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Metformin - richtige Dosis erkennen?

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    am 06.02.2018 19:46:54 | IP (Hash): 407858227
    Hallo zusammen,

    meine Bauchspeicheldrüse (Typ 2) regeneriert sich. Ich durfte umsteigen von Insulin (damals noch 12-12-12-0 und 12 Einheiten Langzeit) auf Metformin 1000. Ich bin gerade dabei, das einzuschleichen. Der Doc meint, bis zum Sommer bin ich vom Thema Diabetes voraussichtlich komplett runter. Ich bin noch auf Insulin geschult, deswegen diese beiden blöde Fragen:

    Es heißt ja, mit Metformin kann man nicht unterzuckern. Nun hab ich vor kurzem mal auf eine Mahlzeit verzichtet und hatte einen Blutzucker von 100. Ein bisschen hoch, aber okay.

    Zwei Fragen:

    1. Mal angenommen ich würde Sport darauf setzen und noch niedriger gehen, komme ich dann letztlich nicht doch in den Unterzucker, weil doch der Leberzucker gebremst ist? Müsste ich dann nicht vor dem Sport trotzdem Kohlenhydrate konsumieren? Falls nicht, warum nicht? Ich verstehe das Konzept leider noch nicht ganz.

    2. Mal angenommen, meine Bauchspeicheldrüse erholt sich noch weiter. Kann es eintreten, dass das Metformin dann schädlich wird, also z.B. zur Azidose? Oder ist das voneinander unabhängig?

    Liebe Grüße und Danke für jede Hilfe!
    Euer Traubenzuckermann
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    am 06.02.2018 20:12:31 | IP (Hash): 1552368372
    DerTraubenzuckermann schrieb:
    1. Mal angenommen ich würde Sport darauf setzen und noch niedriger gehen, komme ich dann letztlich nicht doch in den Unterzucker, weil doch der Leberzucker gebremst ist? Müsste ich dann nicht vor dem Sport trotzdem Kohlenhydrate konsumieren? Falls nicht, warum nicht? Ich verstehe das Konzept leider noch nicht ganz.
    2. Mal angenommen, meine Bauchspeicheldrüse erholt sich noch weiter. Kann es eintreten, dass das Metformin dann schädlich wird, also z.B. zur Azidose? Oder ist das voneinander unabhängig?

    Zu 1.) Nein, nur mit Metformin kannst du nicht gefährlich unterzuckern. Selbst wenn in bestimmten Situationen der BZ mal etwas weiter absinken sollte, dann niemals so weit, dass du davon wegtrittst.

    Zu 2.) Einfach nur Nein. Was für eine Azidose meinst du denn? Eine Ketoazidose wirst du nie bekommen, solanger du noch Eigeninsulin hast. Eine Lactatazidose ist von ganz anderen Sachen abhängig, z.B. von Nieremschwäche, die den Abbau von Metformin behindert.


    DerTraubenzuckermann schrieb:
    Der Doc meint, bis zum Sommer bin ich vom Thema Diabetes voraussichtlich komplett runter.

    Ich halte den Optimismus von deinem Doc für sehr gewagt. Ich habe bisher noch von keinem Diabetiker gehört, der ohne erhebliche eigene Anstrengungen nur mit Diabetesmedis vom Diabetes geheilt wurde. Zeitlich begrenzte starke Verbesserung ist auf diese Weise möglich - mehr aber auch nicht.

    Alles Gute, Rainer
    Bearbeitet von User am 06.02.2018 21:51:47. Grund: .
     1 Benutzer dankte für diesen Nützlichen Beitrag.
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    am 06.02.2018 20:32:54 | IP (Hash): 407858227
    Hallo Rainer,

    danke für Deine Antwort, das beruhigt mich schonmal etwas.

    Zu 1: Gut zu wissen. :) Kannst Du erklären, warum das so ist? Ich verstehe das noch nicht so richtig.
    Zu 2: Die Ketoazidose. Wusste nicht, dass das vom Insulin abhängt. Nierenschwäche sollte nicht vorliegen.

    Ich habe mein Leben radikal auf den Kopf gestellt.

    Ein Beispiel?

    Früher, normaler Arbeitstag: Morgens zuhause Triple-Choc-Müsli, 200-300 Gramm. Ein RedBull zum nachspülen. Auf Arbeit manchmal dann schon das zweite. Mittags fettige, süße Speisen, dazu Dessert und Smoothie. Nachmittags Schokolade, Riegel, Haribo o.ä., zuhause Abends McDonald's und Konsorten, gern auch nochmal Haribo und anderer süßer Scheiß.

    Ich war halt ein gänzlich durchgeknallter Idiot und es ist gut, dass ich daran fast zu Grunde gegangen wäre. Blutzucker bei Einlieferung: 436. Hba1c: 14,6 %.

    Heute, normaler Arbeitstag: Morgens zwei Vollkornbrötchen, Joghurt, Käse. Normaler Kaffee ohne irgendwas oder Wasser. Auf Arbeit keine Zwischensnacks, Wasser. Mittags eine normale Mahlzeit, kein Dessert. Nachmittags nix. Abends zwei Vollkörnbrötchen oder Salat o.ä.

    Ich hatte zum Schluss von 1 Einheit Lantus schon tagsüber Unterzuckerungen.

    Alleine C-Peptid ist von 1,2 (glaube ich) auf 5,irgendwas hochgeschossen!

    Liebe Grüße
    Euer Traubenzuckermann
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    am 06.02.2018 20:34:16 | IP (Hash): 407858227
    PS: Achso, jetzt weiß ich was Du meinst. Also er sagte, ich müsse natürlich weiter auf überflüssigen Zucker verzichten, werde aber dann bis ins hohe Alter wohl keine Medis mehr nehmen müssen.

    PPS: Das alles noch ohne Sport bislang, nur mit normaler Bewegung! Mit Sport könnte ich noch ein mehrfaches reißen. Probetraining ist schon in Aussicht. :)

    Liebe Grüße
    Euer Traubenzuckermann
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    am 06.02.2018 20:35:45 | IP (Hash): 1552368372
    Das klingt sehr gut - damit könntest du es´schaffen. :=)

    Das Metformin würde ich an deiner Stelle nehmen, es unterstützt deine Bemühungen. Irgendwann später, wenn mit Metformin alles rund läuft, dann kannst du deinen Arzt zu einem Auslassversuch überreden. Dann kannst du genau feststellen, ob du es weiter brauchst oder ob du dann auch noch das Metformin weglassen kannst.

    Maximale Erfolge, Rainer
    Bearbeitet von User am 06.02.2018 20:51:20. Grund: .
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    am 06.02.2018 20:57:19 | IP (Hash): 407858227
    Lieb von Dir, Rainer, vielen Dank! Das alles übrigens seit 5. Dezember 2017!! Auslassen würde ich es nicht, hatte nur halt ne ganze Menge Ängste, aber Du hast mir das grad alles weggepustet. Ich suche noch nach weiteren Quellen, also so fachlich, ich bin einer der muss das alles immer verstehen. Aber die erste Angst ist weg. :)

    Liebe Grüße
    Euer Traubenzuckermann
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    am 06.02.2018 21:33:32 | IP (Hash): 1552368372
    DerTraubenzuckermann schrieb:
    Ich suche noch nach weiteren Quellen, also so fachlich, ich bin einer der muss das alles immer verstehen.

    Hallo Traubenzuckermann,

    wenn du harten Toback willst, dann schau dir mal den Beipackzettel (z.B. hier www.apotheken-umschau.de/Medikamente/Beipackzettel/Metformin-AL-1000-795028.html) an. Da wird vor mehreren Situationen, in denen das Risiko für eine Laktatazidose ansteigt, gewarnt.

    Lactatazidose ist eine sehr seltene Komplikation, sie kann allerdings schlimme Folgen haben, wenn sie nicht rechtzeitig behandelt wird. Insofern kannst du dir die kritischen Konstellationen, z.B. Flüssigkeitsverlust durch anhaltendes Erbrechen, ein kräftiges Besäufnis (nicht nur 2...3 Glas Bier) und auch die Symptome mal ansehen. Wenn sich so etwas bei dir zeigt, was äußerst unwahscheinlich ist, dann gehe lieber einmal zu viel in die Notaufnahme als zu spät.

    Ich hoffe, dass ich dir jetzt nicht zusätzlich Angst gemacht habe, Aber wenn du gerne alles genau wissen willst, dann geht es dir mit Kenntnis des geringen Restrisokos bestimmt besser.

    Beste Grüße,Rainer
    Bearbeitet von User am 06.02.2018 21:43:21. Grund: .