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Der Anti-Diabetiker stellt sich vor

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    am 29.10.2018 17:34:35 | IP (Hash): 1354558143
    Hallo zusammen,

    ich habe nicht Diabetes, dafür aber reaktive Hypoglykämien und das ist auch sehr unschön. Aber ich vermute ja, dass Ihr das alle auch schon mal erlebt habt und wisst wie das ist.

    Einmal wurde bei mir ein oGTT gemacht und nach 2h war ich bei 30mg/dl, da war ich wirklich kurz vorm Kollabieren.

    Nachdem bei mir ein Insulinom zum Glück ausgeschlossen werden konnte, lautet die offizielle Diagnose "postprandiale reaktive Hypoglykämie", aber ohne erkennbare Ursache. Ich habe jetzt "Proglicem" verschrieben bekommen, das ich zu den Mahlzeiten nehmen soll. Ich habe aber nicht das Gefühl, dass das sinnvoll ist, denn soweit ich es bisher messen konnte, bleibt der BZ mehrere Stunden hoch (bis 170) um dann doch runterzukrachen. Vermutlich weil dann die Wirkung des Medikaments nachlässt. So schiebe ich den Zucker letztlich nur wie eine Bugwelle vor mir her, bis diese dann einbricht.

    Die beschriebenen Nebenwirkungen von Proglicem sind auch nicht gerade geringfügig, deshalb habe ich mir überlegt, ob ich das vielleicht besser über die Ernährung zu lösen und da habe ich die Hoffnung, dass ich mich dazu mit Euch austauschen kann. Ich hoffe, ich bin hier auch als Spezialfall willkommen.

    Viele Grüße
    Frank
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    am 29.10.2018 18:11:37 | IP (Hash): 1815675983
    Der Insulinomausschluss sagt mir, dass Du mit mehreren Stunden Fasten nicht unterzuckerst, also auch nicht bei der Nacht. Ok?

    Reaktiv bedeutet ja, dass der Reaktion ein Auslöser vorausgehen muss, meistens mehr KHs, als das betroffene System im normal gesunden Rahmen mit ner Stundenspitze nach dem Einfüllen bis max 140mg/dl verarbeiten kann. Hast Du da schon mal ein bisschen systematisch getestet? Und weißt Du noch den 1-Stunden-Wert bei Deinem Zuckerwassertest?


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    Dieser Beitrag ist kein Ersatz für eine persönliche ärztliche Diagnose oder/und Behandlung.
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    am 29.10.2018 19:56:18 | IP (Hash): 1552368368
    Frank183 schrieb:
    ..., deshalb habe ich mir überlegt, ob ich das vielleicht besser über die Ernährung zu lösen und da habe ich die Hoffnung, dass ich mich dazu mit Euch austauschen kann.

    Hallo Frank,

    ich kann dir mit gutem Gewissen zwei Ernährungskonzepte empfehlen, die du dir mal ansehen könntest.

    1. LOGI: https://forum.nicolai-worm.de/
    Das ist eine Ernährung mit vile Gemüse und moderater KH-Reuzierung, bei der viel Wert auf Menge und Qualität der KH gelegt wird.

    2. Wenn das noch nicht genug hilft, dann läge auf jeden Fall bei einer ketogenen Ernährung noch eine große Chance. Dazu kann ich dir
    LCHF https://forum.nicolai-worm.de/

    Wenn du näheres Interesse an 1. oder 2. hast und sich Rückfragen ergeben, dann frag ruhig. Wenn ich kann, dann beantworte ich gerne deine Fragen dazu.

    Beste Grüße, Rainer


    P.S.: Für die reaktive Hypoglykämien gibt es den neueren Fachbegriff 'alimentäre Hypoglykämie'. Vielleicht findest du unter diesem Begriff mehr Infos.
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    am 29.10.2018 23:24:45 | IP (Hash): 550942137
    Hallo Frank,
    deine Bezeichnung 'Anti-Diabetiker' bezeichnet von zwei Seiten das Grundproblem:
    Blutzuckersteuerung klappt nicht so und braucht medikamentöse Unterstützung.

    Zur Recherche deines Medikamentes ist mir dieses aufgefallen:
    https://de.wikipedia.org/wiki/Diazoxid
    mit noch zwei weiteren möglichen Diagnosen Leucin-Hypersensibilität oder Nesidioblastose (verlinkt).
    Was hilft's.

    Du schreibst, daß du das Proglicem ZU den Mahlzeiten nehmen sollst - vor/während den Mahlzeiten.
    Im Beipackzettel steht aber eindeutig: NACH den Mahlzeiten.
    Mag oberflächlich nicht so wichtig zu sein, genau hingesehen aber schon.
    Gibt einen Zeit-Unterschied ca. 1/2 bis 3/4 h, wo das Medikament denn wirkt.

    Per Ernährung könntest du darauf achten, Kohlenhydrate 'verpackt' zu dir zu nehmen, bedeutet mit Anteilen von Fett, Eiweiß, Ballaststoffen den BZ-Anstieg zu verlangsamen und BZ-Spitzen vermeiden - um speziell bei dir, das Signal für deine hyperaktiven Inselzellen zu vermindern.

    Na klar, herzlich willkommen :-)
    BZ-Problem gesehen von anderer Seite, erscheint mir aber vergleichbar mit Dosierung von Insulin (bei mir).
    Auch auf mg/kg Körpergewicht bezogen - in Anfangsdosis - und wann nehmen (zu allgemeinen Ernährungsempfehlungen).

    Gruß Elfe
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    am 30.10.2018 09:09:39 | IP (Hash): 1354558143
    hjt_Jürgen schrieb:
    Der Insulinomausschluss sagt mir, dass Du mit mehreren Stunden Fasten nicht unterzuckerst, also auch nicht bei der Nacht. Ok?



    Ja, ich habe jetzt 72h unter ärztlicher Aufsicht gefastet. Die ersten 48h war der BZ bei 85-95mg/dl, dann ist er gesunken und war die letzten 24h bei 65-75, bis ich dann wieder etwas gegessen habe.

    Mein Nüchternwert morgens direkt nach dem Aufstehen liegt idR bei 80-85.

    hjt_Jürgen schrieb:

    Reaktiv bedeutet ja, dass der Reaktion ein Auslöser vorausgehen muss, meistens mehr KHs, als das betroffene System im normal gesunden Rahmen mit ner Stundenspitze nach dem Einfüllen bis max 140mg/dl verarbeiten kann. Hast Du da schon mal ein bisschen systematisch getestet? Und weißt Du noch den 1-Stunden-Wert bei Deinem Zuckerwassertest?



    Der 1h-Wert beim oGTT war 190. Ansonsten ist es auch reproduzierbar. Nach einer normalen Mahlzeit steigt der BZ rasch an, sinkt dann irgendwann rapide ab und kommt dann irgendwo bei 70-80 raus. Je mehr KH die Mahlzeit enthält, desto stärker sind die Aussschläge.

    VG
    Frank

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    am 30.10.2018 09:56:09 | IP (Hash): 1354558143
    Elfe schrieb:

    Zur Recherche deines Medikamentes ist mir dieses aufgefallen:
    https://de.wikipedia.org/wiki/Diazoxid
    mit noch zwei weiteren möglichen Diagnosen Leucin-Hypersensibilität oder Nesidioblastose (verlinkt).
    Was hilft's.



    Ja, das habe ich auch gesehen. Über die Leucin-Hypersensibilität habe ich leider nichts gefunden und Nesidioblastose(oder auch kongenitaler Hyperinsulinismus) kann ich wohl ausschliessen, da mein Nüchtern-Insulinwert normal ist und eben auch beim Fasten normal bleibt.

    Elfe schrieb:

    Du schreibst, daß du das Proglicem ZU den Mahlzeiten nehmen sollst - vor/während den Mahlzeiten.
    Im Beipackzettel steht aber eindeutig: NACH den Mahlzeiten.
    Mag oberflächlich nicht so wichtig zu sein, genau hingesehen aber schon.
    Gibt einen Zeit-Unterschied ca. 1/2 bis 3/4 h, wo das Medikament denn wirkt.



    Das habe ich gar nicht gelesen. Der Arzt hat mir gesagt "zu den Mahlzeiten". Aber wie auch immer, die Beschreibung von Diazoxid sagt "Er bewirkt durch Hemmung der Insulinausschüttung der Langerhans-Inseln einen raschen und befristeten dosisabhängigen Anstieg des Blutzuckerspiegels..."

    Ich verstehe das so, dass für die Wirkdauer, dass die Insulinausschüttung der Bauchspeicheldrüse gehemmt/blockiert wird und der BZ dementsprechend solange hoch ist/bleibt, aber sobald der Wirkstoff nachlässt, wird wieder Insulin augeschüttet und dann wohl wieder zu viel/zu lange. Was habe ich denn dadurch gewonnen? Hoher BZ über einen längeren Zeitraum ist ja nun auch nicht erstrebenswert, oder?

    Was mich aber vor allem irritiert: In meinem Beipackszettel der Firma MSD steht auch:
    "Eine Dauertherapie mit PROGLICEM 25 und PROGLICEM 100 ist nur bei lebensbedrohlichen Zuständen und bei Versagen oder Nichtanwendbarkeit anderer therapeutischer Maßnahmen bzw. Medikation ange-
    zeigt."

    Also, das kann es ja doch wohl auch nicht sein, oder?
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    am 30.10.2018 09:59:41 | IP (Hash): 1354558143
    Rainer schrieb:
    Frank183 schrieb:

    ich kann dir mit gutem Gewissen zwei Ernährungskonzepte empfehlen, die du dir mal ansehen könntest.



    Vielen Dank, Rainer. Ja, so in der Art werde ich das wohl machen, erscheint mir im Moment als die sinnvollste Lösung.

    VG
    Frank

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    am 30.10.2018 17:25:37 | IP (Hash): 2037391032
    Frank183 schrieb:
    Ja, ich habe jetzt 72h unter ärztlicher Aufsicht gefastet. Die ersten 48h war der BZ bei 85-95mg/dl, dann ist er gesunken und war die letzten 24h bei 65-75, bis ich dann wieder etwas gegessen habe.
    ,,,
    Mein Nüchternwert morgens direkt nach dem Aufstehen liegt idR bei 80-85.
    ,,,
    Der 1h-Wert beim oGTT war 190. Ansonsten ist es auch reproduzierbar. Nach einer normalen Mahlzeit steigt der BZ rasch an, sinkt dann irgendwann rapide ab und kommt dann irgendwo bei 70-80 raus. Je mehr KH die Mahlzeit enthält, desto stärker sind die Aussschläge.


    Sagt mir, dass Du Deine Herausforderung am elegantesten meisterst, indem Du zu Deinen Mahlzeiten immer nur so viel an BZ-Treibmittel isst, dass in der Spitze um ne Stunde danach 140mg/dl nicht überschritten werden. Dann läuft Dein BZ 2-3 Stunden weiter im völlig nomalen Bereich bei um 70 aus. Warum willst Du dann was snäcken?

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    am 30.10.2018 19:34:45 | IP (Hash): 550942137
    Hallo Frank,
    Leucin-empfindliche Hypoglykämie scheint nicht zu passen.
    (Wirklich doof bei Wiki: Leucin-Hypoglykämie sind als zwei einzelne Begriffe verlinkt)
    Jedenfalls was ich sonst so finden konnte, betrifft das Kinder im Säuglingsalter - hätte sich schon sehr viel früher zeigen müssen.
    https://www.gesundheit.de/lexika/medizin-lexikon/hypoglykaemie-leucinempfindliche

    Würde Nesidioblastose nicht ausschließen.
    Nüchternwerte und Fasten sind dazu meines Erachtens nicht geeignet.
    Wenn du keine Kohlenhydrate isst, fehlt das Signal für die Inselzellen, Insulin auszuschütten.
    Frühes Abendessen, verdaut bis zum Schlafengehen und BZ messen.
    Sollte sich dann nicht weiter verringern.
    Beim Fasten fehlt sowieso der Reiz von zugeführten Kohlenhydraten.

    Das Prolicem NACH den Mahlzeiten zu nehmen, macht in sofern Sinn, daß die 'verpackten' Kohlenhydrate per Verdauung einige Zeit brauchen, um sich als Glukose im Blut zu zeigen.
    Dann sollte auch die Hemmung der Insulinausschüttung wirken.
    Ist meine persönliche Ableitung aus Umgang mit Insulinspritzen: Gebe bei Leichtverdaulichem vor, bei Schwerverdaulichem nach der Mahlzeit.

    So ein 30 mg/dl, wie du beim oGTT beschrieben hast, ist gefährlich.
    Muss mir öfters eine Standpauke vom Diabetologen anhören, weil bei mir die Insulinempfindlichkeit immer noch hoch ist mit doch schwieriger Dosierung.
    Nicht unbedingt lebensbedrohlich, aber Krampfgefahr steigt.

    Deine sonstig beschriebenen BZ-Werte liegen ganz gut - über der Unterzuckerungsgrenze von 60 mg/dl, die den Diabetikern so eingetrichtert wird.
    ~
    Habe beim Googeln zu Thema noch dieses gefunden
    "Häufig wird eine Beschränkung der Kohlenhydratezufuhr, besonders von Einfachzuckern, zur Vorbeugung einer Unterzuckerung nach einer Mahlzeit (reaktive Hypoglykämie genannt) empfohlen. Alpha-Glukosidase-Hemmer, wie Acarbose, die die Aufnahme von Kohlehydraten verlangsamen, wurden ebenfalls bei Menschen mit reaktiver Hypoglykämie und Unterzuckerung nach einer bariatrischen Operation mit Erfolg eingesetzt."
    Siehe ganz unten auf
    https://www.msdmanuals.com/de-de/heim/hormon-und-stoffwechselerkrankungen/diabetes-mellitus-dm-und-störungen-des-blutzuckerstoffwechsels/hypoglykämie-unterzuckerung

    Genanntes Medikament 'Acarbose' hat einen anderen Wirkungspunkt - den Darm
    https://flexikon.doccheck.com/de/Acarbose
    https://flexikon.doccheck.com/de/Alpha-Glucosidase-Hemmer
    Ob dies bei dir ev. hilfreich (dir 'sympathischer') ist, kannst du nur mit deinem behandelnden Arzt besprechen.

    Gruß Elfe
    Bearbeitet von User am 30.10.2018 19:42:34. Grund: Korrektur Schreibfehler
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    am 31.10.2018 10:57:40 | IP (Hash): 1354558143
    hjt_Jürgen schrieb:
    Dann läuft Dein BZ 2-3 Stunden weiter im völlig nomalen Bereich bei um 70 aus. Warum willst Du dann was snäcken?



    Weil es mir bei unter 85 nicht gut geht und ab unter 75 richtig schlecht. Sowohl körperlich als auch psychisch. Und das möchte ich gerne vermeiden. Außerdem führt das zu Heißhunger.