Willkommen Gast! Um alle Funktionen zu aktivieren musst Du Dich Anmelden oder Registrieren.

Da bin ich denn nun auch

  • Rang: Anfänger
    Punkte: 0
    Beiträge: 2
    Mitglied seit: 20.11.2018
    am 20.11.2018 13:44:19 | IP (Hash): 837530627
    Hallo zusammen,

    ich bin kein "NeuDiabetiker", aber neu hier im Forum.

    Seit 11 Jahren (nach einer Herzmuskelentzüdung) habe ich Diabetes Typ 2, der bisher mit Tabletten (Velmetia 1000) und seit 2 Jahen in Kombination mit Lantus behandelt wurde.

    Jetzt ist mein Zucker leider massiv entgleist, was sich schon bei den letzten beiden BE angedeutet hat.
    Ich achte sehr darauf nur wenige Kohlehydrate zu mir zu nehmen, esse viel Gemüse und Salat ( und auch dort schaue ich, dass nicht zu viele KH enthalten sind). Ich bewege mich regelmäßig, was natürlich mehr sein könnte.

    Ich bin nun insulinpflichtig, muß spritzen.
    Derzeit überfordert und verunsichert mich die Situation vollkommen. Der Umstieg von Tabletten auf Spritzen liegt wie ein riesiger Berg vor mir, den ich derzeit irgendwie nicht bewältigen kann. Klar, es ist eine Kopfsache und wird sich sicherlich mit zunehmender Erfahrung einspielen.

    Aber im Moment zieht es mich mächtig runter.
    Morgen habe ich einen Termin beim Diabetologen, nächste Woche beginnt die Schulung.

    Ich war messfaul, weil meine Fingerkuppen dauerentzündet waren. Meine Meßgeräte sind noch Geräte von AccuCheck und FreeStyle der ersten oder 2. Generation.

    Ich muß nun komplett neu eingestellt werden. Was kommt auf mich und meine Finger zu? Was kommt allgemein in Zukunft auf mich zu? Kann ich noch spontan sein, oder muß ich immer und überall messen, spritzen, warten, usw.?

    Sorry, bin einfach nur durch den Wind.

    LG frizzi
  • Rang: Erweitertes Mitglied
    Punkte: 972
    Beiträge: 2862
    Mitglied seit: 25.02.2011
    am 20.11.2018 16:18:29 | IP (Hash): 1955652674
    frizzi schrieb:
    Der Umstieg von Tabletten auf Spritzen liegt wie ein riesiger Berg vor mir, den ich derzeit irgendwie nicht bewältigen kann.

    Hallo Frizzi,

    das kann ich mir gut vorstellen. Ich bin aber sicher, dass du das wie viele andere auch mit der Zeit immer besser hinbekommst. Mach dir nicht allzu große Sorgen, wenn es am Anfang noch nicht so klappt. Selbst wenn es etliche Monate dauern sollte, bis du endlich mit dem Ergebnis zufrieden bist, ist das kein Problem. Das wird wohl den meisten auch so gegangen sein. Wichtig ist, dass du dran bleibst und Schritt für Schritt dazu lernst. Übrigens, je zeitiger du mit Insulin anfangen darfst, desto einfacher wird der Einstieg. So lange du noch etwas Eigeninsulin hast, wirken sich die Anfangsfehler weniger stark aus.

    Hast du für das Pieksen ein ordentliches Gerät? Softclix von AccuChek ist eigentlich sehr gut. Die minimale Tiefe hast du sicherlich eingestellt und seitlich der Fingerkuppe piekst du bestimmt auch. Wenn du das Libre 2 nutzt, dann musst du ja nicht mehr sehr oft messen.

    Alles Gute, Rainer

    ____
    Gegebene Vorschläge und Einschätzungen sind ausschließlich zu Informationszwecken bestimmt und können in keinem Fall professionelle Beratung oder die Behandlung durch einen Arzt ersetzen.
    Bearbeitet von User am 20.11.2018 19:05:36. Grund: .
  • Rang: Erweitertes Mitglied
    Punkte: 0
    Beiträge: 52
    Mitglied seit: 01.10.2018
    am 21.11.2018 09:09:01 | IP (Hash): 723123128
    Rainer schrieb:
    Wenn du das Libre 2 nutzt, dann musst du ja nicht mehr sehr oft messen.


    @Rainer: Ich fürchte, Frizzi meint ein Teststreifengerät, dass von Abbot ebenfalls unter der Label FreeStyle angeboten wird bzw. wurde, und nicht das FreeStyleLibre.

    @Frizzi: Wenn du heute den Diabetologentermin hast, dann wird ein Teil der Ungewissheit ja bereits ein Ende haben. Und sprich dort auch deine Messprobleme bezüglich der Finger an. Es gibt mittlerweile auch andere Messmethoden. Ob die für dich schon bei der Ersteinstellung in Betracht kommen, solltest du mit dem Doc besprechen. Viele betrachten die Blutmessung als genauer. Wenn jemand aber wegen schmerzender Finger möglichst selten misst, ist es mit der Aussagekraft auch nicht so toll. Also bitte bring das Thema bei deinem Diabetologengespräch auf den Tisch.

    Und, ja, das Prozedere aus messen, rechnen, ggf. warten, dann essen, irgendwann nach dem Essen nochmal messen um zu sehen, ob die Insulindosierung stimmt, geht manchmal zu Lasten der Spon­ta­ne­i­tät und wird zu Beginn oftmals als Belastung empfunden. Dieses Gefühl reduziert sich aber mit der Zeit. Du z. B. hast gelernt, beim Einkaufen die Menge der Kohlenhydrate zu bedenken. Und vermutlich fühlte es sich am Anfang auch eigenartig an, nicht mehr einfach zu kaufen, woraum man gerade Appetit hat. Aber irgendwann wurde es normal für dich. Genau so wird es sich auch mit dem Mahlzeiteninsulin verhalten. Es mag dann vielleicht noch lästig sein, aber es gehört irgendwie zu dir. Du weißt ja, für wen du es tust!
    Bearbeitet von User am 21.11.2018 09:11:16. Grund: .
  • Rang: Erweitertes Mitglied
    Punkte: 0
    Beiträge: 1381
    Mitglied seit: 13.05.2016
    am 21.11.2018 16:46:18 | IP (Hash): 971389618
    frizzi schrieb:

    Ich war messfaul, weil meine Fingerkuppen dauerentzündet waren.
    Ich muß nun komplett neu eingestellt werden. Was kommt auf mich und meine Finger zu? Was kommt allgemein in Zukunft auf mich zu? Kann ich noch spontan sein, oder muß ich immer und überall messen, spritzen, warten, usw.?


    Hallo Frizzi,
    möchte mehr auf dein Problem mit deinen Fingerkuppen eingehen.
    Entzündungen entstehen nicht durch das Fingerkuppenpieksen, das Löchlein schließt sich recht schnell: Pieksen, ersten Blutstropfen abwischen, zweiten zur Messung nehmen. Ich benutze ein Stückchen Kleenextuch zum Abwischen und umwickel dann den Finger. Innerhalb von ner Minute ist die Blutung gestillt.

    Entzündungen entstehen durch Bakterien, die irgendwie an/in deine empfindlichen Finger geraten.
    Die Haut von Diabetikern ist insgesamt besonders empfindlich und Bedarf der Pflege.
    Die Hände werden alleine schon durch vermehrtes Händewaschen beansprucht, vor jeder Messung notwendig, dafür ein mildes Waschsyndet benutzen, Seifenstück ist zu basisch/alkalisch und spült den eigenen Säureschutzmantel weg.
    Bei so Haushaltsarbeiten wie Spülen und in Putzwasser greifen, Handschuhe anziehen zum Schutz vor diesen doch 'scharfen' Reinigungsmitteln.
    Bei Gartenarbeit und auch beim Umgang mit Blumenerde im Topf die Hände vor Mikroben mit Handschuh schützen.
    Hände eincremen, bei Gefühl von Trockenheit, besonders jetzt in der kalten Jahreszeit.

    Und sonst ?
    Du hast dich schon lange mit Kohlenhydrate / Verminderung beschäftigt.
    Mit Mahlzeiteninsulin kannst du dir wieder mehr Kohlenhydrate in deinem Essen erlauben, was du positiv sehen kannst.

    Um die richtige persönliche Dosis an Mahlzeiteninsulin zu finden, bekommst du Hilfsrechengrößen an die Hand.
    Den sogen. IE/BE-Faktor.
    Bedeutet: Für eine BE braucht eine gewisse Menge Insulin zum Abfangen (mein Ausgangswert war damals 1 : 1)
    Wenn du mehr BEs verzehrst, einfach multiplizieren.
    Und wenn irgendwie das Insulin und Mahlzeit nicht gepasst hat, kannst du mit der sogen. Korrekturregel den höheren BZ nach unten korrigieren (mein Ausgangswert war 50 mg/dl, nunmehr bei 40).
    Bedeutet: Eine Einheit Insulin senkt den Blutzucker um soundso viel.

    Je nach Anzahl der Mahlzeiten bzw. Aktivitäten messe ich selber im Durchschnitt max. 6x.
    Vor Frühstück und vor Schlafengehen, ansonsten erübrigt sich manche Kontrollmessung tagsüber, weil eh schon wieder Essen ansteht (vor 3-4 h nach Mahlzeit darf ich eh nicht per Insulin korrigieren.)

    Wichtig auch, ist der Lanzettenwechsel, die Spitze wird stumpf bei häufigem Gebrauch, kannst du auch spüren. Wechsel diese täglich.
    Auch nicht immer in den selben Finger pieksen.
    Nutze dazu Mittel-, Ring-, vorsichtig Kleinen Finger der linken und rechten Hand.
    Daumen und Zeigefinger nicht, merke ich dann doch beim Greifen.

    Gruß Elfe
    Bearbeitet von User am 21.11.2018 16:49:07. Grund: Ergänzung
     1 Benutzer dankte für diesen Nützlichen Beitrag.