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Sich selbst Insulin spritzen

  • Rang: Anfänger
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    Mitglied seit: 04.10.2017
    am 04.10.2017 11:18:02 | IP (Hash): 1311114687
    Hallo liebe Foren Gemeinde!
    Ich bin in einer total verzwickten Lage, es geht um meine Mutter… Sie ist Diabetikerin und gesundheitlich geht es ihr zur Zeit nicht sehr gut. Alles hat angefangen mit einem Sturz über die Treppe, bei dem Gott sei Dank nicht viel passiert ist. Leider war sie aber ab diesen Zeitpunkt so verunsichert und sie ist ein paar Wochen später wieder über die Treppe gestürzt und hat sich das Bein gebrochen. Liegegips und ein langer Krankenhausaufenthalt waren die Folge… Leider wohne ich ca. 800km weit von meinen Eltern entfernt, ich habe natürlich versucht so oft wie nur möglich bei ihnen zu sein, aber das gelingt nun auch nicht immer… Im Zuge dieses Krankenhausaufenthaltes habe ich von meinem Vater erfahren, dass ER derjenige ist, der ihr das Insulin spritzt, IMMER…. Ich war und bin fassungslos! Sie ist schon mein ganzes Leben lang (ich bin 35 Jahre alt) Diabetikerin und hat sich kein einziges Mal das Insulin selbst verabreicht… Wie kann das nur sein?! Nun ja, diese Erkenntnis hat natürlich einen riesen Familienstreit vom Zaun gebrochen. Es kann doch nicht sein das sich meine Mutter nicht selbst spritzen kann… Natürlich versuche ich den ganzen Ärger jetzt bei Seite zu schieben und das beste aus der Situation zu machen. Sie muss jetzt irgendwie lernen sich auch selbst zu spritzen! Könnt ihr mir vielleicht irgendwie weiterhelfen? Ich selbst habe eine Pumpe, bin also selbst nicht der „Profi“ im Spritzen… Vielleicht gibt es ja Stellen an denen es besser geht selbst zu spritzen oder Stellen an denen es doof ist…. Bin für jeden Hinweis dankbar
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    Mitglied seit: 14.11.2014
    am 04.10.2017 11:29:54 | IP (Hash): 2108455638
    Hi!

    Wenn Dein Vater die Sache mit dem Insulinverabreichen seit Jahren übernommen hat, wirst Du da nicht viel reinreden können.

    Interessant wird das ganze, wenn Vati mal nicht da ist...

    Zu den Stellen "an denen es doof ist".... das ist genauso wie bei Deinen Kathedern: Es gibt keine Lieblingsstellen, oder ab man ist schneller bei Spritzhügeln als einem lieb ist.
    Lipohypertrophien können dann auch richtig Ärger machen...

    Sollte Mutti weiterhin nicht der Meinung sein, selbst für das Insulin verantwortlich zu sein, wirst Du da nix machen können...
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    am 04.10.2017 12:16:12 | IP (Hash): 1734406319
    Bin selbst 70 ud an allen Stellen für meine Kinder schwer bis nicht verständlich, an denen ich meine festen Gewohnheiten habe. Hatten in den letzten 10 Jahren in ,meiner Erinnerung nur 1mal einen Anstoß- und Veränderungserfolg, und den auch nur deswegen, weil ich von Anfang an jeden Tag damit sehr viel besser als vorher zurecht gekommen bin.

    So ein umwerfendes tägliches Erfolgserlebnis kann ich mir bei ner Umstellung zum Selberspritzen bei Deinen Eltern nicht vorstellen. Das könnte sich eigentlich nur dann ergeben, wenn Dein Vater das Spritzen nicht mehr könnte. Deswegen möchte ich dazu raten, Deine beiden Alten in ihrem gewohnten Trott weiter machen zu lassen, und wo's ja bislang brauchbar so funktioniert hat, das von Deiner Seite auch mal ausdrücklich anzuerkennen.

    Mir ist bewusst, dass schwer ist, von einem vehement vertretenen eigenen Standpunkt einmal abzurücken. Aber vielleicht würden die beiden das ja sogar zum Anlass nehmen, Deiner ja bestimmt nicht dummen Argumentation für Selberspritzen dann ab und zu und immer öfter mal zu folgen - und das aber bestimmt nicht gleich offen verkünden ;)

    Daumendrück!

    ----------------------------------------------
    Dieser Beitrag ist kein Ersatz für eine persönliche ärztliche Diagnose oder/und Behandlung.
    Bearbeitet von User am 04.10.2017 12:18:01. Grund: Ergänzung
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    am 04.10.2017 17:39:45 | IP (Hash): 688584431
    UrsulaohUrsula schrieb:
    Hallo liebe Foren Gemeinde!
    Ich bin in einer total verzwickten Lage, es geht um meine Mutter… Sie ist Diabetikerin und gesundheitlich geht es ihr zur Zeit nicht sehr gut. Alles hat angefangen mit einem Sturz über die Treppe, bei dem Gott sei Dank nicht viel passiert ist. Leider war sie aber ab diesen Zeitpunkt so verunsichert und sie ist ein paar Wochen später wieder über die Treppe gestürzt und hat sich das Bein gebrochen. Liegegips und ein langer Krankenhausaufenthalt waren die Folge… Leider wohne ich ca. 800km weit von meinen Eltern entfernt, ich habe natürlich versucht so oft wie nur möglich bei ihnen zu sein, aber das gelingt nun auch nicht immer… Im Zuge dieses Krankenhausaufenthaltes habe ich von meinem Vater erfahren, dass ER derjenige ist, der ihr das Insulin spritzt, IMMER…. Ich war und bin fassungslos! Sie ist schon mein ganzes Leben lang (ich bin 35 Jahre alt) Diabetikerin und hat sich kein einziges Mal das Insulin selbst verabreicht… Wie kann das nur sein?! Nun ja, diese Erkenntnis hat natürlich einen riesen Familienstreit vom Zaun gebrochen. Es kann doch nicht sein das sich meine Mutter nicht selbst spritzen kann… Natürlich versuche ich den ganzen Ärger jetzt bei Seite zu schieben und das beste aus der Situation zu machen. Sie muss jetzt irgendwie lernen sich auch selbst zu spritzen! Könnt ihr mir vielleicht irgendwie weiterhelfen? Ich selbst habe eine Pumpe, bin also selbst nicht der „Profi“ im Spritzen… Vielleicht gibt es ja Stellen an denen es besser geht selbst zu spritzen oder Stellen an denen es doof ist…. Bin für jeden Hinweis dankbar



    Moment mal, du bist 35, und so lange du lebst ist deine Mutter Diabetikerin, und dir ist nie aufgefallen dass dein Dad spritzt ?

    Irgendwie schlagen meine Trollsensoren Alarm.
  • Elfe

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    am 04.10.2017 17:49:07 | IP (Hash): 470568873
    Hallo Ursula,
    kann deine Emotionen nachvollziehen.
    Nachdem sich die Gemüter nun wieder beruhigt haben, würde ich an deiner Stelle das Gespräch zuerst mit deinem Vater suchen.
    Frage doch deinen Vater, wie es dazu gekommen ist, daß er das Insulinspritzen übernommen hat.
    Hatte deine Mutter Angst davor, sich selber die Nadeln einzustechen - Angst vor Schmerz, keinen Mut ?
    Finde das jedenfalls sehr liebevoll von deinem Vater, daß er diese Aufgabe übernommen hat.
    Kann sein, daß aus der anfänglichen Hilfe dann Routine geworden ist.

    Auf jeden Fall hat das Prozedere ja sehr gut über viele Jahre funktioniert und dein Vater kennt sich aus, was wann wohin.
    Die beiden könnten sich nach und nach besprechen und üben, daß deine Mutter das denn doch mal selbst versuchen kann und übernimmt.
    Sie könnten sich auch gemeinsam in der Arztpraxis noch einmal zeigen lassen, worauf beim Insulinspritzen zu achten ist.

    Hier siehst du eine Grafik mit Text, welches Insulin wohin gespritzt werden soll.
    https://www.bd.com/de/diabetes/page.aspx?cat=19102&id=19117
    Hier ist auch eine gute Erklärung
    http://www.vitanet.de/diabetes/therapie-insulin/richtige-spritztechnik

    Gruß Elfe
    P.S.: Du schreibst von 'über die Treppe' gestürzt (nicht auf oder von).
    Gibt es vielleicht eine Möglichkeit, diese Unfallstelle zu verändern - baulich oder mit farblicher Markierung der Treppenstufen zum besseren Erkennen ... ?
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    Mitglied seit: 25.02.2011
    am 04.10.2017 21:13:48 | IP (Hash): 1103741581
    UrsulaohUrsula schrieb:
    Im Zuge dieses Krankenhausaufenthaltes habe ich von meinem Vater erfahren, dass ER derjenige ist, der ihr das Insulin spritzt, IMMER…. Ich war und bin fassungslos! Sie ist schon mein ganzes Leben lang (ich bin 35 Jahre alt) Diabetikerin und hat sich kein einziges Mal das Insulin selbst verabreicht… Wie kann das nur sein?!

    Hallo Ursula,

    versuche dich mal zu beruhigen und die Sache rational zu betrachten. Aus meiner Sicht gibt es überhaupt keinen Grund für deine riesige Empörung. Es gibt für Diabetiker weder rechtlich noch moralisch eine Verpflichtung, sich alleine zu spritzen. Wenn deine Mutter das mit deinem Vater zusammen 35 Jahre lang gut hingekriegt haben, dann werden sie es auch in Zukunft gut meistern.

    Du kannst dir lediglich die Frage stellen, wie es gehen soll, wenn dein Vater mal nicht da ist. Aber auch dann gibt es mehrere Möglichkeiten. Denkbar wäre z,B, das Spritzen durch einen Pflegedienst. Vielleicht überwindet sich deine Mutter dann auch dazu, sich doch selber zu spritzen.

    Beste Grüße, auch an deine Eltern, Rainer
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    am 05.10.2017 07:57:14 | IP (Hash): 1373018522
    Ich kann es zu 100% nachvollziehen, ich bin auch so einer der würde noch eher das Insulin schnupfen oder trinken als Spritzen.
    Bin jetzt zwar kein Schisser , aber nur diese Vorstellung wie ein Junkie da jeden Tag sich selbst eine Dosis setzen, oooch nööö Leute dann lieber gesund Essen !
    Abnehmen geht auch dabei ganz von alleine : heute 80,6 KG jetzt sind es schon 34 KG die ich seit Anfang Feb. weg habe.
    Eigentlich reichts mit der abnehmerei aber ich finde die Reißleine nicht !
    Allmählich bekomme ich a bisserl Angst.

    Diabetiker aller Länder vereinigt euch !
  • Elfe

    Rang: Gast
    am 05.10.2017 16:51:35 | IP (Hash): 470568873
    Rainer schrieb:
    Hallo Ursula,

    versuche dich mal zu beruhigen und die Sache rational zu betrachten. Aus meiner Sicht gibt es überhaupt keinen Grund für deine riesige Empörung. Es gibt für Diabetiker weder rechtlich noch moralisch eine Verpflichtung, sich alleine zu spritzen. Wenn deine Mutter das mit deinem Vater zusammen 35 Jahre lang gut hingekriegt haben, dann werden sie es auch in Zukunft gut meistern.

    Du kannst dir lediglich die Frage stellen, wie es gehen soll, wenn dein Vater mal nicht da ist. Aber auch dann gibt es mehrere Möglichkeiten. Denkbar wäre z,B, das Spritzen durch einen Pflegedienst. Vielleicht überwindet sich deine Mutter dann auch dazu, sich doch selber zu spritzen.

    Beste Grüße, auch an deine Eltern, Rainer


    @Rainer
    Rational hast du recht.

    Die Empörung beruht ev. auf der familiären Situation.
    Ursula ist die Tochter und das Paar sind ihre Eltern, von denen sie erzogen wurde, ggfs. auch als Vorbild sieht.
    Und ist in dieser Situation fassungslos, daß ihre Eltern nicht so perfekt sind, wie sie dachte - zumal Ursula selbst wohl bestens mit der Insulin-Pumpe klarkommt (ungleich schwieriger).

    Mutter und Vater sind aber auch ein Paar für sich (nicht nur Eltern) und haben sich auf dieses Vorgehen geeinigt.

    Gruß Elfe
  • Elfe

    Rang: Gast
    am 05.10.2017 17:22:19 | IP (Hash): 470568873
    General_Lee schrieb:
    Ich kann es zu 100% nachvollziehen, ich bin auch so einer der würde noch eher das Insulin schnupfen oder trinken als Spritzen.
    Bin jetzt zwar kein Schisser , aber nur diese Vorstellung wie ein Junkie da jeden Tag sich selbst eine Dosis setzen, oooch nööö Leute dann lieber gesund Essen !


    Hi General,
    Insulin spritzen ist gar nicht so schlimm.
    Die Pen-Kanülen gibt es ab 4 mm Länge und 0,23 mm Dicke. Diese spürst du gar nicht bis kaum beim Einstechen.
    Spritzen-Kanülen sind wesentlich länger und dicker, nicht verwechseln.

    Insulinspritzen ersetzt nicht gesundes Essen, wenn eigenes Insulin nicht mehr reicht.
    Allerdings ist man etwas freier in der KH-Aufnahme, ist aber kein Freifahrschein für unendlich viele KHs.

    Du hast Spritzen in die Augen bekommen - für mich Horror - und tapfer überstanden !
    Insulin spritzen per Pen ist da gegen easy zu ertragen.

    Gruß Elfe
  • Rang: Erweitertes Mitglied
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    Mitglied seit: 07.09.2016
    am 05.10.2017 21:29:32 | IP (Hash): 372747413
    [quote=General Lee;94447] Ich kann es zu 100% nachvollziehen, ich bin auch so einer der würde noch eher das Insulin schnupfen oder trinken als Spritzen.
    Bin jetzt zwar kein Schisser , aber nur diese Vorstellung wie ein Junkie da jeden Tag sich selbst eine Dosis setzen, oooch nööö Leute dann lieber gesund Essen !
    Abnehmen geht auch dabei ganz von alleine : heute 80,6 KG jetzt sind es schon 34 KG die ich seit Anfang Feb. weg habe.
    Eigentlich reichts mit der abnehmerei aber ich finde die Reißleine nicht !
    Allmählich bekomme ich a bisserl Angst.

    Diabetiker aller Länder vereinigt euch ! [/quote]

    Hi General Lee! Unabhängig vom Threat hier mal meine Glückwünsche zu Deinen 34 kg! Du wirst zwar immer als Diabetiker gelten, aber auf jeden Fall hast Du einen großen Schritt in die richtige Richtung gemacht.. Mich hatte 2016 weniger die Vorstellung des Junkies davon abgehalten, mich meinem übergewichtigen Schicksal zu ergeben.. eher war es das diabethische Fußsyndrom, was mir echte Angst machte und mich zum Sport brachte^^

    Ob nun selbst oder jemand anderes piekst, muß jeder für sich selbst entscheiden.. Ich kenne Diabetiker, die ungeniert in aller Öffentlichkeit den Pen durch das T-Shirt durch am Bauch ansetzen.. (Bekommt echt selten einer mit), ich kenne aber auch selbst meinen Vater, der IMMER eine Toilette fürs Spritzen benötigt. Also Essen an der Imbissbude geht gar nicht.. Da verzichtet er lieber aufs Essen ... Ich schüttel darüber auch fassungslos den Kopf, kann ihn aber mit seinen 73 Jahren nicht mehr ändern und suche so bei Besuchen bei ihm nach Essenslokalitäten, in denen der Herr auch seine Toilette vorfindet... ;)

    Und die Pumpe kommt für ihn auf gar keinen Fall in Frage.. So neumodernes Zeugs.. Während ich 'ne App auf'm Handy für BZ-Werte und das entsprechende Meßgerät verwende, welches drahtlos übermittelt, hat er immer noch das klobige Ding aus'm vergangenen Jahrhundert bei sich.. Ich sag dazu nur: Mit Koffern reisten sie an^^ und nehms besser mit Humor, als mit Nörgelei^^
    Bearbeitet von User am 05.10.2017 21:33:41. Grund: .