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Ralf stellt sich vor
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am 01.06.2018 02:05:44 | IP (Hash): 1385215109
Hallo zusammen,
ich möchte mich auch kurz mal vorstellen.
Meine kleine Geschichte mit Diabetes begann so ziemlich genau vor 1 Jahr. Da ich viel am Computer sitze hatte ich recht kurzfristig Probleme die Ziffern und Zahlen zu erkennen, quasi alles total verschwommen.
Hm dachte ich mir dann mal kurz zum Augenarzt ne neue Brille (bin ja schon etwas älter) und schon das Problem ist erledigt. Dem war aber leider nicht so, der Augenarzt konnte also quasi die Zuckerkristalle im Auge erkennen und klar schickte er mich direkt zum Hausarzt. Der mich natürlich durchgecheckt und was soll ich sagen … bis zu dem Moment als die Blutwerte ankamen war ich 47 Jahre Kerngesund. Langzeitzucker bei 12,5 Tageszucker natürlich auch zu hoch, ALLE anderen Blutwerte im Normbereich, auch die der Bauchspeicheldrüse! Der Hausarzt schon leicht nervös fing gleich mit ne ordentlichen Dosis Metformin 850 - 850 - 850 an, Diagnose war Diabetes Typ 2. So weit so gut, Tabletten hab ich so ziemlich gut vertragen. Meine Zuckerwerte besserten sich von Monat zu Monat Ende letzten Jahren lag der Langzeitzuckerwert schon wieder bei 5,5 als eigentlich ganz gut runter gearbeitet. Die Tabletten hab ich eigentlich ganz gut vertragen, nur hatten die Tabletten einen kleinen Nachteil …. ich nahm täglich ab zuletzt wog ich nur noch 58 kg bei 171 cm.
Vor 8 Wochen stieg dann auch der Langzeitzuckerwert wieder an, auf 15,8 was wohl auch mit meinen Essgewohnheiten bis dato zu tun hatte lief ja eigentlich ganz gut mit den Werten bisher, man sollte halt nicht alles Ignorieren was einem der Arzt so empfiehlt. Naja klar das er mich nun erstmal zum Facharzt geschickt hat. Der stellte dann wohl doch Diabetes Typ 1 fest und drückte mir dann natürlich auch Insulin, Blutzuckermessgerät usw. in die Hand.
Jetzt kämpfe ich damit die Blutzuckerwerte runter zu drücken, die immer noch jenseits von Gut und Böse sind, ist schon etwas erschreckend wenn das Messgerät des Öfteren HI anzeigt bei für mich recht normalen Essgewohnheiten! Ok momentan bin ich ja auch noch am austesten, wieviel Insulin zum Essen, wieviel KE hat das Essen usw. wie sich die Werte beim Sport verändern usw. usw.
So viel zu mir, noch eine schöne Nacht
Ralf
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am 01.06.2018 07:48:33 | IP (Hash): 2104649205
Willkommen im Club ;)
Austesten wirst Du wohl noch ein paar Takte weiter müssen. Is halt dumm, dass kein Insulin und auch keine KE eine allgemein gültige Skala mit wie hoch und wie tief mitbringt, sondern dass wir unsere eigenen Skalen mit einiger systematischer Buchhaltung selbst finden müssen.
Hilfreich dabei wäre so ein System wie das Abbott Libre, wo Du nicht für jeden Test zu pieksen brauchst und Bergspitzen und Talsohlen von Deinem BZ auch dann mitkriegst, wenn Du nicht just im höchsten oder tiefsten Moment gepiekst hast. Und wenn Dein Händie NFC kann, kannst Du Deinen BZ da auch ohne zusätzliche Ausrüstung direkt ablesen. Also Dok um ne Verordnung bitten - oder schreibe ich gerade ne Eule nach Athen, und Du nutzt das schon?
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Dieser Beitrag ist kein Ersatz für eine persönliche ärztliche Diagnose oder/und Behandlung. -
am 01.06.2018 12:23:45 | IP (Hash): 991063678
loewenherz schrieb:
Vor 8 Wochen stieg dann auch der Langzeitzuckerwert wieder an, auf 15,8 was wohl auch mit meinen Essgewohnheiten bis dato zu tun hatte lief ja eigentlich ganz gut mit den Werten bisher, man sollte halt nicht alles Ignorieren was einem der Arzt so empfiehlt.
Nein, den Vorwurf brauchst du dir nicht zu machen.
Möglicherweise hätte die Remission 2 oder 3 Wochen länger angehalten, mehr aber auch nicht.
Alles Gute, Rainer
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Cracktros
Rang: Gastam 01.06.2018 14:24:42 | IP (Hash): 953321376
Vollkommen unverständlich, dass so viele Fehldiagnose, beim Thema Diabetes, gestellt werden. Du hättest von Anbeginn an eine Insulintherapie benötigt. Denn, dass sich deine Insulinproduktionen dem Ende neigt war klar. Ist der Prozess der Ausschüttung von Antikörpern gestartet worden, gibt es nichts was die Vernichtung der Insulinproduktion verhindern kann. -
am 01.06.2018 16:04:32 | IP (Hash): 2104649205
Bei Hausärzten allgemein und auch bei vielen Diabetologen geht erste Diagnose nach Augenschein. Über 20, kein Knochengerippe, sitzende Tätigkeit, höher 1c=Monate lang alltäglicher BZ-Verlauf deutlich über 200 ohne jeden Ketoazidose-Ansatz heißen da erstmal T2. Ein guter Behandlungserfolg mit Metformin wird als Bestätigung gesehen und trifft in weit mehr als 90 von 100 Fällen ja auch zu. Also kein direkt auffälliger Grund für irgendeinen weiteren Diagnoseaufwand.
Auch nicht im Nachhinein. Denn statt des T2 hatte da nur ein langsamer T1 sein können und damit zu keiner Zeit die Gefahr einer plötzlichen gefährlichen Entwicklung. Hat die tatsächliche ja auch voll bestätigt. Wo die Tabletten nicht mehr ausgereicht haben und die Gewichtsentwicklung den zusätzlichen Hinweis gegeben hat, nun also die Umbenennung in T1 und der sofortige Übergang zu Insulin ohne die T2-behandlungstypischen Zwischenschritte. Im Ergebnis also völlig okay, oder?
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Cracktros
Rang: Gastam 01.06.2018 16:22:14 | IP (Hash): 1903420035
hjt_Jürgen schrieb:
Bei Hausärzten allgemein und auch bei vielen Diabetologen geht erste Diagnose nach Augenschein. Über 20, kein Knochengerippe, sitzende Tätigkeit, höher 1c=Monate lang alltäglicher BZ-Verlauf deutlich über 200 ohne jeden Ketoazidose-Ansatz heißen da erstmal T2. Ein guter Behandlungserfolg mit Metformin wird als Bestätigung gesehen und trifft in weit mehr als 90 von 100 Fällen ja auch zu. Also kein direkt auffälliger Grund für irgendeinen weiteren Diagnoseaufwand.
Auch nicht im Nachhinein. Denn statt des T2 hatte da nur ein langsamer T1 sein können und damit zu keiner Zeit die Gefahr einer plötzlichen gefährlichen Entwicklung. Hat die tatsächliche ja auch voll bestätigt. Wo die Tabletten nicht mehr ausgereicht haben und die Gewichtsentwicklung den zusätzlichen Hinweis gegeben hat, nun also die Umbenennung in T1 und der sofortige Übergang zu Insulin ohne die T2-behandlungstypischen Zwischenschritte. Im Ergebnis also völlig okay, oder?
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Dieser Beitrag ist kein Ersatz für eine persönliche ärztliche Diagnose oder/und Behandlung.
Alles andere als zufriedenstellend und ein Beweis der mangelnden Qualität von ärztlichen Leistungen. Zudem zeigt sich so das Desinteresse, von Ärzten und Ärztinnen, am Patienten. -
am 01.06.2018 16:47:19 | IP (Hash): 2104649205
Bei 5 oder so ärztlichen Sprech-Minuten pro Quartal im Schnitt pro Patient ist nicht mehr drin. Klar kommen die nicht alle in jedem Quartal und auch nicht alle auf einmal. Aber wenn der Dok von morgens um 8 bis abends um 8 im Viertelstundentakt Menschen mit Diabetes durchgenommen hat mit in 80% der Fälle voll erblühten Folgekrankheiten und der seit Jahren immer noch bestehenden Erwartung, dass aber eine neue Medi endlich den Durchbruch bringen möge und ohne jede nennenswerte Bereitschaft, einen auch noch so kleinen Teil der eigenen Behandlung in eigener Verantwortung zielgerichtet und systematisch selbst zu übernehmen, dann finde ich bewundernswert das Frau oder Herr Doktor jeden neuen Tag wieder aufsteht und sich auf’s neue dieser tierischen Herausforderung stellt.
Und dann wirft da ein super engagierter Einzelfall von 1.000 oder noch mehr einen Blick auf eine nebenher erledigte und in jeder Hinsicht völlig unauffällige Eingangs-Diagnose und erklärt die zum Beweis von mangelnder ärztlicher Qualität und von ärztlichem Desinteresse. - Ja geht’s noch?
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Cracktros
Rang: Gastam 01.06.2018 18:25:41 | IP (Hash): 1903420035
Wobei das auch eine Frage der Sichtweise ist. Ist wirklich ein mangelnder Wille eigene Verantwortung zu übernehmen da, oder liegt ein Motivationshemnis, bei den Patienten, vor, bei dem der Ärzte sich stärker als Motivatior und Wissensvermittler betrachten sollten und nicht nur als Pillenverordner. -
Cracktros
Rang: Gastam 01.06.2018 19:14:39 | IP (Hash): 2023168580
@Ralf,
hatest du schon eine Schulung und kannst Du musste erkennen, wann die Werte so ansteigen? -
am 01.06.2018 19:21:41 | IP (Hash): 2104649205
Cracktros schrieb:
Wobei das auch eine Frage der Sichtweise ist. Ist wirklich ein mangelnder Wille eigene Verantwortung zu übernehmen da, oder liegt ein Motivationshemnis, bei den Patienten, vor, bei dem der Ärzte sich stärker als Motivatior und Wissensvermittler betrachten sollten und nicht nur als Pillenverordner.
War bis vor so um 10 Jahren viele Jahre aktiv in der Selbsthilfe vor Ort und vor Orten im weiteren Umfeld, und Motivieren war unser Hauptziel. Keine dieser Motivationsgruppen hat überlebt. Übrig geblieben sind im 50km-Umkreis 2 monatliche Kaffee-Kränzchen, also echt mit Kaffee und richtig Kuchen (und ohne BZ offen messen und BE rechnen!) und nem milden Diabetes-Vortrag. Zuletzt mit der frohen Botschaft, dass der befriedigende 1c-Rahmen nun allgemein bis 8 reiche.
Die Leute wollen auch mit ihrem Diabetes weiter wie bisher leben und erwarten von uns die Verordnung der Medikamente, die das in einem möglichst unschädlichen Blutzucker-Rahmen möglich machen. Dabei wird die Einnahme 1mal wöchentlich zuverlässiger eingehalten als die 3mal täglich. So die einheitliche Aussage der Diabetes-Profis in meinen Umfeldern. Einzige Ausnahmen, die meisten Schwangeren und einige T1. Auch die meisten T1 würden längst wieder dazu neigen, ihre ICT mehr wie eine auf 4mal täglich aufgeteilte CT zu nutzen :(
Meine Lieblings-Diabetesberaterin bringt die Haltung ihrer Kundschaft auf ihren Twitter-Punkt: Das ist doch alles viel zu kompliziert. Können Sie nicht einfach mal klar und deutlich in einem Satz sagen, was wir da wie morgens-mittags-abends machen sollen?
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Cracktros
Rang: Gastam 01.06.2018 19:57:07 | IP (Hash): 2023168580
Unstrittig sind wir beim Thema, dass es Patienten mit Konsumentenhaltung gibt. Es wird uns ja auch so beigebracht. Wer in eine Arztpraxis, wegen eines wehwehchens geht, der bekommt eine Verordnung die z.B lautet morgens 1 Tablette davon, Mittags nichts und abends 1/2 Tablette. Und dann kommen sie in 3 Tagen wieder. Da ist der Diabetes anspruchsvoll; der Patient entscheidet über das Messgerät welches er gern hätte, oder, man stelle sich vor es gibt unterchiedliche Diäten die zu den selben Ziel führen. Sie werden mit ihren Stärken und Schwächen vorgestellt und die Menschen mit Diabetes entscheiden selbst welche für sie die richtige ist. Bei Menschen mit Typ-1-Diabetes geht es noch viel weiter, das Richtige Insulin und die Art der Therapie wird mit den behandelnden Fachpersonal gemeinsam gewählt. Und das ist nur den Anfang. Ja- auch ich kenne Menschen mit Typ-1-Diabetes, die alles schleifen lassen: Keine Anpassung der Faktoren und Basalrate usw. Das recht sich sehr schnell.
Aber, genau deswegen sind Ärzte da, um in solchen Situationen als bezahlte Coaches tätig zu werden.
Bearbeitet von User am 01.06.2018 20:54:12. Grund: - -
am 03.06.2018 09:43:33 | IP (Hash): 1138411757
Sorry, aber Du schreibst weltfremd. Eine Arztpraxis ist ein Wirtschaftsunternehmen. Es kann nur funktionieren, wenn die darin erbrachten Leistungen alle Kosten ausreichend decken
Wenn alle Ärzte in D alle Menschen mit Diabetes in D in der Art behandeln wollten, die Du beschreibst, bräuchten wir allein für die Zeit wenigstens 2mal mehr Ärzte. Die müssten allerdings für sehr viel weniger Geld arbeiten, denn das meiste bei dieser engagierten Behandlung hat keinen Posten im Leistungskatalog der kranken Kassen. Denn das engagierte Coaching, von dem Du so schön schreibst, bekommen die mit keinem Cent honoriert. - Wenn Dein Arzt so funzt, schätz Dich sehr sehr glücklich und danke es ihm, denn das macht der de facto in seiner Freizeit!
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