Willkommen Gast! Um alle Funktionen zu aktivieren musst Du Dich Anmelden oder Registrieren.
Disziplin/ Wut/ Enttäuschung- Viel auf einmal?
-
am 17.03.2018 14:06:09 | IP (Hash): 622719661
Hey an alle die das lesen,
Ich bin neu hier (Hab mich gerade erst angemeldet) und ich weiß auch nicht ob das die richtige Rubrik für meine Themen ist aber ich schreib einfach mal drauf los. Falls es unangemessen ist bitte Bescheid sagen dann nahm ich es raus.
Also.... wie fängt man so was an? Ich habe schon viele Jahre Diabetes (ca.18 Jahre) und mir fehlt es an Disziplin. Immer wieder sage ich mir wie wichtig es ist das ich die Sache ernst nehme und regelmäßig messe und mich an BE Faktoren halte und all das aber immer wenn ich es mir vornehme habe ich nach einer gewissen Zeit einen Rückschlag und ich habe jetzt schon viele Methoden ausprobiert und es wird einfach nicht besser. Aber ich kann nicht mein ganzes Leben so weiter machen und immer mal wieder ins Krankenhaus zu gehen. Ich gehe auch nicht regelmäßig zum Arzt.... alles in allem bin ich kein Vorzeige Diabetiker. Der Diabetes ist zugegeben nicht mein einziges Problem... Ich war im Januar 3 Wochen in einer Klinik wegen anderen Problemen und auch das holt mich langsam wieder ein. Es fällt mir schwer das hier alles offen zu legen aber ich denke am ehesten werde ich in einer Community wie dieser hier Hilfe finden. Hat jemand sonst noch solche Probleme und wenn ja wie löst oder regelt ihr das?
Ich freu mich über jede Hilfe die ich kriegen kann.1 Benutzer dankte für diesen Nützlichen Beitrag. -
Elfe
Rang: Gastam 17.03.2018 17:50:40 | IP (Hash): 1304239803
Hallo Leslie,
entnehme deinen Zeilen, daß du 1er mit Insulin bist ?
Als erstes wäre gut, wenn du wieder quartalsmäßig zum Arzt gehen würdest:
Langzeitwert überprüfen, ev. IE/BE-Faktoren besprechen u.a.m.
Drei Monate sind schnell rum, wo man dann Rede und Antwort stehen muss.
Und sich auch nicht unbedingt blamieren möchte.
Auch wenn wir wissen, daß wir das ganze für uns tun, hat das in gewisser doch so etwas wie früher in der Schulzeit 'nicht für den Lehrer lernen wir'.
Das zweite wäre, der Diabetes-Erkrankung nicht mehr Raum zu geben als nötig - und nicht als riesiges Schreckgespenst zu sehen.
Mir hilft dabei, eine eher pragmatische Einstellung.
Da mein Körper nicht mehr genügend Insulin produziert, muss ich das halt äußerlich zuführen.
Nach gewissen Regeln, die mir jedenfalls einigermaßen logisch erscheinen und nachvollziehbar sind.
So über die Jahre habe ich mir angewöhnt, in den Tag mit einem sättigenden Frühstück zu starten (nach 3 h BZ überprüfen und ggfs. korrigieren) und mich dann eher auf die Aufgaben des Alltags zu konzentrieren. Warme Mahlzeit, die auch schmecken sollte, dann früher Abend.
Ist mit den Insulinen heutzutage viel besser zu handhaben als früher, als man regelmäßig zu bestimmten Uhrzeiten essen und sich an eine Diät halten musste.
Sehe das positiv, sozusagen als "Glück im Unglück".
Gruß Elfe
Bearbeitet von User am 17.03.2018 17:51:15. Grund: Korrektur -
am 17.03.2018 19:29:47 | IP (Hash): 2121573062
Hallo Leslie,
ich glaube, viele Diabetiker haben Phasen, wo es mal besser und dann wieder schlechter mit der Motivation und auch allgemein mit der Blutzuckereinstellung klappt. Man muss auch kein Vorzeige-Diabetiker sein...
Wichtig ist zu wissen, dass es heute verschiedene Behandlungsmöglichkeiten für den Diabetes gibt, anders, als in "alten Zeiten", die vielen von uns hier noch vertraut sein müssten...und herauszufinden, was das Richtige für einen ist und darin dann gut geschult zu sein.
Ist natürlich so eine Sache, wenn es sehr stark an der Disziplin hapert, die ist schon noch wichtig für uns Diabetiker, aber daran kann man arbeiten, vielleicht hast Du die richtige Methode noch nicht gefunden.
Was hast du denn sonst noch für Probleme, weshalb Du im Krankenhaus warst? Musst Du hier natürlich nicht erzählen, wenn Du nicht magst!
Viele Menschen haben Probleme, das Leben ist eben nicht einfach!
Alles Gute!
It matters if you just don't give up. - Stephen Hawking2 Benutzer dankten für diesen Nützlichen Beitrag. -
am 18.03.2018 17:02:56 | IP (Hash): 740102766
Nach 18 Jahren Typ1 kann man alle Empfehlungen und Vorschriften im Schlaf vor und zurück. Wenn man sich da verbessern will, geht es dann halt darum, irgendwie einen anderen Weg zur besseren Umsetzung zu finden. Was sich viele Jahre eingewöhnt hat, lässt sich allerdings schwer ändern, wenn überhaupt. Denn wenn ich einfach nur meins als Beispiel nehme, hat sich mein alltägliches ja unterm Strich als das Verhalten erwiesen, mit dem ich mir mit dem wenigsten, was für mich als Aufwand zählt, am meisten von dem mache, was für mich als Gewinn zählt. Wobei das Ganze ja keineswegs in allen Einzelheiten für den gesunden Verstand logisch ist, sondern nur im Igel-Prinzip: Was sie gerade an Wärme brauchen, bestimmt das Pieken, das sie dafür vom wärmenden Nächsten ertragen. Und was mich wärmt, kann andere völlig kalt lassen ;)
Mich hat viele Jahre die Angst vor Folgeschäden in ner einigermaßen brauchbaren HBA1c Spur gehalten. Hab z.B. nur eine Niere, und die war bei meiner Diabetes-Diagnose in 91 gerade reparaturbedürftig, zum Glück noch nicht infolge Diabetes, und die Reparatur ist damals voll gelungen. Aber der Dok hatte mir halt von Anfang an erklärt, dass sich mein Typ2 mit den Jahren immer weiter auswachsen würde, also erst immer mehr Tabletten und dann immer mehr Insulin brauchen und dann halt immer mehr von meinem Leben abfressen würde. An diese Zeit erinnere ich mich mit sonem ausgeprägten Schülerlein-Gefühl:
Das Zeugnis gab’s nicht alle halbe, sondern alle viertel Jahre. Dazu die üblichen Vermahnungen, was bis zum nächsten Mal dringend zu verbessern wäre, damit es nicht schlimmer würde. Empowerment hatte ich mir immer anders vorgestellt.
Nicht dass ich da wütend gewesen wäre, aber irgendwie mit jedem Tag unzufriedener.
----------------------------------------------
Dieser Beitrag ist kein Ersatz für eine persönliche ärztliche Diagnose oder/und Behandlung.