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  • Rang: Anfänger
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    Mitglied seit: 25.11.2012
    am 06.07.2018 20:23:14 | IP (Hash): 396863271
    Hallo, ihr Wissenden,
    im Jahr 2007 habe ich mich zum ersten Mal hier gemeldet. Damals hatte mein HausarztTyp 2 mit einem HBA1C von 15,8 festgesetellt. Nach 5 Monaten war der durch Protaphane, Metformin und eiserner Disziplin auf knapp 5,4 gesunken. Seit 2 Jahren pendelt er zwischen 4,66 und 5,0 hin und her.
    Seit 2012 mache ich ICT und bin eigentlich sehr zufrieden, da ich außer Eis und Pizza fast alles essen kann. Habe aber ab und zu - vor allem nach körpderlicher Anstrengung (3 kg Kartoffeln 650 m nachhause tragen, 79 Jahre alt) - immer wieder ganz schön tiefe Hypos (bei ca 32 merke ich was).
    War jetzt zum erste Mal in einer Dia-Praxis. Gestern rief die Frau DiaDoktor hier an und sagte, ich sei Typ 1 und hätte Antikörperchen in Höhe von -101.
    Das Protaphane wurde durch Levemir ersetzt und ich bekam einen genauen Spritzplan.
    Ich habe erst in drei Wochen wieder einen Termin. Wer kann mir sagen, welche Bedeutung -101 Antikörper haben? Ist das schlimm, ziemlich schlimm oder ganzganz schlimm?
    Vielen Dank für euere Mühe und Grüße:
    Ludwiig
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    am 06.07.2018 20:55:11 | IP (Hash): 1559309885
    Hallo Ludwig,

    was soll daran schlimm sein?

    Durch den Nachweis der Antikörper bist du jetzt endlich korrekt als Typ1-Diabetiker diagnostiziert worden. Da du schon ICT machst, muss sich für dich nichts ändern. Im Prinzip hätte nicht einmal dein Insulin und deinen Spritzplan geändert werden müssen. Das hängt -nicht mit dem Diabetestyp, sondern nur mit einer anderen Vorgehensweise deiner neuen Ärztin zusammen, die ja auch Maßnahmen gegen deine Hypos finden muss. Die Menge der festgestellten Antikörper spielt übrigens weder für die Diagnose (außer wenn es nur ganz wenig sind) noch für die Therapie eine Rolle.

    Alles Gute, Rainer

    ____
    Gegebene Vorschläge und Einschätzungen sind ausschließlich zu Informationszwecken bestimmt und können in keinem Fall professionelle Beratung oder die Behandlung durch einen Arzt ersetzen.
    Bearbeitet von User am 06.07.2018 21:34:09. Grund: .
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    am 07.07.2018 02:14:47 | IP (Hash): 1846990989
    Hallo
    Es gibt verschiedene Antikörper.
    Ich tippe mal auf GADA Antikörper weil die häufig bestimmt werden. So ganz 100% aussagekräftig sind sie nicht, es gibt sowohl T1 ohne GADA Antikörper als auch T2 mit.

    Ich glaube 101 Antikörper ist relativ wenig, das würde für einen sehr langsamen Autoimmunprozess sprechen? Als grober Vergleich: Bei meinem Laborbericht steht als Normwert für GADA "weniger 10" und gemessen "grösser 4000." Keine Ahnung wie aussagekräftig diese Messungen sind aber die mögliche Spanne scheint mir doch recht gross.
    Ich habe den Eindruck mein T1 hatte sich seeehr langsam entwickelt und bei dir sind es ja nochmal weniger Antikörper. Dazu würde auch passen dass Du, trotz bei Diagnose hohem hba1c, fünf Jahre ohne Bolusinsulin zurechtgekommen bist.

    Die praktische Bedeutung liegt darin dass dein Körper möglicherweise noch etwas Insulin produziert, das ist gut und hilft.
    Und bei den niedrigen Antikörpern wird sich das vermutlich auch nicht von jetzt auf gleich ändern.

    Dein hba1c ist wirklich zwischen 4,66 und 5,0? Das ist schon gut tief, quasi nicht-diabetisch... aber bei "immer wieder Hypos" würde ich einen etwas höheren Zielwert anstreben. Das könnte deinen Körper daran gewöhnen nahende Hypos früher zu fühlen, bei 32 mg/dl ists schon echt tief. Unterzuckerungen sind auch eine Belastung für den Kreislauf. Plus halt das Risiko das man stürzt etc.

    Meiner Erfahrung nach bringt es nichts mit dem Arzt über Laborwerte zu reden. Also es ist schon interessant aber für den Alltag bringen praktische Fragen mehr.
    Zum Beispiel:

    Was tun gegen die wiederholten tiefen Hypos? Der momentane Plan passt offensichtlich nicht ganz. Hattest du eine ICT Schulung wie Du den Plan selbständig anpassen kannst? Falls ja: Mach das, nicht drei Wochen mit Hypos rumlaufen. Falls nicht: Mach so eine Schulung.

    Hast Du einen Plan für körperliche Anstrengung, also reduzierst Du vorher das Insulin oder isst Du vorher noch etwas ("Sport-BE") ? Vielleicht wurde dir darüber nicht genug erklärt weil die Praxis es nicht für relevant hielt, sag halt dass Du trotz deines Alters selbst die Einkäufe trägst und sowas.

    Hast Du einen Sensor, FreeStyle Libre oder CGM? Nützlich wenn du die Hypos nicht spürst und körperlich aktiv bist.
    Bearbeitet von User am 07.07.2018 02:22:54. Grund: ---
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    am 07.07.2018 07:56:04 | IP (Hash): 550563747
    Du schreibst von den Hypos nach körperlichem Tun, Das nutze ich seit vielen Jahren aus, indem ich das meiste davon in den Zeiten nach dem Essen tue. Dann brauche ich nämlich für's Essen davor nur die Hälfte von der normalen Insulindosis :)

    ----------------------------------------------
    Dieser Beitrag ist kein Ersatz für eine persönliche ärztliche Diagnose oder/und Behandlung.
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    am 07.07.2018 19:55:21 | IP (Hash): 92878452
    Noch ist kein Meister vom Himmel gefallen. Das Motto heißt üben , üben, üben....
    Wenn du jedesmal vor solch einer leichten und kurzen Anstrengung in die Hypo rutscht, dann nur deswegen weil du keine Sport BE zu dir nimmst. Habe ich das richtig verstanden, dass du zuvor schon auf ICT warst? Hatest du damals keine Schulung?
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    am 10.07.2018 19:10:32 | IP (Hash): 824866840
    ludwig schrieb:
    Hallo, ihr Wissenden,
    im Jahr 2007 habe ich mich zum ersten Mal hier gemeldet. Damals hatte mein HausarztTyp 2 mit einem HBA1C von 15,8 festgesetellt. Nach 5 Monaten war der durch Protaphane, Metformin und eiserner Disziplin auf knapp 5,4 gesunken. Seit 2 Jahren pendelt er zwischen 4,66 und 5,0 hin und her.
    Seit 2012 mache ich ICT und bin eigentlich sehr zufrieden, da ich außer Eis und Pizza fast alles essen kann. Habe aber ab und zu - vor allem nach körpderlicher Anstrengung (3 kg Kartoffeln 650 m nachhause tragen, 79 Jahre alt) - immer wieder ganz schön tiefe Hypos (bei ca 32 merke ich was).
    War jetzt zum erste Mal in einer Dia-Praxis. Gestern rief die Frau DiaDoktor hier an und sagte, ich sei Typ 1 und hätte Antikörperchen in Höhe von -101.
    Das Protaphane wurde durch Levemir ersetzt und ich bekam einen genauen Spritzplan.
    Ich habe erst in drei Wochen wieder einen Termin. Wer kann mir sagen, welche Bedeutung -101 Antikörper haben? Ist das schlimm, ziemlich schlimm oder ganzganz schlimm?


    Hallo Ludwig,
    auf jeden Fall ist gut, daß du nun eine eindeutige Diagnose hast: Typ 1.
    Und wirst nun hoffentlich nicht mehr gespiesackt 'mit eiserner Disziplin' und kannst dies und das nicht essen. Bei gut eingestellter ICT ist Eis nicht so das Problem. Pizza war das Paradebeispiel in der Schulung für langwirkendes/schwerverdauliches Essen, bis zu 7 Stunden, da ist das Mahlzeiteninsulin schon längst nicht mehr wirksam. Aber auch damit kann man umgehen, z.B. Insulinspritzen in zwei Portionen aufteilen u.a..

    Protaphane ist ein älteres Basalinsulin, was durch 20 x hin- und herschwenken Resuspendiert werden muss - lästig. Bei mir wurde schon 2005 Protaphane durch Levemir ersetzt = klare Lösung, da entfällt die Schwenkerei.
    Außerdem wurde die damalige abendliche Dosis von 10 Einheiten deutlich reduziert bis auf drei Einheiten !
    Statt Spritzplan hatte ich schon eine ICT-Schulung und konnte Dosis Basal gut testen.
    Eine ICT-Schulung wäre für dich auch gut, um Bolus/Basal gut einschätzen zu können.

    Trotzdem passiert es mir auch, daß ich erst bei 30ern BZ-Werten Hypos bemerke.
    Zittern ist als offensichtliches Symptom schon längst verloren gegangen.
    Schwitzen ist nun auch nicht immer eindeutig, wenn man im Sommer eh schon schwitzt (oder auch am Dampfbügeleisen, auch schon passiert).

    In einer Hyposchulung (musste ich hin - zu viele 30er dokumentiert) wird herausgefunden, nach eher versteckten Symptomen, die bei bereits höheren Werten eine Hypo anzeigen.
    Wir Schüler konnten uns einigen auf Sehstörungen, bei mir ist es z.B. Blendwirkung bei normalem Tageslicht oder auch nicht mehr richtig lesen zu können. In der Senkrechten leichtes Schwindelgefühl, nachts im Liegen Unruhe, doch wieder Schwitzen (stark).

    HyPOS-Schulung Info siehe
    www.hypos.de/fuer-schulende
    http://www.hypos.de/downloads/Arbeitsblaetter_homepage.pdf

    Gruß Elfe
    P.S.: Bei mir waren Messwerte viel eindeutiger: BZ 400, HbA1c 8 plus weitere Anamnese (2er nicht, trotz familiären Hintergrund) - sofort Insulinbehandlung notwendig.
    Per gefundener Antikörper (welche und Wert, weiß ich nicht), wurde ich dann als LADA eingestuft.
    ICT-Schulung im Anschluss, wie kann man selber die beiden Insuline bestmöglich dosieren.