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Fertigpen vs. Patrone

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    am 14.12.2018 06:09:39 | IP (Hash): 72970431
    Bin frisch auf Basisinsulin (Trebisa Fertigpen) gesetzt worden und daher neu auf diesem Gebiet. Meine Frage: Wo sind die Vor- oder Nachteile von Fertigpen im Vergleich zu "Dauerpen" mit Patrone. Ist da vielleicht die Mechanik zuverlässiger?

    Vielen Dank im Voraus

    CS
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    am 14.12.2018 10:11:19 | IP (Hash): 745799096
    Die Mechanik ist auch bei den Fertigpens gut. Zwischen einem einfachen Pen und den Fertigpens dürfte kein Unterschied in der Zuverlässigkeit bestehen.

    Bei Patronen könntest du dir andere Pens anschaffen, die ein wenig komfortabler sind (Autopen, Pendiq, ...). Außerdem wird die Umweltbelastung bei Patronen etwas geringer sein.
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    am 14.12.2018 11:07:08 | IP (Hash): 348792317
    Und zusätzlich ganz wichtig, einstweilen nur bei den neueren Langzeitinsulinen:
    Sie werden öfter konzentrierter als 100 Einheiten pro Kubikzentimeter angeboten, Tresiba z.B. bei seiner ersten Markteinführung als U100 und auch als U200,
    Die Patronenpens können aber alle nur U100. Also müsste man ggf immer drauf achten und immer umrechnen.

    Da ersparen einem die Fertigpens nicht nur das Umrechnen, sondern schützen auch vorm Vertun.

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    Alle Aussagen bezüglich Diabetes und Behandlung in diesem Beitrag sind mutmaßlich, denn ich bin kein Arzt. Genauso wie ich von einem mutmaßlichen Mörder schreiben muss, wenn ich gesehen hab, wie einer einen anderen erschossen hat. Denn zum Mörder darf den nur zum entsprechenden Ende eines ordentlichen Verfahrens ein ordentlicher Richter ernennen ;)
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    am 14.12.2018 11:19:29 | IP (Hash): 677981873
    Auch wenn sich Manches aus den Beiträgen von Rainer und Jürgen wiederholt ...

    Zunächst kann man sagen, dass der Platzbedarf einer bestimmten Menge Insulins bei Einwegpens im Allgemeinen größer ist, als bei Kartuschen für dauerhaft nutzbare Pens. Für manche fängt das schon im heimischen Kühlschrank an, ein Problem zu werden. Für andere auf Reisen bzw. im Außendienst.

    Außerdem entsteht bei Verwendung von Einwegpens naturgemäß mehr Abfall.

    Ein weiterer Unterschied tritt zu Tage, wenn ein Pen mal einen Defekt aufweist. Die wenigsten Ärzte sind bereit, gleich bei Erstverordnung einen zweiten Reservepen mit aufzuschreiben. Wenn du einen Dauerpen hast und der gibt den Geist auf, bleibt eigentlich nur das Aussetzen der Therapie oder der kurzzeitige Umstieg auf Einweginsulinspritzen, bis ein neuer Pen da ist. Nutzt du Fertigpens, nimmst du einfach den nächsten, und das Problem ist gelöst. Das Gleiche gilt übrigens auch, wenn man den einzigen Pen mal verlegt, verliert oder er von verspielten Haustieren geraubt wird.

    Was die Verlässlichkeit der Funktion angeht, habe _ich_ übrigens keinen Unterschied festgestellt.

    Da du bisher kein Mahlzeiteninsulin nutzt, musst du den Pen nicht ständig bei dir tragen. Wer das muss, und den Pen in Handtasche, Rucksack oder Aktentasche mit sich führt, wird es auch kaum bemerken: In der Regel sind die Dauerpens etwas schwerer. Wenn man aber, wie einige Herren, den Pen bevorzugt in der Brusttasche eines Hemdes oder Sakkos durch die Welt trägt, dann kann es schon optisch ein Unterschied sein, ob da 30 oder 50 Gramm "am Stoff ziehen".

    Alles anderes ist sicherlich noch mehr eine Frage persönlicher Vorlieben. Für die Meisten sehen die metallgefertigten Dauerpens ansprechender aus. Und _ich_ finde auch, sie fühlen sich bei der Benutzung erheblich wertiger an. Allerdings betrachte ich meine Pens als das, was sie sind: Ein Hilfsmittel zur Therapie und weder Schmuckstück noch Statussymbol.

    Übrigens: Allgemein gilt bei Insulin die Konzentration von 100 Einheiten/ml als die gängige Stärke. In letzter Zeit traten aber seitens einzelner Hersteller zusätzlich höhere Konzentrationen auf den Markt. Diese werden, wie dein Tresiba mit 200 iE/ml, in der Regel ausschließlich als Fertigpen abgegeben, um Dosierungsfehler mit den für 100 iE/ml ausgelegten Dauerpens zu vermeiden.
    Bearbeitet von User am 14.12.2018 11:20:01. Grund: .
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    am 14.12.2018 11:39:58 | IP (Hash): 72970431
    Danke für die Antworten. Dass Patronen bei der Kühlung bequemer sind als Fertigpens, habe ich vermutet. Mechanisches Problem habe ich aber schon in der ersten Woche erlebt. Anders als zB. bei Victoza, wo man ja den Kolbenweg "drückt", erledigt das bei Trebisa eine Schlagfeder und sehen kann man den Kolbenweg auch erst, wenn so viel verbraucht ist, dass der Kolben ins Sichtfenster kommt. Ich habe den Pen jedenfalls vor und nach der Anwendung auf eine Apothekerwage gelegt und einmal war da kein Unterschied zu messen, obwohl vorher der vorgeschriebene "Probeschuss" in die Luft funktioniert hat. Das Argument, was passiert, wenn der Pen versagt, leuchtet ein, ist aber ähnlich, wenn ich zB. mit dem letzten Einwegpen (und genügend Inhalt) auf Urlaub bin und der Einwegpen versagt. Und vermutlich ist es etwas einfacher, einen Ersatzpen aufzutreiben als im Ausland eine Insulinpatrone. Aber der Gedanke, was man im Urlaub alles an Ersatzmaterial mitführen sollte, ist im Moment wirklich stressig.
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    am 14.12.2018 18:04:13 | IP (Hash): 1651450962
    Ich selber habe Glasampullen in Gebrauch, aber damals gab es die Fertigpens noch nicht.
    Sowohl zuhause als auch unterwegs für eine längere Reise nehmen die Ampullen weniger Platz weg.
    Gut gepolstert einfach in Thermosflasche gepackt, sind diese bzgl. Temperatur und stoßfest gut aufgehoben.
    Meine zwei NovoPen 3 sind unkaputtbar, habe die schon ziemlich lange in Gebrauch, trotz mal auf den Fliesenboden gefallen, da 'nur' Glasampulle gesprungen.
    Habe übrigens vier davon vom Arzt bekommen, je einen normalen für Bolus und Basal, mit nachträglich je Halbschrittpens, da ich sehr genau Insulin dosieren muss.
    Kann dieselben Pens für verschiedene Insuline 100 Einheiten/ml nutzen. Und falls einer wirklich nicht mehr funktionieren sollte, immer noch ein zweiter da.
    Habe mit eben solchem auch mal Tresiba (2015) in Glasampulle getestet.
    War damals so hype, als Super-42 h-Insulin, was dennoch 1 x am Tag gespritzt werden muss.
    Als extrem lästig habe ich empfunden, daß man erst nach 3 d die Dosierung anpassen kann.
    https://medicalforum.ch/de/resource/jf/journal/file/view/article/smf/de/smf.2013.01718/smf-01718.pdf/
    Hat sich für mich eh erledigt bzgl. Nebenwirkung - sehr starke Schwellung an den Einstichstellen, abgesetzt.
    Bin dahingehend wieder zu meinem vorherigen Levemir zurückgekehrt - muss das zwar 2 x d spritzen, kann das aber besser dosieren (Tag/Nacht) und Dosierung schneller anpassen.
    Lantus als 24-h-Insulin 'mit eine Spritze weniger' war mir dann auch egal (bei Mahlzeiteninsulin sowieso).
    Zwischenzeitlich war bei meinem eifrigen Diabetologen auch mal das als so super-gleichmäßig wirkende Toujeo im Gespräch (Fertigpen 300 Einheiten/ml).
    Passt nicht zu mir insgesamt - bei benötigten 4,5 und 4 Einheiten - geteilt durch drei ?
    Wohl eher was für Leute, die höheren Basalbedarf haben.
    Auf jeden Fall sage ich bei Insulinwechsel nicht sofort zu, sondern nutze Zeit bis zum nächsten Quartalstermin, um mich genauer zu informieren.
    ~
    Für Urlaub auf jeden Fall mehr mitnehmen, als zuhause üblich.
    Insulin(e), für Messgerät mehr Sensoren (ggfs. öfter messen müssen) und Ersatzbatterien - im Handgepäck.
    Stechhilfe ist mir auch schon mal kaputtgegangen, Microlet 2, auch mit Feder, zum angeblichen komfortableren Wechsel der Lanzetten. Habe dann eins meiner beiden alten Microlets wieder in Gebrauch, wesentlich robuster.
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    am 14.12.2018 18:19:49 | IP (Hash): 1508753968
    Moin,

    ich spritze Actrapid, Victoza und Langzeit Insulin Lantus.
    Bei Actrapid und Victoza habe ich keine Probleme mit den Fertigpens, da ich ja nur geringe Einheiten bis jetzt spritze und daher der Kolbenweg der Fertigpens relativ gering ist.
    Bei Lantus sieht die Sache schon vollkommen anders aus. Da spritze ich morgens 50 iE. und da spielt mir meine Arthrose, die ich in beiden Daumen habe oft einen Streich.
    Es ist öfter recht schmerzhaft die 50 iE. auf einmal mit dem Fertigpen durch zu drücken.
    Daher geht mein Überlegung dahin mir für Lantus einen Dauerpen anzuschaffen, der das Insulin auf geringen Druck abgibt.

    Gruß Helmut
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    am 14.12.2018 18:52:45 | IP (Hash): 348792317
    Genau für Leute wie Dich gibt's Toujeo. Da spritzt Du nur 1/3 Volumen. Die Diabetusse bei meinem Dok hat alle ihre Lantus Großverbraucher mit besten Erfahrungen darauf umgestellt. Vielleicht probierst Du's auch mal? Aber Vorsicht, ist wohl ansteckend!

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    am 14.12.2018 20:19:31 | IP (Hash): 745799096
    Hallo CS,

    wenn du auf Pen und Patronen umsteigst, dann hebe dir doch einfach einen Fertigpen auf. Dann hast du zumindest so lange, wie der nicht abgelaufen ist, immer eine Ersatzlösung parat.