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Neu im Forum :)
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am 27.10.2018 00:04:28 | IP (Hash): 1398537356
Hallo
Zu mir bin 37 Jahre alt und habe seit 2 Jahren Diabetes Typ 1.
2016 Wurde ich mit Bz werten von über 600 ins Krankenhaus eingewiesen.
Bin 195cm und war 175 kilo schwer.
Mein Hba1c war bei 10 und mein C Peptid bei 0,97.
Und hatte Ketonkörper im Urin nach dem Blutbild würde mir gesagt das ich keine Antikörper habe aber anhand der Ketone im Urin wäre das ein Typ 1 Diabetes.
ich wurde gleich auf das Spritzen eingestellt.
In den 2 Jahren hab ich nun 40 Kilo abgenommen und mein Insulin Bedarf wurde immer geringer.
Mein letzter Hba1c lag bei 4,9 und mein C Peptid bei 2,34.
Meine frage an euch kann das ein Typ 1 sein ohne Antikörper.Mein diadoc meinte ich solle erstmal kein Langzeit Insulin mehr spritzen nur noch zu den Mahlzeiten.
Also mein Frühstück sieht so aus Vollkornbrot mit Butter und Belag.
Wenn ich dort eine Einheit Insulin Spritze ( habe ein schnellwirkendes bekommen) dan bin ich bis zum Mittag bei werten unter 5,0 Mittag und Abendessen genauso.
Der Diadoc hatte gemeint es wäre eine remissionsphase. Erhöht sich in der remissionsphase der C Peptid so stark.????
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am 27.10.2018 16:51:11 | IP (Hash): 277965524
Hallo Patrick,
dir ist hoffentlich klar, dass du hier im Forum keine Gegendiagnose bekommen kannst. Vom Forum kannst du bestenfalls Anregungen dafür bekommen, in welche Richtung du weiter recherchieren und überlegen kannst.
Als erstes würde ich dir dringend raten, bei deinem Diabetologen die Diagnose Typ 1 nicht in Frage zu stellen, ganz egal wie du darüber denkst und was für Hoffnungen du damit verknüpfst, dass er nicht Recht hat. Solange du bei ihm als Typ 1er geführt wirst, wirst du mit dem wertvollstem Diabetesmedikament Insulin und mit Teststreifen versorgt. Wenn die Diagnose einmal weg ist, dann brauchst du erst wieder sehr schlechten BZ, ehe du erneut in den Genuss von Insulin und für dich kostenlosen Teststreifen kommst.
Typ1-Diabetes ohne Insulinantikörper kommt vor, wenn auch nicht besonders häufig. Der Diabetologe kann dann an anderen Werten sehen, dass vermutlich Typ 1 vorliegt oder kann das anhand seiner Erfahrung vermuten. Eindeutige andere Anzeichen auf Typ1-Diabetes lagen nach meiner Meinung bei dir nicht vor. Das C-Peptid liegt durchaus im richtigen Rahmen der Normalwerte, die nüchtern mit 0,7...2,0µg/l angegeben werden. Da der Wert immer nur eine Momentaufnahme darstellt, ist auch an deinen letzten 2,34 nichts ungewöhnliches zu sehen. Auf Typ2-Diabetes weist der Wert von 0,97 allerdings auch nicht unbedingt hin.
Ketonkörper im Urin wird man wohl kaum als Kennzeichen von Typ1-Diabetes ansehen können. So etwas kann bereits normal durch die nächtliche Essenspause auftreten. Wenn nicht gerade extrem viel Ketonkörper - nahe an der Ketoazidose - vorhanden waren, dann hat das nichts Schlimmes zu bedeuten. Es geht wohl eher um ein bestehendes Feindbild gegenüber den 'bösen' Ketonkörpern, das aber so pauschal gar nicht berechtigt ist (siehe z.B. diesen aktuellen Artikel in der Ärztezeitung: https://www.aerztezeitung.de/medizin/krankheiten/diabetes/article/974557/imagewechsel-ketonkoerper-feind-fleissigen-helfer-praevention.html?sh=4&h=-1547953257 ).
Eine Remissionsphase, wie sie bei Typ1-Diabetes bzw. LADA häufig auftritt, wäre eine mögliche Erklärung. Es kann aber auch sein, dass sich dein BZ durch Entfettung der Leber (Abbau der NAFL) und der BSD wieder normalisiert hat. Eine Remmisionsphase bei Typ1-Diabetes bzw. LADA wäre vorübergehend, die Remission durch Entfettung von Leber und BSD könnte dauerhaft sein, wenn du dich weiter geeignet ernährst. Was eher zutrifft, wirst du vielleicht in der Zukunft sehen.
Es macht aber in beiden Fällen auch bei guten Werten sehr viel Sinn, die BSD mit etwas externem Insulin zu unterstützen. Wenn du dabei mit dem Mahlzeitinsulin Probleme bekommst, dann ist vielleicht eine Minidosis Basalinsulin der bessere Weg. Bei 4 ...6 IE Basalinsulin wirst du kaum unterzuckern, die BSD muss nur etwas weniger arbeiten und tut das auch gerne. Probiere das nach Rücksprache mit deinem Arzt vielleicht mal aus.
Alles Gute, Rainer
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Gegebene Vorschläge und Einschätzungen sind ausschließlich zu Informationszwecken bestimmt und können in keinem Fall professionelle Beratung oder die Behandlung durch einen Arzt ersetzen.1 Benutzer dankte für diesen Nützlichen Beitrag. -
Elfe
Rang: Gastam 27.10.2018 18:53:15 | IP (Hash): 550942137
Hallo Patrick,
deine Beschreibung spricht präzisiert für Diagnose LADA = Typ 1 im Erwachsenenalter.
War bei mir so, ein paar Jahre älter als du.
Mit nicht ganz so hohen BZ-Werten aufgeschlagen - BZ 400 mg/dl und HbA1c mit ca. 8.
Habe sofort Mahlzeiteninsulin bekommen - 1 Einheit zu 1 BE - ambulant in Schwerpunktpraxis.
Im weiteren Verlauf der Diagnose erfolgte erst einmal Ausschluss von Typ 2 wg. familiärer Linie (bin 4. Generation).
Antikörper wurden gefunden, damit war Diagnose eindeutig - was auch schon per Konstitution besser zu mir passte = Untergewicht.
C-Peptid weiß ich gar nicht bzw. habe keine Aufzeichnungen dazu.
Habe erst ca. 1,5 Jahre später nur wenige Einheiten Basalinsulin dazubekommen, Basalbedarf ist nach vielen Jahren vergleichsmäßig immer noch gering.
Vermutlich wird durch das Mahlzeiteninsulin auch teilweise Basalbedarf mit abgefangen.
Der Rat deines Diabetologen, Basalinsulin nicht mehr zu spritzen, ist für mich daher nachvollziehbar.
Austausch mit Diadoc ist ganz wichtig beizubehalten, der kennt dich insgesamt.
Er wird besser einschätzen können, ob du Insulin benötigst, egal ob du 1er (LADA) bist in Remissionsphase, oder ob deine enorme Gewichtsabnahme schon so viel bewirken konnte.
- Ketone im Urin sind wirklich nur ein 1er Problem -.
Eigentlich ist doch wichtig, wie wir als Patient betreut werden.
Die Warnung vom Vorschreiber ist durchaus berechtigt: Bei 1ern wird mehr durch die Krankenkasse bewilligt.
Auch bzgl. Unterzucker bei Verwendung bei Mahlzeiteninsulin.
Wobei mit 5 mmol/l = 90 mg/dl ev. du nur leicht unter Zielwert liegst, ab 3,3 mmol = 60 mg/dl UZ.
Weglassen von Basal könnte schon einiges bewirken, und Bolus ganz fein dosiert anwenden.
Gruß Elfe -
am 27.10.2018 22:32:18 | IP (Hash): 1398537356
Ja ist für mich verständlich
mein Problem ist eben nur wenn ich zum Mittagessen nicht Spritze so gegen 11:30 bin ich gegen 17:30 bei 4,8 BZ wenn ich nun noch zum Mittag gespritzt hätte wäre ich noch tiefer mein Diadoc meinte denn lass die Einheit halt weg
Hab bedenken das ich mir die Renissionsphase zerschieße wenn ich garnicht Spritze
Meine Werte liegen bis jetzt ( seit 3 Tagen) ohne spritzen nüchtern 5,2 bis 5,7 und nach essen bei 5,4 bis 6,2 -
Elfe
Rang: Gastam 27.10.2018 23:41:32 | IP (Hash): 550942137
Hallo Patrick,
gut, daß du deine Werte so gut dokumentierst.
Und eben auch mit deinem Arzt besprechen kannst - ist eben auch zu seiner Einschätzung wichtig.
'Remission' ist eher eine Definitionsfrage.
Zurückdrehen von Diabetes kaum möglich, aber durchaus Abschwächung in Umgang - Menge Medikamente z.B..
Ev. reichen bei dir wirklich nur Basaleinheiten aus, zu LADA.
Wohl eher üblich, wie ich u.a. auch hier gelesen habe, Mahlzeiteninsulin wohl eher die Ausnahme.
Gruß Elfe