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Frage zum Verständnis

  • Rang: Erweitertes Mitglied
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    am 12.01.2018 09:29:57 | IP (Hash): 596689820
    Kapillarblut
    Als Kapillarblut wird das Blut bezeichnet, welches aus den kleinsten Blutgefäßen (Haargefäße oder Kapillare genannt) gewonnen wird
    üblicherweise aus den Fingern oder dem Ohrläppchen. Dieses
    Blut hat einen hohen Gehalt an arteriellem Blut und ist daher ideal für die Blutzuckerbestimmung. Da der Blutstropfen aus dem Kapillarblut relativ einfach zu gewinnen ist, wird für die Blutzuckerselbstkontrolle beim Patienten zuhause ausschließlich Kapillarblut empfohlen.

    Zu beachtende Besonderheiten bei Venenblut
    Bei der Blutzuckerbestimmung mit Venenblut ist zu beachten, dass der
    Blutzuckerwert in der Regel etwas niedriger ausfällt. Der Grund liegt darin, dass dem Blut aus der Vene nach dem Durchströmen
    der Organe bereits Glukose entzogen wurde. Es gelten daher unter
    schiedliche Grenzwerte, je nachdem ob das Blut für die Blutzuckermessung aus der Vene stammt oder ob es sich um Kapillarblut handelt. Beim Venenblut ist außerdem zu beachten, dass die Glukosekonzentration vor allem nach dem Essen geringer ausfällt im Vergleich zum Kapillarblut. Der Unterschied kann bis zu 40 bis 60 mg/dl
    betragen.
    Beispiel:
    Der Blutzuckerwert fällt bei Venenblut wie oben dargestellt niedriger aus. Daher liegen die Grenzwerte bei Venenblut im Durchschnitt ca. 10 % höher. Von einem Diabetes geht man aus, wenn der nüchtern gemessene Blutzuckerwert folgende Werte übersteigt:

    Bei Blut aus der Vene:
    125 mg/dl

    Bei Kapillarblut:
    110 mg/dl


    Das verstehe ich nicht! Obwohl Kapillarblut mehr Blutzucker enthält, ist es bei den Grenzwerten zum Diabetes genau umgekehrt. Wer kann mir das erklären?

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    am 12.01.2018 12:28:25 | IP (Hash): 74203007
    Erwin1950 schrieb:
    Bei Blut aus der Vene: 125 mg/dl
    Bei Kapillarblut: 110 mg/dl
    Das verstehe ich nicht! Obwohl Kapillarblut mehr Blutzucker enthält, ist es bei den Grenzwerten zum Diabetes genau umgekehrt. Wer kann mir das erklären?

    Hallo Erwin,

    das passt. Wenn du im Kapillarblut 110mg/dl misst, dann entspricht das nach der von dir zitierten Aussage einem um ungefähr 10% höheren Venenblut, also ca. 121mg/dl. Also würde das Kapillarblut bei 110 mg/dl und das Venenblut erst bei 121 (gerundet 125) mg/dl die Grenze zu Diabetes übersteigen.

    Allerdings findet dieser Unterschied aktuell kaum noch Beachtung. Wenn du danach suchst, stelle mal den Zeitraum auf 1 oder 2 Jahre ein, so dass du nur die aktuellen Beiträge bekommst. Du wirst sehen, dass dieser Unterschied nur in älteren (vermutlich veralteten) Beiträgen betrachtet wird. Ich schließe daraus, dass er in der Praxis keine große Rolle spielt und das, obwohl die Handmessgeräte, die im Gegensatz zu Laborwerten im kapillaren Blut messen, immer genauer werden. Ein Grund kann sein, dass die Abweichung früher stark übertrieben dargestellt wurde. Es ist schon möglich, dass in ganz besonderen Situationen kurzzeitig so ein Unterschied von 40...60 mg/dl auftritt. Wesentlich seriöser erscheint mir die Aussage hier www.labors.at/wp-content/uploads/2017/06/Blutabnahme-Broschre-Labors.at-V4-13.6.2017.pdf auf der Seite 8:
    "Da der Blutzucker über die Kapillaren an die Gewebe abgegeben wird, sind die Blutzuckerwerte in den Venen niedriger. Der Unterschied beträgt nüchtern und unter Ruhebedingungen etwa 5%, kann aber nach Nahrungsaufnahme und Anstrengung bis zu 20 % betragen."
    Da Laborwerte gewöhnlich in Ruhe (nüchtern und beim oGTT) bestimmt werden, reden wir von einem Unterschied von lediglich ca. 5%. Gemessen an der erlaubten Abweichung der Handmessgeräte von 30% (-15%...15%) fällt das wirlklich nicht ins Gewicht.

    Für die Diagnose von Diabetes ist es übrigens ganz klar geregelt. Zur Diagnose dürfen nach den Leitlinien der DDG nur Laborwerte herangezogen werden, wobei die Glukosewerte im venösen Plasma zu bestimmen sind.
    Bearbeitet von User am 12.01.2018 12:30:41. Grund: .
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    am 14.01.2018 08:35:48 | IP (Hash): 596689820
    Ja, wie du es schreibt, leuchtet es ein.

    Aber in dem obigen text, den ich kopiert habe, da steht doch, dass der Wert im Venenblut niedriger ist, nicht höher. Ich habe mittlerweile noch einmal einen anderen text gelesen, in dem stand dann, dass der Wert im Venenblut 10 bis 15 Prozent höher liegt, also auf jeden Fall höher. Diese beiden Aussagen widersprechen sich doch. Was stimmt nun?


    Im Febrau 2017 habe ich beim Hausarzt Blut abgegeben, das im Labor getestet wurde. Das Rlhrchen war mit NaF versetzt. Der Wert: 98 mg/dl. Zuvor war auch der Kapillarwert gemessen worden: 99mg.


    Am Wochenende war ich zur Kontrolle. Der Kapilarwert war 104. Jetzt bin ich mal gesapnnt, was der Plasma/venös-Wert sagt.