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Blutzucker steigt über Nacht stark an...

  • Rang: Anfänger
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    Beiträge: 1
    Mitglied seit: 20.06.2018
    am 20.06.2018 14:51:21 | IP (Hash): 1713015116
    Hallo,

    bin neu in diesem Forum und wollte mich mal erkundigen, ob jemand ein ähnliches Problem hatte bzw. Rat weiß :-)

    Ich bin Typ 2 Diabetiker und benutze Lantus als Langzeitinsulin und Apidra als normalinsulin.

    Nun habe ich seit längerem das Problem, dass ich morgens mit extrem hohen Werten aufstehe, in der Regel zwischen 350 und 470. Ich spritze 14 Einheiten lantus immer gegen 21 Uhr.

    Soweit ich das bisher rausgefunden habe, liegt mein Wert gegen 1.30 Uhr bei um die 110. Also muss ja logischerweise danach irgend etwas passieren.

    Meinem Arzt fällt leider ausser "mehr Langzeit Insulin" nichts ein - offensichtlich... ich habe also zwischen 14 und 38 sämtliche Möglichkeiten getestet, leider ohne Besserung...

    Vielleicht kann hier ja jemand weiter helfen :-)

    Viele Grüße
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    Mitglied seit: 20.02.2011
    am 20.06.2018 15:36:03 | IP (Hash): 1185466947
    Dawn Phänomen ist der Fachausdruck für den Anstieg des BZ, den viele von uns beobachten könne, und Google gibt Dir allein zu der Frage, was dann tun, 150.000 Seiten auf Deutsch aus. Du bist also nicht alleine :)

    Erklärt wird er Morgenanstieg in der Hauptsache durch die allmorgentliche Ausgabe aller möglichen Hormone, vor allem des Cortisol, die die Insulinwirkung herabsetzen. Dem kann Dein schön gleichmäßig funktionierendes Lantus nicht folgen, und so steigt der BZ.
    Als ich noch meinen Morgenanstieg hatte, hatte ich den Apidra Pen am Bett und morgens als erstes noch auf der Bettkante so viel gespritzt, dass der BZ nicht nur nicht weiter anstieg, sondern bis zum Frühstück nach meinem Badezimmerdurchgang wieder im Zielrahmen war und dann auch noch für mein Frühstück reichte. An Tagen ohne Frühstück hab ich natürlich entsprechend weniger gespritzt.

    Persönlich bemesse ich mein Lantus immer so, dass zwischen 1 und 2 Uhr 60-70 mg/dl anliegen. Ein bisschen zu wenig nach Ansicht meines Arztes, aber so viel auch wieder nicht: mit 70-80 wäre er schon voll einverstanden ;)

    Bei Dir fallen mir die 14 Einheiten allerdings besonders auf. Denn die meisten 2er, die ich mit ner morgentlichen BZ-Entwicklung wie Deiner kenne, haben schließlich mit 40-60 Einheiten ihre Anstiege auf 150-200 begrenzen können. Damit sinken dann als positiver Nebeneffekt auch die Spitzen nach den Mahlzeiten. Schon mal geschaut, in welcher Höhe Dein BZ so um ne Stunde nach den Mahlzeiten spielt?

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    Dieser Beitrag ist kein Ersatz für eine persönliche ärztliche Diagnose oder/und Behandlung.
  • Elfe

    Rang: Gast
    am 20.06.2018 16:18:07 | IP (Hash): 1602294844
    Der Morgenanstieg aufgrund des Dawn-Phänomen findet später statt, daher den Blutzucker später messen zwischen 2 und 3 Uhr, ob du dann den Anstieg siehst.

    Du spritzt das Lantus gegen 21 Uhr sehr früh.
    Abends das Lantus wesentlich später spritzen, wirklich erst vor Zubettgehen (23 - 24 Uhr), könnte bewirken, daß der Blutzuckeranstieg mit der Wirkung des Lantus dann besser passt.

    Als ich Basal noch um 22 Uhr gespritzt habe, musste ich morgens um 6 Uhr mit 1-2 Einheiten Bolus den erhöhten BZ wegspritzen.
    Mit Verschieben der Basalspritze in die Nacht, bleibt mir die Korrekturspritze morgens erspart.
    Bearbeitet von User am 20.06.2018 16:22:47. Grund: Falsche Tasten erwischt, zu früh gespeichert
  • Cracktros

    Rang: Gast
    am 20.06.2018 17:56:22 | IP (Hash): 977703590
    Hallo,
    Ich habe Erfahrungen mit dem Somogyi-Effekt -Blutzuckeranstieg nach Unterzuckerung- und dem Dawn-Phänomen, der morgendliche Anstieg, gesammelt.

    Als erstes mal 2 Fragen: Wie sind deine Werte um 5 Uhr? Und wie lange bist du Wach, wenn du deinen Morgen Zucker bestimmst, liegst du noch im Bett oder bist du Auferstanden?

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    Mitglied seit: 20.02.2011
    am 20.06.2018 19:23:11 | IP (Hash): 1185466947
    Einen Somogyi-Effekt hab ich bei mir nie auch nur ansatzweise entdecken können. Mein BZ fing immer so ab 3-4 Uhr an zu steigen, und zwar von 70 genauso wie von 100. Hab vor vielen Jahren erst gedacht, dass kein Somogyi ein Fehler sein müsste, aber mit reichlich Suchen rausgefunden, dass ne große Fraktion der Fachleute den eher für einen Mythos hält und dass die meisten Klagen über mehr oder weniger ausgeprägte Somogyi-Erfahrungen von T1 kommen.

    Ok, mein Dawn ist seit meiner Leber-Entfettung Geschichte. Also keine Anstiege mehr bis 8-9 Uhr ohne Essen bis 150-180. Was ich mit dem Libre sehr schön sehen kann, ist ein nahezu senkrechter Anstieg um 10-20 und manchmal auch -30mg/dl in der ersten halben Stunde nach dem Aufstehen, und dann sinkt der BZ langsam wieder um so etwa die Hälfte davon ab, wenn ich nichts esse und kann so um 80-100 bis um 9 oder 10 verlaufen, wenn ich bis dahin nichts esse.

    Würde also im vorliegenden Fall von nem ausgeprägten Morgenanstieg ausgehen und von viiiiel zu wenig Lantus. Ich möchte wetten, dass überhaupt keinen messbaren Unterschied macht, ob die 14 Eineiten nun gespritzt werden oder nicht.
    ABER bitte das nicht jetzt gleich verdoppeln, sondern laaaangsam alle 3 Tage um 2 Einheiten erhöhen, bis der BZ zwischen 1 und 3 Uhr zwischen 80 und 90 gemessen wird. Und aufpassen und anpassen! Denn mit mehr Lantus wirkt das dann basal auch am Tage und sorgt damit wahrscheinlich für die eine oder andere Einheit weniger Apidra-Bedarf zum Essen!

    Und bitte, das ist nur eine laienhafte Einschätzung und kein ärztlicher Rat! Daumendrück

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    Dieser Beitrag ist kein Ersatz für eine persönliche ärztliche Diagnose oder/und Behandlung.
  • Cracktros

    Rang: Gast
    am 20.06.2018 19:35:43 | IP (Hash): 977703590
    Welche "Fachleute" das auch sein mogen, die den Somogyi-Effekt für einen Mythos halten. Echte Diabetologen dürften es nicht sein. Wohl eher wieder solche Typ-2-Foren-Experten, oder :-)

    Übrigens ich könnte Dir 100te Graphen zeigen die, die Effekt klar aufzeigen
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    am 20.06.2018 19:59:13 | IP (Hash): 1185466947
    Hier mal aus dem T2-Nebel https://www.diabetes-kids.de/forum/offene-foren/allgemeines/mythos-gegenregulation-74803

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    Dieser Beitrag ist kein Ersatz für eine persönliche ärztliche Diagnose oder/und Behandlung.
  • Cracktros

    Rang: Gast
    am 20.06.2018 20:21:27 | IP (Hash): 977703590
    A-Ha..eine Experte...hahaha...
    Der zitierten Artikel stammte aus der Webseite eines Krankenpflegers. Pruuuuusssst.

    Edit:
    Zitat aus dem Original: "CONCLUSION:
    Our data indicate that, in clinical practice, the Somogyi effect is rare." Das heißt dass sie es bei den 89 Patienten, deren Daten sie auswerteten, nur selten beobachteten. Selten ist aber kein Mythos. Und
    1.) Die Gruppe von 89 Personen ist sehr, sehr , sehr klein um aussagekräftig zu sein.
    2.) selbst bei dieser geringen Anzahl gab es zwei Nachweise des Somogiy-Effektes.
    Bearbeitet von User am 20.06.2018 23:29:22. Grund: -
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    Mitglied seit: 20.02.2011
    am 21.06.2018 08:31:17 | IP (Hash): 521779491
    Cracktros schrieb:
    A-Ha..eine Experte...hahaha...
    Der zitierten Artikel stammte aus der Webseite eines Krankenpflegers. Pruuuuusssst.

    Edit:
    Zitat aus dem Original: "CONCLUSION:
    Our data indicate that, in clinical practice, the Somogyi effect is rare." Das heißt dass sie es bei den 89 Patienten, deren Daten sie auswerteten, nur selten beobachteten. Selten ist aber kein Mythos. Und
    1.) Die Gruppe von 89 Personen ist sehr, sehr , sehr klein um aussagekräftig zu sein.
    2.) selbst bei dieser geringen Anzahl gab es zwei Nachweise des Somogiy-Effektes.


    1. Wenn der diskutierte Effekt auch nur annähernd so häufig wäre, wie hier vehement beklagt, hätte auch so eine kleine Studie wenigstens 50:50 ausgehen müssen.

    2. Für den vehement beklagten Effekt ist das Absinken des BZ auf 50mg/dl und weniger erforderlich, damit der anschließend überschießend wieder aufgefüllt werden kann.
    Bei den in den zwischen 1 und 2 Uhr gemessenen 110 und der für T2 extrem niedrigen Lantus-Dosis völlig unwahrscheinlich.

    Aus meiner Sicht fehlt es dem Cornelius einfach an Basal. Wahrscheinlich braucht er ein deutliches Vielfaches, von dem, was er aktuell spritzt. Klar müsste er das mit seinem Arzt diskutieren.

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    Dieser Beitrag ist kein Ersatz für eine persönliche ärztliche Diagnose oder/und Behandlung.
  • Cracktros

    Rang: Gast
    am 21.06.2018 11:29:01 | IP (Hash): 643051228
    Es sagt:
    1.) Keiner, dass der Effekt, bei so frischen Patienten, wie sie in der Studie vorkommen, oft vorkommen.

    2. Ganz anders schaut es bei Menschen aus die mit Mitte 20 eine Jahrzehnte lange Diabetes Kariere haben.

    Aber, das Sugerieren der Effekt würde nie vorkommen, durch Verwendung des Begriffs Mythos, ist eine Lüge.