersten 2-3 Tagen mehr oder weniger schlapper Eingewöhnung von einem mehr oder weniger gewaltigen Zuwachs an Vitalität. Selbst wenn man nix isst, also auch keine Glukose, kommt mithin an den dafür wichtigen Stellen sehr wohl in völlig ausreichender Menge an, was dort gebraucht wird.

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    Hallo Jürgen,

    Danke für die ausführliche Beschreibung.

    Das was mich irritiert ist halt der Umstand das ich immer schlapper als leistungsfähiger zu werde. Durch die vermehrte Bewegung sollte ja nun irgendwann mal eine gewisse Übung und Gewöhnung stattfinden. Beim Gewicht geht nix mehr - weder rauf noch runter. Und wie schon beschrieben bin ich auch nach kurzer Belastung völlig kaputt. Damit meine ich halt nicht außer Atem oder der gleichen, sondern einfach nur müde.
    Im Moment habe ich allerdings auch eine heftige Erkältung, die jetzt in der dritten Woche so langsam abklingt, die das ganze nochmal verschärft hat.

    Meine Vermutung war ja: wenn ich schon wenig KH zuführe und die Glucose daraus zu großen Teil im Blut verbleibt (Ich schrieb schon mal das mein BZ auch bei Bewegung nicht absinkt) dann fehlt dem Muskel doch das "Benzin" um zu arbeiten? Aber nach deiner Erklärung ist das ja lediglich ein Bruchteil der aufgenommenen oder erzeugten Glucose die im Blut wabert?



    LG

    Dirk


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    Bearbeitet von User am 29.04.2017 13:38:41. Grund: ergänzung
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    am 29.04.2017 17:10:31 | IP (Hash): 2048910630
    [quote=Dirk B.;90426]
    hjt_Jürgen schrieb:
    Meine Vermutung war ja: wenn ich schon wenig KH zuführe und die Glucose daraus zu großen Teil im Blut verbleibt (Ich schrieb schon mal das mein BZ auch bei Bewegung nicht absinkt) dann fehlt dem Muskel doch das "Benzin" um zu arbeiten?

    Hallo Dirk,

    dass kann schon deshalb nicht die Ursache sein, weil die Muskelzellen, sowohl die der Skelettmuskulatur als auch die der Organe wie z.B. dem Herz, von Haus aus mit jedem Treibstoff gut zurecht kommen. Die Muskeln kommen, wenn nicht genügend Glukose aus der Nahrung oder aus den Glykogenspeichern zur Verfügung steht, mit der Energie aus den freien Fettsäuren bestens zurecht. Nur wenn bei bestimmten Sportarten ganz schnell sehr viel Energie benötigt wird, hat Glukose einen kleinen Vorteil, weil es nur halb so viel Sauerstoff zur Verbrennung benötigt. Gewichtheben gehört aber nicht dazu, dafür müssten die Muskeln immer genügend Energie aus Glukose oder den freien Fettsäuren zur Verfügung haben.

    Ich drück dir die Daumen, dass dein schlapp sein bald wieder vergeht. Wenn nicht, dann müsstest du die Ursache woanders suchen. Selbstverständlich kannst du auch mal ausprobieren, ob Gewichtheben mit höherem BZ besser geht - ich kann mir das allerdings nicht vorstellen.

    Beste Grüße, Rainer