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Typ 2 - brauche einfach mal Eure Hilfe

  • Rang: Anfänger
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    Mitglied seit: 13.05.2018
    am 13.05.2018 15:30:47 | IP (Hash): 740776516
    Hallo liebes Forum,

    ich bin seit einigen Jahren Typ2 Diabetiker. Mein größtes Problem ist mein relativ chaotisches Leben. Beruflich bin ich quasi immer unterwegs und nie länger als 2 Wochen an einem Ort. Daher habe ich keinen echten Hausarzt. Ich habe irgendwann von einem Arzt Insulin verschrieben bekommen und auch einen "Spritzplan". Damals waren meine Werte bei 300-400 am Tag.

    Das Insulin hat so nicht geholfen und telefonisch wollte mir der Arzt auch nicht weiterhelfen. Ich habe also knapp 3 Jahre meinen Typ2 einfach nicht in den Griff bekommen. Werte nie niedriger als 200 vielleicht.

    Soviel mal zu meiner Vorgeschichte. Wie dem auch sei, vor einigen Tagen bin ich auf dieses FreeStyle Libre Messgerät gestoßen und habe mich entschlossen jetzt selber den "Kampf" anzutreten.

    Was ist also mein Ergebnis bis jetzt. Ich habe als Typ2 aktuell einen BE-Faktor von 5 bis 6. Auch dazu noch eine Info: ich stehe gegen 12-13 Uhr auf und gehe gegen 3 oder 4 Uhr ins Bett. Schlafe also 7-9h am Tag, esse 3 Mahlzeiten und trinke so gut wie nie Alk, bin Nichtraucher aber leider extrem übergewichtig mit 180kg. Sport mache ich außer ein wenig schwimmen und ab und an tauchen nicht viel.

    Wenn ich also "normal" esse, dass heißt zum Frühstück zB 2 Scheiben Vollkornbrot, 4 Spiegeleier (mit Kokosöl gebraten) und etwas Parmaschinken, dann brauche ich bei ca. 50g Kohlenhydrate rund 30 IE Bolus um meine normalen Werte zu erhalten.

    Ist das normal? Hat da jemand Erfahrungen? Ich meine mit dem Faktor und dem was ich so esse (normale Portionen), komme ich auf 180-200 Einheiten Bolus jeden Tag?!

    Bolus ist Lilly Humalog im Pen

    Das nächste "Problem" ist mein Basalinsulin. Ich verwende sowohl für Bolus, als auch Basal Lilly. Basal ist Lilly Basaglar im Pen.

    Um einigermaßen gute Basiswerte zwischen 100 - 140 zu erhalten brauche ich aktuell im "Ruhezustand" in der Nacht 80 IE und dann am morgen nochmal 70 IE. Spätestens nach 10-12h merke ich am BZ Wert, dass das Basal einfach nicht mehr wirkt. Ich teste gerade wie es sich verändert, wenn ich die Dosis auf 3 mal am Tag setze.

    Dank dieses Messgerätes teste ich wirklich alle 20-30 Minuten meinen Blutzucker. Ich vermerke im Tagebuch Stress und mentale Belastungen jeder Art sowie auch körperliche Aktivitäten. Ich habe auch mit gesundem Essen sowie auch ungesundem Essen "experimentiert" um die Wirkung für mich zu dokumentieren. Auch die entsprechenden FPE Einheiten usw. kann ich berechnen.

    Meine wichtigste Frage ist an alle Typ 2 unter Euch: sind solche Mengen an Insulin normal? Ich weiß, dass man als Typ2 ja quasi eine Resistenz hat die evtl. wieder durchbrochen wird. Kann es sein, dass diese aufgrund von 3 Jahren "falscher Benutzung aufgrund totalem Unwissens" jetzt so hoch ist?

    Leider findet man sehr viel Erfahrungen von Typ1 aber kaum etwas von Typ2 Diabetikern. Vielleicht findet sich hier ja jemand. Auch Kontakt zu einem Arzt, der mich "über die Ferne" betreuen kann wäre sehr willkommen. Ich bin leider in der ganzen Welt unterwegs wie schon gesagt. Habe aber eine deutsche KV (Techniker Krankenkasse).

    So eine Menge Text und viele Fragen. Ich hoffe, dass ich ein paar Antworten finde.

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    am 13.05.2018 15:58:18 | IP (Hash): 1503005598
    Hallo Michi,

    Bevor das eine zu unübersichtliche Antwort wird:

    Versuche mal eine Haferkur. Diese dauert etwa 3 Tage und nach nicht nur eigener Erfahrung schraubt diese den Insulin mehr oder weniger drastisch herunter

    https://mysugr.com/de/haferkur-mit-flocken-gegen-die-insulinresistenz/

    Also das ist kein Hokus Pokus wie man vielleicht vermuten könnte ist aber schnell und ohne Probleme auch unterwegs überall wo man einen Wasserkocher hat zu erledigen. Eine genaue Beschreibung über den Ablauf spare ich mir hier.

    Liebe Grüße

    Dirk



    ---
    Zuckerkrank
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    am 13.05.2018 16:07:29 | IP (Hash): 740776516
    Werde ich mir mal ansehen. Aber das wird ja meinen Typ2 nicht wirklich beenden. Hast Du Erfahrungen mit solchen Werten bzw. vor allem mit solchen Mengen an Insulin?
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    am 13.05.2018 16:08:30 | IP (Hash): 740776516
    Ich habe mal die Sache mit dem Zimt versucht. Hat nicht geholfen!!!

    ---
    Typ2 - auf der Suche nach Antworten um diese Zuckerbitch zu bekämpfen!!!
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    am 13.05.2018 16:57:56 | IP (Hash): 1881530736
    MichiS schrieb:
    Werde ich mir mal ansehen. Aber das wird ja meinen Typ2 nicht wirklich beenden. Hast Du Erfahrungen mit solchen Werten bzw. vor allem mit solchen Mengen an Insulin?
    Ich habe mal die Sache mit dem Zimt versucht. Hat nicht geholfen!!!

    Hallo Michi,

    es gibt nichts, was deine Typ2-Diabetes wirklich beendet. Du solltest zunaächst mal jede Möglichketi nutzen, die Insulinresitenz zu durchbrechen und von den hohen Spritzmengen runter zu kommen. Hafertage sind eine Möglichkeit. Es gibt weitere, zu denen du bei Interesse gerne Infos bekommen kannst. Die sind aber aufwendiger als die Hafertage, probiere die erst mal aus.

    Zum Zimt bleibt nur :lol: - selbstverständlich hat dich das nicht "geheilt".

    Mit deinem Arztproblem könnte sich eine Lösung ergeben. Auf dem Ärztetag wurde vor wenigen Tagen beschlossen, dass auch in D die biher strikt verbotenen Fernbehandlungen möglich werden. Bleib einfach dran und recherchiere im Internet, ob ein Diabetologe sich dafür anbietet.

    Ansonsten bringe als erstes deinen Basalbedarf in Ordnung. Ein Basalratentest wird z.B. hier gut beschrieben:
    http://www.diabetesinfo.de/fortgeschrittene/therapie/basalinsulin/basaltest.html

    Beste Grüße, Rainer

    ____
    Gegebene Vorschläge und Einschätzungen sind ausschließlich zu Informationszwecken bestimmt und können in keinem Fall professionelle Beratung oder die Behandlung durch einen Arzt ersetzen.
    Bearbeitet von User am 13.05.2018 17:01:07. Grund: .
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    am 13.05.2018 17:23:48 | IP (Hash): 1503005598
    Hi Michi.

    Deine Faktoren sind schon sehr hoch aber nicht selten beim T2 Diabetiker. Ich denke das zum einen deine Basalversorgung nicht passt und das du vielleicht einen Morgenanstieg mit in den Tag nimmst.

    Zum einen sollte dein Basalinsulin so angepasst sein das es vor allem in der Nacht einen gleichmäßigen aber nicht zu niedrigen Verlauf sicherstellt. Ich habe nach einigen versuchen das Lantus, welches ich nutze, so verwendet wie der Hersteller das vorsieht. Daher eine Injektion innerhalb von 24 Stunden. Ich spritze das am Abend und habe mich an eine Dosis herangetastet die für mich funktioniert. Hier immer vorsichtig agieren damit du in der Nacht keine Hypos erfährst.
    Ich habe außerdem das Problem das bedingt durch die Hormonauschüttung am Morgen mein BZ extrem ansteigt ohne das KH aufgenommen werden. Ich begegne dem mit einem Bolus den ich immer zur gleichen Zeit noch im Bett und oft vor dem Aufstehen spritze. Das funktioniert bei mir auch nur wenn ich diesen Bolus immer zur gleichen Zeit in der gleichen Höhe spritze.
    Dadurch kann ich sicherstellen das ich dann im Tagesverlauf stabile Faktoren für den Mahlzeiten Bolus erreiche.

    Es könnte daher sein das ein Morgenbolus zumindest deine Faktoren am Morgen und Mittag positiv beeinflusst. Auch bei der Ermittlung eines Morgenbolus genau kontrollieren ob dein BZ Verlauf am Morgen konstant verläuft. Da vor allem wenn du nochmal einschläfst ein Hypo Risiko existiert wenn du das nicht genau überprüft hast.

    Ich habe als T2er allerdings augenscheinlich eine recht konstante wenn auch niedrige Eigenproduktion von Insulin daher funktioniert das für mich sehr gut.

    Die Haferkur bringt für einen Zeitraum von ca. 1-2 Monaten eine Verringerung des Insulins von 15-25% frischt man das mit einem Hafertag in dieser Zeit auf kann man die Zeit verlängern. Danach ist eine neue Haferkur fällig.

    Die Haferkur bewirkt vor allem das das Leberfett stark reduziert wird. Warum das so ist weiß man noch nicht abschließend. Aber das es so ist, ist nachgewiesen.

    Man muß sich leider strikt an die Vorgaben der Haferkur halten um den Effekt zu erwirken. Wenn du das machst solltest du ab den zweiten Tag vorsichtiger mit der Insulinmenge sein. Eventuell solltest du eine Haferkur auch vorher mit dem Diabetologen besprechen.

    Und zum Schluß:

    Los wirst du den Diabetes damit nicht. Aber du kannst mit konsequenter Ernährungsanpassung und Bewegung vielleicht sogar vom Insulin runter kommen. Das solltest du dir aber ausführlich von Diabetologen in einer Diabetikerschulung erklären lassen.

    Und zum wirklichen Schluß:

    Du brauchst in jedem Fall einen Diabetologen der dich vor allem in deiner Phase der Therapie nicht nur mit Rat und Tat sondern auch mit dem erforderliche Equipment wie z.B. der Verordnung eines FreeStyle Libre zu Seite steht.

    Liebe Grüße

    Dirk

    PS: Ein Basalratentest wie hier http://www.diabetesinfo.de/fortgeschrittene/therapie/basalinsulin/basaltest.html beschrieben wird bei dir nicht funktionieren. Da du keine variierende Basalrate spritzt oder pumpst. Dieser ist für den T1 Diabetiker vom Betreiber der Seite eingestellt worden. Hier bleibt dir als T2er mit einer, vielleicht sogar schwankenden, Insulin Eigenproduktion nur die Möglichkeit nach der Vorgabe des Arztes beginnend eine Injektion nach der Vorgabe des Hersteller zu Injizieren. Das wäre bei Lantus einmal in 24 Stunden. Hier in der Testphase regelmäßig, vor allem Nachts testen. Ein Libre hilft hier ungemein. Ich würde empfehlen: nicht unter 100mg/dl ins Bett und in der Nacht sollte er, bis du ausreichend Erfahrungen hast auch nicht unter 100 sinken. Ich würde zunächst 120 -130 anstreben.

    Bitte beachte: Ich nix Arzt. Dher alles auf eigenes Risiko und ohne Gewähr.

    Bearbeitet von User am 13.05.2018 17:36:00. Grund: ps
     1 Benutzer dankte für diesen Nützlichen Beitrag.
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    am 13.05.2018 22:01:07 | IP (Hash): 913173650
    Hi Dirk,

    also schon mal vieeeeelen Dank. Ich arbeite mich mal heran. Die Haferkur klingt in der Wirkung echt gut, muss ich mal 2 freie Tage in Anspruch nehmen. Glaube länger schaffe ich das nicht. So rein vom Kopf her ...

    Also Du meinst echt nur einmal am Tag vor dem schlafen mit dem Langzeitinsulin. Ich habe ja kein Lantus. Was ich allerdings habe (nocht nicht getestet) ist das Toujeo. Ein befreundeter Apotheker meinte ich solle es mit einem Wechsel probieren. Werde ich heute mal mit starten.

    Ja dank diesem Libre Ding messe ich echt viel und bekomme ein Gefühl für die Sache. Das mir das kein Arzt empfohlen hat verstehe ich null. Egal. Jetzt habe ich eins und erstmal für 2 Monate die Dinger gekauft. Schade ist, dass die wo ich gekauft habe noch keine App haben und die in Deutschland zwar ne App haben aber die nicht mit diesen Senden hier gehen. Fast in jedem Land was anderes. Ich habe meine in Arabien gekauft. Naja wird schon. Ich habe in Deutschland auch schon bestellt, wenn ich nächstes mal da bin, dann kann ich mit meinem iPhone arbeiten,

    Ich arbeite mich mal heran. Mal sehen und was das mit der "Fernwartung" angeht, klingt mega gut. Da warte ich mal auf Neuigkeiten.

    Danke nochmal für alle nützlichen Tipps!!

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    Typ2 - auf der Suche nach Antworten um diese Zuckerbitch zu bekämpfen!!!
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    am 14.05.2018 19:35:10 | IP (Hash): 1503005598
    Hallo Michi,

    Das hört sich blöder an als es ist mit der Haferkur.😉

    Auch Tuejo soll ja 24 Stunden abdecken. Ich würde, wenn wir bei dir das eine oder andere durcheinander läuft, alles zunächst auf "Anfang" drehen. Der T2er hat nicht immer das Glück das konstante Faktoren und Raten das Management greifbarer machen. Immer wieder kann die schwankende Eigenproduktion von Insulin oder das verändern des Gewichtes und der Ernährung mehr, schwer zu berechnende, Auswirkungen auf den BZ haben. Daher solltest du wie schon angeraten deinen Basalbedarf ermitteln. Da du keine Basalraten die über den Tage variieren können über eine Pumpe gibst solltest du zunächst nach der Vorgabe des Arztes das Basal Insulin einmal am Tag zu einer möglichst gleichen Zeit spritzen.
    Ich spritze Lantus am Abend um 20:30. Die höchste Wirkung hat es dann nach ca. 4 Stunden und deckt mich bei meiner Dosis fast 22-23 Stunden ab. Da ich abends zum Essen einen Bolus spritze macht sich die Basallücke kaum bemerkbar. Das bedeutet das die Basal Wirkung so gegen 18:00 (das kann man nicht auf die Stunde genau sagen) nachlässt esse ich zu Abend und spritze dann einen Bolus in der Regel füllt der Bolus dann die entstehende Basallücke auf sodass ich keine zu hohen Werte bekomme. Wenn der Abendessen Bolus nachlässt dann beginnt das Basalinsulin langsam zu wirken. Meist funktioniert das ganz gut.

    Wenn es dir gelingt mit einer Injektion Basal vor allem gut über die Nacht zu kommen dann hast du schon mal ein Etappenziel erreicht und du brauchst die Therapie nicht durch mehrere vielleicht unnötige feste Spritzzeiten, die man gerne vergisst oder verschiebt weil es mal gerade nicht passt, zu verkomplizieren.

    Nur wenn das gar nicht klappt kann man darüber nachdenken das Basale Insulin zu splitten. Das würde ich aber auch mit dem Diabetologen besprechen.

    Auch das ermitteln der Bolusfaktoren über den Tag wird dem t2er durch eine eventuelle eigene Insulinproduktion nicht gerade erleichtert. Aber da man sich an irgendwas orientieren muß habe ich das so versucht indem ich mich dann an das verfahren für den T1ser gehalten habe. Ich habe das Glück das neine Eigenproduktion wohl recht gleichmäßig wenn von der der Menge auch wohl sehr gering verläuft.

    Diese anfängliche Mühe zahlt sich aus. Auch sollte man gerade zu Anfang notieren wie viele Einheiten du pro KE/BE spritzen muss.

    Bedenke bitte das das meine Erkenntnisse sind und nicht bei dir so funktionieren müssen. Dein erster Ansprechpartner bleibt immer der Arzt. alles was du selber veränderst geht auch auf deine eigene Kappe.

    Liebe Grüße

    Dirk


    ---
    Zuckerkrank