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Schulung bei Pumpenerstversorgung ja oder nein?

  • Rang: Anfänger
    Punkte: 0
    Beiträge: 2
    Mitglied seit: 30.03.2018
    am 30.03.2018 22:52:11 | IP (Hash): 1640285797
    Hallo zusammen,

    Mich würde mal interessieren wie so der Standard in Schwerpunktpraxen ist.
    Sollte optimalerweise für die Anwendung einer Pumpe eine Schulung durchgeführt werden (Mo-Fr)?

    Und ist eine ambulante ausreichend oder lieber stationäre?

    Grüße
  • Cracktros

    Rang: Gast
    am 30.03.2018 23:13:02 | IP (Hash): 287383851
    Ich mache es Kurz; aus dem Hilfsmitelverzeicnis des GKV- Spitzenverbandes geht folgendes hervor:

    Indikation:

    "Eine Pumpenbehandlung erfordert vom Versicherten ein hohes Maß an Kenntnis, Motivation und Zuverlässigkeit. Ferner muß die Bereitschaft zu einer langfristigen Blutzucker-Selbst-kontrolle mit adäquater Protokollierung bestehen. Die Ein-haltung folgender Voraussetzungen ist bei einer Pumpenthe-rapie notwendig:

    - durch Teilnahme an einem allgemeinen Diabetes-Schulungs-
    programm müssen umfangreiche Kenntnisse über die Krankheit
    und ihre Behandlung vorliegen; die Durchführung der kon-
    ventionellen intensivierten Therapie muß beherrscht wer-
    den,

    - durch die Teilnahme an einem speziellen Schulungskurs zur
    Insulinpumpenbehandlung ist eine spezifische Einweisung in
    diese Therapieform und in die Bedienung der Pumpe erfolgt,

    - es ist eine adäquate ambulante Nachbetreuung/Nachbehand-
    lung durch ein Pumpenzentrum/eine Pumpenambulanz sicherge-
    stellt, mit welchem/r bei Problemen mit der Therapie je-
    derzeit Kontakt aufgenommen werden kann, um fachlichen Rat
    einzuholen.

    Die Verordnung einer Insulinpumpe mit programmierbarer Ba-
    salrate erfordert eine erweiterte fachärztliche Begründung, aus welcher auch hervorgehen muß, weshalb eine Insulinpumpe mit konstanter Basalrate nicht ausreichend ist. Nach einer
    Erprobungsphase von einem Monat sollten vor der Kostenüber-
    nahme die Voraussetzungen von der Krankenkasse unter Ein-beziehung des MDK geprüft werden."

    Persönlich finde ich eine ambulante Schulung vorteilhafter, da die Schulung mit den Alttag verbunden werden kann und auftretende Fragen, die der Alttag mit sich bringt, in der Schulung aufgearbeitet werden können. Aber, das ist nur meine persönliche Meinung.

  • Rang: Erweitertes Mitglied
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    Beiträge: 437
    Mitglied seit: 26.10.2015
    am 31.03.2018 11:14:08 | IP (Hash): 1914547121
    Ganz klar, eine intensive Schulung muss sein!
    Zum einen eine technische Einweisung in die Pumpe - macht häufig ein Vertreter/eine Vertreterin des Herstellers, zum anderen aber auch eine Schulung zu den Themen "Wie passe ich meine Basalrate an?", "Wie bestimme ich meine Faktoren?", "Was mache ich bei einer Ketoazidose?" und eine gründliche Wiederholung der Basics kann auch nicht schaden...

    Ob das Ganze ambulant stattfinden kann, hängt auch von den Kapazitäten der Praxis ab.
    Grundsätzlich bin ich auch für ambulant - der Umstieg in den Alltag ist dann deutlich einfacher. Wenn sich eine ambulante Schulung/Einstellung allerdings über Wochen/Monate hinzieht, ist das auch nicht unbedingt hilfreich und gefährdet den Therapieerfolg.
    Bearbeitet von User am 01.04.2018 09:14:20. Grund: .
  • Cracktros

    Rang: Gast
    am 31.03.2018 13:31:25 | IP (Hash): 274279987
    nicht nur die Kapazität zur Schulung ist entscheidend. Darüberhinaus muss auch die Möglichkeit der Nachbetreuung vorhanden sein. In der Anfangsphase muss es möglich sein jederzeit Fragen durch Ärzte_innen oder Diabetesberater_innenr beantwortet zu bekommen. Das kann bedeuten, dass Mediziner_innen, im Zweifel, ihre private Tel. Nr. mitteilen müssen.

    Scher kann über den Sinn von Schulungen kontrovers diskutiert werden, da es unterschiedliche Lerntypen gibt- Und es wird auch einige geben die lieber aus Büchern und/oder Selbstversuchen ihre Erkenntnisse gewinnen, aber eine Schulung steht diesem Verhalten nicht entgegen.


    Bearbeitet von User am 31.03.2018 13:32:47. Grund: -
  • Cracktros

    Rang: Gast
    am 31.03.2018 13:50:57 | IP (Hash): 274279987
    Apropos: Ganz Aktuell soll das Ergebnis zur Evaluierung des INPUT-Programmes geliefert werden. Hat jemand etwas neues dazu gelesen?

    Wie aus der Diabetologie -Online zu entnehmen ist.

    https://www.diabetologie-online.de/a/schulungsprogramm-input-in-der-evaluationsphase-1794233
  • Rang: Erweitertes Mitglied
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    Beiträge: 103
    Mitglied seit: 02.06.2017
    am 01.04.2018 09:04:25 | IP (Hash): 1804918393
    In den windiab Jahresberichten ( http://www.windiab.de/publikationen/jahresberichte/ ) steht wie viele und welche Schulungen durchgeführt wurden. Für 2017 sind da Daten von 86 Schwerpunkpraxen drin und "57 Praxen gaben an, Pumpen-Schulungskurse durchgeführt zu haben."
    Würde also sagen ja, Schulung für Pumpe ist Standard.
    (Wobei ich mal davon ausgehen würde dass die übrigen Praxen ihre Pumpen-patieten nicht ungeschult lassen sondern sie für die Schulung woandershin weitervermitteln.)
  • Cracktros

    Rang: Gast
    am 01.04.2018 10:36:50 | IP (Hash): 1511319922
    In einigen Schwerpunktpraxen gibt es sowohl ärztliches Fachpersonal als auch Diabetesberater_innen die sich auf das Thema Insulinpumpe spezialisiert haben. Sie führen sowohl die Schulungen als auch die Umstellung von ICT auf CSII und Nachbehandlung, gemeinsam mit den Menschen mit T1D, durch.

    Fehlt es an dieser Kapazität könnte es ratsam sein ein klinisches Pumpenzentrum aufzusuchen.

    Persönlich würde ich jeden Menschen der auf CSII umsteigt eine Schulung empfehlen, sei es um sich mit der Thematik vertraut zu machen, manchmal um Kontakt mit anderen menschen mit T1D zu erhalten oder um der Krankenkasse zu beweisen, dass Motivation vorhanden ist.



  • Rang: Anfänger
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    Beiträge: 2
    Mitglied seit: 30.03.2018
    am 01.04.2018 12:53:28 | IP (Hash): 1295207627
    Vielen Dank für die vielen Antworten - es bestätigt meine Meinung, dass eine Schulung notwendig ist :-))