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Kurze Vorstellung und Frage zu Messgerät & Teststreifen....

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    Mitglied seit: 10.09.2018
    am 01.01.2019 11:54:23 | IP (Hash): 1496814097
    Hi alle,
    Kurze Vorstellung:
    bin seit ca. 6 Monaten DB2 Kandidat.... 56 Jahre - 195cm - 138kg (jetzt 118kg)
    Bei Diagnose Nüchternzucker von 240 und HbA1c von 10,5% dann hab ich Ernährung entzuckert , entkohlehydratet und mehr Bewegung eingebaut... nach 3 Monaten bin ich bei zweitem ärztlichen Bluttest bin ich bei BZ 95 und HbA1c 5,3%... jetzt nach 6 Monaten kommt dann der nächste Bluttest. Also ganz gut die Kurve gekriegt aber logischerweise muss - die wie mein Doc sagte „radikale Lebensstilumstellung“ - weiterhin bleiben. Morgendliche Nüchternzuckermessungen liegen meist irgendwo zwischen 100 und 110 mit gelegentlichen einzelnen Ausreißern bis 120 130 (sind aber immer nur einzelne Tage, dh könnten auch Messfehler oder Verunreinigungen sein).

    Zur eigentlichen Frage:
    Gibts hier irgendwo Infos und Erfahrungswerte zu Blutzuckermessgeräten und Bezugsquellen für günstige Teststreifen ? Ich bin zugegebenermaßen ein Technik-Spielhannes und recherchiere checke sowas halt auch gern... :-)

    Also ich wollte eigentlich was mit Bluetooth, iPhone app usw haben. Infos und Bewertungen im Netz waren erstmal so vielfältig und widersprüchlich dass ich doch erst mal zur Apotheke vor Ort gegangen bin und da hat man mir dann ein starterkit Contour Next One mitgegeben. Übrigens umsonst !

    Welche Geräte benutzt Ihr ?
    Gibt es noch genaueres als die von mir unten angesprochenen Geräte ?
    Gibt es noch Geheimtipps zum Kauf der Messstreifen ? Günstige Quellen ? Sowas wie Sammelbestellungen o.ä. ?

    Ich hab mir dann im Laufe der ersten Wochen neben dem Contour Next One noch das Accu Chek Guide und ein Beurer GL 50 evo mit extra bluetoothkappe besorgt. In einem zweiten Schritt auch noch Strada Geräte ohne Bluetooth und App wegen der günstigen Teststreifen.Dazu immer 50er Teststreifen usw. Hab auch ne Zeitlang parallel benutzt und gemessen einfach um die in der ISO Norm ja erlaubte Abweichung von +/- 15% bei BZ über 100 mal zu checken bzw. Das genauste Gerät rauszufinden.
    Leider kann man hier keine pdf oder xls files anhängen, sonst könnt ich auch gerne meine Tests und Eindrücke teilen.
    Am Ende war Strada recht ungenau / stark streuend, Beurer war immer eher höher als die anderen und auch stärker schwankend (obwohl mir hier der Akku statt Knopfzellen besser gefallen hat).

    Bleibt mir im Moment

    - Accu chek guide
    gutes handling, recht nervige Batterie leer Meldungen am laufenden Band aber etwas günstigere 50er Teststreifen für ca. 17,89 €.

    - Contour Next One
    Bestes handling, Messwerte etwas unter Accu chek, und lt herstellerangaben beste Genauigkeit (!) bei 50er Teststreifen für ca. 19,60 €.

    Übrigens, wenn ich zur Zeit einfach bei Aponeo 10 testkits Accu chek guide für je 2,26 kaufe (plus 3,95 Versand) dann bekomm ich 100 Teststreifen für 26,55 € - allerdings hab ich dann einen Berg an Messgeräten, Knopfzellen, lanzettenhaltern etc. Zum wegschmeißen... leider nicht wirklich umweltfreundlich.

    Last not least, zum Thema Gesundheitsdaten in der Cloud schaut Euch doch mal diesen Vortrag beim Chaos Computer Club an... https://media.ccc.de/v/35c3-9992-all_your_gesundheitsakten_are_belong_to_us
    leider steht’s auch hier nicht besonders gut um die Datensicherheit und technische Kompetenz der Anbieter...

    Gruss Jo
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    am 01.01.2019 15:22:49 | IP (Hash): 24387655
    100mg/dl bedeutet 1 Gramm Glukose in 1 Liter Blut gemessen in nem Bruchteil von 1 Gramm Blut. Entsprechend 110 eben 1,1 Gramm pro Liter und 90 0,9 Gramm pro Liter.

    Vor dem Hintergrund finde ich erstaunlich, wenn von 10 Markengeräten vom selben Hersteller aus dem selben großen Tropfen Blut mit 10 Streifen aus der selben Packung 10 Ergebnisse mit ner Streubreite von nur plusminus 5mg/dl angezeigt werden.
    Und ne Streubreite von plusminus 20 bei 10 verschiedenen Geräten und Teststreifen aus 10 verschiedenen Packungen halte ich für völlig normal.

    Wenn ich ein neues Gerät in Dienst stelle, lasse ich meinen BZ laaangsam (bin INSULINER) an meine Unterzuckergrenze absinken und schaue, bei welchem Wert ich die ersten Anzeichen dafür wahrnehmen kann. Bei meinem aktuellen alten Gerät bei an 60, bei meinem neuen (selber Markenhersteller) bei an 50 mit Streifen aus der selben Packung aus dem selben Blutstropfen.

    Für die morgendliche Nüchternmessung kann beim selben Menschen mit dem selben Messgerät und Teststreifen aus der selben Packung auch die Tageszeit interessant sein, also z.B. um 6 Uhr 85mg/dl, um 7 95, um 8 110 und um 9 120 oder 130 - völlig ohne Essen. Nur mal so als keineswegs abwegiges Beispiel.

    Was Dir bis jetzt gelungen ist, sieht gut aus. Daumendrück für weiterso in 2019!

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    Alle Aussagen bezüglich Diabetes und Behandlung in diesem Beitrag sind mutmaßlich, denn ich bin kein Arzt. Genauso wie ich von einem mutmaßlichen Mörder schreiben muss, wenn ich gesehen hab, wie einer einen anderen erschossen hat. Denn zum Mörder darf den nur zum entsprechenden Ende eines ordentlichen Verfahrens ein ordentlicher Richter ernennen ;)
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    am 01.01.2019 20:01:47 | IP (Hash): 1496814097
    kann weg...
    Bearbeitet von User am 01.01.2019 20:06:28. Grund: Html fuckup
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    am 01.01.2019 20:02:11 | IP (Hash): 1496814097
    Hi und Danke für die Antwort, klar ist es erstaunlich was man für ein paar Euro heutzutage an Messtechnik bauen kann, ich war schlicht neugierig ob es noch besseres gibt... das Labor zB muss ja auch irgendwie messen. Weiß jemand was für Toleranzen die Labormessungen angeben ? Ich dachte vielleicht gibt es zb für die Arztpraxis bessere Geräte die zwischen Labor und den privaten Geräten liegen oder vielleicht gibt es bei Euch schon die Erkenntnis das Gerät X besser ist.

    Ich hab als Beispiel für die Ungenauigkeit der Messungen meinen zweiten Termin Labormessung. Ich war beim Arzt, morgens 7:00 Uhr nüchtern. Der hat Blut abgenommen. Direkt 10 min danach hab ich meine 3 Messgeräte benutzt, aus einem großen Blutstropfen am Ringfinger und innerhalb von 15 sec mit allen dreien Blut aufgenommen und Hände vorher gewaschen und gut getrocknet. Paar Tage später dann beim Arzt den Laborwert bekommen. Ergebnisse:
    95 Labor
    99 Contour Next One
    106 AccuChek Guide
    116 Beurer GL 50 evo mit Bluetooth
    Das Gute ist das keine Messung unter der Laborwahrheit liegt, dh ich bin als unbehandelter DB2 Mensch erstmal auf der sicheren Seite.

    Ich denke das zB Fertigungstoleranzen bei den Teststreifen halt für die Messabweichungen verantwortlich sind. Die versuchen ja mit minimalen Blutmengen auszukommen, dh wenn die bei der Herstellung der Teststreifen (Bluthohlraum und Elektroden) auf zB 0,1 mm genau herstellen, dann variiert das Volumen das die Teile kapilar aufsaugen. Je kleiner das Volumen um so stärker wirkt sich die Fertigungstoleranz aufs tatsächliche Volumen aus = logischerweise variiert dann auch der Messwert, denn wenn ich das richtig verstanden habe wird das Blut verschiedenen Gleich- und Wechselstrom Impulsen ausgesetzt und dabei dann was gemessen wie der Strom oder Widerstand oder ähnliches. Also da spielt Oberfläche der Elektroden und tatsächliches Blutvolumen sicher eine Rolle.

    Übrigens Danke für die Info das meine gelegentlichen höheren Nüchternzucker Werte an der Uhrzeit liegen können. Das war mir so auch nicht klar.... wo nimmt der Körper beim lange Pennen denn das mehr an Zucker her ? Zb wenn ich erst um 11.00 Uhr aufstehe, dann messe und vorher seit 22.00 am Vorabend aber nichts esse und dazwischen höchstens mal nen Schluck Wasser trinke ?

    Danke für Deine Antwort
    Gruss Jo
    Bearbeitet von User am 01.01.2019 20:05:17. Grund: Der editor sieht ein > als html Tag an...
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    am 01.01.2019 21:10:55 | IP (Hash): 24387655
    schauma https://www.mh-hannover.de/fileadmin/institute/klinische_biochemie/downloads/vorlesungen/Gluconeogenese_Tiedge_V5.pdf

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    am 01.01.2019 21:26:39 | IP (Hash): 1156025356
    Hallo Grueni,

    ganz schön viele Fragen, hier ein paar Antworten.
    - Wenn der BZ am Morgen ansteigt und dann später noch höher geht, dann kommt die Glukose aus den Glykogenspeichern der Leber.
    - Für die Ungenauigkeiten der Handmessgeräte sind sowohl Fertigungstolertanzen als auch Teststreifen und Toleranzen bei den Messmethoden im Gerät verantwortlich.
    - Labormessgeräte messen sehr genau. Trotzdem können zwischen der Blutentnahme und der genauen Bestimmung im Labor Fehler entstehen, wenn die Proben nicht richtig behandelt werden, was tatsächlich in manchen Praxen passieren soll.
    - Geräte für die Arztpraxis, deren Genauigkeit zwischen Labor- und Handmessgeräten liegt, gibt es nicht. Manche diabetologischen Praxen haben allerdings Laborgeräte in ihrer Praxis, mit denen sie den BZ direkt exakt feststellen können.

    Bearbeitet von User am 02.01.2019 11:02:14. Grund: .
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    am 02.01.2019 10:04:29 | IP (Hash): 1496814097
    hjt_Jürgen schrieb:
    schauma https://www.mh-hannover.de/fileadmin/institute/klinische_biochemie/downloads/vorlesungen/Gluconeogenese_Tiedge_V5.pdf


    Wow - das muss ich wohl mal ausdrucken und mit Google und Wikipedia zusammen durcharbeiten.
    Aber Danke Dir
    Bearbeitet von User am 02.01.2019 10:06:42. Grund: Dito