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Fragen zu Umkehr und Diäten bei T2

  • Rang: Anfänger
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    Beiträge: 2
    Mitglied seit: 16.11.2018
    am 16.11.2018 10:06:19 | IP (Hash): 1077640922
    Hallo wertes Forum,

    ich bin ganz neu hier, habe allerdings viele Fragen. Mein Arzt hat mich vor 2 Monaten bei einer Kontrolluntersuchung gewarnt, dass mein Hba1c zu hoch sei und auch mein BMI mit 30,1. Ich sollte aufpassen, dass ich nicht Diabetes bekomme und befinde mich im Prädiabetes-Stand.

    Ich bin jetzt schon seit Wochen dabei mich durchs Internet zu lesen und stolpere immer wieder über das Thema, Diabetes T2 umkehren/heilen. Ich habe verschiedenes gefunden und bin gerade ziemlich verwirrt. Zunächst mal die Frage an euch, ist eine Umkehr oder Heilung überhaupt möglich oder kommt es immer wieder zu Diabetes-Symptomen?

    Und meine zweite Frage: Ich habe so viele unterschiedliche Diäten oder Ernährungsänderungen gefunden. Könnt ihr mir sagen, ob es DIE richtige Diät gibt oder ob das etwas sehr individuelles ist? Ich hab von Leuten gelesen, die durch Keto ihr Diabetes umgekehrt haben und von anderen für die Paleo genau das richtige ist, wieder andere schwören auf Low-Carb, dann Low-Calorie und die letzte Gruppe schlägt eine vegane Ernährung vor.

    Ich würde mich echt freuen, wenn ihr etwas Klarheit in meine Verwirrung bringen könntet. Ich habe den Eindruck, um so mehr ich lese, desto verwirrter werde und mein Arzt hat keine Ahnung von Ernährung und glaubt nicht an einer Umkehr.

    Einen ganz lieben Gruß
    Andreas
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    Mitglied seit: 25.02.2011
    am 16.11.2018 10:25:30 | IP (Hash): 1559309883
    a_bab schrieb:
    Könnt ihr mir sagen, ob es DIE richtige Diät gibt oder ob das etwas sehr individuelles ist? Ich hab von Leuten gelesen, die durch Keto ihr Diabetes umgekehrt haben und von anderen für die Paleo genau das richtige ist, wieder andere schwören auf Low-Carb, dann Low-Calorie und die letzte Gruppe schlägt eine vegane Ernährung vor.

    Hallo Andreas,

    ja, das ist ganz individuell. Individuell ist allerdings nicht die Wirkung, da gilt ziemlich allgemein: je mehr Aufwand du betreibst, desto besser das Ergebnis. Sehr individuell ist aber, ob die gewählte Ernährung auch zu dir passt. Eine Ernährung, durch die du dich durchquälen musst, wirst du nicht lange durchhalten. Bei mir kämen aus diesem Grund schon mal Low-Calorie und vegan gar nicht in Frage, was bei dir aber anders sein könnte. Bei den LC-Ernährungen (Keto, Paleo, LC) solltest du dir eine aussuchen, bei der du Anleitung, Rezeptvorschläge und Austausch mit anderen hast, das hilft ungemein. Ich kann dir aus eigener Erfahrung besonders LCHF (ketogen) und LOGI (moderates Low-Carb) mit den zugehörigen Foren https://forum.lchf.de/ und https://forum.nicolai-worm.de/ empfehlen. Aber wie schon gesagt, es gibt viele Möglichleiten, die auch oft gut funktionieren.

    Hier ist mal eine schöne aktuelle Studie im Ärzteblatt beschrieben, die dir vielleicht die Suche nach der geeigneten Ernährung erleichtert:
    https://www.aerzteblatt.de/nachrichten/99145/Studie-Low-Carb-Diaet-verbrennt-in-Erhaltungsdiaet-mehr-Kalorien
    Im Text kannst du lesen, dass reduzierte KH in der Studie mit mehr Fett ausgeglichen wurden. In der Tat ist die Erhöhung des Grundumsatzes eine Erfahrung, die sich bei LCHF oft ziemlich schnell einstellt.

    Beste Grüße, Rainer

    ____
    Gegebene Vorschläge und Einschätzungen sind ausschließlich zu Informationszwecken bestimmt und können in keinem Fall professionelle Beratung oder die Behandlung durch einen Arzt ersetzen.
    Bearbeitet von User am 16.11.2018 10:28:57. Grund: .
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    am 16.11.2018 11:18:30 | IP (Hash): 1077640922
    Hallo Rainer,

    vielen Dank für deine Antwort. Ich schaue mir deiner Links an. Deine Antwort hilft mir schon etwas, um klarer zu sehen. Ich merke selbst, dass eine Ketogene Diät vielleicht für eine gewisse Zeit etwas für mich sein kann, aber dass das für mich einen widerlichen Dauerzustand darstellen würde, der mir nicht schmecken würde.
    Hast du denn selbst schon Erfahrungen gesammelt, ob es möglich ist Diabetes wieder komplett umzukehren?

    Hab einen schönen Sonnentag,
    Viele Grüße
    Andreas
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    am 16.11.2018 12:14:19 | IP (Hash): 886620479
    a_bab schrieb:
    ist eine Umkehr oder Heilung überhaupt möglich


    Hallo Andreas,
    klare Frage, klare Antwort: Nein! Ein Diabetes ist nach meinem Verständnis derzeit nicht heilbar. Oder vielleicht doch etwas ausführlicher .... ich versuch's bewusst "einsteigergerecht" zu halten.

    Diabetes heißt nichts anderes, als dass dein Körper für die Aufnahme der zugeführten Kohlenhydrate, die bei der Verdauung in Zucker zerlegt werden, nicht genügend Insulinwirkung entwickelt. Somit bleibt der Zucker im Blut, ist dort messbar und richtet langfristig Schäden an.

    Nun gibt es verschiedene Möglichkeiten, das Problem anzugehen z. B.
    Ernährung = weniger Kohlenhydrate zuführen
    Bewegung = Blutzuckerverbrauch steigern, Insulinwirksamkeit verbessern
    Gewichtsabnahme = Insulinwirkung verbessern
    Pharmakologie = mit Medikamenten eingreifen
    und noch einiges mehr.

    Änderung der Ernährungsgewohnheiten, Steigerung des Bewegungspensums und in der Folge Gewichtsreduktion können bei Typ 2 Diabetes sehr viel bewirken, so dass sich der im Blut vorhandene Zucker häufig auf ein gesundes Maß reduzieren lässt. Das Symptom der erhöhten Blutzuckerwerte ist dann verschwunden.

    Ist das eine Heilung? Nö, denn das Problem des Körpers bleibt im Grunde bestehen. Wenn der Betreffende seine Therapie - Ernährung, Bewegung etc. - einstellt, wird sich auch der Blutzuckerspiegel früher oder später wieder erhöhen.
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    am 16.11.2018 14:02:32 | IP (Hash): 1903136101
    Carlos2 schrieb:
    Ist das eine Heilung? Nö, denn das Problem des Körpers bleibt im Grunde bestehen. Wenn der Betreffende seine Therapie - Ernährung, Bewegung etc. - einstellt, wird sich auch der Blutzuckerspiegel früher oder später wieder erhöhen.


    Kann ich nur voll und ganz unterschreiben!

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    Alle Aussagen bezüglich Diabetes und Behandlung in diesem Beitrag sind mutmaßlich, denn ich bin kein Arzt. Genauso wie ich von einem mutmaßlichen Mörder schreiben muss, wenn ich gesehen hab, wie einer einen anderen erschossen hat. Denn zum Mörder darf den nur zum entsprechenden Ende eines ordentlichen Verfahrens ein ordentlicher Richter ernennen ;)
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    am 16.11.2018 23:57:40 | IP (Hash): 1617830056

    Zitat:
    "Änderung der Ernährungsgewohnheiten, Steigerung des Bewegungspensums und in der Folge Gewichtsreduktion können bei Typ 2 Diabetes sehr viel bewirken, so dass sich der im Blut vorhandene Zucker häufig auf ein gesundes Maß reduzieren lässt. Das Symptom der erhöhten Blutzuckerwerte ist dann verschwunden.

    Ist das eine Heilung? Nö, denn das Problem des Körpers bleibt im Grunde bestehen. Wenn der Betreffende seine Therapie - Ernährung, Bewegung etc. - einstellt, wird sich auch der Blutzuckerspiegel früher oder später wieder erhöhen."


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    Das Wort "Heilung" ist eins, auf das die meisten Forenteilnehmer hier ungemütlich reagieren.

    Wenn du jedoch, wie oben beschrieben, deine Ernährungs- und Bewegungsgewohnheiten in einen gesunden Bereich bringst (was vielen ebenfalls ungemütlich erscheint), dann hast du gute Chancen auf dem sonst vorprogrammierten Weg zum Diabetes in einen gesunden Bereich zurückzukommen.

    Bei deinem BMI ist dafür sicher eine deutliche Gewichtsreduktion nötig.
    Mit welcher Ernährungsempfehlungen du das schaffst, ist echt zweitrangig. Die allgemeinen Empfehlungen zu einer gesunden Ernährung (z.B. die der DGE) mit ein wenig Verzicht auf Kohlenhydrate könnte schon genügen.

    Wichtig ist, dass es keine zeitweise Diätkur, sondern deine dauerhafte Ernährungsstrategie wird.
    Eine Verbesserung der körperlichen Leistungsfähigkeit wird dich bald belohnen...
    Bearbeitet von User am 17.11.2018 00:19:22. Grund: .
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    am 17.11.2018 08:15:26 | IP (Hash): 24562453
    a_bab schrieb:
    Ich merke selbst, dass eine Ketogene Diät vielleicht für eine gewisse Zeit etwas für mich sein kann, aber dass das für mich einen widerlichen Dauerzustand darstellen würde, der mir nicht schmecken würde.

    Hallo Andreas,

    ich halte das für ein gutes Konzept, wenn du zunächst versuchst, mit einer ketogenen Ernährung (z.B. LCHF) dein Gewicht zu reduzieren und den Prädiabetes ein ganzes Stück zurückzudrehen und dann mit einer moderateren KH-Reduzierung (z.B. LOGI) den erreichten Stand zu halten. Ich denke, dass du mit dieser Strategie auf jeden Fall Erfolg hast. Wenn du langfristig dran bleibst, kann es dir vollkommen egal sein, ob du das 'Heilung' oder nur 'Remission' nennen darfst - das Ergebnis wäre das gleiche.

    Viel Erfolg, Rainer


    ____
    Gegebene Vorschläge und Einschätzungen sind ausschließlich zu Informationszwecken bestimmt und können in keinem Fall professionelle Beratung oder die Behandlung durch einen Arzt ersetzen.
    Bearbeitet von User am 17.11.2018 08:16:50. Grund: .
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    am 27.11.2018 14:18:21 | IP (Hash): 1587658573
    'Heilung' gibt es in dem Sinne nicht.. Aber man kann es eher Remission nennen ja.. Das Grundproblem bei T2 bleibt. Die Insulinressistenz und evtl. schon Ermüdung der Beta-Zellen.

    Eine Diät ist aus meiner Sicht strittig zu sehen, da ich weder das eine noch das andere lange durchhalte, was die Ernährung angeht und ich bis heute nicht unbedingt auf etwas verzichten möchte.
    Schlußendlich zielt alles auf das Selbe ab.. Die Energieaufnahme darf schlicht den Verbrauch nicht übersteigen. Möchte man Abnehmen, muß man den Verbrauch entweder erhöhen oder die Zufuhr verringern..
    Viele Lebensmittel enthalten heutzutage Aufdrucke, wieviel Kcal. sie enthalten. Deinen Circa-Energiebedarf kannst du ganz gut im Internet errechnen sozusagen. Das sind alles Circa-Werte, aber im Endeffekt beim selbst Kochen kann man auch nur Circa-Kalorienwerte ermitteln. Mit ein wenig Beschäftigung mit dem Thema bekommt man ein Gefühl dafür. So kann ich alles Essen, was ich mag, wenn auch nur in Maßen, wenn man sich begreiflich macht, dass Alles zu können, ja eigentlich kein VERZICHT bedeutet.
    Möchte ich etwas mehr Kalorien aufnehmen (z. B. Eis^^ muß auch manchmal sein), muß ich aber auch im Umkehrschluß dafür sorgen, dass ich diese dann tatsächlich auch abtrainiere, um nicht wieder zuzunehmen.

    Mit dieser Methode klappt es bei mir seit 2 Jahren ganz gut, das Gewicht zu halten.. Schwer fällt es mir, wenn ich aus gesundheitlichen Gründen mit dem Sport pausieren muß... Dann kanns mal gut und gerne 1 Kilo mehr werden, was dann schnell wieder runter muß.
    Allerdings hat dies nur zeitweilig den Diabetes umgekehrt (1 Jahr). Heute mit normalem Körpergewicht bin ich wieder auf dem aufsteigenden BZ-Ast... Aber das ist nun mal so^^ Hält mich aber nicht davon ab, Sport weiterzumachen. Ich fühle mich allgemein besser damit^^

    Grüße Laurana